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2022


online seit 28.11.2022


Neue Publikation am ILIM (Mitarbeiter hevorgehoben)/new publication at ILIM (staff members in bold):

Meirmans S., Lamatsch D.K., Neiman M. (2022). Sticky steps and the gender gap: how thoughtful practices could help keep
caregivers in science. Proc. R. Soc. B 289: 20221837. https://doi.org/10.1098/rspb.2022.1837

In dieser Studie wird die unbefriedigende Situation, dass Frauen in leitenden, akademischen Positionen viel weniger oft zu finden sind als Männer, thematisiert. Warum ist das so und welche Lösungsansätze könnten helfen, um dieses Ungleichgewicht zu beheben? Dazu wurden die Ursachen mit qualitativen und quantitativen Methoden analysiert. Die Aufgabe der Pflege, die meist von Frauen im Alltag übernommen wird, kristallisierte sich als einer der wichtigsten Gründe heraus, der Frauen aus ihrer akademischen Karriere drängt. Die Autorinnen empfehlen die Fluktuation aufgrund von Betreuungsaufgaben nicht als einen Faktor, sondern als einen Prozess mit mehreren 'klebrigen Schritten' anzusehen. Die verbesserte Finanzierung von Pflegekräften könnte dabei eine, der notwendigen Maßnahmen aus dem Dilemma sein.

Die Publikation ist als Open Access Version verfügbar und ist im Rahmen der Lehrtätigkeit von D.K. Lamatsch im Wahlmodul "Geschichte der Biologie unter Berücksichtigung von Genderaspekten" entstanden.

Blogartikel der Royal Society zur Publikation

Link zur EU Publikation "She figures 2018"

online seit 16.11.2022


Neue Publikationen am ILIM (Mitarbeiter hevorgehoben)/new publications at ILIM (staff members in bold):

Darienko T., Pröschold T. (2022).The new photobiont Ctenocladus verrucariae sp. nov. (Ulvales, Ulvophyceae) found in various lichens of the family Verrucariaceae (Eurotiomycetes), Notulae Algarum 241: 1-10 https://notulaealgarum.org/2022/index.php

Darienko T., Pröschold T. (2022). Valeriella, a new genus of terrestrial coccoid green algae previously assigned to Spongiochloris R.C. Starr (Chlorophyceae, Chlorococcaceae), Notulae Algarum 251: 1-7 https://notulaealgarum.org/2022/index.php 

Neubeschreibungen der Grünalgenart Ctenocladus verrucariae und der Grünalgengattung Valeriella.

Beide Publikationen entstanden im Rahmen des FWF Projektes Süßwasser-Ulvophyceae: Biodiversität, Ökologie und Evolution (P34416-B).

online seit 16.11.2022


Neue Publikation am ILIM (Mitarbeiter hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff members in bold):

Spanner C., Darienko T., Filker S., Sonntag B., Pröschold T. (2022). Morphological diversity and molecular phylogeny of five Paramecium bursaria (Alveolata, Ciliophora, Oligohymenophorea) syngens and the identification of their green algal endosymbionts, Scientific Reports 12: 18089, doi: 10.1038/s41598-022-22284-7

Der Paramecium bursaria-Artenkomplex ist weltweit verbreitet. In der vorliegenden Studie wurden fünf Paramecium-Linien als artgleich (syngen) bestimmt. Diese Zuordnung konnte jedoch nicht allein anhand morphologischer Merkmale erfolgen. Weitere Studien sind erforderlich, um mehr Erkenntnisse über die geografische Verbreitung des Paramecium bursaria-Artenkomplexes und seiner Endosymbionten zu gewinnen, die beide mit den in dieser Veröffentlichung vorgestellten, molekularen Werkzeugen eindeutig bestimmt werden konnten. Die Verwendung des diagnostischen PCR-Ansatzes stellte eine einfache Methode zur Identifizierung der Grünalgen-Endosymbionten dar.

Die Publikation ist mit Open Access verfügbar. Die Untersuchungen wurden vom FWF aus Mitteln des Projekts "Endosymbiontische Algen und deren Ciliaten-Wirte: Morphologie, Phylogenie, Ökologie" finanziert.


Gefährdete Kleinfischart im Mittelpunkt einer Kooperation zwischen Wissenschaft, Schule und Sportfischerei

 ElritzenILIM
Elritzenschwarm, Foto: S.K. Wanzenböck

Mit den ersten Kick-off Veranstaltungen wurde das Sparkling Science Projekt "Kleine Fische ganz groß - Biodiversität der Elritzen" im Oktober 2022 gestartet. Im Citizen Science Projekt unter der Leitung des Naturhistorischen Museums Wien, arbeiten Schüler/innen mit Wissenschafter/innen und Sportfischer/innen zusammen.

Mehr als hundert Jahre lang wurde angenommen, das nur eine Elritzenart (Phoxinus ssp.) in Europa vorkommt. Nach heutigem Wissensstand leben aber allein vier Elritzenarten in den österreichischen Gewässern, eine davon scheint eingeschleppt worden zu sein. In ganz Europa konnten durch genetische Analysen sogar 13 Arten festgestellt werden. Obwohl die Verbreitung der verschiedenen Elritzenarten in Österreich noch nicht einmal erforscht ist, ist das Vorkommen dieser Kleinfischart schon wieder stark rückläufig. 

Um den Schutz der Elritzenbestände zu sichern, muss erst untersucht werden, wo die Kleinfischart vorkommt und wo ursprüngliche Populationen zu finden sind. Neben dem wissenschaftlichen Forschungsziel des Projekts stehen die Bereiche Bildung sowie Arten- und Naturschutz im Mittelpunkt.

Für den oberösterreichischen Projektteil kooperieren Wissenschafter/innen des Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee, mit Schüler/innen der Mittelschule Mondsee und den lokalen Sportfischer/innen. In Vorträgen, Workshops und Exkursionen wird das Vorkommen der Elritze in der NATURA 2000 Region Mondsee-Attersee und am Irrsee untersucht. Durch die Entnahme von Wasserproben und die Analyse der darin vorhandenen UmweltDNA (Erbgut der Fische im Wasser z.B. aus abgestreiften Hautschuppen und Kot) kann das Vorkommen der Elritzen festgestellt werden. Die Beobachtungen und Erfahrungen der Sportfischer/innen sollen zusätzliche Informationen liefern. Durch die Veröffentlichung von wissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Publikationen und die geplante Öffentlichkeitsarbeit während des ganzen Projekts wird einem Open Science-Konzept gefolgt. Schüler/innen haben im Projekt die Möglichkeit, auf Augenhöhe mit Forscherinnen und Forschern zu arbeiten und einen Einblick in das wissenschaftliche Arbeiten zu erhalten. Sportfischer/innen können aktiv an einem für sie relevanten Projekt teilhaben, „ihr Gewässer“ aus einer neuen Perspektive kennen lernen und Ergebnisse mit den Forscher/innen diskutieren.

Projektteam OÖ: Josef Wanzenböck, Hans Rund, Sabine Wanzenböck

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online seit 27.10.2022


 Kick-off-SPSc2022  Logo SSCw

 Foto: Kick-off Veranstaltung in Mondsee, credit A. Pitt

Mit Schüler/innen entdeckte Gewässerbakterien im Fokus eines weiteren Citizen Science Projektes

Das Sparkling Science Projekt Aquirufa: Biodiversität und Ökologie von Süßwasserbakterien (Aquirufa: Biodiversity and ecology of freshwater bacteria) der Forschungsgruppe Umweltmikrobiologie ist mit einer Veranstaltung am Forschungsinstitut gestartet. Die Lehrer/innen von den sechs teilnehmenden Schulen (Salzburg, Oberndorf, Ursprung, Vöcklabruck) waren für einen Austausch beim Projektteam (Alexandra Pitt, Johanna Schmidt, Stefan Lienbacher, Projektleiter Martin Hahn) zu Gast. Ziel des Projektes ist die Erforschung der Bakteriengattung Aquirufa, die in Zusammenarbeit mit Schüler/innen entdeckt und beschrieben wurde. Neben den Schulkassen werden im Projekt weitere Citizen Scientist Gruppen mitwirken, um die Verbreitung und Ökologie der Aquirufa Arten in Gewässern zu untersuchen. Dabei sollen auch neue Arten charakterisiert und publiziert werden. Kooperationspartner sind das Haus der Natur mit seinem Bildungszentrum ‚Auenwerkstatt‘ in der Weitwörther Au sowie die Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen in Braunschweig. Das Projekt kann auf www.sparklingbacteria.com verfolgt werden.
Informations about the project in English.

 

online seit 14.10.2022


Neue Publikation mit ILIM Beteiligung:

Teubner K., Teubner I.E., Pall K., Tolotti M., Kabas W., Drexler S.-S., Waidbacher H., Dokulil M.T. (2022). Macrophyte habitat architecture and benthic-pelagic coupling: Photic habitat demand to build up large P storage capacity and bio-surface by underwater vegetation. Front. Environ. Sci. 10:901924. doi: 10.3389/fenvs.2022.901924

Makrophyten 

Makrophytenbestand, Foto: S. Wanzenböck, ILIM

Makrophyten spielen in flachen Seen eine wichtige Rolle, wenn sie größere Bestände bilden können. Dabei ist einerseits die höhe Speicherkapazität von Phosphor (Phosphorsenke) bedeutend, als auch die Bereitstellung von Lebensraum für zahlreiche Süßwasserlebewesen.
In dieser Studie an der Alten Donau (Wien) wurden die Bedingungen, die für das Wachstum und die Wiederansiedlung von maktophyten berücksichtigt werden sollten, unterscuht. Es konnte festgestellt werden, dass die Konzentration auf optimale Lichtbedingungen und nicht, wie bisher gedacht, minimale Lichtanforderungen für das Wachstum von Maktophyten wichtig ist. Die Festlegung eines Schwellenwerts zum Erreichen bestimmter Lebensraumbedingungen von mehr als 50% der Sedimentoberfläche wird als wichtiger Indikator für das Makrophytenwachstum angesehen. Die Autoren kommen zu dem Schluß, dass submerse Makrophyten - neben der benthischen und der pelagischen Zone - als dritter wichtiger Lebensraum in flachen Seen fungieren.

online sein 03.10.2022


Neuer Arbeitsbehelf publiziert, Artikel unter Mitwirkung von Mitarbeitern des ILIM/new working tool article available (staff members involved in bold):

Teubner K., Kurmayer R., Dokulil M.T. (2022). Eutrophierung, toxische Cyanobakterien am Beispiel des urbanen Donau-Altarmgewässers Alte Donau und des alpinen Mondsees. In: ÖWAV Arbeitsbehelf 52, Band 2 „Mikrobiologie und Wasser“ (Fallstudien), (eds Farnleitner et al.), 35-45, https://www.oewav.at/Publikationen?current=449629&mode=form

Im Arbeitsbehelf werden Alte Donau und Mondsee als Fallbeispiele der Gewässersanierung präsentiert. Dabei wird das wachtumlimitierende Nährelement Phosphor und dessen Reduktion z.B. im Zuge der Ringkanalisation am Mondsee, besonders hervorgehoben. Die Bewertung von Gewässerökosystemen anhand des Phytoplanktons  und der Cyanobakterien stellt einen wichtigen Faktor für Monitoring- und Managementmassnahmen dar aufgrund dessen es auch zur Restaurierung von Ökosystemen kommen kann. Der Vorteil genetischer Nachweismethoden von toxinbildenden Cyanobakterien wird als effiziente Methode diskutiert.

online seit 03.10.2022


Neue Publikation am ILIM (Mitarbeiter:innen hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff members in bold):
Olokotum M., Humbert J.-F., Quiblier C., Okello W., Semyalo R., Troussellier M., Marie B., Baumann K., Kurmayer R., Bernard C. (2022). Characterization of Potential Threats from Cyanobacterial Toxins in Lake Victoria Embayments and during Water Treatment. Toxins 14(10):664, https://doi.org/10.3390/toxins14100664

MO

Mark Olokotum bei Laboranalysen, Foto: privat

Zwei Buchten des afrikanischen Viktoria Sees (Murchinson Bay und Napoleon Gulf) wurden hinsichtlich der vorkommenden Cyanobakterienarten untersucht. Von den 46 gefundenen Arten wurden 14 als potenziell toxisch eingestuft. In der Murchison-Bay wurde eine höhere Konzentrationvon Microcystinen festgestellt als im Napoleon-Gulf. Trotz der zunehmenden Microcystinkonzentrationen ist die Wasseraufbereitungsanlage der Murchinson Bay so effektiv, dass die Richtwerte, für die Nutzung als Trinkwasser, deutlich verbessert werden konnten. Durch die Erfahrungen der Wissenschafter:innen aus den Messungen und unter Einbeziehung der Umweltfaktoren, könnte ein Frühwarnsystem installiert werden um die Gesundheitsrisiken durch toxische Cyanobakterien im Viktoriasee besser zu beherrschen. 

Die Untersuchung entstand im Rahmen der Masterarbeit von Mark Olokotum am Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee. Die Finanzierung erfolgte durch die Austrian Development Agency (ADA) im Rahmen des International Postgraduate Training in Limnology (IPGL), den FWF und den Fonds Français pour l’Environnement Mondial (FFEM), Forschungsprogramm WaSAf.

online seit 26.09.2022


PhD zum Thema Nanopartikel im Mondsee abgeschlossen

RV und Betreuer  Logo ERA-Net_SIINN

R. Vogt mit seinen PhD Betreuern J. Wanzenböck und D.K. Lamatsch, Foto: S. Wanzenböck

Mit seiner Verteidigung hat Roland Vogt gestern seine PhD mit dem Thema "Silver nanoparticles: Current exposure concentrations in a prealpine lake and their effects on survival, embryogenesis, and behavior of fish" erfolgreich abgeschlossen.

In seiner Abschlussarbeit untersuchte Roland Vogt die Exposition von Silbernanopartikeln (AgNP) des Mondsees durch die örtliche Kläranlage und die Verteilung der Nanopartikel im Mondsee. Zusätzlich zur Freilandarbeit wurden zwei Laborstudien durchgeführt, um eine Abschätzung der Gefahr durch AgNP auf Reinanken und Rotaugen in ihren Embryonalentwicklungen zu ermöglichen und die Überlebensrate in drei verschiedenen Kultivierungsmedien zu überprüfen. Außerdem wurden Verhaltensuntersuchungen bei den sensibleren Reinankenlarven in verschiedenen AgNP Konzentrationen vorgenommen.
Aufgrund der niedrigen Konzentration an gefundenen AgNP im Mondsee konnte die aktuelle Gefahr für die Fische im See als vernachlässigbar eingestuft werden. Eine Akkumulation von Silber im Bereich der Einleitungsstelle der Kläranlage zeigt jedoch, dass weitere Messungen erforderlich sind, um potentielle Langzeiteffekte durch die dauerhafte Einleitung von AgNP und Silber in den Mondsee auzuschließen.

Die Doktorarbeit wurde von den beiden Forschungsgruppenleitern  J. Wanzenböck und D.K. Lamatsch betreut und war Teil des Projekts FENOMENO (Fate and effect of waste water-borne manufactured nanomaterials in the aquatic food chain) welches im ERA NET-SIINN Programm mit EU Mitteln gefördert wurde. Als Koordinatoren waren die Universität Siegen (Deutschland, international) und die Universität Innsbruck (national) federführend, weitere Projektpartner waren das  Fraunhofer Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie (Deutschland) und die Universität Aveiro (Portugal). Außerdem wird die Doktorarbeit im Doktoratsprogramm "Alpine Biology and Global Change" an der Universität Innsbruck zugeordnet. Im Rahmen der Dissertation entstanden drei Publikationen in internationalen Fachzeitschriften.

online seit 21.09.2022


Neue Publikation am ILIM (Mitarbeiter:innen hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff members in bold):

Hahn M.W.,  Pitt A., Schmidt​ J., Koll​ U., Wolf J. Whitman W.B., Bodelier P.L.E, Neumann-Schaal M. (2022). Zwartia hollandica gen. nov., sp. nov., Jezberella montanilacus gen. nov., sp. nov. and Sheuella amnicola gen. nov., comb. nov., representing the environmental GKS98 (betIII) cluster. Int. J. Syst. Evol. Microbiol. 72:9, 1-13.  https://doi.org/10.1099/ijsem.0.005513

In dieser Publikation werden zwei Süßwasserbakterienstämme vorgestellt, die zum gemeinsamen GKS98-Cluster gehören. Nach neuer Einstufung werden die neue Gattung Zwartia gen. nov. sowie die neue Art Z. hollandica sp. nov. und die neue Gattung Jezberella gen. nov. sowie die neue Art J. montanilacus sp. nov. jeweils den Stämmen zugeordnet. Darüber hinaus werden die Neueinstufung der Art Orrella amnicola in die neue Gattung Sheuella gen. nov. vorgeschlagen. Die neuen Gattungen Zwartia, Jezberella und Sheuella bilden zusammen taxonomisch den GKS98-Cluster.

Die Genomsequenzierung wurde vom Joint Genome Institute des US-Energieministeriums, einer Nutzereinrichtung des DOE Office of Science, durchgeführt und vom Office of Science des US-Energieministeriums unterstützt.

online seit, 19.09.2022


Erfolgreicher Masterabschluss in Mondsee

 TG

T. Grossgasteiger, Foto: S. Wanzenböck

In der Forschungsgruppe von Josef Wanzenböck (Fischökologie), konnte Tobias Grossgasteiger seine Masterarbeit mit dem Titel "Untersuchung der Larvendrift von Renken (Coregonus lavaretus, LINNAEUS, 1758) von der Koppentraun in den Hallstättersee" kürzlich erfolgreich verteidigen.

In seiner Masterarbeit untersuchte T. Grossgasteiger die Drift frisch geschlüpfter Renkenlarven in der Koppentraun, dem größten Zufluss des Hallstättersees, während sieben Wochen im Frühjahr mit Hilfe von Driftnetzen und analysierte saisonale, tageszeitliche und räumliche Muster der Larvendrift. Die Besetzung mit einer definierten Menge markierter Fischlarven in die Koppentraun ermöglichte die Quanifizierung der flusslaichenden Subpopulation. Begleitend lieferten Schubnetzfänge im Hallstättersee die zeitlichen und räumlichen Verteilungsmuster der Renkenlarven.
Wir gratulieren!

online seit, 01.09.2022 


Neue Publikation am ILIM (Mitarbeiter:innen hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff members in bold):

Lukić D., Limberger R., Agatha S., Montagnes D.J.S, Weisse, T. (in press). Thermal performance of planktonic ciliates differs between marine and freshwaters: a case study providing guidance for climate change studies. Limnology and Oceanography Letters, doi: 10.1002/lol2.10264.

Lu X., Weisse T. (2022) Top-down control of planktonic ciliates by microcrustacean predators is stronger in lakes than in the ocean. Scientific Reports, 12:10501, https://doi.org/10.1038/s41598-022-14301-y .

Diese beiden frei zugänglichen (Open Access) Publikationen aus der Forschungsgruppe Weisse testen wesentliche Hypothesen des FWF-Forschungsprojektes 'Funktionelle 'Diversität planktischer Ciliaten'.  Ciliaten sind eine artenreiche Gruppe von Einzellern (Protisten), die in nahezu jedem Wasserkörper vorkommen und als Räuber von Bakterien, Algen und anderen Protisten sowie als Nahrung für das Zooplankton Schlüsselglieder in aquatischen Nahrungsnetzen darstellen. Die erste der beiden o.g. Publikationen belegt, dass sich die Ciliaten gegenüber der globalen Erwärmung im Ozean und in Seen unterschiedlich verhalten. Im Meer lebende Ciliaten sind eher an konstante Umweltbedingungen angepasst als Süßwasser-Ciiaten und reagieren weniger empfindlich auf Temperaturerhöhungen innerhalb ihres natürlichen Spektrums. Mathematische Modelle, die das Verhalten planktischer Organismen in Bezug auf die Klimaänderung analysieren, müssen diese Unterschiede berücksichtigen.

Die zweite Publikation zeigt, dass der Räuberdruck auf die Ciliaten durch verschiedene Kleinkrebse (Zooplankton) in Seen wesentlich stärker ist als im Ozean. Im Meer wird die Populationsdynamik der Ciliaten nicht durch den Räuberdruck 'von oben', sondern durch das Ressourcen-Angebot 'von unten' kontrolliert. Obwohl der Fraßdruck unterschiedlicher Gruppen von Kleinkrebsen (Daphnien ['Wasserflöhe'], calanoide und cyclopoide Copepoden ['Hüpferlinge']) in Seen ähnlich ist, bevorzugen Daphnien und cyclopoide Copepoden unterschiedlich große Ciliaten. Die Kleinkrebse strukturieren daher durch ihren selektiven Fraßdruck die Ciliatengemeinschaft. Zusammengenommen deuten die Befunde dieser beiden Publikationen an, dass sich die funktionelle Diversität planktischer Ciliaten im Meer und im Süßwasser unterscheidet. Diese Ergebnisse sind von grundsätzlicher Bedeutung für die Beurteilung der globalen aquatischen Biodiversität und das Gewässer-Management.

online seit 17.08.2022


Einladung zur virtuellen Verteidigung der Masterarbeit von T. Grossgasteiger in Mondsee

Defensio Grossgasteiger

Zur Teilnahme benutzen Sie bitte diesen Zoom-Link: https://zoom.us/j/96103448113?pwd=bDdnUWdXalJlVUdwWVpacHlONEVpQT09

online seit, 16.08.2022


Einladung zur SIL-Austria Tagung in Illmitz von 28.-30. September 2022

SIL-Austria

Aus aktuellem Anlass ist das Leitthema der diesjährigen SIL-Austria Tagung "Steppenseen unter klimatischem Wandel – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Neusiedler Sees".

Dazu findet am 29.9. die Podiumsdiskussion “Neusiedler See, Lebensader der Region, wohin geht Deine Reise?” mit Diskutant:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung, Nationalpark, Wasserwirtschaft, u.a.m. statt (deutsch).
Die restliche Tagung wird auf Englisch durchgeführt um auch Gästen aus nicht deutschsprachigen Nachbarländern die Teilnahme zu ermöglichen. Eine Exkursion und gemeinsame Essen mit Weinverkostung runden das Programm ab.

Alle Infos, Teilnahmegebühren und Formulare sind auf der SIL-Austria Webseite abrufbar https://www.sil-austria.at/
Bitte melden Sie Ihre Teilnahme sowie Präsentationen (Titel, Autoren, Abstract) mit dem Formular „Registration“ bis Sonntag 4. September 2022 an!

online seit 02.08.2022


Neue Publikation am ILIM (Mitarbeiter:innen hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff members in bold):
Entfellner E., Li R
., Jiang Y., Ru J., Blom J., Deng L., Kurmayer R. (2022). Toxic/bioactive peptide synthesis genes rearranged by insertion sequence elements among the bloom-forming cyanobacteria Planktothrix. Front Microbiol doi:10.3389/fmicb.2022.901762

Die Mikroevolution der blütenbildenden Cyanobakterien Planktothrix spp. ist mit einer erheblichen Variation der Chromosomengröße verbunden. Diese Variation der Chromosomengröße, die sich über fast 2.000 kbp erstreckt, wurde nur zu einem geringen Teil durch Genduplikation von IS-Elementen (Insertionssequenzelementen) oder anderen Genen verursacht, während Gendeletionen und HGT-Ereignisse (horizontaler Gentransfer) mehr als achtzig Prozent ausmachten. Bisher wurde angenommen angenommen, dass mobile Elemente genomische Umstrukturierungen bewirken und die Verteilung und Funktionalität der Synthesewege für toxische/bioaktive Peptide in Mikroben beeinflussen können. In dieser Studie wurde eine eingehende genomische Analyse durchgeführt in der die Genome von 13 phylogenetisch unterschiedlichen Stämmen der blütenbildenden Süßwasser-Cyanobakterien Planktothrix spp. vervollständigt wurden, um die Rolle von IS in sieben Synthesewegen zu untersuchen.

Die Studie wurde durch den Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) finanziert und das Office of China Postdoc Council, das China Scholarship Council sowie das Helmholtz Zentrum München (HMGU) unterstützt. E. Entfellner konnte diese Open Access-Publikation im Rahmen des Doktorandenprogramm der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) für ihre PhD-Arbeit erstellen.

online seit 02.08.2022


Neue Publikation am ILIM (Mitarbeiter:innen hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff members in bold):

Vogt R., Hartmann S., Kunze J., Jupke J.F., Steinhoff B., Schönherr H., Kuhnert K.-D., Witte K., Lamatsch D. K. Wanzenböck J. (2022). Silver nanoparticles adversely affect the swimming behavior of European Whitefish (Coregonus lavaretus) larvae within the low µg/L range, Journal of Toxicology and Environmental Health, Part A, 85:21, 867-880. doi. 10.1080/15287394.2022.2102099

light experiments-FENOMENO 

R. Vogt und J. Kunze bei den Experimenten im Projekt FENOMENO, Foto: S. Wanzenböck

Um die Auswirkungen von Silbernanopartikeln (AgNPs; Speziation: NM-300 K) im Labor auf das Verhalten von Fischlarven (Coregonus lavaretus) zu untersuchen, wurden die Fische abwechselnden Licht- und Dunkelphasen und AgNP in nominalen Konzentrationen von 0 bis 405 µg/L ausgesetzt.  Die Exposition gegenüber 45 µg/L AgNPs führte signifikant zu hyperaktiven Reaktionsmustern der Fische. Bereits bei 5 µg/L AgNPs wurden einige Verhaltenseffekte festgestellt, es sind aber weitere Untersuchungen erforderlich um deren ökologische Relevanz zu bewerten. Die Kombination von verallgemeinerten linearen gemischten Modellen mit Verhaltensuntersuchungen wurde als zielführend angesehen, um negative Auswirkungen auf aquatische Organismen zu erkennen, die mit toxikologischen Standardtests übersehen werden könnten.

Die Publikation ist Teil der PhD-Arbeit von R. Vogt, die Untersuchung wurde im FP7 ERA-Net SIINN Projekt FENOMENO finanziert.

online seit 27.07.2022


Neue Publikation am ILIM (Mitarbeiter hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff member in bold):

Seppälä O., Yohannes E., Salo T. (2022). Condition-dependent immune function in a freshwater snail revealed by stable isotopes. Freshwater Biology 67: 1287–1297. https://doi.org/10.1111/fwb.13917

Lyminea-Seppaelae

Spitzschlammschnecken, Foto: O. Seppälä

In dieser Studie wurde der Zusammenhang zwischen der Resistenz von Süßwasserschnecken (Lymnaea stagnalis) gegenüber ihren Parasiten und ihrem Ernährungszustand untersucht. Da experimentelle Daten aus Laboruntersuchungen aufgrund verschiedener Ressourcen für den Wirt nur schwer mit jenen von natürlichen Populationen verglichen werden können, wurde die Schneckenhämolymphe von Wildfängen untersucht. Dabei wurde die Ressourcennutzung der letzten Tage im Freiland aus dem Kot und dem Gewebe der Schnecken mittels Messung der Isotopenzusammensetzung gemessen. Es zeigte sich, dass die  Parasitenresistenz der Schnecken, durch die Bildung von bestimmten Enzymen in der Hämolymphe, unmittelbar von der Verfügbarkeit bestimmter Nahrung abhängig ist und sich rasch ändern kann. Die Autoren fanden heraus, dass die  Umweltvariationen das Ergebnis von Wirt-Parasit-Interaktionen auf feinen räumlichen und zeitlichen Skalen beeinflussen.

online seit 26.07.2022


Neue Publikation am ILIM (Mitarbeiter:in hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff members in bold):
Sommer F., Sonntag B., Rastl N., Summerer M., Tartarotti B. (2022). Ciliates in man-made mountain reservoirs. Front. Environ. Sci. 10:903095. https://doi.org/10.3389/fenvs.2022.903095

 Rimostrombidium
Rimostrombidium sp. war eine der in den Speicherseen gefundenen Ciliatenarten, Foto: B. Sonntag

In dieser Studie wurden erstmals die Artenzusammensetzung, Häufigkeit und Artmerkmale von Ciliaten (Wimpertierchen) in elf künstlich angelegten Beschneiungs-Seen in den Tiroler Alpen untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass die Abundanz der Ciliatenarten signifikant durch den pH-Wert, die Nährstoffe, die Wassertransparenz sowie potenzielle Räuber (Planktonkrebse) beeinflusst wurde. Während planktische Ciliaten die Seen dominierten, wurden mixotrophe Arten, die in natürlichen alpinen Seen häufig anzutreffen sind, nur selten beobachtet. In diesen sich schnell verändernden Systemen scheinen lokale Faktoren wichtiger zu sein als regionale.

Die Publikation ist im Rahmen der MSc-Arbeit von F. Sommer entstanden. Die Finanzierung der Studie erfolgte aus Mitteln der Swarovski Science Foundation und im Rahmen der beiden FWF-Projekte I2238-B25 und P28333-B25.

online seit 25.07.2022


Leben im See - Junge Uni Innsbruck am Mondsee

Junge Uni Mondsee-2022 logo-junge-uni

Kinder mikroskopierten Planktonorganismen aus dem Mondsee, Foto: S. Wanzenböck

Unter dem Titel "Leben im See - eine Entdeckungsreise mit dem Mikroskop" fand gestern bereits der vierte der sechs Junge Uni Workshops 2022 am Forschungsinstitut für Limnologie in Mondsee statt.  Davon wurde ein Termin im Rahmen der Junge Uni OÖ veranstaltet, die restlichen Termine werden im Rahmen der Jungen Uni Innsbruck durchgeführt.
Forschungsgruppenleiterin Bettina Sonntag unternahm gestern mit den Jungforscher:innen einen Ausflug in die Welt der mikroskopisch kleinen Lebenwesen, die vor unserer Haustür in den Gewässern leben. Dabei bekam sie tatkräftige Unterstützung von Korbinian Putz, der in der Forschungsgruppe gerade sein Praktikum absolviert.

Junge Uni 2022 in Mondsee

online seit 22.07.2022


Neue Publikation am ILIM (Mitarbeiterin hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff member in bold):

Kuhl H., Du K., Schartl M., Kalous L., Stöck M., Lamatsch D.K. (2022). Equilibrated evolution of the mixed auto-/allopolyploid haplotype-resolved genome of the invasive hexaploid Prussian carp. Nat Commun 13: 4092 https://doi.org/10.1038/s41467-022-31515-w  

Giebel

Giebel, Foto: D. Lamatsch

Warum der Giebel so erfolgreich ist, liegt in den Genen

Der Giebel (Carassius gibelio) gilt als eine der erfolgreichsten invasiven Fischarten Europas. Seine Fähigkeit zur ungeschlechtlichen Vermehrung ermöglicht ihm viele Vorteile gegenüber anderen Fischarten im gleichen Lebensraum. Nun hat ein internationales Forscherteam, unter der Leitung einer Wissenschaftlerin der Universität Innsbruck, erstmals das Genom des Giebels beschrieben und dabei jenen Mechanismus entdeckt, der zur Unisexualität des Giebels geführt hat.

Als Genom bezeichnet man die gesamte vererbbare Information eines Organismus. Es ist in verschiedene Chromosomensätze aufgeteilt: Menschen gehören zu den Organismen, die einen doppelten (diploiden) Chromosomensatz mit 46 Chromosomen haben. Für die geschlechtliche Fortpflanzung werden bei der Frau und beim Mann in den Keimzellen die Chromosomen aufgeteilt (Meiose) und jeweils nur ein einfacher (haploider) Chromosomensatz weitergegeben. Durch die Verschmelzung von haploider Eizelle und haploidem Spermium entsteht wieder ein diploider Organismus.

Ursprung der Unisexualität

Allerdings entstehen auch immer wieder Organismen, die mehr als 2 Chromosomensätze haben und als polyploid bezeichnet werden. Während bei höheren Wirbeltieren diese nicht lebensfähig sind, tolerieren Fische und Amphibien, mehrere Chromosomensätze, wodurch sogar neue Arten entstehen können. Polyploide Arten können durch Unfälle bei der Meiose (Autopolyploidie) oder durch Kreuzung (Allopolyploidie) entstehen.

„Wir nehmen an, dass es bei Allopolyploidie zu Problemen bei der Bildung der Keimzellen gekommen ist, was einer der Auslöser von unisexueller, also rein weiblicher Vermehrung sein könnte!“, sagt Dunja Lamatsch, Wissenschaftlerin am Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee, die die Studie initiiert und geleitet hat. Die Untersuchung der Mechanismen der unisexuellen Fortpflanzung bei aquatischen Lebewesen ist der Hauptforschungsbereich von Dunja Lamatsch. „Bei diesen Arten fällt die Meiose aus und ein Verschmelzen der Keimzellen ist nicht mehr nötig. Eines dieser Beispiele ist der Giebel.“

Ohne Männer geht es nicht

Der aus Asien eingeschleppte invasive, hexaploide Giebel (Carassius gibelio) teilt sich mit der gefährdeten, heimischen Karausche (Carassius carassius) den gleichen Lebensraum. Er ist ein Verwandter des Goldfisches (Carassius auratus). Während sich Goldfisch und Karausche natürlicherweise nur sexuell fortpflanzen können, hat der Giebel einen weiteren evolutiven Schritt gemacht. Giebelweibchen mit 6 Chromosomensätzen nutzen Spermien des Karauschen-Männchens, oder anderer karpfenartiger Fische im Gewässer, um die eigene Eizelle zur Teilung anzuregen. Das Erbmaterial des Männchens wird allerdings bei der Fortpflanzung wieder aus der Eizelle entfernt, man spricht von einer spermienabhängigen Parthenogenese (Jungfernzeugung). Alle so produzierten Nachkommen sind weibliche Klone des Giebelweibchens. „Die unisexuelle Fortpflanzung ermöglicht standortfremden Organismen einen Vorteil gegenüber den ursprünglich vorkommenden Konkurrenten. Sie können neue Lebensräume ohne zeitintensive Partnersuche rascher besiedeln, “ erklärt Dunja Lamatsch.

Grafik-Kuhl et al 2022 

Entwicklungsgeschichte des Giebels und der verwandten Arten. Das Genom des Giebels (CarGib) weist – wie der Goldfisch (CarAur) und der Karpfen (CypCar) – vier Chromosomensätze auf (Aa / Ab und Ba / Bb) auf, die allopolyploid entstanden sind (daher die verschiedenen Farben blau und grün). Erst durch Hinzufügen von weiteren zwei Chromosomensätzen (Ac und Bc) eines nahen Verwandten Fisches (AcBc) konnte der Giebel unisexuell werden. Die anderen Fische sind diploide Vergleichsfische.

Geschlechtsbestimmendes Gen trotz Unisexualität

Um die Genomentwicklung von polyploiden Organismen zu verstehen, muss ihr Genom in sog. Haplotypen zerlegt werden, also in die einzelnen Chromosomensätze. Gemeinsam mit Forschergruppen des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin (IGB) und der Universität Würzburg gelang es nun erstmals das Genom eines hexaploiden Tieres zu beschreiben und damit alle 6 Chromosomensätze zu unterscheiden. Die Analysen geben Aufschluss darüber, wie 6 Chromosomensätze nebeneinander existieren und zusammenarbeiten können.

Obwohl es bei dieser Giebelpopulation im Regelfall nur Weibchen gibt, konnten die Wissenschaftler trotzdem einen Hinweis auf ein funktionales geschlechtsbestimmendes Gen finden. Dieses Gen ähnelt interessanter Weise jenem des Goldfisches. Die Zusammenstellung aller 150 Chromosomen des Giebels ermöglichte es zum ersten Mal die gesamte Genomstruktur, Phylogenie und Ploidie-Geschichte zu verstehen und eröffnet spannende weiterführende Forschungsansätze.

Medienbericht der Universität Innsbruck (deutsch)

Medienbericht der Universität Innsbruck (englisch)

Pressemeldung IGB

Einige Presseartikel in den Medien:

EurekAlert!

derStandard

Wiener Zeitung

APA-Austria Presseagentur

ORF Tirol

 

online, seit 14.07.2022 ergänzt 20.07.2022


Kinderuni OÖ am Mondsee

Kinderuni-OOE Kinderuni OOE-Logo
Kinderuni OÖ am Mondsee, Foto: S. Wanzenböck

Neben den heuer noch geplanten 5 Junge Uni Innsbruck Termine, die in den Sommerferien am Forschungsinstitut für Limnologie in Mondsee stattfinden werden, wurde gestern ein Kinderuni OÖ Workshop in Mondsee durchgeführt. Die Kinder wurden direkt am Ufer des Mondsees als Forschende aktiv und konnten unter fachlicher Anleitung selbst Proben gewinnen. Spannende Einblicke in die mikroskopische Welt des Planktons gab es im Anschluß im Übungslabor des Forschungsinstituts. Als weiteres highlight waren die Kinder auf der Spur der Erbsubstanz. Durch altersgerechte, pädagogische Methoden wurden der Aufbau und die Gewinnung von DNA vermittelt.

Es gibt nur noch wenige freie Plätze für die folgenden Junge Uni Terminen am Mondsee, bitte rasch anmelden:

19.07. Leben im See - eine Entdeckungsreise mit dem Mikroskop 13-15:30 Uhr 
21,07. Leben im See - eine Entdeckungsreise mit dem Mikroskop 13-15:30 Uhr
09.08. CSI Natur - der Erbsubstanz auf der Spur 13-15 Uhr

Anmeldung über das Tourismusbüro Mondseeland 06232/2270 oder info@mondsee.at.

Übersicht über die Junge Uni Workshops am Mondsee 2022

online seit 13.07.2022


Antrittsvorlesung von Institutsleiter Otto Seppälä an der Universität Innsbruck, Fakultät für Biologie

OS

Otto Seppälä im Labor, Foto: S. Wanzenböck

Am 24.06.2022 hielt Otto Seppälä, Professor für Aquatische Evolutionsökologie und Leiter des Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee, im Rahmen eines akademischen Festaktes, gemeinsam mit fünf anderen neuen Professor:innen seine Antrittsvorlesung an der Universität Innsbruck.

Kurzfassung des Vortrages:

Parasiten bedrohen alle freilebenden Organismen. Das Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Wirten und Parasiten in der Natur (z. B. Epidemien) erfordert die Fähigkeit, die Evolution der Immunmerkmale von Wirten vorherzusagen. Die Forschung zur Immunfunktion wird typischerweise in Molekulare Immunologie/Immungenetik und Ökoimmunologie unterteilt. Molekulare
Immunologie/Immungenetik-Studien bieten ein mechanistisches Verständnis der Immunität, aber ihre ökologische Relevanz ist aufgrund sehr kontrollierter Experimente oft gering. Ökoimmunologische Studien untersuchen hingegen die Immunfunktion unter natürlicheren Kontexten (d. h. genetische Variation bei Wirten, variable Umweltbedingungen). Jedoch beleuchten sie normalerweise nur einen Bruchteil der Komplexität des Immunsystems. Das Ziel meiner Forschung ist Aspekte der Ökoimmunologie, Immungenetik und Feldbiologie zu kombinieren, um die evolutionsökologische Forschung zur Immunität zu stärken. In meiner Antrittsvorlesung präsentiere ich die aktuelle Arbeiten meiner Forschungsgruppe zu zwei wichtigen Komponenten der adaptiven Evolution der Immunaktivität. Diese sind die natürliche Selektion und die genetischen Variation (d. h. Vererbbarkeit) von Immunmerkmalen in natürlichen Wirtspopulationen.

Im Rahmen seines laufenden FWF-Projektes "Evolutionary adaptation to heatwaves in an aquatic grazer" betreut Otto Seppälä aktuell einen Doktoranden am Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee, und ist in die Lehre der Universität Innsbruck eingebunden. 

Flyer der Veranstaltung

online seit, 28.06.2022


Neue Publikation am ILIM (Mitarbeiter:innen hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff members in bold):

Hahn M.W., Pitt A., Schmidt J., Camacho A. (2022). Fourteen new Polynucleobacter species: P. brandtiae sp. nov., P. kasalickyi sp. nov., P. antarcticus sp. nov., P. arcticus sp. nov., P. tropicus sp. nov., P. bastaniensis sp. nov., P. corsicus sp. nov., P. finlandensis sp. nov., P. ibericus sp. nov., P. hallstattensis sp. nov., P. alcilacus sp. nov., P. nymphae sp. nov., P. paludilacus sp. nov. and P. parvulilacunae sp. nov. Int. J. Syst. Evol. Microbiol. 72(6):005408. https://doi.org/10.1099/ijsem.0.005408

Die Autoren untersuchten vierzehn Bakterienstämme, die alle von der Oberfläche von Süßwasserhabitaten isoliert wurden. Diese Stämme wurden genomisch, phylogenetisch und phänotypisch charakterisiert. Obwohl sie von geografisch und klimatisch weit verstreuten Standorten stammten (von der Antarktis über Ostafrika und Europa bis nach Skandinvien), zeigten die phylogenomischen Analysen, dass alle vierzehn Stämme der Gattung Polynucleobacter (Burkholderiaceae, Pseudomonadota) zuzuordnen sind.

online seit 27.06.2022


Neue Publikation am ILIM (Mitarbeiter:innen hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff members in bold):

Tesson S.V.M., Pröschold, T. (2022). Description of Limnomonas gen. nov., L. gaiensis sp. nov. and L. spitsbergensis sp. nov. (Chlamydomonadales, Chlorophyta). Diversity 14: 481. https://doi.org/10.3390/d14060481

Die Autoren beschreiben in dieser Publikation zwei neue Chlamydomonas-ähnliche Arten. Eine davon konnte in eutrophen und pH-neutralen bis basischen Gewässern in Schweden und England gefunden werden, die andere, die bisher Chlamydomonas cf. proboscigera zugeordnet wurde, konnte auf Schnee in Norwegen gesammelt werden. Mit Hilfe von SSU rDNA-Sequenzanalysen bildeten diese beiden Arten eine gut unterstützte Gruppe. Darüber hinaus bestätigten ITS-2-Sekundärstrukturanalysen die sexuelle Inkompatibilität zwischen diesen biologischen Arten. In Anbetracht dieser Ergebnisse schlagen die Autoren eine neue Gattung Limnomonas mit den beiden Arten L. gaiensis und L. spitsbergensis vor.

online seit, 20.06.2022


Verleihung des zweiten und dritten Preises der Langen Nacht der Forschung 2022 Mondsee

Uebergabe Preise LNF 2022

Die Preisträgerinnen mit Sabine Wanzenböck (links) vom Forschungsinstitut für
Limnologie, Mondsee, die die Lange Nacht der Forschung am Institut organisiert hat
Foto: J. Wanzenböck, ILIM

Heute konnten die beiden weiteren Preise von unserem Gewinnspiel am 20.05.2022 bei der Langen Nacht der Forschung 2022 in Mondsee überreicht werden. Ein GEOlino USB Mikroskop ging an Helena S. aus Herzogenburg und das Fachbuch "Was lebt in Tümpel, Bach und Weiher" mit einer Becherlupe erhielt Mara P. aus Mondsee. Die Preise wurden von der Universität Innsbruck zur Verfügung gestellt.

Wir gratulieren den Gewinnerinen sehr herzlich und wünschen viel Spaß mit den Preisen.

Helena wird auch bei unserer Jungen Uni  im Sommer dabei sein, die heuer wieder in den Ferien am Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee, stattfinden wird. In den diesjährigen Workshops können Mikroorganismen genau untersucht werden ("Superstarke Mikroorganismen" am 14.07.2022) und spannende Experimente durchgeführt werden. Wir entdecken mit euch das Seeplankton und beobachten die winzigen Lebewesen unter dem Mikroskop ("Leben im See - eine Entdeckungsreise mit dem Mikroskop" am 19.07. und am 21.07.) und erforschen mit euch die Erbsubstanz (DNA) im Labor ("CSI Natur-der Erbsubstanz auf der Spur" am 09.08. zwei Termine).

Junge Uni am Mondsee 2022

online seit 15.06.2022


Neue Publikation am ILIM (Mitarbeiter:innen hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff members in bold):
Lukić D., Limberger R., Agatha, S. Montagnes D.J.S,  Weisse, T. (in press). Thermal performance of planktonic ciliates differs between marine and freshwaters: a case study providing guidance for climate change studies. Limnology and Oceanography Letters, doi: 10.1002/lol2.10264.

Lu, X. & Weisse, T. (2022) Top-down control of planktonic ciliates by microcrustacean predators is stronger in lakes than in the ocean. Scientific Reports, doi: 10.1038/s41598-022-14301-y.

Diese beiden frei zugänglichen (Open Access) Publikationen aus der Forschungsgruppe Weisse testen wesentliche Hypothesen des FWF-Forschungsprojektes 'Funktionelle 'Diversität planktischer Ciliaten'. Ciliaten sind eine artenreiche Gruppe von Einzellern (Protisten), die in nahezu jedem Wasserkörper vorkommen und als Räuber von Bakterien, Algen und anderen Protisten sowie als Nahrung für das Zooplankton Schlüsselglieder in aquatischen Nahrungsnetzen darstellen. Die erste der beiden o.g. Publikationen belegt, dass sich die Ciliaten gegenüber der globalen Erwärmung im Ozean und in Seen unterschiedlich verhalten. Im Meer lebende Ciliaten sind eher an konstante Umweltbedingungen angepasst als Süßwasser-Ciiaten und reagieren weniger empfindlich auf Temperaturerhöhungen innerhalb ihres natürlichen Spektrums. Mathematische Modelle, die das Verhalten planktischer Organismen in Bezug auf die Klimaänderung analysieren, müssen diese Unterschiede berücksichtigen.
Die zweite Publikation zeigt, dass der Räuberdruck auf die Ciliaten durch verschiedene Kleinkrebse (Zooplankton) in Seen wesentlich stärker ist als im Ozean. Im Meer wird die Populationsdynamik der Ciliaten nicht durch den Räuberdruck 'von oben', sondern durch das Ressourcen-Angebot 'von unten' kontrolliert. Obwohl der Fraßdruck unterschiedlicher Gruppen von Kleinkrebsen (Daphnien ['Wasserflöhe'], calanoide und cyclopoide Copepoden ['Hüpferlinge']) in Seen ähnlich ist, bevorzugen Daphnien und cyclopoide Copepoden unterschiedlich große Ciliaten. Die Kleinkrebse strukturieren daher durch ihren selektiven Fraßdruck die Ciliatengemeinschaft. Zusammengenommen deuten die Befunde dieser beiden Publikationen an, dass sich die funktionelle Diversität planktischer Ciliaten im Meer und im Süßwasser unterscheidet. Diese Ergebnisse sind von grundsätzlicher Bedeutung für die Beurteilung der globalen aquatischen Biodiversität und das Gewässer-Management.

 


Neue Publikation am ILIM (MitarbeiterInnen hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff members in bold):

Zangl L, Schäffer S, Daill D, Friedrich T, Gessl W, Mladinić M., Sturmbauer C., Wanzenböck J., Weiss S.J., Koblmüller S. (2022). A comprehensive DNA barcode inventory of Austria’s fish species. PLOS ONE 17(6): e0268694. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0268694

Für die aktuell mehr als 80 in Österreich vorkommenden Fischarten wurde eine aktuelle und umfassende genetische Referenzdatenbank auf der Basis von DNA-Barcoding erstellt. Der insgesamt hohe Identifizierungserfolg und die klare genetische Trennung der meisten Arten bestätigt die Anwendbarkeit und Genauigkeit genetischer Methoden für die Bioüberwachung. Darüber hinaus zeigen die neuen DNA-Barcoding-Daten Fälle von taxonomischer Unsicherheit auf, die noch genauer untersucht werden müssen, um die genetischen Abstammungslinien und ihre lokalen Verbreitungsgebiete in einer neuen nationalen Roten Liste genauer zusammenzustellen.

Finanzielle Unterstützung wurde vom österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft im Rahmen des ABOL-Pilotprojekts (Austrian Barcode of Life) über Wirbeltiere und eines ABOL-assoziierten Projekts im Rahmen des Hochschulraum-Strukturmittel-Fonds gewährt. Die Veröffentlichung ist als Open Access Publikation verfügbar.


Neue Publikation am ILIM (MitarbeiterInnen hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff members in bold):

Kurmayer R., Luger M., Blatterer H. (2022). Auftreten von roten Cyanobakterien-Blüten in den Alpenseen am Beispiel des Mondsees gestern und heute, Österreichs Fischerei 75: 139-153.

Planktothrix
Cyanobakterie, Foto: R. Kurmayer

Die Publikation gibt einen Überblick über die Entstehung der roten Cyanobakterienblüten (Blaualgen) in den Alpenseen und die historische und aktuelle Entwicklung der Burgunderblutalge am Mondsee. Die Autoren gehen auf die Ursachen von Cyanobakterienblüten ein und zeigen auf, welche Einflüsse das Massenaufkommen beeinflussen können. Zum Abschluss werden Empfehlungen zur Eindämmung künftiger Cyanobakterienblüten gegeben.

Die Publikation greift auf eine Langzeitdatenserie aus zahlreichen Projekten zurück, die am Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee, erhoben wurden. Weiters fließen Daten aus den Messreihen im Zuge der Gewässerzustandsüberwachungsverordnung (GZÜV) und meteorologische Daten der ZAMG in die Arbeit ein.


Neue Publikation am ILIM (MitarbeiterInnen hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff members in bold):

Pitt A., Koll U., Schmidt J., Neumann-.Schaal M., Wolf J., Krausz S., Hahn M. W. (2022). Aquirufa lenticrescens sp. nov. and Aquirufa aurantiipilula sp. nov.: two new species of a lineage of widespread freshwater bacteria. Arch Microbiol 204: 356, https://doi.org/10.1007/s00203-022-02950-6

Sparkling Bakteria-Y Pitt

Foto: Y. Pitt

Im Rahmen des Sparkling Science Projekts "Verborgene Welt der Bakterien", in der Forschungsgruppe von Martin Hahn, wurden zwei Bakterienstämme aus Kleingewässern in der Nähe von Salzburg isoliert und als neue Arten bestimmt. Die Open Access Publikation ist ein Ergebnis dieses Projekts SPA 06/065. Im Projekt konnten 13 Schüler:innen Praktika am Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee mit Finanzierung des Förderprogramms FFG Talente absolvieren.


Hauptpreis bei der Langen Nacht der Forschung 2022 Mondsee

Gewinnspiel
Foto: J. Wanzenböck, ILIM

Riesengroß war die Freude bei der Übergabe unseres Hauptgewinnes bei der Langen Nacht der Forschung 2022 am Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee. Sabine Wanzenböck überreichte der glücklichen Gewinnerin Monica G. ein Forschungsmikroskop, mit der sie selbst das Leben im Wassertropfen untersuchen kann. Die Gewinnerinnen der beiden weiteren Preise wurden schon ermittelt und kontaktiert. Die Übergabe erfolgt nach Wunsch zu einem späteren Zeitpunkt.

Wir gratulieren sehr herzlich!

online seit 09.06.2022


Wieder großes Interesse bei der Langen Nacht der Forschung in Mondsee 2022

MikroskopieUWITEC

SchwimmblaseBAW

 

Fotos: S. Wanzenböck

Zum zweiten Mal fand die Lange Nacht der Forschung auch in Mondsee statt. Nach dem großen Erfolg im Jahr 2018 konnten sich Besucher:innen auch am 20.05.2022 wieder über die spannende Inhalte zur Gewässer- und Evolutionsforschung, sowie Pfahlbau, Klimawandel, Naturschutz, Artenschutz und Probenahmetechnik am Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee, der Universität Innsbruck informieren. 20 Stationen und Vorträge wurden für Besucher:innen aller Altersklassen präsentiert. In Mondsee wurden 1200 Personen an 6 Standorten registriert, am Forschungsinstitut alleine 450 Gäste. Der niedrige Alterschnitt lässt auf eine erfolgreiche nächste Lange Nacht der Forschung hoffen, viele Familien mit Kindern interessierten sich für Wissenschaft, Forschung und Technologie. Aber auch die Gruppe der interessierten Senioren war vertreten und kam oft mit bereits vorgeplanten Programm zum Event.

An zwei Stationen wurden, im Rahmen des vom Forschungsinstitut geleiteten FFG Talente regional Projekts geniALGE, von Schüler:innen des BORG Strasswalchen und der HBLA Ursprung in Form von peer-learning betreut. An vier hauseigenen Stationen winkte in einem Gewinnspiel als Hauptpreis ein Mikroskop. Das Bundesamt für Wasserwirtschaft bot Fahrten mit dem Forschungsboot an und erklärte das wissenschaftliche Echolot, das WILDLive! Mobil der Österreichischen Bundesforste mit zahlreichen Wasservögeln und einem Biber zum Angreifen war ebenso Publikumsmagnet wie die stündliche Fischsektion, die Fahrt mit der ferngesteuerten Probeplattform der Firma UWITEC, die Führung durch die Aquarienräume und die Station zur Gewinnung der Erbsubstanz. Zahlreiche Fachvorträge ergänzten das abwechslungsreiche Programm.

Fotogalerie Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee

Fotogalerie @Inge Streif/cityfoto

Video ML24

online seit 23.05.2022


Neue Publikation am ILIM (Mitarbeiterin hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff member in bold):

Szabó, B., Szabó, A., Vad, C. F., Boros, E., Lukić, D., Ptacnik, R., Márton, Z., Horváth, Z. (2022). Microbial stowaways: Waterbirds as dispersal vectors of aquatic pro- and microeukaryotic communities. Journal of Biogeography, 00, 1–13. https://doi.org/10.1111/jbi.14381
Haubentaucher
Haubentaucher am Nest, Foto: S. Wanzenböck
 
Obwohl Wasservögel wichtige Überträger mikrobieller Organismen, darstellen, wurde ihre potenzielle Rolle bei der Ausbreitung mikrobieller, aquatischer Gemeinschaften bisher nicht untersucht. In dieser Studie wurde der Fokus auf die Endozoochorie von Prokaryoten und einzelligen Mikroeukaryoten durch Wasservögel mittels DNA-Metabarcoding gelegt. Als Unterscuhungsgebiet wurden temporäre Salzwasserbecken in Österreich und Ungarn ausgewählt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Wasservögel eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der ökologischen Verbindung zwischen aquatischen Lebensräumen auf der Ebene der mikrobiellen Gemeinschaften spielen.
 
online seit 13.05.2022

 


Mondsee erwartet Sie zur Langen Nacht der Forschung am 20. Mai 2022

Logo LNF-2022ILIM

 

Nach der Langen Nacht der Forschung 2018 öffnen Einrichtungen und Firmen in Mondsee am 20.05.2022 zum zweiten Mal ihre Türen um die Bevölkerung zu spannenden Forschungsstationen und Events einzuladen. An 6 Standorten und 45 Stationen können Besucher:innen aller Altersklassen an Mitmachstationen, Workshops, Vorträgen und Führungen teilnehmen. Dabei gibt es interessante Inhalte zur aktuellen Forschung, Technik und Innovation zu erkunden.

Das Forschungsinstitut für Limnologie der Universität Innsbruck, das Pfahlbau- und Klostermuseum Mondsee, die BWT und der Reinhaltungsverband Mondseeland sind wieder mit an Bord. Heuer erweitern das Technologiezentrum Mondseeland und die Franztaler Heimatstube das umfangreiche Programm. Dazu werden über den ganzen Abend zahlreiche informative Vorträge angeboten.

Bitte beachten Sie, dass am Forschungsinstitut nicht geparkt werden kann und nutzen Sie die Parkmöglichkeiten in der Umgebung! Ein kostenloser Shuttlebus bringt Sie bequem von einem Standort zum nächsten. BUSPLAN

Am Forschungsinstitut für Limnologie werden an vier gekennzeichneten Gewinnspielstationen je 2 Buchstaben bekanntgegeben. Alle acht Buchstaben ergeben einen Begriff, der mit unserer Forschung zu tun hat! Gewinnkarten liegen im Eingangsbereich beim Infopoint auf. Lösungswort auf die Gewinnkarte schreiben, Kontaktdaten ausfüllen und in die Gewinnbox einwerfen! Viel Glück!

Unsere Gewinne sind:

1. Preis Bresser Forschungsmikroskop
2. Preis GEOlino digitales Mikroskop
3. Preis Bestimmungsbuch "Was lebt in Tümpel, Bach und Weiher?" + Becherlupe
 

Stellen Sie Ihren persönlichen Besucherplan für einen abwechslungsreichen Abend am Freitag, dem 20. Mai 2022 zwischen 17 und 23 Uhr zusammen.

Stationen am Forschungsinstitut:

# Können unsere Süßwasserschnecken auch von Parasiten befallen werden? Gewinnspielstation!

# Miniaturen der Natur - Was sind Coleps, Haematococcus und Brachionus? Gewinnspielstation!

# Was kann uns DNA über die Evolution von Fischen erzählen? Gewinnspielstation!

# Welchen Einfluss hat der Klimawandel auf Gebirgsseen? Gewinnspielstation!

# Fische in Oberösterreich - welche Arten kennen Sie?

# Wie funktioniert die Probenahme im Freiland?

# Woran arbeiten Wissenschafter:innen am Forschungsinstitut für Limnologie in Mondsee? (Vortrag)

# Wozu haben Fische eine Schwimmblase und wie kann sie für die Forschung eingesetzt werden?

# Kinderstation Spürnasenecke: Alles schwimmt, schwimmt alles?

# Echolot - Wieviele Fische gibt es im Mondsee und in anderen österreichischen Seen?

# Womit und wie fördert man Wasser und Sedimentproben aus stehenden und fließenden Gewässern?

# Wie lebten die Menschen zur Zeit der Pfahlbauten am See?

# Forschungsprojekt geniALGE: Wie wirkt sich eine Temperaturerhöhung auf die Sauerstoffproduktion in Gewässern aus?

# Forschungsprojekt geniALGE: Wie funktioniert ein Algenreaktor?

# Welche fliegenden Fischer, tauchende Baumfäller und Bäume mit nassen Füßen gibt es am Mondsee? 

# Wie gut sind wir auf Naturgefahren im Angesicht des Klimawandels vorbereitet? (Vortrag)

# Wie lebten die Menschen zur Zeit der Pfahlbauten am See? (Vortrag)

# Wo kommen all die Fische her? (Vortrag)

# Klimakrise - Wie gelingt es, eine lebenswerte Zukunft zu schaffen? (Vortrag)

# Interessiert an Naturwissenschaften - Welche Schule passt für mich? (Vortrag)


Standort Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee, der Universität Innsbruck

Alle Stationen in Mondsee

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!


online seit, 13.05.2022

 


Seminarvortrag am Mondsee

LGovaert

Foto: Lynn Govaert (rechts) mit dem einladenden Wissenschaftler Thomas Scheuerl vom Forschungsinstitut ,
credit: S. Wanzenböck

Gestern hielt unser Seminargast Lynn Govaert, vom IGB Berlin, den Vortrag "Eco-evolutionary dynamics - towards a multi-species perspective" über ihre aktuelle Forschung auf dem Gebiet der ökoevolutionären Dynamik. Lynn verbindet dabei die Entwicklung konzeptioneller und methodischer Rahmenbedingungen mit theoretischer Modellierung und experimentellen Ansätzen unter Verwendung von Süßwassermikroorganismen als experimentellem Modellsystem.
 
online seit, 12.05.2022

 


Ausschreibung einer Tenure-Track-Stelle für Öko-Evolutionäre Dynamik

Am Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee (OÖ), der Fakultät für Biologie der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck ist eine

Tenure-Track-Stelle

für

Öko-Evolutionäre Dynamik

ab sofort zu besetzen. Mehr dazu unter https://www.uibk.ac.at/limno/jobs/

online seit 11.05.2022


Neue Publikation am ILIM (Mitarbeiter:innen hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff members in bold):

Salmaso N., Vasselon V., Rimet F., Vautier M., Elersek T., Boscaini A., Donati C., Moretto M., Pindo M., Riccioni G., Stefani E., Capelli C., Lepori F., Kurmayer R., Mischke U., Klemenčič A.K., Novak K., Greco C., Franzini G., Fusato G., Giacomazzi F., Lea A., Menegon S., Zampieri C., Macor A., Virgilio D., Zanut E., Zorza R., Buzzi F., Domaizon I. (2022). DNA sequence and taxonomic gap analyses to quantify the coverage of aquatic cyanobacteria and eukaryotic microalgae in reference databases: Results of a survey in the Alpine region. Science of The Total Environment 834:155175 doi:https://doi.org/10.1016/j.scitotenv.2022.155175

Die Artbestimmung von Organismen durch spezifische genetische Marker (Metabarcoding) erfordert eine Abdeckung der DNA-Sequenzen der taxonomischen Datenbanken. Dazu wurden Cyanobakterien und Mikroalgen durch Metabarcoding und Lichtmikroskopie bestimmt. Im Rahmen des EU-Projektes Eco-AlpsWater wurden planktische und Biofilmproben aus 37 Seen und 22 Flüssen im gesamten Alpenraum in der  Untersuchung gesammelt.

Die Ergebnisse zeigten quantitativ, dass die Haupthindernisse beim Metabarcoding bei der Klassifizierung von 16S rRNA- und 18S rRNA-Sequenzen und der Interpretation von Hochdurchsatz-Sequenzierungs-Biomonitoring-Daten auf das Vorhandensein großer Lücken in der taxonomischen Vollständigkeit der Referenzdatenbanken und die kurze Länge der Reads zurückzuführen sind. Die Studie konzentrierte sich auf den Alpenraum, aber das Ausmaß der Lücken könnte in anderen, weniger untersuchten geografischen Gebieten viel größer sein.

Diese Publikation wurde durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Interreg Alpine Space program, Projekt Eco-AlpsWater (EAW), ASP569 (www.alpine-space.org/projects/eco-alpswater/en/home) und dazu in Kooperation von zahlreichen regionalen Förderinstitutionen unterstützt.

online seit, 09.05.2022


Neue Publikation am ILIM (Mitarbeiter:innen hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff members in bold):

Sonntag B., Frantal D., Kammerlander B., Darienko T., Filker S., Stoeck T., Gruber M., Pröschold T. (2022). Widespread occurrence of two planktonic ciliate species (Urotricha, Prostomatida) originating from high mountain lakes. Diversity 14, 362 doi.org/10.3390/d14050362

Sonntag et al

Arten, die vorläufig Urotricha nais aus dem Faselfadsee (a-c) und Urotricha globosa aus dem Haarlachsee (d-i) zugeordnet werden, in vivo aus der nichtklonalen Originalkultur (a,b) und nach Protargol-Färbung (c-i). (a-i) Optische Längsschnitte. (e-h) Extrusomen sind entlang der Zilienreihen um die Zellmitte und im hinteren Wimpernbereich in charakteristischen vertikalen Reihen angeordnet. (g,h) Spezifische Extrusomen sind um den vorderen Teil des Mundkorbs angeordnet (e,f). (i) Details der adoralen Organellen. AO-adorale Organellen, BB-Basalkörper einer somatischen Verwandtschaft, CC-Caudalcilium, CV-kontraktile Vakuole, EP-Sekretionspore der kontraktilen Vakuole, EX-Extrusomen, FV-Nahrungsvakuole, MA-Makronukleus, OB-Mundkorb, OF-Mundklappen, SC-somatische Cilien. Maßstabsbalken 10 µm. aus Sonntag et al.

Wimperntierchen (Ciliaten) der Gattung Urotricha sind in Süßwasserkörpern weltweit verbreitet. Mit einem integrativen Ansatz wurden in dieser Studie, neben der Morphologie, auch die molekulare Phylogenie und die Biogeographie von zwei Urotriche-Arten aus Hochgebirgsseen in den Zentralalpen Österreichs, zur Beschreibung herangezogen.
Entgegen einer Hypothese, dass die beiden Arten auf kühle Temperaturen angewiesen sein könnten, stellte sich anhand der biogeografischen Analysen heraus, dass die beiden Arten in Europa, Afrika und Asien ohne Temperatur-Korrelation vorkommen, Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass es sich bei diesen beiden Urotricha-Arten, die aus zwei kalten und abgelegenen Lebensräumen stammen, wahrscheinlich um kryptische Arten handelt, die gut an ihre raue Umgebung angepasst sind.

Die Open Access Publikation ist im Rahmen von folgenden Projekten entstanden: FWF P21013-B03 (B.S.), I2238-B25 (B.S.), V233-B17 (Barbara Tartarotti). Deutsche-Forschungsgemeinschaft (T.S., STO414/13-3). Doktoratsstipendium der ÖAW (B.K., OEAW, DOC-fForte 22883) und durch eine Förderung des FWF finanziert worden.

 online seit, 06.05.2022


3 Mondseer Forscher in neuem Wissenschafter:innen-Ranking vorne dabei

Regal

Foto: S. Wanzenböck

 

In der ersten Ausgabe des Top-Wissenschaftler-Rankings von Research.com sind die beiden Wissenschaftler Martin Dokulil (Österreich Platz 33/Welt Platz 4417 und Thomas Weisse (Österreich Platz 44/) vom Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee, der Universität Innsbruck, im österreichweiten Ranking der Rubrik Ökologie- und Evolutionsforschung unter den besten 44. In der Rubrik Biologie und Biochemie ist Martin Hahn im vorderen Feld vertreten (Österreich Platz 114/Welt Platz 12079).

Research.com ist eine der wichtigsten Websites für Ökologie- und Evolutionsforschung sowie Biologie und Biochemie, und berücksichtigt im Ranking den h-index, Publikationen und Zitationen, die seit 2014 bis zum 6. Dezember 2021 gesammelt wurden.

Das Top-Wissenschaftler-Ranking ist eine zuverlässige Liste führender Wissenschaftler die auf einer sorgfältigen Untersuchung von 166.880 Wissenschaftlern auf Google Scholar und Microsoft Academic Graph basiert. Für die Disziplin Ökologie und Evolution wurden über 6.363 Profile, für Biologie und Biochemie 23,129 Profile untersucht.

online seit, 21.04.2022 


Bald ist es wieder soweit... Details folgen

LNF Mondsee 2022

online seit 20.04.2022


Projekt "ClearWater" für sauberes Trinkwasser bewilligt

 Trinkwasser

Sauberes Trinkwasser ist nicht immer selbstverständlich, Foto: S. Wanzenböck

Die Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung mit sauberem Trinkwasser ist angesichts des Klimawandels eine zentrale Herausforderung. In seinem soeben bewilligten 2-jährigen Marie Skłodowska-Curie PostDoc Projekt „ClearWater“ beschäftigt sich Thomas Scheuerl damit Bakterien einzusetzen, die für die Reinigung von getrübtem Trinkwasser sorgen sollen. In diesem Fall wird die Trübung nicht durch Schadstoffe, sondern durch organisches Material verursacht, das durch Starkregen oder erhöhte Temperatur im Zuge des Klimawandels ins Trinkwasser gelangt und ein Problem für die Nutzung darstellt.

Mit Hilfe einer neuen Methode werden im Projekt Bakterien gezüchtet, die den gelösten organischen Kohlenstoff in Biomasse umwandeln und wieder dem Nährstoffkreislauf zuführen sollen. Durch diesen Prozess kann das Trinkwasser geklärt werden. Die im Projekt erhaltenen Daten können Hinweise dazu geben, wie mikrobielle Gemeinschaften gezüchtet werden können, um bestimmte Funktionen zu erhalten oder zu verbessern und so wertvolles Wissen für die experimentelle Evolution beisteuern.

Thomas Scheuerl ist zurzeit als PostDoc am Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee, der Universität Innsbruck beschäftigt und wird in seinem Projekt mit den Universitäten in Cambridge, Yale und Madrid kooperieren.

online seit, 20.04.2022


WELTWASSERTAG 2022

 Wasser pixabay

Foto: pixabay

 
Der diesjährige Weltwassertag bringt den Menschen eine Form des Wassers in Erinnerung, die von den meisten gar nicht wahrgenommen wird aber eine große Bedeutung für den Wasserkreislauf auf unserem Planeten hat: das Grundwasser.
Der Weltwassertag am 22. März 2022 trägt das Motto „Unser Grundwasser: der unsichtbare Schatz“.
 
Während Oberflächengewässer wie Flüsse, Seen und Meere für Menschen sichtbar sind, fließt das Grundwasser verborgen unter der Erde. Die zunehmende, weltweite Nutzung des Grundwassers aus Trinkwasserbrunnen und für die Bewässerung in der Landwirtschaft vermindert diesen Wasserkörper immer mehr. Verschärft wird die Situation des Grundwassers durch den Klimawandel. Immer häufiger auftretende Hitzewellen und die Verschmutzung (z.B. durch Nitrat) erhöhen den Druck auf das Grundwasser zusätzlich. Besonders in ariden Zonen und im Mittelmeerraum wird der Rückgang des Grundwassers immer mehr zum imitierenden Faktor für das Überleben der Menschen. Ohne Grundwasser sind weder Anbau noch Viehzucht möglich und auch die Vorräte nutzbaren Trinkwassers aus unterirdischen Quellen erschöpfen sich zusehend.
 
Machen Sie mit bei der Groundwater Challenge
 
online seit 22.03.2022
 

PhD Abschluss live aus Kenya

defensio-Benard BMSimiyu

B.M. Simiyu bei der Verteidigung und Portrait des Absolventen, Fotos. ILIM

Am 15. Februar 2022 konnte unser Doktorand Benard Mucholwa Simiyu seine Verteidigung zum PhD mit dem Titel "The effects of hydrological changes on the spatial phytoplankton composition and cyanotoxin concentrations in Nyanza Gulf, Lake Victoria, Kenya" live online aus Kenya erfolgreich abschließen. Benard war als Teilnehmer des Programmes International Joint Master in Limnology & Wetland Management nach Österreich gekommen und hat bereits seine Masterarbeit am Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee, bei Forschungsgruppenleiter R. Kurmayer mit dem Titel "The concentration of microcystins in Rastineobola argentea in Nyanza Gulf, Lake Victoria, Kenya" durchgeführt. Aufbauend auf seine Studie hat er sich entschlossen die Untersuchungen im Victoriasee in Kenya zu vertiefen und eine Doktorarbeit in der Forschungsgruppe am Mondsee anzuschließen. Unter schwierigsten Bedingungen aufgrund der Einschränkungen durch Covid-19 konnte Benard die Freilandarbeit in Kenya und die erforderlichen Analysen bewältigen.

In seiner Arbeit hat er den Fokus auf die Nyanza Bucht im Victoriasee gelegt, die eine der größten und flachsten Buchten im See ist, Die fortschreitende Eutrophierung und damit verbundende immer wieder auftretende Blaualgenblüten der Gattung Microcystis standen bei seiner Arbeit im Vordergrund. Durch die Veränderungen im Rahmen der Öffnung eines Kanals und damit zu erwartende Verbesserungen der Wasserqualität, hat wurden innerhalb eines Jahres monatlich Wasser- und Phytoplanktonproben aus dem See gewonnen. Die Analyse der Proben bestätigte eine Verminderung der toxinbildenden Cyanobakterien (Blaualgen) zugunsten von ungiftigen Kieselalgen aufgrund des besseren Wasseraustausches.

Im Rahmen der Dissertation entstanden vier Manuskripte, von denen drei bereits veröffentlicht wurden:

Simiyu B.M., Kurmayer R. (2022). Response of planktonic diatoms to eutrophication in Nyanza Gulf of Lake Victoria, Kenya, Limnologica 93: 125958 https://doi.org/10.1016/j.limno.2022.125958

Simiyu B. M., Amukhuma H. S., Sitoko L., Kurmayer R. (2022). Interannual variability of water quality conditions in the Nyanza Gulf of Lake Victoria, Kenya, Journal of Great Lakes Research 48: 97-109, https://doi.org/10.1016/j.jglr.2021.10.017

Simiyu B.M., Odour S.O., Rohrlack T., Sitoki L., Kurmayer R. (2018). Microcystin Content in Phytoplankton and in Small Fish from Eutrophic Nyanza Gulf, Lake Victoria, Kenya, Toxins 10(7): 275  https://www.mdpi.com/2072-6651/10/7/275/htm  

Benards Dissertation wurde im Rahmen eines APPEAR-Projekts (OeAD), durch Verleihung des Tonolli Preises der Internationalen Gesellschaft für Limnologie (SIL) und durch ein FWF Projekt seines Betreuers R. Kurmayer finanziell unterstützt.

Wir gratulieren Benard sehr herzlich und wünschen ihm viel Erfolg bei seiner beruflichen Laufbahn in Kenya.

online seit, 17.02.2022

 


Neue Publikation am ILIM (MitarbeiterInnen hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff members in bold):

Simiyu B.M., Kurmayer R. (2022). Response of planktonic diatoms to eutrophication in Nyanza Gulf of Lake Victoria, Kenya, Limnologica 93: 125958 https://doi.org/10.1016/j.limno.2022.125958  

In dieser Studie wurde die Zusammensetzung der planktischen Diatomeengemeinschaft von Juli 2017 bis Juli 2018 monatlich an drei Probenahmestationen im Nyanza-Golf (Viktoriasee, Kenya) untersucht. Insgesamt wurden 19 häufige Kieselalgen-Morphospezies dokumentiert und mit dem Gradienten im trophischen Zustand in Verbindung gebracht. In den letzten Jahrzehnten kam es zu einer Verschiebung der planktischen Kieselalgen im zentralen Viktoriasee von der Dominanz von endemischen Aulacoseira-Arten zur Dominanz der langnadeligen Nitzschia acicularis. Diese Verschiebung wurde auf die Eutrophierung zurückgeführt, die zu einem verstärkten Wachstum von Kieselalgen mit einem geringeren Bedarf an Kieselsäure im offenen Wasser führte.

Die Publikation entstand im Rahmen der Dissertation von B. M. Simiyu und wurde vom OeAD (APPEAR), von der Internationalen Gesellschaft für Limnologie (SIL) durch Verleihung des Tonolli Preises und durch ein FWF Projekt des Betreuers R. Kurmayer finanziell unterstützt.

online seit, 17.02.2022


Ti­ro­ler Wis­sen­schafts­för­de­rung ver­ge­ben

HR

Jedes Jahr fördert das Land Tirol herausragende Wissenschaftler*innen der Tiroler Hochschulen mit Mitteln aus der Tiroler Wissenschaftsförderung mit 1,1 Millionen Euro. Insgesamt 68 Personen aus den Tiroler Hochschulen erhielten dieses Jahr diese Unterstützung ihrer akademischen Karriere, 32 davon stammen von der Universität Innsbruck.

Für das Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee hat Hans Rund, MSc, eine TWF-Förderung für sein Projekt "A qPCR based workflow designed to process and quantify target eDNA for fish metabarcoding" erhalten. Wir gratulieren!

Weitere Preisträger

online seit 08.02.2022

 


Neue Publikation am ILIM (MitarbeiterInnen hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff members in bold):

Frantal D., Agatha S., Beisser D., Boenigk J., Darienko T., Dirren-Pitsch G., Filker S., Gruber M., Kammerlander B., Nachbaur L.,
Scheffel U., Stoeck T., Qian K., Weißenbacher B., Pröschold T., Sonntag B. (2022). Molecular data reveal a cryptic diversity
in the genus Urotricha (Alveolata, Ciliophora, Prostomatida), a key player in freshwater lakes, with remarks on morphology, food preferences, and distribution. Front. Microbiol. 12:787290. doi: 10.3389/fmicb.2021.787290

Urotricha

Cryptic species tentatively identified as Urotricha agilis. Specimens of strain CIL-2017/24 from Lake Mondsee (A–D), 
aus Frantal et al., 
AO, adoral organelles; CC, caudal cilium; CK, circumoral kinety; CV, contractile vacuole; DK, dikinetids at anterior end of somatic kineties; EX, extrusome; FV, food vacuole; MA, macronucleus; OB, oral basket; OF, oral flaps; SC, somatic cilia; SK, somatic kineties. Scale bars 10 μm (A,B), 5 μm (C,D).

Ciliaten (Wimpertierchen) spielen eine wichtige Rolle in aquatischen Nahrungsnetzen weil sie u.a. ausgleichend auf Algenblüten wirken können. Die Gattung Urotricha kommt in unseren Seen mit etwa 20 Arten vor und ist für die Dezimierung eines großen Anteils von pflanzlichem Plankton während der Frühjahrsalgenblüte verantwortlich. Bisher wurden diese Wimpertierchen nur bis zur Gattungsrang identifiziert und in Größenklassen eingeteilt. In dieser Studie wurden vier häufige Urotrichen-Morphotypen detailliert charakterisiert. Dazu wurden morphologische Untersuchungen (in vivo Beobachtung, Silberfärbemethoden, Rasterelektronenmikroskopie) mit einem molekularen Ansatz verknüpft. Diese Daten wurden mit einer früheren integrativen Studie zum Artvorkommen und den Umweltparametern von Urotrichen kombiniert und analysiert. Die Ergebnisse ermöglichen  einen umfassenden Überblick über diese wichtige Süßwasserwimpertierchen-Gattung, die weltweit häufig in Hochdurchsatz-Sequenzierungsdatensätzen in der Umwelt vorkommen und bieten die Grundlage für künftige Untersuchungen an Protisten in Seen.

online seit 07.02.2022

 


MSc-Studierende/r gesucht

MSc-Lukic-2022

online seit 07.02.2022


Neue Publikation am ILIM (Mitarbeiter hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff members in bold):

Simiyu B. M., Amukhuma H. S., Sitoko L., Kurmayer R. (2022). Interannual variability of water quality conditions in the Nyanza Gulf of Lake Victoria, Kenya, Journal of Great Lakes Research 48: 97-109, https://doi.org/10.1016/j.jglr.2021.10.017
Microcystis
Microcystis, Foto: R. Kurmayer
 
In der Doktorarbeit von Benard M. Simiyu am Viktoriasee (Kenia) wurde die eutrophierte Nyanza-Bucht untersucht. Die niedrige Wasserqualität wurde noch zusätzlich durch Algenblüten der Cyanobakterien der Gattung Microcystis verschlechtert. In den Ergebnissen, die frühere Untersuchungen einschließen, konnten Daten aus mittlerweile 10 Jahren zusammengeführt und analysiert werden. Dabei wurden Veränderungen vor und nach der Öffnung eines Seitenkanals berücksichtigt. Die Analyse der Daten deutet auf einen verstärkten Einfluss des Hauptbeckens auf die innere Nyanza-Bucht hin. Die beobachtete Verdünnung in der östlichen Bucht ist wahrscheinlich auf den Wasseraustausch mit dem Hauptbecken zurückzuführen, was in erster Linie mit dem erhöhten Wasserstand im Hauptbecken zusammenhängt. Der beobachtete Verdünnungseffekt könnte zu einem Rückgang von Cyanobakterien, wie Microcystis, geführt haben. Da Microcystis mit hohen Konzentrationen von hepatotoxischen Microcystinen in der östlichen Bucht in Verbindung gebracht wird, könnte der Rückgang des Biovolumens von Microcystis zu einer geringeren Bildung schädlicher Algenblüten führen. Die Arbeit wurde vom Mondseer Cyanobakterienspezialisten Rainer Kurmayer betreut.

Die Studie wurde durch den OEAD im Appear PhD Programm und durch Mittel der Internationalen Gesellschaft für Limnologie (SIL) -Tonolli Memorial Award 2017 an B. M. Simiyu finanziert. Die Probenahme wurde aus Mitteln des FWF-Projekts P32193 (R. Kurmayer) unterstützt.

online seit, 03.02.2022

 


Pflanzenvorfahren haben sich seit Millionen von Jahren evolutionär nicht weiterentwickelt

 Chlorykubus
"Chlorokybus" bilden "Zellpakete" (credit: Dr. Tatyana Darienko)

Interessante Erkenntnisse zu kryptischen Algenarten, die sich seit Millionen von Jahren nicht evolutionär voneinander entfernt haben wurden in den Proceedings B der Royal Society veröffentlicht. Algenspezialist Thomas Pröschold untersuchte, in Zusammenarbeit mit Kollegen der Universität Göttingen, die vor etwa 80 Jahren in Schönbrunn entdeckten Algen der Gattung „Chlorokybus“. Diese Algen sind Nachkommen jener Algenvorfahren, von denen auch die modernen Landpflanzen und verschiedene andere Algen abstammen. Durch genetische Untersuchungen fanden die ForscherInnen heraus, dass sich die bisher unter einem Namen zusammengefassten Algen in fünf verschiedene Arten aufgliedern lassen. Unter dem Mikroskop sind diese "kryptischen Arten" aber nicht unterscheidbar. Die Ähnlichkeit der Algenarten überraschte die WissenschaftlerInnen, deutete sie darauf hin, dass sie sich evolutionär seit mehreren Millionen Jahren nicht weiterentwickelt haben. Durch weitere Untersuchungen der Algenbiodiversität werden neue Erkenntnisse über die Anpassung und Entwicklung der Landpflanzen und ihrer Algenverwandten erwartet. Die Publikation erschien im Rahmen eines FWF Projektes am Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee, der Universität Innsbruck, unter der Leitung von Thomas Pröschold. Aktuell ist auch eine Pressemeldung im Newsroom der Universität Innsbruck abrufbar.
https://science.apa.at/power-search/10085378819444500547
Pflanzen-Ahn entpuppt sich als vielfältig – Universität Innsbruck (uibk.ac.at)
Irisarri I, Darienko T, Pröschold T, Fürst-Jansen JMR, Jamy M, de
Vries J. 2021 Unexpected cryptic species among streptophyte algae most distant to land plants. Proc. R. Soc. B 288: 20212168.
https://doi.org/10.1098/rspb.2021.2168

online seit, 21.01.2022


Alpenseen im Klimawandel - Video wissenswert

Alpenseen

 

In der "wissenswert" Dezemberausgabe, dem Magazin der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, wurde in der Rubrik "wissenswert digital" der Videobeitrag "Alpenseen im Klimawandel" verlinkt. Im Forschungsvideo informieren die WissenschafterInnen des Forschungsinstituts für Limnologie, Mondsee, über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Alpenseen in den Niederen Tauern und in Südtirol, die im Projekt CLAIMES, unter der Leitung von Rainer Kurmayer, untersucht werden. 

online seit 10.01.2022


2021


Weihnachten 2021

Wir hoffen auf viele spannende Forschungsideen und -erfolge im Neuen Jahr 2022 und
wünschen allen Studierenden und ILIM-PartnerInnen erholsame Feiertage.

online seit 20.12.2021


Drei Mondseer Wissenschaftler unter den weltweit meistzitierten ForscherInnen

Martin Hahnthomas-weisseMartin Dokulil

Auch 2021 sind, basierend auf Daten der Wissenschaftsplattform „Scopus“, wieder drei Wissenschaftler des Forschungsinstituts für Limnologie, Mondsee, unter den weltweit 2% der herausragenden ForscherInnen vertreten:

werden in der Liste mit 67 anderen ForscherInnen der Universität Innsbruck geführt. Wir gratulieren zu dieser Auszeichnung!

Pressemeldung der Universität Innsbruck: Insgesamt rund 185.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehören zu den weltweit zwei Prozent der am häufigsten zitierten – basierend auf Daten der Wissenschaftsplattform „Scopus“. Die Liste enthält große Teile der Lebensleistung einzelner Forscherinnen und Forscher und bezieht sich deshalb auch auf ältere Publikationen – was unter anderem auch dazu führt, dass Wissenschaftler*innen, die in der Liste berücksichtigte Publikationen an der Universität Innsbruck verfasst und große Teile ihrer Karriere hier verbracht haben, heute aber an anderen Einrichtungen forschen und lehren, auf der Liste nicht mehr für die Universität Innsbruck aufscheinen. Das Ranking umfasst sämtliche Wissenschaftsdisziplinen und mit ihren 16 Fakultäten und sieben Forschungsschwerpunkten ist die Universität Innsbruck hier bestens positioniert.

online seit, 15.12.2021


Evolution geschieht schneller als gedacht

Zwei Forscher der Universität Innsbruck und der Universität Helsinki konnten anhand eines mathematischen Modells feststellen, dass sich in Räuber-Beute-Dynamiken beide Seiten schnell durch Evolution anpassen.

Ciliat

Wimpertierchen, Foto: B. Sonntag

Dass Evolution schnell genug abläuft, um in Populationsdynamiken eine wichtige Rolle zu spielen, ist eine relativ neue Erkenntnis. Einige neu erschienene Forschungsarbeiten zeigen, wie sich Beuteorganismen evolutiv anpassen, um dem Druck durch Räuber zu entgehen. Doch wie wichtig ist dieser Vorgang tatsächlich? Neue Untersuchungen am Forschungsinstitut für Limnologie in Mondsee der Universität Innsbruck belegen, dass sich in Räuber-Beute-Dynamiken nicht nur die Beute durch Evolution anpasst, sondern auch die Räuber. Die Studie wurde im Journal Ecology and Evolution veröffentlicht und durch die Nachwuchsförderung der Universität Innsbruck finanziert.

Das klassische Räuber-Beute-Modell

Die Individuen einer selben Art, die in einem relativ abgeschlossenen Gebiet gemeinsam leben und sich fortpflanzen, bilden eine Population. Die Größe dieser Population kann sanften oder extremen Schwankungen unterliegen, bedingt durch verschiedene Umwelteinflüsse. Diese Ab- und Zunahme der Individuen im Laufe der Zeit wird als Populationsdynamik bezeichnet.
Populationsdynamiken werden oft mit rein ökologischen Prozessen erklärt, wie am Beispiel von Räuber-Beute-Beziehungen zu sehen ist. Hier wird die Populationsdynamik vorrangig von Wachstumsraten der Beute und Fraßraten der Räuber bestimmt.

Klassische Räuber-Beute-Modelle nehmen an, dass sich Beuteorganismen unbeeinflusst entwickeln, bis ein Räuber hinzukommt und die Beute dezimiert. Die Räuber finden reichlich Nahrung und werden ebenfalls häufiger. Erhöhter Raubdruck reduziert Beutedichten, woraufhin Räuberdichten einbrechen, bis sich die Beute wieder erholt. Wenn die Beute vom Räuber dezimiert ist, kommt es also zu einem allgemeinen Populationseinbruch. Dieses Modell bildet nur die ökologische Dynamik ab. Räuber-Beute-Beziehungen sind aber auch ein wichtiger Grund für evolutive Anpassung.

Abwehr durch Evolution

Dass solche theoretischen Vorhersagen nicht wortwörtlich auf die Natur anwendbar sind, stellten finnische Wissenschaftler*innen bereits 2018 fest. Sie untersuchten mikroskopisch kleine Wimpertierchen (Ciliaten) als Räuber und Bakterien als Beute. Ab einem bestimmten Zeitpunkt nahm die Zahl der Bakterien nicht mehr ab. Es schien einen zusätzlichen Faktor zu geben, der die Dynamik beeinflusste. Tatsächlich hatten die Bakterien eine evolutive Veränderung durchgemacht und einen effizienten Fraßschutz ausgebildet, vermutlich durch das Zusammenklumpen ihrer Zellen, wodurch sie für die Wimpertierchen als Beute zu groß wurden.

Gemeinsame Weiterentwicklung

Dieses Experiment war die Basis einer theoretischen Studie von Thomas Scheuerl vom Forschungsinstitut für Limnologie der Universität Innsbruck in Mondsee und Veijo Kaitala von der Universität Helsinki. Sie stellten fest, dass bei einem rein ökologischen Vorgang die Räuberdichten viel geringer sein sollten und sogar ein Aussterben der Wimpertierchen folgen müsste. Sowohl die Anzahl der Räuber als auch jene der Beute pendelte sich aber im Experiment in einem Gleichgewicht ein. Ein rein ökologisches Modell konnte diese Beobachtungen nicht reproduzieren. Das Ergebnis wurde mathematisch erst bestätigt, wenn Co-Evolution von Räubern und Beute als Faktor aufgenommen wurde. „Wir folgern daraus, dass sich auch Räuber abhängig von der Beute weiterentwickeln, also co-evolvieren, mussten. Nur so ist das Einpendeln in einen Gleichgewichtszustand erklärbar“, sagt Thomas Scheuerl.
Das so erstellte theoretische Modell erlaubte es nun zu testen, wie stabil der Prozess der Co-Evolution sein musste, wenn man verschiedenste weitere Annahmen zugrunde legte. Das Ergebnis: Co-Evolution musste unter fast allen angewandten Bedingungen stattfinden.

Schwankungen im Signal

Weiterhin beobachteten Scheuerl und Kaitala, dass der Gleichgewichtszustand in den Populationsdynamiken des originalen Experiments nicht als konstantes Signal erschien, sondern auf und ab schwankte, was auch in den nächsten Generationen fortgesetzt wurde. Die beiden Wissenschaftler vermuteten zunächst Räuber-Beute-Zyklen hinter den Schwankungen, die im theoretischen Modell nicht sichtbar waren. Erst nach Einfügen einer Fehlerrate konnten diese simuliert werden. Die Forscher erkannten, dass es sich um zufällige Schwingungen handelte, die auftraten, wenn das System aus dem Gleichgewicht gestoßen wurde. Wichtig war dabei der Zeitpunkt, an dem das Experiment gestartet wurde, das heißt, in welcher Position sich Räuber- und Beutekurve befanden. Wie die Schwankungen genau erklärt werden können, soll Inhalt künftiger Forschung sein.

Originalpublikation: Scheuerl T., Kaitala V. (2021). The effect of dilution on eco-evolutionary dynamics of experimental microbial communities, Ecology and Evolution, doi: 10.1002/2ce3.8065

English version

online seit 29.11.2021 


Neue Publikationen am ILIM (MitarbeiterInnen hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff members in bold):

  • Wanzenböck J., Hopfinger M., Wanzenböck S., Fuxjäger L., Rund H., Lamatsch D.K. (2021). First successful hybridization experiment between native European weatherfish (Misgurnus fossilis) and non-native Oriental weatherfish (M. anguillicaudatus) reveals no evidence for postzygotic barriers, NeoBiota 69: 29–50. https://doi.org/10.3897/neobiota.69.67708
    Schlammpeitzger
    von oben nach unten: Schlammpeitzger - Hybrid  - asiatischer Schlammpeitzger (4 Monate alt), Fotos: Sylvia Wanzenböck

    Die Trockenlegung von Altarmen und Tümpeln, in denen sich der Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis) bevorzugt aufhält, gefährden diese wirtschaftlich nicht genutzte Kleinfischart in vielen Teilen Europas. Zusätzlicher Druck auf die schon reduzierten Bestände könnte nun noch zusätzlich durch den asiatischen Schlammpeitzger, Misgurnus anguillicaudatus, drohen. Die Haltung dieser verwandten Art ist vor allem unter Aquarianern beliebt. Entgegen früheren Vorhersagen, konnte nun in Laborversuchen bestätigt werden, dass der heimische mit dem asiatischen Schlammpeitzger hybridisieren kann. Es ist zu befürchten, dass dies in Kürze auch durch ausgesetzte asiatischen Schlammpeitzger im Freiland passiert. Die zusätzliche Konkurrenz durch das Auftauchen der asiatische Form und möglicher Hybride im gleichen Lebensraum könnte das Verschwinden von Misgurnus fossilis noch rascher vorantreiben.  
    Open Access Artikel

  • Crotti M., Bean C. W., Gowans A. R. D., Winfield I. J., Butowska M., Wanzenböck J., Bondarencko G., Præbel K., Adams C. E., Elmer K. R. (online fist). Complex and divergent histories gave rise to genome-wide divergence patterns amongst European
    whitefish (Coregonus lavaretus). Journal of Evolutionary Biology, 00, 1–16. https://doi.org/10.1111/jeb.13948  

    Die Eiszeiten im Pleistozän haben einschneidende Auswirkungen auf die Verbreitung der Organismen in Europa. Durch eisfreie Zonen konnten sich viele Organismen verteilen, wurden aber auch durch Eisbarrieren wieder isoliert. Die Reinanke (Coregonus lavaretus), eine mit den Lachsen verwandte Fischart, ist am europäischen Festland stark vertreten, in Großbritannien hingegen findet man nur sieben Populationen im Westen der Insel. In der vorliegenden Publikation wurden das Verbreitungsmuster und die Divergenz zwischen diesen sieben Populationen mit Hilfe genetischer Methoden untersucht. Aus den Ergebnissen konnten genetische Drift und regional unterschiedliche voreiszeitliche Evolutionsgeschichten als Ursache der genomischen Divergenz in den britischen Populationen festgestellt werden. Dies wirft ein neues Licht auf die Etablierung der einheimischen britischen Süßwasserfauna nach der letzten Eiszeit.
    Open Access Artikel


Maker Day 2021

im Labor-Maker Day 2021 am Mikroskop1-Maker Day 2021

Fotos: ILIM

Mit der Station "Genetik" für MittelschülerInnen und der Station "Mikroskopie" für VolksschülerInnen nahm das Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee, schon zum zweiten Mal am Maker Day  im Werkschulheim Felbertal teil. Die TeilnehmerInnen erfuhren dabei zum Beispiel: Was lebt wo im Bach und wie sehen diese Organismen unter dem Mikroskop aus? Was versteht man unter der DNA, wozu braucht man sie und wie kann man sie sichtbar machen? Die Veranstalter konnten die 3G Regeln bzgl. Covid-19 vorbildlich einhalten, diese Einschränkungen reduzierten aber in keinster Weise den Besucherandrang. Während sich am Vormittag Schulklassen in Kleingruppen zu den 19 Stationen anmelden konnten, besuchten am Nachmittag etwa 80 Familien mit ihren Kindern den Maker Day. Das große Interesse überraschte nicht nur die Veranstalter, die FUMO (Leader Region Fuschlsee/MondSeeLand) und den Gastgeber, das Werkschulheim Felbertal, sondern auch die StationsbetreiberInnen. Die Kinder und Jugendlichen zeigten großes Interesse an den naturwissenschaftlichen Inhalten und den Methoden aus Wissenschaft und Forschung. Nachfragen nach FFG Talente Praktika am Forschungsinstitut in Mondsee und Veranstaltungen der Jungen Uni Innsbruck am Mondsee, für den nächsten Sommer 2022, gab es  an unseren beiden Stationen regelmäßig. Über die Veranstaltung ist auch ein Videobericht verfügbar.

Falls Sie Interesse an unseren Aktivitäten haben und via e-Mail darüber informiert werden möchten, senden Sie bitte eine e-Mail an office-ilim[at]uibk.ac.at mit dem Betreff "Newsletter".

am Mikroskop-Maker Day 2021 im Labor1-Maker Day 2021

Fotos: ILIM

online seit, 2.11.2021


Neue Publikationen am ILIM (MitarbeiterInnen hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff members in bold):

Stelzer C.P., Blommaert J., Waldvogel A.M., Pichler M., Hecox-Lea B., Mark Welch D.B. (2021). Comparative analysis reveals within-population genome size variation in a rotifer is driven by large genomic elements with highly abundant satellite DNA repeat elements. BMC Biol 19:206,  https://doi.org/10.1186/s12915-021-01134-w

Anhand des Rädertiers Brachionus asplanchnoidis werden in dieser Studie die Genomgrößenvariationen innerhalb einer Population bei Eukaryonten untersucht und Genomvergleiche zwischen Individuen derselben Population angestellt anstelle von bisher üblichen Artvergleichen auf Muster und Prozesse zu schließen.

Die Publikation ist als Open Access Version erschienen. Die Studie wurde vom FWF P26256 (PI: C.P. Stelzer) und mit einem "Young researchers fellowship" der Universität  Innsbruck (J. Blommaert) finanziert.


Neue Publikationen am ILIM (MitarbeiterInnen hervorgehoben)/new publications at ILIM (staff members in bold):

  • Hahn M.W., Huemer A, Pitt A., Hoetzinger M. (2021). Opening a next-generation black box: ecological trends for hundreds of species-like taxa uncovered within a single bacterial >99% 16S rRNA operational taxonomic unit. Molecular Ecology Resources 21:2471–2485, https://doi.org/10.1111/1755-0998.13444

Auf der Grundlage der Genomtaxonomie und eines großen Satzes von Genomsequenzen konnte ein Schwellenwert für die Sequenzähnlichkeit zur Abgrenzung von artenähnlichen Taxa von Süßwasserbakterien der Gattung Polynucleobacter festgelegt werden. Der vorgestellte neue, kultivierungsunabhängige Ansatz ermöglicht einen tieferen Einblick in die Artenvielfalt und gibt Aufschluß über die Umweltbedingungen von bakteriellen Gemeinschaften, die die Evolution freilebender Bakterien vorantreiben.

Die gesamte Studie, auch die Open Access Publikation, wurde vom FWF im Rahmen des Projektes 27160-B22 finanziert.

  • Hahn M.W., Pitt A., Koll U., Schmidt J., Maresca J.A., Neumann-Schaal M. (2021). Aurantimicrobium photophilum sp. nov., a non-photosynthetic bacterium adjusting its metabolism to the diurnal light cycle and reclassification of Cryobacterium mesophilum as Terrimesophilobacter mesophilus gen. nov., comb. nov. Int J Syst Evol Microbiol 71(8):004975.

Die AutorInnen dieser Studie stellen fest, dass der aus dem Mondsee isolierte Aktinobakterienstamm MWH-Mo1T, aufgrund seiner 16S rRNA-Gen-Sequenzähnlichkeit von 99,6 %, eine Nähe zum Typstamm von Aurantimicrobium minutum hat.  Obwohl der Stamm nicht als phototroph bekannt ist, konnte beobachtet werden, dass MWH-Mo1T seinen Stoffwechsel an den täglichen Lichtzyklus anpasst und so schneller wächst. Für den aeroben chemoorganotrophen Aktinobakterienstamm MWH-Mo1T wird die Etablierung der neuen Art Aurantimicrobium photophilum sp. nov. vorgeschlagen.

  • Hahn M. (2021). Evolution und Systematik der Prokaryoten. In: Boenigk J (editor). Boenigk, Biologie: Der Begleiter in und durch das Studium. Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg. pp. 859-884. https://www.springer.com/de/book/9783662635216 

Im neuen Lehrbuch "Boenigk Biologie" werden aktuelle Forschungsthemen aller Felder der Biologie behandelt. Der Umweltmikrobiologie M. H. Hahn zeichnet im Buch für das Kapitel der Prokaryoten verantwortlich.

  • Hahn M.W., Pitt A. (2021). Silvanigrella. Bergey's Manual of Systematics of Archaea and Bacteria. pp. 1-9. 

 


KWL GK

Karina Weiser-Lobão (links) und Georgios Katsianis (rechts), Fotos: S. Wanzenböck, ILIM

Neue Doktoranden in der Aquatischen Evolutionsökologie

Zwei neue PhDs starteten Anfang dieser Woche in der Forschungsgruppe Aquatische Evolutionsökologie von Institutsleiter Otto Seppälä. Karina Weiser-Lobão und Georgios Katsianis beginnen ab sofort mit ihren Doktorarbeiten am Mondsee. Georgios wird im FWF Projekt "Evolutionary adaptation to heatwaves in an aquatic grazer" arbeiten und gemeinsam mit Karina im Rahmen ihrer PhD Stelle am Forschungsinstitut mit der Spitzschlammschnecke Lymnaea stagnalis die evolutionsökologische Anpassung der Schnecke auf durch den Klimawandel veränderte Umweltbedingungen untersuchen. Wir wünschen den beiden für ihre Forschungsarbeit alles Gute.

online seit 14.09.2021 


Junge Uni im Labor und letzter Termin am 9.9. im Sommer 2021

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Junge Uni "Ein Tag im Labor", Foto: D. Lamatsch

Am 17.8. fanden gleich zwei Junge Uni Workshops am Mondsee statt. "Ein Tag im Labor" war der Titel der Veranstaltungen, die den Kindern Forschungs und Arbeitsweisen in einem Labor nahebringen sollten. Mit Arbeitsmantel und Pipette ausgestattet wurde DNA gewonnen und für die Vermehrung mittels sogenannter PCR (Polymerase-Kettenreaktion) vorbereitet. Diese Methode wird teilweise auch im Zuge des Nachweises von Covid-19 verwendet und war dafür für die Kinder besonders interessant. Die Kinder zwischen 7 und 13 Jahren waren mit Feuereifer bei der Sache.

Am Donnerstag, dem 9. September zwischen 13 und 15 Uhr findet der letzte Junge Uni-Workshop für diesen Sommer statt. Unter dem Titel "Mein eigenes Aquarium" erfahren Kinder zwischen 6 und 12 Jahren wie man ein Aquarium einrichtet. Danach können die Kinder das erlernte Wissen an kleinen Aquarien selbst einsetzen. Anmeldungen nimmt der Tourismusverband MondSeeLand unter info@mondsee.at oder 06232 2270 entgegen. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt und kostet EUR 8,- p.P.

online seit, 24.08.2021


Early Stage Funding der Uni Innsbruck an PostDoc in Mondsee vergeben

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Dunja Lukić, Foto: privat

Erstmals hat die Universität Innsbruck das Early-Stage-Funding-Förderprogramm ausgeschrieben um die Forschungsarbeit von DoktorandInnen und PostDocs, deren Abschluss nicht mehr als zwei Jahre zurückliegt, finanziell zu unterstützen. Aus 70 Einreichungen hat Dunja Lukić vom Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee, einen der Förderpreise erhalten.  Im Rahmen ihrer PostDoc Beschäftigung im FWF Projekt "Untersuchung der funktionellen Diversität planktischer Ciliaten im Ozean und Süßwasser" in der Forschungsgruppe von Thomas Weisse, kann sie nun zwischen Okober 2021 und September 2022 ihr Projekt "Diversity of aquatic microsystem metacommunities along an urbanization gradient" durchführen. Zusätzlich können noch Mittel für karrierefördernde Maßnahmen beantragt werden. Die nächste Ausschreibung des Early Stage Funding-Programms genauso wie des Mentoring-Programms der Universität Innsbruck ist bereits für den Beginn 2022 geplant.

online seit 24.08.2021


Bachelor- oder Masterarbeit am Mondsee zu vergeben
Du suchst eine BSc oder MSc Arbeit und interessierst dich für Blaualgen in unseren Seen? Melde dich doch bei uns und werde Teil des FWF Forschungsprojektes SLOT in der Forschungsgruppe von Rainer Kurmayer am Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee 
 SLOT-BSc-MSc_Stelle

 Für Details bitte das Bild anklicken!

Requirements: English skills. Stable internet connection to work with larger datasets, access to a computer with the following specs: AMD Athlon or Intel Pentium i3 or higher, 4 GB RAM minimum. Knowledge on data handling or statistics.

Contact details: ruben.moron-asensio@uibk.ac.at ; https://www.uibk.ac.at/limno/slot/

online seit 06.08.2021


Neue Publikation ILIM /new publication at ILIM:

Pilla R.M., Mette E.M., Williamson C.E. et al. (2021). Global data set of long-term summertime vertical temperature profiles in 153 lakes. Sci Data 8:200. https://doi.org/10.1038/s41597-021-00983-y

Die vorliegende Publikation präsentiert einen globalen, ausgedehnten Datensatz mit sommerlichen vertikalen In-situ-Temperaturprofilen aus 153 Seen (inklusive Daten vom LTER Standort Mondsee ab 1968). Berücksichtigte Datenreihen aus den USA beginnen bereits ab 1894. Besonders in Hinblick auf den Klimawandel und andere anthropogene Stressfaktoren auf Seen, ist es bereits in der Vergangenheit weltweit zu Veränderungen in der thermischen Struktur von Seen (Oberflächentemperaturen, Tiefenwassertemperaturen und vertikalen thermischen Gradienten) gekommen. Diese langfristigen Zeitreihen von vertikalen Temperaturprofilen und entsprechenden Seeeigenschaften dienen als wertvolle Daten, um Veränderungen und der thermischen Struktur von Seen in einer Zeit des raschen globalen und ökologischen Wandels zu verstehen.

Die Publikation wurde als Open Access-Version verfügbar gemacht.

online seit 06.08.2021


Was sind Mikroorganismen? Die Junge Uni klärte auf!

Mikroorganismen-Junge Uni Mondsee-2021Hefeexperiment-Junge Uni-2021Mikroskopieren Junge Uni 2021

Eindrücke vom Junge Uni Workshop "Mikroorganismen" am 4.8.2021, natürlich waren alle Kinder negativ auf Corona getestet worden!  Fotos: S. Wanzenböck

Erstmals stand die Vielfalt der Mikroorganismen im Mittelpunkt der Jungen Uni am Mondsee. Mit Begeisterung experimentierten die Kinder mit Hefe und konnten so einen Luftballon wie von Geisterhand aufblasen lassen. In der zuvor selbst gewonnenen Mondseeplanktonprobe wurden Mikroorganismen unter dem Mikroskop erforscht. Die Kinder erfuhren auch welche Bakterien für den Menschen wichtig sind und welche gesundheitsschädlich werden können. Was ist Meeresleuchten und welche Pilze gibt es unter den Mikroorganinismen, ...und gibt es Mikroorganismen mit Superkräften? Viele spannende Themen wurden behandelt und Fragen beantwortet - aber die Zeit war leider wieder viel zu schnell vorbei!

Unsere beiden nächsten Junge Uni Termine am 17.8.2021 sind schon ausgebucht. Interessentinnen für maximal zwei gesonderte Termine bis Schulbeginn (für ca. 6 Kinder zwischen 8 und 14 Jahren) können sich heuer ausnahmsweise bei Forschungsgruppenleiterin Dunja Lamatsch melden. Falls Sie generell Interesse an unseren Veranstaltungen haben und in unsere Verteilerliste aufgenommen werden möchten, schreiben Sie bitte eine eMail an die PR-Verantwortliche Sabine Wanzenböck.

online seit 05.08.2021


Radio - Tipp in Ö1 ab 2.8.2021 - Vom Leben der Natur - Algen

Ab Montag, 2.8.2021 berichtet Forschungsgruppenleiter Rainer Kurmayer in der Ö1 - Radiosendung "Vom Leben der Natur" über Algenpopulationen in den Alpenseen. Im ersten Teil  thematisiert er die Probleme und Auswirkungen, die der verstärkte Eintrag von Nährstoffen auf Alpenseen verursacht und die historische Entwicklung der damit verbundenen Wasserqualität in den Seen. 

Rainer KurmayerAlgenbluete

Rainer Kurmayer (links, privat), Algenblüte (Massenaufkommen von Algen durch erhöhte Nährstoffzufuhr, rechts, S. Wanzenböck)

 online seit, 30.07.2021


Forschung an Bakterien im Nationalpark

Seit mehr als 25 Jahren werden im Rahmen des Glockner-Öko-Fonds wissenschaftliche Projekte im Nationalpark Hohe Tauern, insbesondere im Umfeld der Großglockner Hochalpenstraße, finanziell gefördert. Eine Jury aus Vertretern der Wissenschaft, von Naturschutzinstitutionen und dem Nationalpark Hohe Tauern hat in dieser Zeit mehr als 140 Projekte bewertet.

Aus der diesjährigen Ausschreibung wurde das Projekt „Metagenomische Charakterisierung des Bakterioplanktons des Brettersees als Startpunkt für Langzeituntersuchungen zum Einfluss von Umweltveränderungen auf die Evolution von Bakterien in hochalpinen Seen“ von Martin Hahn vom Glockner-Öko-Fonds 2021 gefördert. Die feierliche Preisverleihung fand am 28.07.2021 im Rahmen eines Festaktes von Landesrätin Daniela Gutschi, der Salzburger Landesrätin für Bildung und öffentliche Pflichtschulen sowie Natur- und Nationalparks, und von Johannes Hörl, Vorstand der Großglockner Hochalpenstraßen AG im Salzburger Chiemseehof statt.

 Glocker-Oeko-Fonds-Hahn

v.l.n.r.: Dr. Johannes Hörl (Vorstand Großglockner Hochalpenstraßen AG), LR Mag.a Daniela Gutschi (Land Salzburg, Ressort Bildung und öffentliche Pflichtschulen, Natur- und Nationalpark), Preisträger Dr. Martin W. Hahn (Universität Innsbruck, Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee), credit: grossglockner.at, F. Neumayr

online seit 29.07.2021

 


Neue Publikation am ILIM (MitarbeiterInnen hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff members in bold):

Darienko T., Rad-Menéndez C., Campbell C.N., Pröschold T. (2021). Molecular Phylogeny of Unicellular Marine Coccoid Green Algae Revealed New Insights into the Systematics of the Ulvophyceae (Chlorophyta). Microorganisms 9:1586. https://doi.org/10.3390/microorganisms9081586

Die meisten marinen kokkoiden und sarkinoiden Grünalgenarten wurden traditionell in Gattungen eingeordnet, die von Arten aus Süßwasser- oder Bodenhabitaten dominiert werden. Nach Änderung der taxonomischen Einteilung der beiden Gattungen Chlorocystis und Halochlorococcum in die neu beschriebene Ordnung Chlorocystidales der Ulvophyceae konnte in dieser Studie, anhand von phylogenetischen Analysen von SSU- und ITS rDNA-Sequenzen, diese Zuordnung bestätigt und drei Arten von Desmochloris, sechs von Chlorocystis und drei von Sykidion gefunden werden.

Die Publikation wurde im Rahmen des FWF Projektes P 34416-B und des AssemblePlus EU Programms Horizon 2020 (No 730984) beide an  T. Pröschold und D. Darienko sowie des NERC NC S&F funding, Projekt NE/R017050/1 finanziert. Die Arbeit ist in Open Access erschienen.

online seit, 27.07.2021


Neue Publikation am ILIM (MitarbeiterInnen hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff members in bold):

Stöck M., Dedukh D., Reifová R., Lamatsch D.K., Starostová Z., Janko K. 2021. Sex chromosomes in meiotic, hemiclonal,
clonal and polyploid hybrid vertebrates: along the ‘extended speciation continuum’. Phil. Trans. R. Soc. B 376: 20200103.
https://doi.org/10.1098/rstb.2020.0103

Der Artikel gibt einen Überblick über die Rolle der Geschlechtschromosomen bei der Hybridisierung und Speziation von Wirbeltieren und dem Gradienten, der die Auseinanderentwicklung der Merkmale zwischen verschiedenen Arten oder auch zwischen verschiedenen Populationen derselben Art bei zunehmender reproduktiver Isolation aufzeigt. Bei einer reproduktiven Isolation kann kein Genfluss mehr durch eine, oder mehrere Fortpflanzungsbarrieren stattfinden. Fortpflanzungsbarrieren können dabei innerhalb einer Art, aber auch zwischen verschiedenen Arten wirken und führen dauerhaft zum Entstehen einer neuen Art. Die evolutiven Gründe, die zur Entwicklung von "asexuellen" hybriden Wirbeltieren führt, wird untersucht.

Dieser Artikel ist Teil der Themenausgabe "Challenging the paradigm in sex chromosome evolution: empirical and theoretical insights with a focus on vertebrates (Part II)".

online seit 27.07.2021



Neue Publikation am ILIM (MitarbeiterInnen hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff members in bold):

Morón-Asensio R., Schuler D., Wiedlroither A., Offterdinger M., Kurmayer R. (2021). Differential Labeling of Chemically Modified Peptides and Lipids among Cyanobacteria Planktothrix and Microcystis. Microorganisms 9(8):1578. doi:10.3390/microorganisms9081578  

Moron et al-2021

Grafik: Natürlich vorkommende (A) Anabaenopeptin- und (B) Microcystin-Strukturvarianten. Die variablen Positionen 1 in AP-Molekülen und 2 in MC-Molekülen sind hervorgehoben. Die entsprechenden Aminosäuren, die an diesen Positionen vorkommen können, wie die in den untersuchten Organismen vorkommen können, sind in den Boxen dargestellt. Aus der Originalpublikation

Die beiden Blaualgengattungen (Cyanobakterien) Microcystis und Planktothrix können sich, bei für sie guten Bedingungen, massenhaft vermehren und sogenannte Algenblüten bilden. Die beiden Algengattungen haben die Eigenschaft auch die Toxine Microcystin bzw. Anabaenopeptin bilden zu können. In der vorliegenden Studie wurde die intrazelluläre Position von chemisch modifizierten Microcystinen und Anabaenopeptiden in den jeweiligen toxinbildenden Algengattungen untersucht.  Begleitend  wurde auch die nichttoxinbildende Gattung Synechocystis mit der gleichen Methode verglichen. 

Die Publikation wurde im Rahmen des FWF Projektes SLOT P32193 finanziert und als Open Access Version verfügbar gemacht und ist Teil der PhD-Arbeit von Rubén Morón-Asensio unter der Betreuung von FG Leiter Rainer Kurmayer.
online seit 26.07.2021

Wissenschaft an Bord - am Traunsee

Mikroskopieren Wissenschaft an Bord Traunsee-21.07.2021Wissenschaft an Bord-Liberty-21.07.2021Wissenschaft an Bord-Traunsee 21.07.2021Wissenschaft an Bord-Echolot-Traunsee-21.07.2021

Fotos der Veranstaltung "Wissenschaft an Bord" am Traunsee, S. Wanzenböck, ILIM (3), R. Radax, IAT (1)

Bei einer Kooperationsveranstaltung des Forschungsinstituts für Limnologie, Mondsee mit der Internationalen Akademie Traunkirchen und dem Tourismusverband Traunsee-Almtal fand am 21.7.2021 die Veranstaltung "Wissenschaft an Bord" statt. Während die TeilnehmerInnen mit dem Ausflugsschiff "Liberty" den wunderschönen Traunsee befuhren, präsentierten der Fischbiologe Josef Wanzenböck und geniALGE Projektleiterin Sabine Wanzenböck Wissenswertes über Fische und Planktonorganismen. Dabei wurden Fragen beantwortet wie zum Beispiel: Welche Fischarten sind besonders gefährdet und warum? Welche werden wirtschaftlich besonders geschätzt? Die TeilnehmerInnen konnten in Echtzeit die Fischechos verfolgen, die von einem, am Schiff montierten, wissenschaftlichen Echolot dargestellt wurden. Neben diesem spannenden Blick unter Wasser, konnte auch ein Planktonzug unter dem Mikroskop untersucht werden. Die Veranstaltung wird am 1.9.2021 ab 10 Uhr wiederholt.

online seit, 23.07.2021


SchülerInnen erfahren mehr zur Umwelt-DNA-Forschung in Mondsee

MS Mondse-Eco-AlpsWater-02.08.2021Gruppenfoto HBLA Ursprung-Eco-AlpsWater

SchülerInnen der MS Mondsee beim Entschlüsseln des genetischen Codes von Algen (links),
Gruppenfoto der HBLA Ursprung-Schuklasse vor dem Forschungsinstitut (rechts), Fotos: S. Wanzenböck, ILIM

SchülerInnen der Mittelschule Mondsee und der höheren berufsbildenden Schule HBLA Ursprung besuchten uns Anfang Juli um mehr über unsere Forschungsthemen, vor allem aber über das Projekt Eco-AlpsWater zu erfahren. Die SchülerInnen konnten in  Vorträgen und einer praktischen Übung die im Forschungsprojekt angewandte, innovative ökologische Bewertungs- und Wassermanagementstrategie zum Schutz von Ökosystemleistungen in alpinen Seen und Flüssen kennenlernen.

Mit Hilfe dieser Technik soll die oftmals sehr kostenintensive und aufwändige Probenahme von Fischen und auch die Bestimmung von Algen durch die Entnahme von definierten Wasserproben vereinfacht und standardisiert werden. Aus den gewonnenen Wasserproben kann die Umwelt Erbsubstanz (DNA), die z.B. von Fischen in das Wasser abgegeben wird, analysiert und bestimmten Arten zugeordnet werden. Im Projekt werden diese Untersuchungen noch mit fischereilichen Maßnahmen begleitet und verifiziert. Auch die Algenarten können so aus den Wasserproben mittels Hochdurchsatz-Sequenzierung (Next Generation Sequencing NGS) analysiert und bestimmt werden. Künftig ist daran gedacht alle Organismen in einem Gewässer, von den Bakterien bis zu den Fischen, mit dieser Methode bestimmen zu können.

Zum Schluss konnten die SchülerInnen noch einige Fischarten in den beiden Aquarienräumen beobachten, deren Erbsubstanz in die Referenzdatenbank des Projekts zur Bestimmung und zum Abgleich eingeflossen ist.

online seit, 20.07.2021


Neue Publikation am ILIM (Mitarbeiter hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff member in bold):

Reichelt N., Leger D., Daubert M., Ruffino P., Pröschold T., Darienko T. (online first). Epigenomic assessment during cryopreservation and physiology among various strains of Chromochloris zofingeiensis (Chlorophyceae) and their genetic variability revealed by AFLP and MS-AFLP. Journal of Applied Phycology. doi.10.1007/s10811-021-02468-2

Die einzellige Grünalge Chromochloris zofingiensis ist aufgrund ihrer Produktion von sehr wertvollen Carotinoiden, wie Astaxanthin, ein Modellorganismus in der Biotechnologie. In den biotechnologischen Anwendungen wurde allerdings meist nur ein Stamm verwendet. In der Publikation wird der Frage der Artzugehörigkeit und der epigenetischen Variabilität der benutzten Stämme nachgegangen.

online seit, 05.07.2021


"Gut zu wissen" - Universitätsstandort Mondsee

Gut zu wissen Algenbild-gut zu wissen Rainer Kurmayer

Fotos: Tourismusverband Mondsee Irrsee (2), R. Kurmayer, privat (1)

Die Videoserie "Gut zu wissen - Nachhaltig im MondSeeLand" hatte diesmal das Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee, zum Thema. Der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mondsee-Irrsee, Thomas Ebner, interviewte den stellvertretenden Institutsleiter Rainer Kurmayer am Institutsgelände. Neben der aktuellen Forschung an Algen und der damit verbundenen Klimafolgenforschung, der Bedeutung von Limnologie, und dem Zustand des Sees generell unterhielten sich die beiden auch über die Möglichkeit durch die Inskription zu einem Biologiestudium an der Universität Innsbruck, am Forschungsinstitut in Mondsee Biologie zu studieren. 
 
online seit 22.06.2021


Neue Publikation am ILIM/new publication at ILIM:
Kraemer, B.M., Pilla, R.M., Woolway, R.I. et al. Climate change drives widespread shifts in lake thermal habitat. Nat. Clim. Chang. 11, 521–529 (2021).  https://doi.org/10.1038/s41558-021-01060-3
Lake Mondsee
Volumetric thermal habitats are summarized for Lake Mondsee
 
Neben den Daten aus dem Mondsees fließen jene von weiteren 138 Seen auf der ganzen Welt in diese Studie ein. Der Limnologe Martin T. Dokulil vom Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee, ist Co-Autor dieser Publikation.
Über 32 Millionen Temperaturdaten, gesammelt in 139 Seen in einem Zeitraum von über 30 Jahren, geben nun Einblicke in die tiefgreifenden Veränderungen in Seen. Nicht nur die Temperatur hat sich, bedingt durch den Klimawandel, erhöht. Damit einher geht auch die maßgebliche Veränderung der Lebensräume vieler Arten in Seen, wie Fischen, Zooplankton, aber auch Primärproduzenten.
online seit 7.6.2021

Neue Publikation am ILIM (Mitarbeiter hervorgehoben)/new publication at ILIM(staff member in bold):

Schirpke U., Ebner M., Pritsch H., Fontana V., Kurmayer R. (2021). Quantifying Ecosystem Services of High Mountain Lakes across Different Socio-Ecological Contexts. Sustainability 13(11):6051. https://doi.org/10.3390/su13116051    

Pragser Wildsee 

Foto: Pragser Wildsee, R. Kurmayer

Bisher wurden kleine Bergseen kaum für die Bewertung von Ökosystemleistungen (ÖSD) herangezogen. In dieser Studie dienten 15 kleine alpine Seen in zwei Regionen der europäischen Alpen als Modellregionen für die Erarbeitung von Indikatoren zur Bewertung der ÖSD. Gemeinsam mit lokalen Entscheidungsträgern und Experten wurden 8 nicht monetäre ÖSD unter Verwendung von 29 Indikatoren, die auf limnologischen, räumlichen und sozioökonomischen Daten basieren, erarbeitet. Die Ergebnisse tragen zu einem tieferen Verständnis der ÖSD von Bergseen bei und unterstützen die Entwicklung von nachhaltigen Managementstrategien in Bergregionen. 

online seit 01.06.2021


 Mondsee-Seelinie

Foto: S.K. Wanzenböck

Alarmierende Daten aus 50 Jahren: Oberflächentemperaturen ausgewählter europäischer Seen im kritischen Bereich

Die Auswirkungen des Klimawandels machen auch vor unseren Seen nicht halt. Die Analyse von Langzeitdaten aus 50 Jahren zeigt einen deutlichen Anstieg der jährlichen maximalen Oberflächentemperatur von zehn europäischen Seen über die potentiell kritische Temperatur von 20°C.

Die jährliche maximale Seeoberflächentemperatur beeinflusst die Struktur und Funktion des Ökosystems im See.  Nicht nur die Geschwindigkeit der Stoffwechselaktivitäten von Organismen und die Biogeographie, sondern das Überleben der Arten sind davon beeinträchtigt. Wird die maximale Temperatur eines Sees über einen längeren Zeitraum überschritten, dann setzt sich die Erwärmung auch in der Gewässertiefe fort und kann die Temperaturtoleranz von aquatischen Organismen stark herabsetzen. Besonders temperatursensitive Organismen, wie z.B. bestimmte Algen, Fische oder Planktonorganismen, müssen dann in tiefere Gewässerbereiche ausweichen. Dort sind aber vielfach die Licht- und Sauerstoffbedingungen nicht ideal oder sogar limitierend. Das kann dem Wachstum und der Fortpflanzungsrate dieser Organismen entgegenwirken oder aber die Lebensbedingungen verschlechtern sich für empfindliche Arten so massiv, dass für sie ein Weiterleben unmöglich wird. 

In einer kürzlich erschienen Publikation in der Zeitschrift Climatic Change, analysierte ein internationales Team, unter der Leitung des Mondseer Wissenschaftlers Martin T. Dokulil, die Oberflächentemperaturen von zehn Seen in Irland, Großbritannien, Schweden und Österreich. Die Daten wurden zwischen 1966 und 2015 erhoben um Änderungen der jährlichen maximalen Oberflächentemperatur und der Dauer einer potenziell kritischen Temperatur von über 20° C zu quantifizieren. Die Daten sind alarmierend: Die jährliche maximale Seeoberflächentemperatur ist mit einer durchschnittlichen Rate von +0,58°C pro Dekade (angestiegen. Das entspricht dem beobachteten Anstieg der jährlichen maximalen Lufttemperatur von +0,42° C pro Dekade im selben Zeitraum. Die durchschnittliche Zunahme der maximalen Temperatur in den untersuchten Seen war mit + 0,58°C pro zehn Jahren höher als der globale Durchschnitt von +0,34°C bzw. +0,42°C für 22 österreichische Seen und + 0,39°C für neun polnische Tieflandseen. Im Untersuchungszeitraum nahmen die Perioden mit Oberflächentemperaturen über 20°C signifikant zu und die Erwärmung erreichte das kritische Niveau während des Jahres immer häufiger und hielt länger an. 

Das Epilimnion ist die oberste, erwärmte und stark bewegte Wasserschicht in einem geschichteten stehenden Gewässer. Die kühle, bodennahe Schicht des Sees nennt man Hypolimnion. Diese beiden Zonen werden durch die dazwischenliegende Sprungschicht, das Metalimnion, abgepuffert. In dieser Schicht kann der Temperaturabfall bis zu 10 °C betragen. Die Auswertung der Langzeitdaten aus dem oberösterreichischen Mondsee, zeigen eine deutliche Zunahme der Tage an denen die Wassertemperatur über 20°C erreichte. Innerhalb der 50 Untersuchungsjahre nahm auch die kritische Temperatur kontinuierlich von unter 1m auf bis zu 6m Tiefe zu. Diese zunehmende Erwärmung ist beim 68m tiefen Mondsee, mit tiefer gelegenem, kühlen Hypolimnion, besonders bedenklich, weil zum Erreichen dieser hohen Temperaturen im größeren Wasservolumen bereits mehrere aufeinander folgende Hitzeperioden erforderlich waren. In Flachwasserseen, wie z.B. dem Neusiedlersee im Burgenland, der als pannonischer Steppensee regelmäßig mehr als 20°C erreichte, wurde als maximale Wassertemperatur im Untersuchungszeitraum sogar 31,7°C gemessen.

Der Einfluss auf das aquatische Ökosystem, insbesondere auf alle Ebenen des Nahrungsnetzes, auf Wachstumsraten sowie die Biodiversität und die Begünstigung invasiver Arten, ist daher auch von der geografischen Lage abhängig (z.B. milde Winter durch den Einfluss des Golfstroms). Ausgedehnte Perioden in denen die maximale Oberflächentemperatur erreicht wird beeinflussen auch den trophischen Status eines Sees. Die Zunahme von Nährstoffen im See und in weiterer Folge die Zunahme von Algenblüten können auch negative Auswirkungen auf Organismen und Organismengemeinschaften, von Bakterien bis hin zu den Fischen, haben. Das Überleben von Arten ist daher unmittelbar davon abhängig wie lange sie einer Periode mit überdurchschnittlicher, maximaler Wassertemperatur ausgesetzt sind, wie flexibel sie sind und wie sie sich an neue Bedingungen anpassen können. Die Alternative, nämlich die Fähigkeit in tiefere, kühlere Seebereich auszuweichen, steht nicht allen aquatischen Organismen zur Verfügung oder scheitert in Zukunft möglicherweise an verfügbaren, sauerstoffreichen Tiefenzonen in unseren Seen.

Die Publikation im Open Access Format wurde durch die finanzielle Unterstützung der Universität Innsbruck und der Medizinischen Universität Innsbruck ermöglicht.

Originalzitat:

Dokulil M.T., de Eyto E., Maberly S.C. et al. (2021).  Increasing maximum lake surface temperature under climate change. Climatic Change 165, 56 (2021). https://doi.org/10.1007/s10584-021-03085-1 

Longterm ecological research (LTER) Mondsee

OÖ Nachrichten

Newsroom der Universität Innsbruck (deutsch)

Newsroom of the University of Innsbruck (English version)

online seit 27.05.2021


Spannende Aktivitäten im Mondseeland, der Region Traunsee und Junge Uni 2021

Exkursion-UNESCO-NMS-Mondsee

Foto: ILIM

Auch 2021 finden wieder Sommerveranstaltungen der Jungen Uni für Kinder und Jugendliche, aber auch interessante Workshops für Erwachsene am Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee, und - HEUER NEU - an der Internationalen Akademie Traunkirchen (IAT) statt.

Zum Programm

> Wir starten bereits am 08.06. in Traunkirchen mit dem Kinderworkshop "Was lebt im Bach?" (Anmeldung nur mehr bis 25.05. möglich!)

> am 15.07. und am 20.07. gibt es zwei Junge Uni Workshops in Mondsee "Mein eigenes Aquarium"

>> am 21.07. und am 01.09. fahren wir mit dem Ausflugsschiff zu "Wissenschaft an Bord" über den Traunsee (erst ab 14 J. und für Erwachsene!)

> am 04.08. erfahren Kinder bei der Jungen Uni in Mondsee mehr zu "Superstarken Mikroorganismen"

>>  und am 17.08. finden 2 Termine (jeweils vormittags und nachmittags) der Jungen Uni "Ein Tag im Labor" statt.

Anmeldungen für die Termine in Mondsee über den Tourismusverband Mondseeland +43 (0)6232 2270 oder info@mondsee.at

und für die Termine in Traunkirchen über die IAT Webseite https://www.akademietraunkirchen.com/events/veranstaltungskalender.html online.

online seit 19.05.2021


Neue Publikation am ILIM (Mitarbeiterin hervorgehoben)/new publications at ILIM (staff member in bold):

Zajac N., Zoller S., Seppälä K., Moi D., Dessimoz C., Jokela J., Hartikainen H., Glover N., Gene duplication and gain in the Trematode Atriophallophorus winterbourni contributes to adaptation to parasitism, Genome Biology and Evolution 13(3): evab010, https://doi.org/10.1093/gbe/evab010

Durch Gen-Duplikationen und neue Gene können sich Helminthen (zu denen auch z.B. Bandwürmer gehören) an einen parasitären Lebensstil anpassen und sich an eine sich ändernde Umgebung, beispielsweise durch das Leben in mehreren Wirten, adaptieren. In dieser Publikation werden die Ergebnisse zum neu sequenzierten und annotierten Genom des parasitären Trematoden Atriophallophorus winterbourni beschrieben.  Die Ergebnisse der Autoren bieten eine wertvolle Ressource für zukünftige Studien zur genomischen Basis der Anpassung an Parasitismus und weisen auf spezifische Kandidatengene hin, die möglicherweise an der antagonistischen Anpassung von Wirt und Parasit beteiligt sind.

online seit 18.05.2021


Neue Publikation am ILIM (MitarbeiterInnen hervorgehoben)/new publications at ILIM (staff members in bold):

Pitt A., Schmidt J., Koll U., Hahn M.W. (2021). Aquiluna borgnonia gen. nov., sp. nov., a member of a Microbacteriaceae lineage of freshwater bacteria with small genome sizes. Int J Syst Evol Microbiol 71:5 https://doi.org/10.1099/ijsem.0.004825

Sparkling Science

Als eines der Ergebnisse des Sparkling Science Projektes "Verborgene Welt der Bakterien" wird in dieser Publikation die, in einem künstlichen Teich in der Nähe von Salzburg, neu gefundene und beschriebene Bakterienart Aquiluna borgnonia vorgestellt und  als neue Gattung vorgeschlagen.

online seit, 18.05.2021


Unser neuer Forschungsnewsletter am ILIM

FNL8

In unserem aktuellen Forschungsnewsletter, der soeben an alle Haushalte der vier Mondseelandgemeinden ausgesandt wurde, erfahren Sie:

> mehr über unseren neuen Institutsleiter Otto Seppälä
> den neuen Termin der Langen Nacht der Forschung in Mondsee
> Infos über den Klimastress in alpinen Seen und das Projekt CLAIMES
> Wissenswertes über Blaualgen
> woran unser PostDoc Thomas Scheuerl forscht.

Wir wünschen Ihnen aufschlussreiche Unterhaltung.

online seit 18.05.2021

 


Ankündigung:
SIL-Austria Webinar mit Klement Tockner - Herausforderungen der aquatischen Ökosystemforschung
 

In diesem deutschsprachigen, öffentlichen SIL-Austria Webinar wird Klement Tockner einen Einblick in die aktuellen und künftigen Herausforderungen der aquatischen Ökosystemforschung geben. Der Link zur öffentlichen Veranstaltung, die vom Verein der österreichischen LimnologInnen (SIL-Austria) organisiert wird, ist auf der SIL-Austria Webseite abrufbar: https://www.sil-austria.at/ 

KT 

Klement Tockner, Foto: Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Klement Tockner ist seit 2021 Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und zugleich Professor für Ökosystemwissenschaften an der Goethe-Universität, Frankfurt am Main. Von 2016 bis 2020 war er Präsident des Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF. Als international agierender Limnologe, insbesondere in den Forschungsbereichen Biodiversität, Ökosystemforschung und Umweltmanagement, hat er erfolgreich große inter- und transdisziplinäre Projekte geleitet, wie z.B. das EU-geförderte Projekt BioFresh.
Klement Tockner ist Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Komitees und Beiräte, darunter das National Institute of Environmental Studies, Japan (NIES) und das Biology Centre (CZ). Er ist gewähltes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Wissenschaften, Leopoldina.

online seit, 06.05.2021 

Neue Publikation am ILIM (Mitarbeiter hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff member in bold):

Seppälä O.
, Çetin C., Cereghetti T., Feulner P.G.D., Adema C.M. (2021). Examining adaptive evolution of immune activity: opportunities provided by gastropods in the age of "omics". Philosophical Transactions B 376: 20200158, https://doi.org/10.1098/rstb.2020.0158

Lyminea-Seppaelae 

Foto: O. Seppälä

Im neuen Sonderband der Philosphical Transactions of the Royal Society B ist der Artikel "Examining adaptive evolution of immune activity: opportunities provided by gastropods in the age of "omics"" des Mondseer Institutsleiters Otto Seppälä erschienen. Darin gibt er einen Überblick über die vorhandene Literatur zur natürlichen Selektion und zum evolutionären Potenzial von Immunmerkmalen bei Tieren und zeigt auf wie die Verbindung von ökologischer Immunologie und Genomik die evolutionäre, ökologische Immunitätsforschung stärkt. Er gibt einen Ausblick auf Forschungsmöglichkeiten in der Schneckenforschung für die ein fundiertes ökologisches Verständnis und "immune-omics" - Grundlagen bereits vorhanden sind.
 
online seit 06.05.2021

Sauberes Seeufer als Naturschutzmaßnahme - Seeuferreingung 2021

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Fotos: ILIM

Die MitarbeiterInnen des Forschungsinstituts für Limnologie, Mondsee, haben diesmal mit einem großen Team an der Seeuferreinigung 2021 am Mondsee teilgenommen. Mit der Institutszille und einem Forschungsboot waren acht freiwillige MitarbeiterInnen fleißig dabei das Seeufer von Abfall zu säubern. Entsprechend war am Ende des Tages der Container am Institutsparkplatz mit den Fundstücken übervoll. Die Aktion wird regelmäßig von der Gemeinde Mondseee initiiert und von den gemeinnützigen Vereinen und Institutionen sowie engagierten BewohnerInnen des Mondseelandes tatkräftig unterstützt um das Seeufer und die Bachläufe vom angeschwemmten Zivilisationsmüll zu reinigen. Der Erhalt der natürlichen und möglichst unbeeinflussten Ufervegetation als Rückzugsgebiet und Kinderstube für Fische und Wasservögel ist wünschenswert und sollte nicht durch mutwillige oder unbedachte zerstört oder verschmutzt werden. Ein intaktes Seeufer dient als Puffer gegenüber Einträgen aus dem Umland, die Ufervegetation fördert zusätzlich die Selbstreinigungskraft der Gewässer. Dies hilft in erster Linie den dort lebenden Organismen und erfreut auch die Erholungssuchenden und Touristen des Mondseelandes.

online seit 19.04.2021


Neue Publikation am ILIM (ehem. Mitarbeiter hervorgehoben)/new publication at ILIM (former staff member in bold):

Woolway R.I., Sharma S., Weyhenmeyer G.A., Debolskiy A., Golub M., Mercado-Bettín D., Perroud M., Stepanenko V., Tan Z., Grant L., Ladwig R., Mesman J., Moore T.N., Shatwell T., Vanderkelen I., Austin J.A., DeGasperi C.L., Dokulil M., La Fuente S., Mackay E.B., Schladow S.G., Watanabe S., Marcé R., Pierson D.C., Thiery W., Jennings E. (2021). Phenological shifts in lake stratification under climate change, Nature Communications 12: 2318 doi. org/10.1038/s41467-021-22657-4 

Die Verfügbarkeit von Licht, Nährstoffen, Kohlenstoff und Sauerstoff für die Wasserorganismen wird davon beeinflusst wann die Schichtung eines Sees beginnt oder endet (Phänologie). Die Schichtung stellt daher eine wichtige physikalische Eigenschaft in Seen dar. Da es zur Phänologie kaum historische Daten gibt, ist eine Prognose für die entsprechende zukünftige globale Entwicklung nur durch ein See-Klima-Modell, das in dieser Studie entwickelt wurde, und Langzeitbeobachtungsdaten möglich. Die Ergebnisse zeigten eine frühere Schichtung um 7 Tage bei bei hohen Treibgasemmissionen und endet um 4,7 Tage später bis zum Ende dieses Jahrhunderts. Es werden in Folge eine Abnahme des Sauerstoffgehalts im See und damit Freisetzung von Nährstoffen und Phosphor aus Seesedimenten erwartet, was einen negativen Einfluss auf das Seeökosystem erwarten lässt.

Die Modellsimulationen der Seen können unter https://esg.pik-potsdam.de abgerufen werden. Die Oberflächentemperatur und Eisbedeckung der Seen wird von der ESA Climate Change Initiative bereitgestellt: https://catalogue.ceda.ac.uk/uuid/3c324bb4ee394d0d876fe2e1db217378 .

Open access publication

online seit 19.04.2021

 

PhD Abschluss live aus China

Leo PhDLeo

Der Doktoratsstudent Xiaoteng Lu (Leo) hat seine Verteidigung zum PhD mit dem Titel "Functional Ecology and Biodiversity of Planktonic Ciliates" live online aus seiner Quaratäne in Shanghai, China, absolviert. Der Studierende war mit Mitteln des Chinese Scholarship Council (CSC) und der Aktion D. Swarovski KG 2018 finanziell unterstützt worden und hat seine Dissertation in der Forschungsgruppe von Thomas Weisse erfolgreich fertiggestellt.

In seiner Doktorarbeit untersuchte Leo, unter anderem, die beiden Ciliatenarten Histiobalantium bodamicum und Vorticella natans hinsichtlich ihrer Wachstumsrate und ihrer Aufnahmerate unter verschiedenen Temperaturen um die Veränderungen in Bezug auf den Klimawandel zu simulieren. In Laborversuchen war V. natans hinsichtlich Temperaturtoleranz und bottom-up Steuerung überlegen. Trotzdem kommt V. natans in Seen weniger häufig vor als H. bodamicum und andere Ciliatenarten. Dies deutet darauf hin, dass eine starke top-down Kontrolle durch das räuberische H. bodamicum die Überlegenheit von V. natans relativiert und dessen Bestand damit deutlich einschränkt. Der vormals diskutierte Artstatus von V. natans konnte genetisch belegt werden.
Seine Forschungsarbeit hat X. Lu bereits in zwei erschienen Publikationen veröffentlicht, eine weitere Publikation ist in Einreichung.
Lu X., Gao Y., Weisse, T. (2021). Functional ecology of two contrasting freshwater ciliated protists in relation to temperature. J. Eukaryot. Microbiol. 68, e12823, https://doi.org/10.1111/jeu.12823

Weisse T., Lukić D., Lu X. (2021). Container volume may affect growth rates of ciliates and clearance rates of their microcrustacean predators in microcosm experiments, 
Journal of Plankton Research, fbab017, doi.10.1093/plankt/fbab017

Wir gratulieren Leo sehr herzlich und wünschen ihm viel Erfolg bei seiner neuen Stelle an einer Universität in China.

online seit, 29.03.2021


Zwei neue Master of Science

defensio MA defensio FS

Aufgrund der Sicherheitsbestimmungen wurden am 24. März 2021 zwei Master defensios am Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee, online erfolgreich präsentiert.

Mario Aigner stellte seine Masterarbeit "Fraßdruck von Fischlarven aus dem Coregonus lavaretus Artenkomplex auf Ciliaten" vor.  Er war dabei interdisziplinär von den beiden Mondseer Forschungsgruppenleiter Josef Wanzenböck (Fischökologie) und Bettina Sonntag (Ciliatenökologie und -taxonomie) betreut worden. Mario belegte mit seiner Masterarbeit, dass Coregonen- Fischlarven Wimpertierchen fressen und dabei bestimmte Arten bevorzugen.

Fabian Sommer verteidigte seine Masterarbeit "Man-made mountain reservoirs: ciliates in human-influenced habitats", die in einer institutsübergreifenden Zusammenarbeit der Forschungsgruppe von Bettina Sonntag und Barbara Tartarotti (Institut für Ökologie) entstanden ist. Fabian untersuchte die Ciliatengemeinschaften in 11 verschiedenen Beschneiungsteichen und nahe gelegenen Vergleichsgewässern in den Alpen.

Wir gratulieren den beiden neuen MScs sehr herzlich!

online seit 25.03.2021


Neue Publikation am ILIM (MitarbeiterInnen hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff members in bold):

Hoetzinger, M., Pitt, A., Huemer, A. and  M.W. Hahn (2021) Continental-scale gene flow prevents allopatric divergence of pelagic freshwater bacteria. Genome Biology and Evolution, 13:3, evab019 (https://doi.org/10.1093/gbe/evab019)

Der Genfluss und die Populationsstruktur der weit verbreiteten pelagischer Süßwasserbakterienart Polynucleobacter paneuropaeus wurde untersucht. Dazu wurden 113 Stämme mittels vergleichender Genomik aus Seen und Teiche in einem Nord-Süd-Bereich von mehr als 3.000 km analysiert.

Allopatric divergence is one of the principal mechanisms for speciation of macro-organisms. Microbes by comparison are assumed to disperse more freely and to be less limited by dispersal barriers. However, thermophilic prokaryotes restricted to geothermal springs have shown clear signals of geographic isolation, but robust studies on this topic for microbes with less strict habitat requirements are scarce. Furthermore, it has only recently been recognized that homologous recombination among conspecific individuals provides species coherence in a wide range of prokaryotes. Recombination barriers thus may define prokaryotic species boundaries, yet, the extent to which geographic distance between populations gives rise to such barriers is an open question. Here, we investigated gene flow and population structure in a widespread species of pelagic freshwater bacteria, Polynucleobacter paneuropaeus. Through comparative genomics of 113 conspecific strains isolated from freshwater lakes and ponds located across a North–South range of more than 3,000 km, we were able to reconstruct past gene flow events. The species turned out to be highly recombinogenic as indicated by significant signs of gene transfer and extensive genome mosaicism. Although genomic differences increased with spatial distance on a regional scale (<170 km), such correlations were mostly absent on larger scales up to 3,400 km. We conclude that allopatric divergence in European P. paneuropaeus is minor, and that effective gene flow across the sampled geographic range in combination with a high recombination efficacy maintains species coherence.

This work was supported by the Austrian Science Fund (FWF) (project number 27160-B22).

Open access publication

online seit, 25.03.2021


PhD position in Mondsee
deadline for application extended/Ausschreibung verlängert!

University Assistant – PhD Position (20 hours per week,
with the submission of the dissertation agreement the working hours will be 30 hours per week),
University of Innsbruck, Research Department for Limnology, Mondsee, Austria, duration 4 years.

Position:

In this position, you will experimentally examine the evolutionary ecology of the responses of the freshwater snail Lymnaea stagnalis to changing environmental conditions under climate change. The specific goals are to reveal (1) how selection imposed by heatwaves operates on snail phenotypes and (2) how snails evolve over generations when periodically challenged by high temperature. The project is linked to other work in the research group of aquatic evolutionary ecology (led by Prof. Seppälä) that focuses on the evolutionary adaptation of organisms to environmental change and natural enemies.

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online seit 23.03.2021


Weltwassertag 2021 - Wert des Wassers

Weltwassertag-2021

Die letzte Woche stattfindende Konferenz UN Wasserkonferenz zur Umsetzung der Wasserziele im Rahmen der Nachhaltigkeits-Agenda 2030 zeigte wieder deutlich: Trotz dramatischer Verbesserungen in den letzten Jahren sind noch viele Probleme im Wassersektor zu lösen. Das Nachhaltige Entwicklungsziel Nummer sechs (SDG 6) zur Gewährleistung der Verfügbarkeit und nachhaltigen Bewirtschaftung von Wasser und sanitären Einrichtungen ist nur eines von 17 Zielen der nachhaltigen Entwicklung, deren Erfüllung bis 2030 als ehrgeiziger Plan vorgesehen ist. Dabei werden soziale, ökologische und ökonomische Aspekte berücksichtigt. Der seit 2005 erscheinende Weltwasserbericht der UNESCO dokumentiert die jährlichen Veränderungen auf dem Wassersektor. Der Weltwasserbericht aus dem Jahr 2019 lässt aber nichts Gutes erahnen, da man befürchtet, dass Umweltschäden und mangelnde Wasserressourcen bis zum Jahr 2050 voraussichtlich 45 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) und 40 Prozent der weltweiten Getreideproduktion bedrohen könnten. 

Mit dem am 22. März jeden Jahres festgelegten Weltwassertag, möchten die Vereinten Nationen (seit 1993, seit 2003 von der UN-Water organisiert) auf die Bedeutung des Wassers für die gesamte Welt aufmerksam machen. Dieses Jahr steht der Weltwassertag unter dem Motto "Der Wert des Wassers". Für viele kommt Wasser aus dem Wasserhahn, doch das ist nicht selbstverständlich. In vielen Regionen der Welt ist kaum Trinkwasserverfügbar oder nur durch beträchtliche Anstrengungen zu erhalten. Doch der Wert des Wassers liegt nicht nur am Trinkwasser, auch bei der Herstellung von Produkten und Dienstleistungen wird Wasser verbraucht. Das bezeichnet man in der Regel als virtuelles Wasser. So wird, zum Beispiel, bei der Produktion einer Jeanshose die unglaubliche Menge von 8000 Liter virtuelles Wasser verbraucht. Verschiedene Institutionen machen auf den Wasserverbrauch aufmerksam und sensibilisieren die Bevölkerung Wasser sparsamer zu verwenden (z.B. Water Footprint Network, Generation blue).

online seit 22.03.2021


Neue Publikation am ILIM (Mitarbeiter hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff members in bold):

Weisse T., Lukić D., Lu X. (2021). Container volume may affect growth rates of ciliates and clearance rates of their microcrustacean predators in microcosm experiments, Journal of Plankton Research, fbab017, doi.10.1093/plankt/fbab017

We studied the effect of volume in small containers (microcosms) on five common planktonic freshwater ciliates and three zooplankton species, namely Daphnia sp., the calanoid copepod Eudiaptomus sp., and the cyclopoid copepod Cyclops sp. We measured ciliate specific growth rates and their loss rates due to microcrustacean predation in short-term experiments. We hypothesized that container volume ranging from 10 to 200 mL would not affect the activity of our prey and predator species. We found that the response to volume was species-specific; growth rates of three ciliate species were sensitive to volume. However, the volume effect was not unequivocal because different timing of the microcosm experiments (block effects) may have caused random bias due to varying morphological and/or physiological conditions of the ciliates and their predators. For predator clearance rate, the volume effect was insignificant in the filter-feeding Daphnia and Eudiaptomus but was significant for the predatory copepod Cyclops, which was hampered in the smallest experimental containers. Total crustacean clearance rates averaged over all treatments appeared unaffected by predator species, while ciliate species significantly affected the results. Our growth and clearance rates are close to previous findings with the same or similar planktonic prey and predator species.
Funding by Chinese Scholarship Council (CSC) and University of Innsbruck-Aktion D. Swarovski KG 2018 awarded to X.L.

Open access publication

online seit 22.03.2021


Neue Publikation am ILIM(Mitarbeiter hervorgehoben)/new publication at ILIM(staff members in bold):

Pröschold T., Rieser D., Darienko T., Nachbaur L., Kammerlander B., Qian K., Pitsch G., Bruni P., Qu Z., Forster D., Rad-Mendez C., Posch T., Stoeck T., Sonntag B. (2021).  An integrative approach sheds new light onto the systematics and ecology of the widespread ciliate genus Coleps (Ciliophora, Prostomatea). Sci Rep 11: 5916, https://doi.org/10.1038/s41598-021-84265-y

Die Gattung Coleps zählt in Seeökosystemen zu den dominanten Arten in der Gruppe der Wimpertierchen (Ciliaten). Die AutorInnen untersuchten verschiedene Coleps Isolate aus unterschiedlichen Gewässern und Kultursammlungen. Dabei lag ihr Fokus auf der phänotypischen Plastizität, also der Eigenschaft von Organismen verschiedene Formen je nach Umweltbedingungen zu bilden und der genetischen Variabilität, den Unterschieden, die auf Differenzen in den Erbanlagen beruhen. Das mutualistische Vorkommen von Coleps mit der Grünalge Micractinium conductrix, wobei die Alge durch Photosynthese auch die Colepszelle mit Nährstoffen versorgt, ist dabei besonders interessant.

Die Publikation wurde im Rahmen von Finanzierungen des FWF1 und FWF2, der SNF, der DFG und NERC erstellt.

Open access publication

online seit 22.03.2021


Nachruf

Ein schwerer Schlag für die Limnologie:

Prof. Dr. Winfried Lampert, einer der großen Wegbereiter der Limnologie, ist tot.

Winfried Lampert studierte Biologie an der Universität Freiburg, wo er 1971 mit einer Arbeit über Untersuchungen zur Systematik, Biologie und Populationsdynamik der Coregonen im Schluchsee promovierte und 1977 im Fach Limnologie habilitiert wurde.

Ab 1984 und für mehr als 30 Jahre war Winfried Lampert Direktor des Max Planck Instituts für Evolutionsbiologie in Plön, Deutschland, wo er zahlreiche internationale WissenschafterInnen im Gebiet der Planktonökologie ausbildete und unterstützte.

2012 erhielt er, gemeinsam mit Maciej Gliwicz, den Redfield Lifetime Achievement award

Seine Pionierarbeit zur Ökologie und Evolution von Daphnia und sein wissenschaftliches Vermächtnis wird als Schatz für viele weitere Generationen von LimnologInnen erhalten bleiben.

Daphnia

online seit, 11.03.2021


Neue Publikation am ILIM(Mitarbeiter hervorgehoben)/new publication at ILIM(staff members in bold):

Forster D., Qu Z., Pitsch G., Bruni E.P., Kammerlander B., Pröschold T., Sonntag B., Posch T., Stoeck T (2021). Lake Ecosystem Robustness and Resilience Inferred from a Climate-Stressed Protistan Plankton Network. Microorganisms 9:549. https://doi.org/10.3390/microorganisms9030549  

Network analyses of biological communities allow for identifying potential consequences of climate change on the resilience of ecosystems and their robustness to resist stressors. Using DNA metabarcoding datasets from a three-year-sampling (73 samples), we constructed the protistan plankton co-occurrence network of Lake Zurich, a model lake ecosystem subjected to climate change. Despite several documentations of dramatic lake warming in Lake Zurich, our study provides an unprecedented perspective by linking changes in biotic association patterns to climate stress. Water temperature belonged to the strongest environmental parameters splitting the data into two distinct seasonal networks (October–April; May–September). The expected ecological niche of phytoplankton, weakened through nutrient depletion because of permanent thermal stratification and through parasitic fungi, was occupied by the cyanobacterium Planktothrix rubescens and mixotrophic nanoflagellates. Instead of phytoplankton, bacteria and nanoflagellates were the main prey organisms associated with key predators (ciliates), which contrasts traditional views of biological associations in lake plankton. In a species extinction scenario, the warm season network emerged as more vulnerable than the cold season network, indicating a time-lagged effect of warmer winter temperatures on the communities. We conclude that climate stressors compromise lake ecosystem robustness and resilience through species replacement, richness differences, and succession as indicated by key network properties.

This study was supported by the Swiss National Science Foundation (SNF; projects SNF 31003A-182489 and SNF 310030E-160603), the Austrian Science Fund (FWF; project I2238-B25), the German Research Foundation (DFG; project STO 414/13-1), and a research grant by the Carl-Zeiss Foundation to D.F.

Open access publication

online seit, 08.03.2021


DoktorandInnenstelle am Mondsee (OÖ) zu vergeben

University Assistant – PhD Position
(20 hours per week, with the submission of the dissertation agreement the working hours will be 30 hours per week),

University of Innsbruck, Research Department for Limnology, Mondsee, Austria, duration 4 years.

Position:
In this position, you will experimentally examine the evolutionary ecology of the responses of the freshwater snail Lymnaea stagnalis to changing environmental conditions under climate change. The specific goals are to reveal (1) how selection imposed by heatwaves operates on snail phenotypes and (2) how snails evolve over generations when periodically challenged by high temperature. The project is linked to other work in the research group of aquatic evolutionary ecology (led by Prof. Seppälä) that focuses on the evolutionary adaptation of organisms to environmental change and natural enemies.

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online seit 02.03.2021


Neue Publikation am ILIM (Mitarbeiter hervorgehoben)/new publication at ILIM (staff member in bold):

Thalinger B., Rieder A., Teuffenbach A., Pütz Y., Schwerte T., Wanzenböck J., Traugott M. (2021). The Effect of Activity, Energy Use, and Species Identity on Environmental DNA Shedding of Freshwater Fish. Front. Ecol. Evol. 9:623718, doi: 10.3389/fevo.2021.623718

 Aquarienversuche

Zusammenfassung der morphologischen und ökologischen Eigenschaften der in den Aquarienversuchen untersuchten Fischarten, Grafik: Thalinger et al. 
Grafik zum Anklicken

Die quantitative Messung von UmweltDNA (eDNA) aus Wasserproben im Freiland gewinnt immer stärker an Bedeutung für das Monitoring von Fischpopulationen und -gesellschaften. Dabei ist die Menge der angegebenen eDNA von verschiedenen Faktoren, wie zum Beispiel artspezifischen Eigenschaften, der Physiologie und dem Verhalten der Fische abhängig. In der vorliegenden Publikation wurden sieben Fischarten in einem Aquarienexperiment unter kontrollierten Bedingungen gehalten. Regelmäßige Wasserproben dokumentierten die ins Wasser abgegebene Menge an eDNA, Respirometriemessungen dokumentierten den Energieverbrauch. Die Datenanalyse bestätigte eine positive Korrelation zwischen der mit PCR gemessenen eDNA Mengen, der Fischaktivität, dem Energieverbrauch und den artspezifischen Unterschieden der untersuchten Arten. Die Berücksichtigung von artspezifischen Eigenschaften in auf eDNA basierendem Monitoring und in Artenschutzmaßnahmen wird aufgrund der Ergebnisse empfohlen.

Open access publication

online seit 01.03.2021


Neue Publikation am ILIM (Mitarbeiter hervorgehoben)/new publication at ILIM(staff members in bold):

Seppälä O., Walser J.C., Cereghetti T., Seppälä K., Saalo T.,  Adema C.M. (2021). Transcriptome profiling of Lymnaea stagnalis (Gastropoda) for ecoimmunological research. BMC Genomics 22: 144, https://doi.org/10.1186/s12864-021-07428-1

Lymnea

Spitzschlammschnecken (Lymnea stagnalis), Foto: ILIM

Die Immunfunktion eines Wirtes kann zu verschiedenen ökologischen bzw. evolutionären Prozessen beitragen. In ökoimmunologischen Untersuchungen wird aber vielfach die Komplexität des Immunsystems nicht berücksichtigt. In der vorliegenden Publikation wird ein genetisch diverser Bestand an Spitzschlammschnecken (Lymnea stagnalis) als Modellorganismus unterschiedlichen Auslösern für Immunantworten (Verletzung, bakteriellen/Trematodenpathogenen) und veränderten Umweltbedingungen (Temperatur, Futterverfügbarkeit) ausgesetzt.

Die Forschungsergebnisse ließen zwar auf verschiedene einheitliche Aspekte der Immunreaktionen von Schnecken (Gastropoden) schließen, es konnten aber offensichtliche Unterschiede zwischen L. stagnalis und anderen vorher untersuchten Arten festgestellt werden. Zusätzlich zur ausgelösten Immunabwehrreaktion waren besonders individuelle Unterschiede innerhalb der untersuchten Exemplare überraschend. Diese wichtigen Faktoren im individuellen Bereich sollten, nach Meinung der Autoren, in künftigen ökoimmunologischen Studien berücksichtigt werden, weil sie als Schlüsselfaktoren in Unterschieden der Parasitenabwehr, sowohl zwischen Schneckenindividuen, als auch zwischen natürlichen Schneckenpopulationen, wirken könnten.

Open access publication

 online seit, 01.03.2021


Neue Leitung am Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee

Seppaelae-O 

Otto Seppälä bei seiner Arbeit im Labor, Foto: ILIM

Mit 1. März 2021 übernimmt Prof. Dr. Otto Seppälä die Leitung des Forschungsinstituts für Limnologie in Mondsee. Otto Seppälä hat am 1. Juli 2019 seine Position als Professor für Aquatische Evolutionsökologie am Institut angetreten. Damals wechselte er von der Schweizer EAWAG an die Universität Innsbruck. In seiner Forschungsgruppe beschäftigt er sich vorrangig mit den Interaktionen zwischen Wirten und ihren Parasiten in wechselnden, aquatischen Lebensräumen und welche Mechanismen Parasiten entwickeln können um ihre Wirte zu manipulieren. In seinem Forschungsgebiet hat er zahlreiche, einschlägige Publikationen veröffentlicht. Er übernimmt die Institutsleitung von assoz. Prof. Dr. Martin Hahn, Leiter der Forschungsgruppe Umweltmikrobiologie, der die Institutsleitung für die letzten vier Jahre inne hatte.
Wir gratulieren Otto Seppälä herzlich zur Institutsleitung!

online seit 01.03.2021


Algensonderband mit Mondseer Beteiligung
Die beiden Algenspezialisten Thomas Pröschold und Tanya Darienko sind Gasteditoren eines Sonderbandes der Zeitschrift Biology (ISSN 2079-7737) zur Systematik, Taxonomie und molekularen Phylogenie von Cyanobakterien und Algen, die deadline zur Einreichung von Manuskripten ist der 30. November 2021.
 
Phylogenetic analyses of molecular marker genes have revolutionized the systematics and taxonomy of algae and cyanobacteria. Many genera and species have been revised, and new ones have been described using molecular data. The combination of classical and modern methods in an integrative approach has revealed the natural assemblage of biodiversity among algae and cyanobacteria. For environmental studies using high-throughput sequencing and DNA barcoding approaches, it is necessary to have accurately assigned reference sequences in databases, and ideally cultured material in public culture collections available for comparative studies. Despite the increasing efforts in chloroplast and/or whole genome sequencing, the knowledge about algal and cyanobacterial biodiversity is increasingly reduced to sequence data. The purpose of this Special Issue is to highlight the importance of the combination of both fields—classical and modern approaches. This Special Issue invites you to submit original research papers and reviews about specific algal and cyanobacterial groups.
 

online seit, 24.02.2021


Giftige Blaualgen und ihre Wirkung auf die Gesundheit

Toxic-Cyanob

Cyanobakteriengifte, also jene Gifte, die von Blaualgen produziert werden, gehören zu den gefährlichsten Substanzen in unseren Gewässern. Blaualgentoxine können zwar natürlich vorkommen, das massive Auftreten in Form von Blaualgenblüten ist aber meist aufgrund menschlichen Einflusses, wie zum Beispiel Überdüngung, zurückzuführen. Der Schutz der menschlichen Gesundheit und das Management von Gewässern um das Auftreten toxischer Blaualgengifte zu vermeiden, ist daher von entscheidender Bedeutung für die WHO.

Nach der ersten Auflage des WHO (World Health Organisation) Fachbuches "Toxic Cyanobacteria in Water - A guide to their public health consequences, monitoring and management", aus dem Jahr 1999, ist nun eine überarbeitete zweite Auflage erschienen. Darin wird der aktuelle Stand der Forschung an Cyanobakteriengiften präsentiert. Die wissenschaftliche und technische Hintergrundinformation zur Identifikation, Abschätzung und Bewertung des Gefahrenpotentials für Gewässer und die Trinkwasserversorgung soll dabei als Unterstützung von Entwicklungsstrategien zur Umsetzung von Monitoringprogrammen für Entscheidungsträger und Multiplikatoren dienen. Das Buch ist im CRC Press Verlag bei Taylor & Francis erschienen:

Chorus, I., & Welker, M. (Eds.) 2021. Toxic Cyanobacteria in Water: A Guide to Their Public Health Consequences, Monitoring and Management, 2nd edn. CRC Press.

Bei den folgenden beiden Buchkapiteln hat der Mondseer Cyanobakterienspezialist und Forschungsgruppenleiter Rainer Kurmayer seine Expertise eingebracht:

Ibelings, B., Kurmayer, R, Azevedo, SMFO, Wood, SA, Chorus, I, Welker M, 2021. Chapter 4: Understanding the occurrence of cyanobacteria and cyanotoxins In Chorus, I., & Welker, M. (ed) Toxic Cyanobacteria in Water: A Guide to Their Public Health Consequences, Monitoring and Management. CRC Press, 213-294.

Padisák, J., Chorus, I, Welker, M, Maršálek, B, Kurmayer, R, 2021. Chapter 13: Laboratory analyses of cyanobacteria and water chemistry In Chorus, I., & Welker, M. (ed) Toxic Cyanobacteria in Water: A Guide to Their Public Health Consequences, Monitoring and Management. CRC Press, 689-744.

Die WHO stellt das Buch Open Access zur Verfügung: https://doi.org/10.1201/9781003081449

Das Buchexemplar im hardback kann kostenpflichtig unter https://www.routledge.com/Toxic-Cyanobacteria-in-Water-A-Guide-to-Their-Public-Health-Consequences/Chorus-Welker/p/book/9780367533311 bestellt werden.

online seit 17.02.2021


Klimawandel in den Alpenseen

 CLAIMES-Video

Wie sich der Klimawandel auf Alpenseen auswirkt und welcher noch zusätzliche Druck auf diese besonders sensiblen Lebensräume einwirkt wird im Earth System Sciences (ESS) Forschungsprojekt "CLAIMES" unter der Leitung von Rainer Kurmayer untersucht. Das Video "Wie sich der Klimawandel auf unsere Alpenseen auswirkt" ist nun auf der Webseite der Universität Innsbruck unter SEHEN abrufbar und war auch schon im Rahmen der digitalen Langen Nacht der Forschung 2020 Teil des virtuellen Programms.

online seit 20.01.2021

 


Stellenausschreibung am Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee (OÖ):

Wir suchen eine Laborassistenz VwGr IIIa (Ersatzkraft - befristet bis 31.10.2022) in Teilzeit ab sofort.

Mehr zur Stelle unter https://www.uibk.ac.at/limno/jobs/

online seit 20.01.2021


Neue Publikation am ILIM (staff members and participating students and PostDocs of ILIM in bold)/new publication at ILIM (MitarbeiterInnen und kooperierende Studierende und PostDocs von ILIM hervorgehoben):
Qu Z., Forster D., Bruni E., Frantal D., Kammerlander B., Nachbaur L., Pitsch G., Posch T., Pröschold T., Teubner K., Sonntag B., Stoeck T. (online first). Aquatic food webs in deep temperate lakes: key species establish through their autecological versatility. Molecular Ecology https://doi.org/10.1111/mec.15776
 
Aquatic foodwebs
Graph from Open Access publication: Plot of nonmetric multidimensional scaling (NMDS) analyses based on Bray–Curtis index of protistan plankton community structures (obtained from DNA metabarcoding, V9 region of 18S rRNA gene). Ovals are 95% confidence intervals. Temperature and oxygen concentration correlated significantly with NMDS axis 2 and explain distribution patterns of protistan communities along this gradient.
 
In their research on co‐occurrence network analyses the authors compared the planktonic community data of Lake Mondsee (Austria) and Lake Zurich (Switzerland). They interpret their results as a lower robustness of Lake Zurich protistan plankton to environmental stressors, especially stressors resulting from climate change. Associations in ciliate‐specific subnetworks resembled autecological species‐specific traits that indicate adaptions to specific environmental conditions.
 
The project was funded by the German Research Foundation (DFG, project STO414/13‐1), the Austrian Science Fund (FWF: project I 2238‐B25) and the Swiss National Science Foundation (SNF, Project: 31003A‐182489 and 310030E‐160603/1) and a Carl‐Zeiss postdoctoral fellowship awarded to DF.

 

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