Veronika Schuchter

Mag. Dr. Veronika Schuchter
Institut für Germanistik
Innrain 52
A-6020 Innsbruck

Sprechstunde: Dienstag 12-13.00 Uhr (in der vorlesungsfreien Zeit nach Vereinbarung)

8. Stock, Zi. 40825

Tel. +43 512 507-41231
Fax +43 512 507-41399
E-Mail: Veronika.Schuchter@uibk.ac.at

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seit 2017: Forschungsthema Literaturkritik als Gender-Diskurs

Ziel des geplanten Projektes ist eine umfassende Untersuchung zur Bedeutung der Kategorie Geschlecht für die Literaturkritik, in ihrer biologischen, sozialen und kulturellen Dimension. Hautaugenmerk liegt auf der Positionierung der Frau im Wertungsdiskurs der Literaturkritik, gleichzeitig soll aber auch die Relevanz von Männlichkeit sowie die geschlechtliche Codierung von Wertungsakten analysiert werden. Das am Innsbrucker Zeitungsarchiv angesiedelte Projekt verfolgt zwei Ziele: Zunächst soll erstmals eine valide Datengrundlage über die Geschlechterverteilung in literaturkritischen Diskursen im deutschsprachigen Feuilleton geschaffen werden. Als Materialbasis dienen 10 überregionale Tages- und Wochenzeitungen sowie Zeitschriften, nämlich Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Süddeutsche Zeitung, Der Standard, Neue Zürcher Zeitung, Die Presse, Der Spiegel, die tageszeitung (taz), Die Zeit und Die Welt.

Folgende weiterreichende Fragestellungen werden dabei verfolgt:

  • Das quantitative Verhältnis von männlichen und weiblichen Kritikern im gesamten Corpus sowie der besprochenen AutorInnen
  • Eine Diachrone Darstellung der weiblichen Kritiker im Vergleich mit den männlichen im Material insgesamt (Gibt es Unterschiede oder Kontinuitäten im historischen Verlauf?)
  • Geschlechterverteilung der KritikerInnen auf einzelne Printmedien
  • Geschlechterverteilung der KritikerInnen auf Genres unterschiedlicher Wertigkeit (Kinder- und Jugendliteratur, Kriminalliteratur, Science Fiction, „Frauenliteratur“)
  • Synchrone Darstellung der weiblichen Kritiker anhand ausgewählter Beispiele kanonisierter Autoren im Vergleich (z. B. Günter Grass, Peter Handke, Thomas Bernhard u. ä.)
  • Synchrone Darstellung der weiblichen Kritiker im Vergleich mit den männlichen Kritikern am Beispiel weiblich markierter Texte (z. B. Elfriede Jelinek, Anna Mitgutsch, Charlotte Roche u. ä.)
  • Geschlechterverteilung der besprochenen Autoren und Autorinnen gesamt und in den einzelnen Printmedien

 

Im zweiten Teil soll die Literaturkritik bzw. darüber hinaus die Literaturberichterstattung im Feuilleton aus diskursanalytischer Sicht untersucht werden, wobei Fragen nach der geschlechtlichen Codierung von Wertungsakten und die geschlechtliche Inszenierung von Wertung und Autorschaft im Mittelpunkt steht.

 

2019 ist eine interdisziplinäre Tagung zum Thema geplant, auf der sowohl literaturwissenschaftliche als auch literaturkritische und journalistische Positionen diskutiert werden sollen. Im Anschluss ist ein Tagungsband vorgesehen.

 

Interview mit Tanja Lieske zum Thema, gesendet am 22.5.2018 im Deutschlandfunk: http://www.deutschlandfunk.de/gender-in-der-literaturkritik-im-feuilleton-dominieren.700.de.html?dram:article_id=418465

 

Teil 2 des Interviews, gesendet am 19.7.2018 im Deutschlandfunk: https://www.deutschlandfunk.de/gender-und-literatur-der-kanon-ist-einfach-ein-maennlich.700.de.html?dram:article_id=423310

 

Bericht über das Forschungsthema in Schweiz am Wochenende: Ann-Sophie Scholl: "Oben ist die Luft für Frauen dünn. Im Literaturbetrieb liegt die Macht immer noch bei Männern." In: Schweiz am Wochenende, Ausgabe 30, Nr. 173.

 

Aufsätze, Herausgeberschaft und Monografien

  • »(E)inige aufschlußreiche und einige rührende Stellen«. Zu Ernst Tollers Briefen. In: Text+Kritik: Ernst Toller. Heft 223, Mai 2019. S. 96-104 (mit Irene Zanol)
  • Geschlechterverhältnisse in der Literaturkritik. Eine quantitative Untersuchung. In: Literaturkritik.de Nr. 2, Februar 2019 https://literaturkritik.de/geschlechterverhaeltnisse-in-der-literaturkritik-eine-quantitative-untersuchung,25232.html

  • Ernst Toller. Briefe 1915-1939. Kritische Ausgabe. 2 Bände. Wallstein 2018. Mit Stefan Neuhaus, Gerhard Scholz, Irene Zanol, Martin Gerstenbräun, und Kirsten Reimers (Hg.) unter Mitarbeit von Peter Langemeyer.
  •  "... doch nicht nur für die Zeit geschrieben". Zur Rezeption Ernst Tollers Person und Werk im Kontext. Mit Michael Pilz und Irene Zanol (Hg.). Schriftenreihe der Ernst-Toller-Gesellschaft, Bd. 8. Würzburg: Königshausen & Neumann 2017.

  • Ernst Toller. Digitale Briefedition. Mit Stefan Neuhaus, Gerhard Scholz, Irene Zanol, Martin Gerstenbräun (Hg.). http://tolleredition.de/ 

  • Ewig wiederentdeckt. Die Rezeption Ernst Tollers im Feuilleton nach 1955. In: Michael Pilz, Veronika Schuchter, Irene Zanol (Hg.): "... doch nicht nur für die Zeit geschrieben". Zur Rezeption Ernst Tollers Person und Werk im Kontext. Schriftenreihe der Ernst-Toller-Gesellschaft, Bd. 8. Würzburg: Königshausen & Neumann 2018.
  • Der erste nach Dylan. Über die Reaktionen auf den diesjährigen Literaturnobelpreisträger Kazuo Ishiguro. In: literaturkritik.at, Herbst/Winter 2017, https://www.uibk.ac.at/literaturkritik/zeitschrift/der-erste-nach-dylan.html

  • Literaturkritik in Zahlen. Eine statistische Auswertung des Innsbrucker Zeitungsarchivs zur deutsch- und fremdsprachigen Literatur. (mit Michael Pilz). In: Literaturkritik.de, Nr. 1, Januar 2017.

  • Von der 'epileptischen Kapriole' zum Nobelpreis: Die Blechtrommel als Paradigma der deutschsprachigen Literaturkritik. In: Jos Joosten u. Christoph Parry (Hg.): The Echo of Die Blechtrommel in Europe. Studies on the Reception of Günter Grass's The Tin Drum. Leiden u. Boston: Brill 2016 (=Radboud Studies in Humanities Bd. 6), S. 41-62.

  • Historische Maskerade. Felicitas Hoppes Romane als bachtinischer Karneval. In: Svenja Frank
    und Julia Ilgner (Hg.): Ehrliche Erfindungen. Felicitas Hoppe als Erzählerin zwischen
    Tradition und Transmoderne. Bielefeld: transcript 2017, S. 237-256).

  • Frauennummern und feministische Perspektiven. Zur Repräsentation der Frau in der Arunda. In: Christine Riccabona u. Erika Wimmer (Hg.): Arunda. Vierzig. Innsbruck: Limbus 2016 (S. 171-178).

  • Die neunte Kunst. Die Comic-Kritik im deutschsprachigen Feuilleton hinkt ihrem Gegenstand hinterher. In: literaturkritik.at, Sommerausgabe 2016, https://www.uibk.ac.at/literaturkritik/zeitschrift/die-neunte-kunst.html
  • „Das ist wahrscheinlich nicht von mir, deswegen kann ich mich nicht daran erinnern.“ Helene Hegemann: Establishment gegen Literatur 2.0. In: Bartl, Andrea u. Kraus, Martin (Hg.): Skandalautoren. Zu repräsentativen Mustern literarischer Provokation und Aufsehen erregender Autorinszenierung. Würzburg: Königshausen & Neumann 2015 (= Konnex. Studien im Schnittbereich von Literatur, Kultur und Natur, 10.2) 
  • Das Zimmer der Frau Conzemius. Utopische und emotionale Heimat im Erzählwerk Felicitas Hoppes. In: Jenny Bauer, Claudia Gremler und Niels Penke (Hg.): Heimat - Räume. Komparatistische Perspektiven auf Herkunfsnarrative. Berlin: Ch. A. Bachmann Verlag 2014 (Studia Comparatistica Bd. 3), S. 235-246.
  • "halb Mensch, halb künstliches Weißnichtwas": Sibylle Lewitscharoffs Angst vor der Reproduktionstechnologie. In: Wolf-Andreas Liebert, Stefan Neuhaus, Dietrich Paulus u. Uta Schaffers: KÜnstliche Menschen. Transgressionen zwischen Körper, Kultur und Technik. Würzburg: Königshausen & Neumann 2014 (Film - Medium - Diskurs Bd. 59), S. 261-275.
  • Kultivierung der Ränder. In: Lili. Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik. Heft 172, S. 65-67.
  • Ultima Ratio? Räume und Zeiten der Gewalt. Gerhard Scholz und Veronika Schuchter (Hg.): Ultima Ratio. Räume und Zeiten der Gewalt. Würzburg: Königshausen & Neumann 2013.
  • Von mordenden Tanten und versehrten Körpern. Legitimierungsstrategien weiblicher Täterschaft im Mainstream-Kino. In: Gerhard Scholz und Veronika Schuchter (Hg.): Ultima Ratio. Räume und Zeiten der Gewalt. Würzburg: Königshausen & Neumann 2013.
  • Keine Einwände - Schützenhilfe für Frau Karasek. Veronika Schuchter zur Verleihung des Literaturnobelpreises 2013 an Alice Munro. In: literaturkritik.at, Winter 2013.
  • Queere Utopie oder maskierter Mainstream? Zur Darstellung von Gay Communities im TV. In: Timo Heimerdinger, Eva Hochhauser u. Erich Kistler (Hg.): Gegenkultur. Würzburg: Königshausen & Neumann 2013 (S. 241-261).
  • Hegemoniale Debattenführung. Über die bedenkliche Art und Weise, wie auf die Entfernung diskriminierender Ausdrücke aus Kinderbüchern reagiert wird. In: literaturkritik.at – Online-Zeitschrift für Literaturkritik, Sommerausgabe 2013.
  • Textherrschaft. Zur Konstruktion von Opfer-, Heldinnen- und Täterinnenbildern in Literatur und Film. Würzburg: Königshausen & Neumann 2013.
  • Out of the closet. Homosexualität zwischen Mainstream und Subkultur. In: Stefan Neuhaus (Hg.): Figurationen der Liebe in Geschichte und Gegenwart, Kultur und Gesellschaft. Würzburg: Königshausen & Neumann 2012 (S. 115-132).
  • Männer werten anders. Frauen auch. Die Literaturkritik als Gender-Diskurs. In: literaturkritik.at – Online-Zeitschrift für Literaturkritik, Herbstausgabe 2012.
  • Erfundene Laienkritik. In: literaturkritik.at – Online-Zeitschrift für Literaturkritik, Winterausgabe 2012.
  • Schund oder Trash? Von »Sadomasochistische[m] Schmuddelkram“ zu »Orgie[n] von Gewalt und Schönheit«. In: Kritische Ausgabe, Nr. 20, Frühjahr 2012.
  • Alles nur „bäh!!!!“? Von Sternen und Daumen in der Laienkritik. In: literaturkritik.at, Frühjahrsausgabe 2012.
  • Der Fall Hegemann. Analyse einer Debatte. In: literaturkritik.at, 7.5.2010
  • Das Kinderbuch in der Literaturkritik. Eine Stiefkindgeschichte. In: literaturkritik.at, März 2010
  • Wahnsinn und Weiblichkeit. Motive in der Literatur von William Shakespeare bis Helmut Krausser. Marburg: Tectum 2009.

Rezensionen, Pressebeiträge (in Auswahl)

  • Rezension zu Hannah Arendt, Günther Anders: "Schreib doch mal hard facts über dich. Briefe 1939-1975. In Buchmagazin des Literaturhaus Wien, Oktober 2017.
  • Anwältinnen der Unterdrückten. Ruth Klüger wirft Licht auf das Werk Marie von Ebner-Eschenbachs. In: Literaturkritik.de, Nr. 3, März 2017.

  • Rezension zu Nadine J. Schmidt/Kalina Kupczynska (Hg.): Poetik des Gegenwartsromans. In: Buchmagazin des Literaturhaus Wien, Dezember 2016.
  • Verletzungen erzählen. Sexueller Missbrauch als Thema in der Literatur. In: Die Furche booklet v. 02.05 2013, Furche Nr. 18, S. 6-9.
  • Es muss nicht immer Schnitzler sein. Evelyn Polt-Heinzl plädiert für eine Kanonrevision. In: literaturkritik.de: http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=17728
  • Versteh einer die Menschen. In: Spuren. Zeitung für Gegenwärtige. Ausgabe Mai 2012.
  • Entglorifizierung eines Idols. Sebastian Schleys "Kataloge der Wahrheit". In: literaturkritik.at – Online-Zeitschrift für Literaturkritik, Frühjahrsausgabe 2013.
  • Sprechen über Kitsch. Zugänglichkeitsdiskurse in der Literatur. In: literaturkritik.at – Online-Zeitschrift für Literaturkritik, Sommerausgabe 2012.
  • Ceterum Censeo. In: literaturkritik.at, 29.04.2011.

Vorträge          

  • ‘Die Nazis wissen recht gut, was ich draußen getan habe...‘: Ernst Tollers Briefe aus dem Exil, 1933-1939. Vortrag auf der Tagung: "Remembering Ernst Toller (1893-1939): Exiles and Refugees between Europe and the US", 30.5-2.6.2019, Roosevelt House Public Policy Institute at Hunter College, New York City 1.6.2019.
  • Veronika Schuchter, Anne Goldmann: #frauenzählen #frauenzahlen. Montagsfrühstück des Literaturhauses am Inn am 18.3.2019 https://www.literaturhaus-am-inn.at/veranstaltungen/frauenzaehlen-frauenzahlen/

  • Literaturvermittlung als Leer- und Lehrstelle – ein Beitrag zur näheren Begriffsbestimmung. Plenarvortrag  gemeinsam mit Renate Giacomuzzi bei  "1. Internationale Tagung zur Angewandten Germanistik", Universität Bukarest, 2.-4. Juni 2017.
  • Das Zimmer der Frau Conzemius – Utopische Heimat im Erzählwerk Felicitas Hoppes. Vortrag auf der Tagung: Heimaträume. Zur Verortung von Heimatdiskursen zwischen spatial turn und Imagologie. Göttingen, 16.05.2013.
  • Historische Maskerade. Felicitas Hoppes "Johanna" als bachtinischer Karneval". Tagung: Geschichts(er)findungen. Felicitas Hoppe als Erzählerin zwischen Tradition und Transmoderne, Oxford 1.12.2012.
  • Von mordenden Tanten und versehrten Körpern. Legitimierungsstrategien weiblicher Täterschaft. Vortrag auf der Tagung „Ultima Ratio? Internationale und interdisziplinäre Tagung für Nachwuchswissenschaftlerinnern zu Räumen und Zeiten der Gewalt“, Innsbruck, 19.10.2012.
  • Out oft the closet. Homosexualität zwischen Parallelwelt und Populärkultur. Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung Figurationen der Liebe an der LFU Innsbruck. 10.11.2011.

Veronika Schuchter

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