Maren Lickhardt

Ass.-Prof. Dr. Maren Lickhardt
Institut für Germanistik
Innrain 52
A-6020 Innsbruck

8. Stock, Zi. 40825

Tel.: +43 512-507-41295
E-Mail: Maren.Lickhardt@uibk.ac.at

 



Zur Person|Lehre|Forschung|Publikationen|SFB-Projekt


SFB 1492 Transformationen des Populären (Link)

 

Teilprojekt: Präfigurationen von Pop in Unterhaltungsmagazinen der 1920er Jahre

 

Das Teilprojekt untersucht die intermediale und transgenerische Ästhetik von populären deutschsprachigen illustrierten Unterhaltungsmagazinen der 1920er und 1930er Jahre wie Scherl's Magazin, Uhu und Die Dame in ihrer stilbildenden, orientierungsstiftenden und gruppenkonstituierenden Funktion. Von der Beobachtung ausgehend, dass sich Präfigurationen pop-literarischer Aspekte wie ein listenförmiger, intermedialer Stil, konsumästhetische Appelle sowie distinguierende Rhetoriken in literarischen Texten der 1920er und frühen 30er Jahre finden lassen (z.B. bei Irmgard Keun, Ruth Landshoff-Yorck, Erika und Klaus Mann, Erich Maria Remarque, Erich Klein), setzt das Teilprojekt am massenmedialen Bedingungsgefüge dieser Literatur an: Es wird erforscht, wie die illustrierten Magazine kleine Kunstformen konstituieren, aus der Unterhaltungsmedienkultur neuartige Typen von Schriftsteller:innen entstehen lassen und wie sie tradierte Bildbestände um Konsumwissen ergänzen: Magazinnovellen, Fortsetzungsromane und Kurzversdichtungen archivieren Aspekte der Konsumkultur. Umgekehrt adressieren Werbeanzeigen und Ratgebertexte die Leser:innen solcher konsumästhetisch interessierter Zeitschriftenliteratur. Mit schillernden Konsumversprechen und Anreizen, das eigene Leben entsprechend der bildlichen und literarischen Angebote zu gestalten, verwischen diese Zeitschriften die epistemologische Grenze zwischen Fakt und Fiktion. Mit Blick auf die Avantgarde und die Neue Sachlichkeit sind diese Aspekte in literaturgeschichtlicher und poptheoretischer Hinsicht zu reflektieren. Beobachtbar werden in diesem Korpus auch Präfigurationen der Popularisierung zweiter Ordnung, insofern Zuschreibungen kultureller Dignität im Spannungsfeld von entgrenzender Quantifizierung und exklusiver Differenzierung ausgehandelt werden und in den Zeitschriften eine literarische, konsumförmige, bildliche Ästhetik dezidiert für die 'Masse' generiert und distribuiert wird. Es soll also auch untersucht werden, wie sich die traditionelle high/low-Unterscheidung einer Re-Evaluierung unterzogen wird und sich von der Unterscheidung von Masse/Elite abzukoppeln beginnt. 

 

Projektleiterin: Maren Lickhardt

Mitarbeiterin: Anna Seidel

 

 

 

Nach oben scrollen