Klaus Amann

Ass.-Prof. Mag. Dr. Klaus Amann
Institut für Germanistik
Innrain 52
A-6020 Innsbruck

9. Stock, Zi. 40909

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Forschung        

  • Althochdeutsche Glossen
  • Bildungsbetrieb in karolingischer Zeit
  • Spielforschung (insbesondere geistliches Spiel)
  • Editionswissenschaft
  • Germanisch-deutsche Heldensage
  • Sprachgeschichte/Dialektologie
  • Territoriale Literaturgeschichtsschreibung des Mittelalters und der Frühneuzeit (Tirol und seine Nachbarräume, insbesondere Vorarlberg)

Dissertation     

Das Pfäferser Passionsspielfragment. Untersuchung, Edition, Kommentar. 

Ein erst vor wenigen Jahren im Stiftsarchiv St. Gallen (Bestand Pfäfers) aufgefundenes Fragment eines Passionsspiels aus den letzten Jahren des 13. Jahrhunderts ist Gegenstand einer eingehenden Untersuchung mit Edition und Kommentar. Das auf einem Doppelblatt erhaltene Bruchstück war als Spiegelblatt in den Codex Fabariensis XI eingeklebt und wurde bei der Ablösung leider erheblich beschädigt. Es enthält gut 400 Verse eines Passionsspiels mit einer ausführlichen Salbenkrämerszene.

Bemerkenswert ist das hohe Alter des Stücks: es ist nach dem Benediktbeurer Passionsspiel das zweitälteste Passionsspiel in deutscher Sprache und hat (noch) erhebliche lateinische Anteile, wie etwa gesungene Hymnen, Antiphonen und Bibelzitate. Sprachlich weist es in die heutige Ostschweiz, wo es abgeschrieben wurde und vielleicht auch entstanden ist. Darüber hinaus weist es in seiner Textgeschichte vermutlich enge Parallelen zu früheren und zeitgleichen lateinischen Osterspielen aus der heutigen Schweiz auf.

In der Dissertation wurde das Fragment des Spiels ediert und ins Neuhochdeutsche übertragen. Ein umfangreicher Stellenkommentar, ein Register und ein Wörterverzeichnis erschließen den Text. Die Untersuchungen beinhalten Überlegungen zur Herkunft, Datierung und Sprache des Stücks, zu seiner literarhistorischen Einordnung in die Geschichte des deutschsprachigen Schauspiels, zu seiner Textgeschichte und eventuellen Vorbildern sowie zur Verortung in der Geschichte und dem kulturellen Umfeld des Benediktinerklosters Pfäfers, von wo die Handschrift ja stammt.

Damit soll das Pfäferser Passionsspielfragment der wissenschaftlichen Öffentlichkeit einerseits vorgestellt werden, andererseits soll für eine weitere Beschäftigung mit diesem interessanten Stück eine brauchbare Basis geschaffen werden.

Klaus Amann