Sozial- und Arbeitspolitische Gespräche

Vereinbarkeit und soziale Gerechtigkeit: Familienpolitische Intervention zwischen Geschlechtergerechtigkeit, frühkindlicher Förderung und Arbeitsmarktaktivierung

Vortrag von Margitta Mätzke, Kommentar: Sabine Platzer-Werlberger

Moderation: Alexandra Weiss

In dem Vortrag werden die wichtigsten familienpolitischen Maßnahmen in den Bereichen der Geldtransfers und der sozialen Dienstleistungen im Hinblick auf die ihnen unterlegten Ziele und Politikkonzeptionen untersuchen. Im Fokus der Aufmerksamkeit stehen hierbei die Entwicklungen in Österreich und Deutschland; jedoch werden auch international vergleichende Perspektiven und Impulse von der Europäischen Ebene betrachtet. Familienpolitische Intervention, so die These, kann ein emanzipatorisches Potenzial haben, sie kann sich jedoch auch „fordernd“ und mit instrumentellen Interessen an bestimmten Verhaltensweisen an Familien und Eltern wenden. Die Ausgestaltung der familienpolitischen Leistungen und Angebote bietet Anhaltspunkte, die eine Beurteilung der unterlegten Politik-Konzeptionen ansatzweise erlaubt, jedoch zeigt sich auch, dass sozialpolitische Maßnahmenbündel in ihrem Charakter nie aus einem Guss sind, häufig in ihren Gestaltungselementen widersprüchlich und umstritten, und dass daher Vorsicht vor übersteigerten Erwartungen an die sozial-planerische Lenkung gesellschaftlicher Strukturen und Prozesse geboten ist.

Ort: AMS-Tirol (Landesgeschäftsstelle), Amraser Straße 8, 6020 Innsbruck
Zeit: 24. November 2016, 18.30 Uhr

 


Kultur, Religion, Menschenrechte.
Was leitet und in der Migrationsdebatte?

Sama Maani (Psychoanalytiker und Autor, Wien) und Alexandra Weiss (Politikwissenschafterin, Koordinatorin im Büro für Gleichstellung und Gender Studies, Innsbruck).

Moderation: Andreas Exenberger (Ökonom, Innsbruck)

Flüchtlingskrise und die Herausforderungen der Integration, Terrorakte und die Silvesterereignisse in Köln, Diskussionen um Verschleierung und Religionsausübung, islamistische Tendenzen und gesellschaftlicher Rechtsruck: die aktuellen Entwicklungen und Ereignisse fordern uns heraus. Selbst jene, die bisher zu wissen glaubten, wovon sie überzeugt sind, zweifeln und zögern zunehmend, wenn es darum geht, diese Prozesse einzuordnen und die richtigen Schlüsse für eine emanzipatorische Politik daraus zu ziehen. Denn diese Entwicklungen erschüttern unsere Grundwerte und zwingen uns, grundlegende Fragen zu stellen: Wie können Menschenrechte mit ihrem universalistischen Anspruch in einer höchst heterogenen Gesellschaft mit unterschiedlichen Lebenswelten gelebt und durchgesetzt werden? Sind Kultur und Religion fixe Größen, die nicht hinterfragt werden dürfen? Oder aber muss die europäische Menschenrechtsidee verstärkt in einen Dialog mit anderen Denktraditionen treten?

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Arbeitskreis Globales Lernen, Südwind, der Michael-Gaismair-Gesellschaft und liber wiederin statt.

Ort: Buchhandlung liber wiederin, Erlerstraße 6, 6020 Innsbruck
Zeit: 30. November 2016, 19.00 Uhr

 


Ein anderes Europa.
Konkrete Utopien und gesellschaftliche Praxen

Buchpräsentation mit den Autorinnen Eva Lichtenberger, Heinrich Neisser und Silke Ötsch.

Die „Europäische Union“ hat ein Legitimationsproblem. Von der Ablehnung der Verfassung im Jahr 2005 bis hin zur Euro-Krise und den zahlreichen Protestbewegungen gegen den Austeritätskurs wird der Vertrauensverlust in die politische Steuerung immer deutlicher. Die Kritik bezieht sich dabei vor allem auf mangelnde soziale Rechte und demokratische Partizipationsmöglichkeiten. Mit den Begriffen „konkrete Utopien“ und „gesellschaftliche Praxen“ soll in dem Sammelband einerseits einem Begriffsverständnis begegnet werden, das Utopien als etwas Unrealistisches abtut. Andererseits soll aufgezeigt werden, welche konkreten Entwürfe und gesellschaftlichen Praxen sich in Opposition und als Alternative zum herrschenden System etablieren und erprobt werden.

Neben der Analyse der herrschenden Verhältnisse gilt es diese alternativen Entwürfe von Gesellschaft, Demokratie, Arbeit und Leben aufzugreifen und breit zu diskutieren, weil sie notwendige Voraussetzung für politisches und gesellschaftliches Handeln sind.

Ort: Buchhandlung liber wiederin, Erlerstraße 6, 6020 Innsbruck
Zeit: 5. Dezember 2016, 19.00 Uhr

 

Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen der Interfakultären Forschungsplattform "Geschlechterforschung" der Universität Innsbruck

Innsbrucker Gender Lecture:
In den „Innsbrucker Gender Lectures“ diskutieren Mitglieder und ausgewählte internationale Gäste brisante Themen und theoretische Grundlagen der Geschlechterforschung.

Archiv der Veranstaltungen des Bereichs Gender Studies:

Studienjahr 2015/16

Studienjahr 2014/15

Studienjahr 2013/14

Studienjahr 2012/13

Studienjahr 2011/12

Studienjahr 2010/11

Studienjahr 2009/10

Studienjahr 2008/09

Studienjahr 2007/08

Studienjahr 2006/07

Studienjahr 2005/06