Profil

ILS – Leitbild und Selbstverständnis

Das ILS versteht sich als Ort des Zusammenkommens von Personen in Forschung und Lehre zur Aus- und Weiterbildung von LehrerInnen im Bereich der Bildungswissenschaftlichen Grundlagen. Das Institut möchte einen wissenschaftsbasierten Diskursraum zur Verfügung stellen, an dem Studierende im Rahmen ihrer Ausbildung sowie Lehrende und Forschende zusammenkommen und insbesondere grundlegende wie aktuelle bildungswissenschaftliche Fragen zukunftsweisend gemeinsam bearbeiten. Basierend auf einem grundsätzlich systemischen Verständnis von Bildungsprozessen, das insbesondere Schule als Spiegel der Gesellschaft in einem stetigen Wandlungsprozess sieht, folgt eine durchgängige Verschränkung von Grundlagen und Theorien sowie Anwendung und Umsetzung.

ILS – Geschichte

Das Institut für LehrerInnenbildung und Schulforschung ist heute Teil der Fakultät für LehrerInnenbildung. Ursprünglich war das Institut eine schulpraktische Ausbildungseinrichtung. Seit 1986 wurde die LehrerInnenbildung für die Sekundarstufe (AHS, B[M]HS) an der Universität Innsbruck mit schulpraktischen Studienanteilen verbunden. Von 1986 bis 1998 wurden diese über eine „Besondere Universitätseinrichtung für das Schulpraktikum (BUSch)“ realisiert.

1997 wurde das „BuSch“ basierend auf einer Evaluation zum „Institut für LehrerInnenbildung und Schulforschung“ (ILS) gehoben. Dieses war von 1997 bis 2004 der geisteswissenschaftlichen und von 2004 bis 2012 der Fakultät für Bildungswissenschaften zugeordnet. Im Jahr 1999 wurde am ILS die erste Professur für Schulpädagogik geschaffen. Eine 2001 durchgeführte externe Evaluation sicherte dem Institut seinen Status und zeigte die Notwendigkeit der Einrichtung einer zweiten Professur für LehrerInnenbildung auf. Diese konnte aufgrund eines damals umfangreichen Antrags- und Berufungsverfahren allerdings erst 2010 besetzt werden.

Etwa zeitgleich mit der Einrichtung der zweiten Professur stieg die Zahl der Lehramtsstudierenden massiv an, was zu einer weiteren Erhöhung des Personalstandes führte. In Folge dieses Wachstumsprozesses und der Etablierung der Bildungswissenschaften (im deutschen Sprachraum) begannen sich zu thematischen Schwerpunkten Forschungsgruppen zu etablieren (LehrerInnenbildungs- und Professionalisierungsforschung, Schulentwicklungs- und Leadership-Forschung, Zentrum für Lernforschung, Zentrum für Lernende Schulen).

Den letzten Schritt universitätsorganisationaler Entwicklung der Schulpädagogik erlebte das ILS mit der Eingliederung in eine eigene Fakultät für LehrerInnenbildung. Damit ist das ILS seit 2012 sowohl strukturell wie auch studienplantechnisch – mit einem für den deutschen Sprachraum einzigartigen grundständigen Lehramtsdoktorat – nachhaltig auf höchster organisationaler inneruniversitärer Ebene verankert (Institut-Fakultät-Doktoratsstudienprogramm).

Mit der 2018 am ILS neu eingerichteten Professur für Inklusive Pädagogik hat die Universität Innsbruck einen wichtigen Impuls für die wissenschaftliche Fundierung und professionsbezogene Weiterentwicklung der schulpädagogischen Arbeit im Kontext von Inklusions- und Exklusionsprozessen im Bildungssystem gesetzt. Dieser neue Forschungs- und Lehrbereich stellt inneruniversitär eine Schnittstelle zwischen Bildungswissenschaften und Fachdidaktiken her und bildet ein weiteres Bindeglied zwischen der Universität und den Pädagogischen Hochschulen im Entwicklungsverbund West. Eine Intensivierung und weitere Vernetzung der bereits bestehenden Arbeitszusammenhänge soll nach Möglichkeit zum Aufbau eines Forschungsclusters und Kompetenzzentrums zum Thema Inklusion und Bildung führen.

ILS – Studium und Lehre

Im Bereich der Lehre ist das ILS für die bildungswissenschaftliche und pädagogisch-schulpraktische Ausbildung aller Lehramtsstudierenden an der Universität Innsbruck und seit Oktober 2015 bzw. 2016 aller Lehramtsstudierenden der Sekundarstufe (Allgemeinbildung) im Verbund LehrerInnenbildung WEST zuständig. Derzeit wird Lehre für zwei Curricula parallel angeboten: das auslaufende Diplomstudium (AHS und B(M)HS) nach dem Studienplan von 2001 und das Lehramtsstudium Sekundarstufe Allgemeinbildung (NMS, PTS, AHS, B(M)HS) als Bachelor mit darauf folgendem Master nach dem Studienplan von 2015. Darüber hinaus ist das ILS für das universitäre Lehrangebot der Spezialisierung Inklusive Pädagogik verantwortlich, das seit dem Wintersemester 2015/2016 wahlweise anstelle eines der beiden zu wählenden Unterrichtsfächer studiert werden kann.

ILS – Forschung

Im Forschungsprofil und der Schwerpunktsetzung versteht sich das ILS seiner Benennung verpflichtet. Forschungsthemen und Projekte sind in unterschiedlicher Art durchgängig auf die LehrerInnenbildung (Aus-, Fort- und Weiterbildung, Professionalisierung) bzw. Schulforschung bezogen. Hierbei wird entsprechend dem Grundverständnis des Instituts stets vom Lernprozess ausgegangen. Im Kern bezieht sich das ILS auf die drei folgenden strategischen, räumlichen und inhaltlichen Aspekte, die durchgängig miteinander verschränkt sind: (a) Grundlagen-Praxis, (b) lokal-international, (c) Detail-systemische Perspektive.

ad a): Forschungsinhalte und Forschungsprojekten bewegen sich durchgängig im Spannungsfeld grundsätzlicher (grundlagenorientierter) Fragestellungen und deren Umsetzung im formalen Bildungssystem (bis hin zum Schulalltag). Wir sehen die Verschränkung dieser Aspekte als konstitutive Notwendigkeit im Rahmen unseres Verständnisses von Bildungsforschung.

ad b): Forschungsinhalte und Umsetzung werden hierbei sowohl durch lokale Besonderheiten und Notwendigkeiten sowie die internationale Scientific Community beeinflusst.

ad c): Forschungsprojekte und Forschungsschwerpunkte verfolgen durchgängig das Ziel, eine konkrete Fragestellung in ihrer Tiefe und im systemischen Kontext zu untersuchen.

Ein Kernthema in Theorie und Praxis ist in diesem Zusammenhang die Frage, wie in Bildungssystemen auf allen Ebenen Musterwechsel realisiert werden.

Die folgenden Forschungsschwerpunkte werden am Institut verfolgt und weiterentwickelt:

In allen Forschungsbereichen wird untersucht, wie die traditionell und tendenziell stabilen und veränderungsresistenten Subbereiche des Bildungssystems zu einer nachhaltigen und breiten Implementierung innovativer Konzepte gelangen können. Gelingensbedingungen für derartige Prozesse werden beforscht, theoretisch aufgearbeitet und in praxisorientierte Methoden und Konzepte transformiert.


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