Heime in Tirol und Vorarlberg

Heime in Tirol und Vorarlberg

Landeserziehungsheim Jagdberg, Schlins Mädchenerzeihungsheim Scharnitz Mädchenheim Martinsbühle, Zirl Städtisches Kinderheim Mariahilf, Innsbruck Städtisches Kinder- und Jugendheim Pechegarten, Innsbruck Landeserziehungsheim Kleinvolderberg Landeserziehungsheim St. Martin, Schwaz Knabenheim St. Josef (Bubenburg), Fügen Landeserziehungsheim für Mädchen Kramsach-Mariatal Städtische Jugendheimstätte Holzham-Westendorf

Landeserziehungsheim St. Martin

St. Martin bei Schwaz

Im Untersuchungszeitraum des Projekts (1945-1990) war das im ehemaligen Klostergebäude St. Martin untergebrachte Landeserziehungsheim das einzige Heim in Tirol und Vorarlberg für schulentlassene Mädchen. Das Kloster ging bereits im Jahr 1825 in Landesbesitz über. Zunächst wurde das Gebäude als Landeszwangsarbeitshaus und ab 1855 als Straf- und Besserungsanstalt für Frauen verwendet. Seit 1897 ist eine Abteilung für jugendliche Mädchen überliefert. 1931 schließlich wurde im Anschluss an eine Sanierung des Gebäudes das Landeserziehungsheim St. Martin eröffnet, eingerichtet zur Versorgung und Unterbringung von Mädchen und jungen Frauen zwischen 14 und 20 Jahren. In der Zeit des Nationalsozialismus und in der unmittelbaren Nachkriegszeit wurde das Heim anderweitiger Verwendung zugeführt und im verbleibenden Teil des Hauses der Heimbetrieb nur eingeschränkt fortgesetzt. Als in den ersten Nachkriegsjahren das Gebäude wieder vollständig als Landeserziehungsheim zur Verfügung stand, wurden in der Großeinrichtung zeitweise bis zu 110 schulentlassene Mädchen aufgenommen. Die Jugendlichen wurden in der heimeigenen Wäscherei, Näherei, Landwirtschaft oder in der Küche eingesetzt, einige besuchten die Haushaltungsschule oder wurden in den „Außendienst“ vermittelt. Eine für ihr „zukünftiges Fortkommen dienliche Berufsausbildung“, wie sie im TJWG vorgesehen war (§27 Abs. 4), wurde den Mädchen so gut wie nie ermöglicht. 1991 wurde das Landeserziehungsheim, nach Protesten, die schon in den 1980er Jahren ihren Ausgang genommen hatten, geschlossen und 1992 das Sozialpädagogische Zentrum St. Martin mit verändertem Konzept wiedereröffnet. Aktuell können Kinder und Jugendliche im Rahmen der vollen Erziehung in zwei Kinder- und zwei Jugendwohngemeinschaften aufgenommen werden (insg. 28 Plätze), zusätzlich gibt es die Möglichkeit betreuten Einzelwohnens innerhalb und außerhalb der Einrichtung.

Kurzinfo Landeserziehungsheim St. Martin:

Gründung

als „Abteilung für jugendliche Korrigendinnen“ der Straf- und Besserungsanstalt für Frauen 1897

Umwidmung

in ein Landeserziehungsheim für schulentlassene Mädchen 1931

Träger

Land Tirol (außer NS-Zeit)

Schließung

1991

Heimleitung

Josefine Moosbrugger (bis 1958), Margarethe Schellander (1958-1967), Herta Tussetschläger (1966-1982), Ulrich Pöhl (ab1984)

Nachfolgeeinrichtung

ab 1992 Sozialpädagogisches Zentrum St. Martin

Leitung

derzeit Georg Kiechl