Heime in Tirol und Vorarlberg

Heime in Tirol und Vorarlberg

Landeserziehungsheim Jagdberg, Schlins Mädchenerzeihungsheim Scharnitz Mädchenheim Martinsbühle, Zirl Städtisches Kinderheim Mariahilf, Innsbruck Städtisches Kinder- und Jugendheim Pechegarten, Innsbruck Landeserziehungsheim Kleinvolderberg Landeserziehungsheim St. Martin, Schwaz Knabenheim St. Josef (Bubenburg), Fügen Landeserziehungsheim für Mädchen Kramsach-Mariatal Städtische Jugendheimstätte Holzham-Westendorf

Landeserziehungsanstalt Jagdberg

JagdbergDie Anstalt thront in landschaftlich schöner Lage auf einer Anhöhe. Die Gründung des Rettungsvereins und im Anschluss der Ankauf der Jagdberganstalt gehen auf den Pfarrer Johannes Jehly aus Thüringen zurück. Die Rettungsanstalt wurde im Jänner 1886 eröffnet. Der Tradition der Rettungshäuser entsprechend war ein anstaltsinterner Schulbetrieb inte­griert. Von 1886 bis 1928 leiteten die Kreuzschwestern von Ingenbohl das Geschehen und betreuten zu Anfang etwa 20 Kinder. In der Ära der Kreuzschwestern erfolgte die Errichtung zweier Neubauten. 1928 übernahmen die Salesianer die Führung der Erziehungsanstalt. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Jagdberg zu einer Bubenanstalt. Bis zur NS-Zeit waren ständig bis zu 130 Buben in der Fürsorgeerziehungseinrichtung untergebracht. 1938 wurde die Einrichtung von der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) beschlagnahmt und geführt, bis sie 1940-1945 vom Reichsgau Tirol und Vorarlberg als gaueigene Anstalt übernommen wurde. Nach dem Krieg übernahm das Land Vorarlberg die Trägerschaft des „Jagdbergs“. Als Landes-Fürsorgeerziehungsanstalt beherbergte sie jährlich weit mehr als 100 Buben. Bis Anfang der 1970er Jahre kam der überwiegende Teil der Knaben aus Tirol und anderen Bundesländern Österreichs. 1986 zerstörte ein Brandunglück weite Teile der Anlage. Im Zuge des Wiederaufbaus wurden bauliche Umstrukturierungen vorgenommen, die erstmals eine Betreuung in familienähnlich geführten Wohngruppen möglich machten. Ab diesem Zeitpunkt bis zur Schließung im Jahr 1999 lebten dann nur noch jährlich 40 Buben im Landesjugendheim „Jagdberg“. Heute findet sich in seinen Gebäuden eine Sozialpäda­gogische Schule. Ihr Träger ist das „Werk der Frohbotschaft Batschuns“, Schulerhalter sind die „Vorarlberger Kinderdörfer“.

Kurzinfo Jagdberg:

Gründung

als Rettungshaus „Josefinum“ mit integriertem Schulbetrieb 1884/85 (Trägerschaft: Kinderrettungsverein)

Gründer

Pfarrer Johannes Jehly/Thüringen

Umwidmung

(nach der NS-Zeit) in eine Landeserziehungsanstalt 1945

Träger

ab 1945 Land Vorarlberg

Heim- und Schulleitung

Von 1939-1944 war Richard Breidenbach Heimleiter. 1945 wurde der bereits als Schulleiter tätige Wilhelm Müller bis auf Weiteres auch mit der Heimleitung betraut (Müller bekleidete ab nun beide Funktionen). 1960 tritt Müller von der Heimleitung zurück. Die Schulleitung behält er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1975. Manfred Schnetzer war im Anschluss bis zu seiner Pensionierung Heimleiter (1960-1995). Die Schulleiter-Nachfolger waren von 1976-1992 vermutlich Alfons Frick, von 1992-1997 Robert Metzler und zuletzt bis zur Schließung der Einrichtung Gebhard Mark.

Schließung

als Landesjugendheim 1999

Umwidmung

im selben Jahr Privatisierung: Der Verein „Vorarlberger Kinderdorf“ übernimmt den „Jagdberg“.

Neueröffnung

2003 unter privater Führung und Umbenennung der Einrichtung: Die „Sozialpädagogische Schule“ ist eine katholische Privatschule.

Direktor

Schule: Gerd Bernard / Internat: Gerhard Heinritz