Heime in Tirol und Vorarlberg

Heime in Tirol und Vorarlberg

Landeserziehungsheim Jagdberg, Schlins Mädchenerzeihungsheim Scharnitz Mädchenheim Martinsbühle, Zirl Städtisches Kinderheim Mariahilf, Innsbruck Städtisches Kinder- und Jugendheim Pechegarten, Innsbruck Landeserziehungsheim Kleinvolderberg Landeserziehungsheim St. Martin, Schwaz Knabenheim St. Josef (Bubenburg), Fügen Landeserziehungsheim für Mädchen Kramsach-Mariatal Städtische Jugendheimstätte Holzham-Westendorf

Landeserziehungsheim Kleinvolderberg

Kleinvolderberg

Der Ansitz Hauzenheim (Stachelburg), in dem sich später das Landeserziehungsheim Kleinvolderberg befand, blickt auf eine lange Geschichte zurück. 1889 wurde der Ansitz (inklusive einiger weiterer Gebäude) vom Katholischen Verein der Kinderfreunde von Salzburg erworben und für das im Jahr 1886 gegründete Asyl Josefinum für „elternlose und verwahrloste Knaben“ adaptiert. Nach der Errichtung eines Zubaus wurden schon 1890 bis zu 80 Kinder in die Heimstruktur aufgenommen. Angeschlossen waren eine eigene Volksschule und ab Beginn des 20. Jahrhunderts zudem ein Gymnasium, das in der Zwischenkriegszeit jedoch in eine Hauptschule umgewandelt wurde. Nachdem das Josefinum 1939 enteignet wurde, fand es in der Zeit des Nationalsozialismus als Erziehungsheim für schulpflichtige Mädchen Verwendung. Nach Kriegsende und noch im Jahr 1945 wurde es als Landeserziehungsheim für männliche Jugendliche neueröffnet. Die Jugendlichen wurden in den heimeigenen Werkstätten (der Gärtnerei, Schlosserei, Tischlerei, Schneiderei, Schuhmacherei und Bäckerei) sowie in der Landwirtschaft eingesetzt. Einige wenige konnten in ein Lehrverhältnis eintreten. Gegen Ende der 1960er wurde die Anzahl der Plätze von 120 auf 100 reduziert. Ab 1971 fanden im Landesjugendheims Kleinvolderberg schließlich einige Umstrukturierungen statt: Die zur Verfügung stehenden Plätze wurden mehr als halbiert, sodass 1973 die durchschnittliche Belegszahl nur noch 43 Jugendliche betrug (im Vergleich dazu 102 im Jahr 1970). Zudem fanden bauliche Veränderungen statt, einiges zusätzliche Personal wurde eingestellt, die Gruppengröße wurde 1975 auf 12 Jugendliche reduziert und die Orientierung auf berufliche Eingliederung wurde verstärkt. Mitte der 1970 waren etwa die Hälfte der Jugendlichen auf „Außenarbeitsplätzen“ untergebracht. 1990 wurde das Heim geschlossen.

Kurzinfo Landeserziehungsheim Kleinvolderberg:

Gründung

als Asyl für elternlose und verwahrloste Knaben – Josefinum 1889

Umwidmung

in ein Gauerziehungsheim für schulpflichtige Mädchen 1939

Wiedereröffnung

als Landeserziehungsheim für schulentlassene Buben 1945

Träger

Land Tirol

Heimleitung

bis 1962 Josef Jahn, 1963-1971 Wolfgang Aull, 1972 Siegfried Haslwanter, 1974-1982 Adolf Nußbaumer

Schließung

1990