Der Uni-Rektor zur Sternwarte

Die Historische Sternwarte der Universität Innsbruck am Rande des Botanischen Gartens im Stadtteil Hötting ist ein bemerkenswertes Zeugnis für die Entwicklung des Universitätsstandortes Innsbruck zu einem der wesentlichen Forschungsorte in Österreich. Schon die Planung und der Bau der Sternwarte liest sich wie ein Roman: „Ich ziehe es vor in Innsbruck ernannt zu werden vornehmlich deshalb, weil mir dieser Ort besser geeignet erscheint zur Aufstellung meines im Bau befindlichen Zenitteleskopes“, erklärte der Erbauer Egon von Oppolzer im Jahr 1901 und nahm die Stelle eines Außerordentlichen Professors in Innsbruck an.

Er begann mit dem Bau der Sternwarte, den er aus eigenen Mitteln finanzierte – er verkaufte dafür seine wertvolle Gemäldesammlung. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen, mit ihren – heute noch gut erhaltenen – Instrumenten war sie die modernste der damaligen Monarchie. Oppolzer selbst konnte allerdings nicht lange in der Sternwarte arbeiten. Er verstarb bereits 1907 – erst 38 Jahre alt – an den Folgen einer Blutvergiftung. Der Staat kaufte dann die Sternwarte und übergab sie der Universität Innsbruck.

Inzwischen besitzt das heutige Institut für Astro- und Teilchenphysik eine moderne Sternwarte am Campus Technik und seit dem Beitritt Österreichs zur ESO (Europäische Südsternwarte) im Jahr 2008 haben heimische Forscher den Zugang zu den weltweit leistungsfähigsten Großteleskopen.

Die Historische Sternwarte ist heute ein museales Kleinod, um dessen Erhaltung sich besonders Dr. Herbert Hartl vom Institut für Astro- und Teilchenphysik verdient gemacht hat. Seiner Initiative und der Unterstützung durch den Leiter der Öffentlichkeitsarbeit unserer Universität, Mag. Uwe Steger, ist es zu verdanken, dass in den vergangenen vier Jahren das Leitsystem zur Sternwarte und der historische Teil des Gebäudes – mit Hilfe der Stadt Innsbruck – sanft und besuchergerecht adaptiert wurden. Dafür sei allen gedankt!

Den Besucherinnen und Besuchern wünsche ich einen spannenden Einblick in eine der Keimzellen des universitären Innsbruck.


Tilmann Märk
Rektor der Universität Innsbruck
zur Eröffnung im April 2014