Das 40cm-Teleskop von Zeiss

40cm-Teleskop von Zeiss. (Foto: Volker Witt)

40cm-Teleskop von Zeiss. (Foto: Volker Witt)

Hier sehen wir das größte Teleskop der Historischen Sternwarte mit einem Spiegeldurchmesser von 40cm, einer Brennweite von 100cm und einem Gewicht von mehreren Tonnen. Es ist eines der ersten von der Firma Zeiss angefertigten Teleskope und wird 1905 in der gerade erbauten Sternwarte aufgestellt. Damit ist es nicht nur das lichtempfindlichste Teleskop des habsburgischen Kaiserreiches, sondern auch das erste große Spiegelteleskop in der Monarchie.

In den Jahrzehnten davor war es zu aufregenden Erfindungen gekommen, die für die Astronomie einen gewaltigen Umbruch brachten: Seit tausenden von Jahren konnten Astronomen nur die Positionen der Sterne und Planeten messen und das Gesehene von Hand aufzeichnen. Nun aber ist es seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit der Erfindung der Fotografie erstmals möglich, den Himmel auf Fotoplatten abzubilden.

Völlig neu ist auch die Möglichkeit, nicht nur die Positionen der Sterne zu messen, sondern sie auch spektroskopisch zu untersuchen. Dabei wird ihr Licht – ähnlich wie in einem Regenbogen – in die einzelnen Farben aufgespaltet und so auf Fotoplatten festgehalten. Damit lassen sich Informationen über die Temperaturen und chemischen Zusammensetzungen der Himmelskörper herausfinden.

Mit diesem Teleskop können nun die neuen Techniken angewandt werden. Es kann in alle Himmelsrichtungen ausgerichtet werden und folgt mit Hilfe eines eingebauten Uhrwerkes automatisch den Sternen in ihrer Bewegung über den Himmel. Damit die bis zu einer Stunde lang belichteten Fotos scharf werden, muss man während der Aufnahme aber noch zusätzlich durch das Okular des langen Leitfernrohres auf der linken Seite schauen und darauf achten, dass ein ausgesuchter Stern immer im Fadenkreuz bleibt.

Neben dem großen Hauptrohr, in dem sich der 40cm-Spiegel und die Halterung für die Fotoplatte befinden, sind auch noch weitere kleinere Teleskope zu sehen, die für Spezialuntersuchungen gedacht sind.