Herzlich willkommen im Botanischen Garten des Institutes für Botanik der Universität Innsbruck!

Seit über 100 Jahren befindet sich der Botanische Garten nunmehr in Hötting und ist nicht nur unverzichtbar als Lehr- und Forschungsstätte des Institutes für Botanik der Universität Innsbruck, sondern auch Bildungs- und Erholungsort für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Über 7000 Pflanzenarten aus den verschiedensten Lebensräumen der Erde werden hier kultiviert.

In dem etwa 2 ha großen Areal können Sie im Alpinum Gebirgspflanzen bewundern, Ihr Wissen um Heil-, Gift und Gewürzpflanzen erweitern oder im Park spazieren gehen. In unserem Duft- und Tastgarten kann man Pflanzen mit allen Sinnen erfahren. In den Schauhäusern erfahren sie mehr über tropische Regenwälder und subtropische Trockengebiete.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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Sonderausstellung 2017

 

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Die Pflanze des Monats

Pflanze des Monats Oktober 2017

Edel-Kastanie – Castanea sativa               Buchengewächse (Fagaceae)

Die zu den Buchengewächsen gehörende Edel-Kastanie wird seit der Antike im gesamten Mittelmeerraum angebaut. Ihre Verwendung als Lebensmittel ist in zahlreichen literarischen Werken der Antike von Homer bis Dioskurides erwähnt. Im 8. Jahrhundert legte Karl der Große den Anbau auf den zahlreichen Landgütern fest. Der Anbau im 16. und 18. Jahrhundert war in manchen Regionen der Iberischen Halbinsel, des Balkan und Italiens für die Bevölkerung überlebenswichtig als nahezu einzige Nahrungsquelle. Nach dem Beginn der Industrialisierung ging der Anbau massiv zurück. Auch der Kastanienrindenkrebs, einer durch einen Pilz ausgelösten Erkrankung, setzte den Beständen schwer zu.

Edel-Kastanien werden sehr umfangreich verwendet und zu unterschiedlichen Gerichten verarbeitet. Sie sind glutenfrei und dienen einer getreidefreien Ernährung. Das sehr witterungsbeständige Holz der Bäume wird vor allem im Freien eingesetzt. Die Rinde wurde zum Ledergerben verwendet.

Die Blüten der Edel-Kastanie sind unscheinbar. Die männlichen und weiblichen Blütenorgane sind getrennt, aber auf einer Pflanze zu finden und in Kätzchen angeordnet. Die Bestäubung erfolgt meist über den Wind, es werden jedoch über Duftstoffe auch Insekten angelockt, die den Pollen übertragen.

Die Frucht der Edel-Kastanie ist eine Nuss. Die Früchte werden von einem stacheligen Fruchtbecher, in der Fachsprache Cupula genannt, zusammengehalten. Wenn die Früchte reif sind öffnet sich der Fruchtbecher und die Früchte fallen auf den Boden. Die Verbreitung übernehmen u.a. Eichhörnchen und Häher, die Nahrungsvorräte verstecken.

Einer der dicksten und ältesten Bäume Europas ist eine Edel-Kastanie, der „Kastanienbaum der hundert Pferde“ am Osthang des Ätna auf Sizilien.

Mit den Rosskastanien, die zu den Seifenbaumgewächsen gehören, sind die Edel-Kastanien nicht verwandt. Die  Ähnlichkeit im deutschen Namen beider Arten kommt von der optischen Ähnlichkeit der Früchte.


 

 

 

 

 Castanea sativa Cupula mit Nüssen

Castanea sativa