Herzlich willkommen im Botanischen Garten des Institutes für Botanik der Universität Innsbruck!

Seit über 100 Jahren befindet sich der Botanische Garten nunmehr in Hötting und ist nicht nur unverzichtbar als Lehr- und Forschungsstätte des Institutes für Botanik der Universität Innsbruck, sondern auch Bildungs- und Erholungsort für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Über 7000 Pflanzenarten aus den verschiedensten Lebensräumen der Erde werden hier kultiviert.

In dem etwa 2 ha großen Areal können Sie im Alpinum Gebirgspflanzen bewundern, Ihr Wissen um Heil-, Gift und Gewürzpflanzen erweitern oder im Park spazieren gehen. In unserem Duft- und Tastgarten kann man Pflanzen mit allen Sinnen erfahren. In den Schauhäusern erfahren sie mehr über tropische Regenwälder und subtropische Trockengebiete.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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Die Pflanze des Monats

Pflanze des Monats Dezember 2017

Weihnachtsstern – Euphorbia pulcherrima Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)

Kaum eine andere Pflanze ist mit einem Fest des Jahreskreises so verknüpft wie der Weihnachtsstern. Die Pflanzenzüchtung seit den 1950er Jahren machte ihn tauglich für die Zimmerkultur und schuf im Laufe der Jahre eine unglaubliche Fülle von verschiedenen Farbtönen der prächtigen Hochblätter: nicht mehr nur flammendes Rot, auch lachsfarbenen, panaschierte und cremeweiße Hochblätter zieren die Pflanze.

Ursprünglich stammt der Weihnachtsstern aus den tropischen Wäldern Mittelamerikas. Seine ehemalige Bezeichnung lautete Poinsettia (lateinisch Poinsettia pulcherrima), nach einem amerikanischen Botschafter in Mexiko. Dort wird bereits seit 1828 am 12. Dezember der „Poinsettia Day“ gefeiert. Noch früher schmückte man an diesem Tag die Altäre der Jungfrau von Guadelupe mit Poinsettia. Die Ureinwohner Mexikos, die Azteken, gewannen Farbstoff aus den Hochblättern und verwendeten den weißen Milchsaft zur Fiebersenkung. Dieser Milchsaft ist giftig und kann Haut- und Schleimhautirritationen und Allergien auslösen.

Der Weihnachtsstern wird den Wolfsmilchgewächsen zugeordnet. Dies wird deutlich wenn man sich die eigentlichen Blüten genauer anschaut: diese sind unscheinbar klein, auf das nötigste reduziert und in dem für die Familie typischen Blütenstand angeordnet. Das Cyathium besteht aus einem kleinen Becher, in dem in der Mitte eine einzige, nur aus Fruchtknoten mit Griffel bestehende weibliche Blüte sitzt. Rund herum sind fünf Gruppen zu je fünf, auf ein einziges Staubblatt reduzierte männliche Blüten angeodnet. Am Rand des „Bechers“ sind mehr oder weniger auffällige Nektardrüsen zu finden, die mit süßem Nektar Bestäuber anlocken. Unterstützt werden sie dabei von den auffällig gefärbten Hochblättern, die allerdings auch nicht zur Blüte gehören.

In seiner ursprünglichen Heimat in Äquatornähe hat sich der Weihnachtsstern der Tageslänge angepasst, wo er das ganze Jahr über blüht. Als sogenannte Kurztagspflanze benötigt er zur Ausbildung der gefärbten Hochblätter und der Blüten 12 bis 13 Stunden Dunkelheit. Diese Bedingungen werden bei der Kultur des Weihnachtsterns künstlich erzeugt und zwar so, dass die Pflanzen pünktlich zur Adventzeit in den Gärtnereien zum Verkauf bereit stehen.

In unseren Schauhäusern werden die Pflanzen nicht abgedunkelt. Die Blüte beginnt daher etwas zeitverzögert: ab etwa Anfang Oktober entspricht die Tageslänge in unseren Breiten den natürlichen Ansprüchen des Weihnachtssterns.

 

 

 

 

 Euphorbia pulcherrima_1

 Euphorbia pulcherrima_2