Projekte

Objektforschung 

Inventarisierung und Katalogisierung der Sammlung (lfd seit 2009)

Inventarbuch außenÜber die Sammlung gibt es, verlaufend über die nahezu 150 Jahre ihres Bestehens, zwei handschriftlich verfasste Inventarbücher (1870–1997 bzw. 1997–lfd.), eine Inventarkartei in dreifacher Ausführung (1912/14), eine weitere Inventarkartei (50er/60er Jahre) und drei Inventarmappen „Gips Museum Band I-III“ (50er/60er Jahre) mit zum Teil unterschiedlichen und auch divergierenden Angaben. Im Druck erschienen bislang nur drei Verzeichnisse von 1880, 1883 und 1894.

Ein großes Problem der mittlerweile mehr als 1.300 Exponate umfassenden Sammlung stellte somit bislang die Tatsache dar, dass aufgrund zahlreicher Inventarunterlagen kein genauer Überblick über den Gesamtbestand an Objekten möglich war und somit beträchtliche Teile nicht erschlossen bzw. noch überhaupt gar nicht identifiziert waren.

Im Rahmen von zahlreichen extern finanzierte Drittmittelprojekten wie einem TWF-Projekt, der Kulturgüteraufnahme des Lands Tirol, durch Förderungen des damaligen Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur sowie im Zuge von Lehrveranstaltungen wurden daher in den letzten Jahren umfangreiche Inventararbeiten durchgeführt. Dazu wurden alle bestehenden alten Inventarunterlagen transkribiert, anschließend ein neues Basisdatenblatt mit folgenden Angaben erstellt und anhand dieser Kriterien die alten Informationen zu einem Gesamtkatalog vereinheitlicht.

 

Originalobjekt
Abguss in der Innsbrucker Sammlung
Bezeichnung / Teil von Inventarnummer Innsbruck
Datierung / Epoche / Künstler Erwerbungsjahr / Bezugsquelle / Erwerbungskosten
Maße / Material des Originals Standort / Erhaltung / Maße
Fundort / Aufbewahrungsort / Inventarnummer des Originals Innsbrucker Kataloge
Beschreibung / Literatur
Bearbeiter  

 

Inventarbuch innenDa dieses Gesamtverzeichnis nun allerdings einerseits aus z.T. sehr fragmentarischen und lückenhaften Angaben bestand und andererseits generell den Forschungsstand der letzten Bearbeitung nämlich der 50er bzw. frühen 60er Jahre des 20. Jahrhunderts widerspiegelte wurden im Wintersemester 2009/10  im Rahmen der Lehrveranstaltung „Archäologische Arbeitsgemeinschaft Museale Forschungen“ (F.M. Müller) bei den einzelnen Exponaten fehlende Informationen ergänzt, die Angaben auf Grundlage neuer wissenschaftlicher Sekundärliteratur aktualisiert, neue umfangreichere Katalogtexte verfasst sowie eine aktuelle Bibliographie erstellt. Zudem konnten für den großen Bestand an noch gar nicht erfassten bzw. inventarisierten Objekten überhaupt erstmalig neue Datensätze erstellt werden. Parallel dazu wurde begonnen, sämtliche Exponate fotografisch neu aufzunehmen, die Bilder nachzubearbeiten, freizustellen und so die erstmalige vollständige fotografische Erfassung der gesamten Sammlung zu beginnen.

Das Projekt ermöglichte zudem zunächst erstmalig eine Gesamtinventur, im Zuge derer die Angaben in den Inventarunterlagen mit den real vorhandenen Exponaten abgeglichen werden konnten. Durch die Nutzung der neu gewonnenen Daten konnte weiters zum ersten Mal in der Geschichte des Museums eine durchgehende Objektbeschriftung erfolgen, die somit interessierten Besucherinnen und Besuchern einen leichteren Zugang zu den Exponaten ermöglichte.


Literatur:
  • Verzeichnis der Bildwerke des Gypsmuseums der k.k. Universität Innsbruck (Innsbruck 1880).
  • Verzeichnis der Bildwerke des Gypsmuseums I (Fortsetzung) (Innsbruck 1883).
  • Reisch Emil, Verzeichnis der Abgüsse antiker Bildwerke im Gipsmuseum der k.k. Universität Innsbruck (Innsbruck 1894).
Projektleitung:

assoz.-Prof. Mag. Dr. Florian M. Müller Bakk

Förderung:

bmukk_ehemaliges Bundesministerium für Wissenschaft und Kultur


Bundesministerium für Unterricht, Kultur und Kunst (2008–2011)


Land Tirol

 

Tiroler Wissenschaftsfonds (TWF) (2009–2012)

Land Tirol

Im Rahmen der seit 1968 laufenden Kulturgüterdokumentation des Landes Tirol, also der systematisch wissenschaftlichen Inventarisation des Kulturgüterbestandes in Nord- und Osttirol, werden, koordiniert durch die Museumsservice-Stelle des Landes Tirol, werden auch die sich in Museen und öffentlichen wie auch privaten Sammlung in Tirol befindlichen Exponate aufgenommen und inventarisiert. Auch die Bestände des Archäologischen Universitätsmuseums konnten 2013–2014 erfasst werden.

Online Katalog/Datenbank Archäologisches Universitätsmuseum (seit 2010 lfd.)

Nachdem die Sammlung bislang bloß über eine Vielzahl an unterschiedlichen analogen Inventarunterlagen (Zettelkataloge, Inventarmappen, Inventarbücher) verfügte und somit nicht erschlossen war, wurde die Erstellung eines neuen Gesamtinventars angestrebt. Da ein solches in gedruckter Form gerade in Hinblick auf eine laufende Erweiterung des Bestandes als sehr unflexibel angesehen wurde, sollte erstmalig ein EDV gestütztes Inventar mit Schlagwortsuche, Bildarchiv, usw. erstellt werden.

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Datenbank, alte Eingabemaske

Zentrale Aufgabe des seit 2010 laufenden Projektes war es daher, sämtliche vorhandene Inventarunterlagen in einer (Bild-)Datenbank zu erfassen. Die Erstellung sollte dabei einheitlich die vorerst notwendigen Basisdaten (Objektbezeichnung, Datierung, Künstler, Fundort, Aufbewahrungsort, Material, Maße, Inventarnummer, Jahr der Erwerbung, Ankauf, weiterführende Literatur, Schlagworte) sowie die zugehörigen Fotografien beinhalten. In Zusammenarbeit mit der Abteilung Neue Medien und Lerntechnologien und dem Zentralen Informatikdienst der Universität Innsbruck wurde daher eine erste Datenbankstruktur und Eingabemaske für einen virtuellen Museumskatalog geschaffen. In einer zu entwickelnden Ausgabemaske sollten die Daten mit diversen Suchfunktionen erschlossen werden. Neben einer Freitextsuche sollten die Objekte nach Fundort, Aufbewahrungsort, der Epoche, dem Material und der Innsbrucker Inventarnummer aufzufinden sein und es so ermöglicht werden an die betreffenden Datensätze mit Objektinformationen, weiterführender Literatur und den aktuellen Fotos zu gelangen.

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Datenbank, alte Ausgabemaske
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Datenbank, alte Ausgabemaske

Nachdem die Etablierung einer funktionierenden Datenbankstruktur durch den Zentralen Informatikdienst der Universität Innsbruck schlussendlich nicht möglich war, wurde dank Förderungen durch die Aktion D. Swarovksi KG 2017, Mittel aus dem HRSM-Projekt Digitalisierung und Informationsaufbereitung für die Digital Humanities (DI4DH) und der ProLehre-Ausschreibung 2018/19 Universität Innsbruck in Zusammenarbeit mit Innsbruck University Innovations ein neuer virtueller Museumskatalog mit praktikablen Suchfunktionen erstellt. Mittelfristig sollen die dabei erstellten Objektbeschreibungen als Gesamtkatalog über die Museumshomepage auf einer online zugänglichen Plattform, gleichsam als virtuelles Museum, allen Interessierten zugänglich gemacht werden.

 

Datenbank_Ausgabemaske neu_1
Datenbank, neue Ausgabemaske
Datenbank_Ausgabemaske neu_2
Datenbank, neue Ausgabemaske

Durch die Datenbank ergeben sich zahlreiche weitere Möglichkeiten der Nutzbarmachung der Exponate des Museums für Forschung, Lehre und Öffentlichkeit.

 

Öffentlichkeitsarbeit

Durch einen vollständigen über die Homepage des Museums zugänglichen virtuellen Museumskatalog soll antike Kunst und Kultur auch für ein fachfremdes Publikum erfahrbar gemacht werden. Dieses kann dadurch generell über die Antike und speziell über die Exponate des Archäologischen Universitätsmuseums Innsbruck informiert werden. Schlussendlich soll aber dadurch auch ein Besuch des Archäologischen Universitätsmuseums und damit der Universität Innsbruck selbst angeregt werden. Das Archäologische Universitätsmuseums wäre gleichsam ein „Scharnier“ zwischen Öffentlichkeit und Universität.

 

Lehre

Abguss-Sammlungen beinhalten schon aus ihrem Selbstverständnis heraus die bedeutendsten Objekte der antiken Kunst und geben so einen repräsentativen Querschnitt. Die Beschreibung von ca. 1.300 bedeutendsten Funden und Bildwerken der Antike kann aus Grundlage für zahlreiche Lehrveranstaltungen zur antiken Kunst- und Kulturgeschichte genutzt werden. Insbesondere die gemeinfreien Fotografien werden für studentische Arbeiten und Publikationen zur Verfügung stehen.

 

Forschung

Die Online-Datenbank bietet einen Überblick über Vorhandenes, zeigt aber auch Lücken im Bestand auf und kann so zur Erstellung eines sinnvollen Konzeptes zur laufenden Erweiterung der Sammlung beitragen. Über die in der Datenbank zu vergebende Schlagworte und diverse Suchfunktionen können Objekte nach verschiedenen Faktoren (Gattung, Zeitstellung, Thema, …) gefunden werden. Diese kann Fachkolleginnen und Fachkollegen über die Exponate der Innsbrucker Sammlung informieren und so den fachlichen Austausch verstärken. Zudem wäre es gerade in Hinblick auf die Konzeption und Zusammenstellung von zukünftigen Sonderausstellungen, aber auch auf die Kooperation mit anderen Museen im Rahmen des Leihverkehrs von Exponaten wichtig.


Projektleitung:

assoz.-Prof. Mag. Dr. Florian M. Müller Bakk

Projektpartner:

IUIMMag. Dr. Andy Stauder
IUI – Innsbruck University Innovations GmbH
https://innovation-innsbruck.at/

Förderung:

Universität Innsbruck, Zid Neue Medien

 ZID-Neue Medien und Lerntechnologien, Universität Innsbruck

Im Rahmen der Förderung von E-Learning-Projekten wurden u,a. Mittel für Digitalisierungen also das Erschließen von Bildmaterialien und Texten für die Projekte „Virtuelles Archäologiemuseum I + II“ (2010–2011) bereitgestellt.

Swarovski

Aktion D. Swarovski KG 2017- Förderungsbeiträge für die Leopold-Franzens Universität Innsbruck

Im Rahmen der Förderung von Projekten im Bereich „Digitalisierung“ wurde auch die „Online-Plattform Archäologisches Universitätsmuseum“ gefördert.

Universität Innsbruck, FZ Digital Humanities

Im Rahmen des HRSM-Projektes Digitalisierung und Informationsaufbereitung für die Digital Humanities (DI4DH) wurden Projekte der Digitalisierung und Aufbereitung von Materialien und Daten mit einem Bezug zu den Geisteswissenschaften gefördert u.a. auch die Neuerstellung der Online-Datenbank des Archäologischen Universitätsmuseums.

Universität Innsbruck, Vizerektorat Lehre

Im Rahmen der ProLehre-Ausschreibung 2018/19 Universität Innsbruck, der Initiative zur Förderung innovativen Lehrens und Lernens zur Förderung neuere Lerntechnologien, wurde auch die vollständige Erneuerung der Museumsdatenbank gefördert.

Griechische Vasen in Innsbruck I und II/CVA Tirol (2003 - 2007, 2011 - 2016)

Im Rahmen der beiden vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) und dem Tiroler Wissenschaftsfonds (TWF) finanzierten Projekten Griechische Vasen in Innsbruck I (2003 - 2007) und II (2011–2016) erfolgte die wissenschaftliche Bearbeitung und Publikation von Beständen antiker Keramik aus verschiedenen öffentlichen und vier bedeutenden Privatsammlungen in Innsbruck nach den Zielsetzungen des Corpus Vasorum Antiquorum (CVA). Von den 506 griechischen Vasen und Vasenfragmenten stammte der Großteil aus der Originalsammlung des Archäologischen Museums Innsbruck – Sammlung von Abgüssen und Originalen der Universität, 45 Vasen stammen aus den Sammlungen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum, weitere 48 Stücke stammen aus Innsbrucker Privatsammlungen. Das breit gefächerte Fundmaterial umfasst die Keramik mykenischer und geometrischer Zeit, Gefäße korinthischer Produktionen, attisch schwarz- und rotfigurige Keramik wie auch Beispiele griechisch unteritalischer und italisch indigener etruskischer Gefäße.

 

 

Seit dem frühen 20. Jahrhundert wurden am Innsbrucker Archäologischen Institut griechische Vasen bzw. Vasenfragmente als „Stilproben" zu Studien- und Unterrichtszwecken gesammelt. Zahlreiche mykenische und geometrische Gefäße bzw. Gefäßfragmente sind im Museumsinventar des Archäologischen Instituts der Universität Innsbruck als Ankäufe in Griechenland oder auch als Schenkungen des „Central-Museums“, des heutigen Athener Nationalmuseums verzeichnet, die zu einem großen Teil aus Grabungen Heinrich Schliemanns in Mykene oder Tiryns stammen. Im Jahr 1903 wurde von Prof. Franz Winter beim römischen Kunsthändler Ludwig Pollak ein größeres Scherbenkonvolut vorwiegend attisch rotfiguriger Fragmente erworben. Es handelt sich dabei größtenteils um Fragmente von Trinkschalen, Bauchlekythen, Krateren und Stamnoi. Darunter befinden sich zahlreiche Schalenfragmente, die erstklassigen Vasenmalern der archaischen und klassischen Zeit zugeschrieben werden konnten, z.B. Apollodoros, Berliner Maler, Onesimos, Douris, Makron, Brygos Maler, Maler der Pariser Gigantomachie, Eucharides Maler, Euaion Maler, Hermonax oder Polygnotos.  

Ziel der Studie war es, die bisher zum Großteil unbekannten Vasen der Innsbrucker Sammlungen als Grundlage und Beitrag für weitere Forschungen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Gefäße bzw. Fragmente wurden dazu zeichnerisch und stilistisch eingeordnet und so weit wie möglich einer antiken Malerpersönlichkeit zugeschrieben. Insbesondere diese Zuweisung an individuelle Malerhände oder Werkstätten stellt einen wichtigen Beitrag zur antiken Künstlergeschichte und zur Rekonstruktion von Künstlerouvres in der Vasenforschung dar. Die ikonographischen Besonderheiten eines Stückes sowie Vergleiche mit thematisch verwandten gehörten ebenfalls zur Dokumentation. Darüber hinaus sollten neue Richtlinien zur wissenschaftlichen Bearbeitung von Keramik berücksichtigt werden. Dazu zählen neben der konventionellen Bearbeitung weitere Beobachtungen wie Herstellungsspuren, die beim Töpfern, Bemalen oder Brennen entstehen, Gebrauchsspuren und Reparaturen, Graffiti und Inschriften, Maße von Volumina und Gewichten und die graphische Dokumentation von Vorzeichnungen bzw. Ritzungen im Bereich der figürlich verzierten Keramik, mit welchen der Maler die Figuren und zum Teil auch die Ornamente auf dem Bildfeld skizziert hatte.

Auch können durch den früheren Kunstmarkt in verschiedene Sammlungen verstreute Fragmente (disiecta membra) eines einzigen Gefäßes passend zu Innsbrucker Fragmenten entdeckt werden.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung sollen in zwei Bänden des Corpus Vasorum Antiquorum (CVA), einem Gemeinschaftsunternehmen der Union Académique Internationale in Brüssel, dessen Bestreben es ist, weltweit Vasen aus öffentlichen und privaten Sammlungen in genormte, umfangreicher Text- und Bilddokumentation vorzulegen, veröffentlicht werden.


Projektmitarbeiter:

Ao. Univ.-Prof. Dr. Brinna Otto
Mag. Dr. Veronika Gertl
Dr. Gertud Nachbauer

Literatur:
  • Gertl Veronika, Nachbaur Gertrud, Sammlung griechischer Vasen in Innsbruck, in: Zentrum für Alte Kulturen (Hrsg.), Jahresbericht 2009. Geschichte und Altorientalistik, Archäologien, Gräzistik und Latinistik, Archäologisches Museum, Fachbibliothek Atrium (Innsbruck 2010) 90–91.
  • Nachbauer Gertrud, CVA Innsbruck 1 (im Druck).
Presse:

Schwinghammer Uwe, Ein Geschichtsbuch aus Scherben, Die Presse Online 22.3.2017.

Förderung:

FWF

Land Tirol

Aufarbeitung der Schenkung Sammlung Dawid (2017 - 2019)

Aufgrund der zahlreichen Aktivitäten der letzten Jahre in Forschung, Lehre und Öffentlichkeitsarbeit im und der daraus resultierenden Wertschätzung für das Archäologische Museum Innsbruck – Sammlung von Abgüssen und Originalen der Universität Innsbruck hat sich Frau Oberrätin Dr. Maria Dawid dazu entschlossen, ihre private Sammlung von Antiken, die sie über mehrere Jahrzehnte bei Auktionshäusern und auf zahlreichen Reisen erworbenen hatte, dem Museum als Schenkung zu übereignen.

 

 

Insgesamt handelt es sich um 107 Objekte und damit die größte Schenkung und überhaupt den größten geschlossenen Eingang in der fast 150-jährigen Geschichte des Museums. Bei den Stücken, die zwischen 2.700 und 1.400 Jahre alt sind, handelt es sich um dutzende antike griechische Vasen unterschiedlichster Form und reich verziert, Terrakottafiguren, römische Gläser, Öllampen, insbesondere aber auch antike Schmuckstücke aus Gold, Silber und Bronze wie Ringe, Armreifen, Ohrringe, Ketten und Gewandnadeln.

Die neue erworbenen Originale wurden in einem Projekt vollständig aufgearbeitete d.h. inventarisiert, katalogisiert und fotografisch erfasst. Die Objekte werden zum einen im Sinne der Funktion als Lehr- und Studiensammlung wertvolle Dienste bei der archäologischen Ausbildung der Studierenden leisten, zum anderen nach Ihrer Präsentation als neuer attraktiver Anziehungspunkt für interessierte Museumsbesucherinnen und –besucher das Museum weiter deutlich aufwerten.


Projektmitarbeiterin:

Kathrin Schuchter

Förderung:

Universität Innsbruck, Rektorat

Sparkling Science-Projekt: Im Dialog mit der Antike. Inscriptiones Antiquae (2009 - 2012)

Inschriften_1Gemeinsam mit dem Institut für Alte Geschichte und Altorientalistik verfügt das Institut für Archäologien seit 1919 mit 74 Exponaten auch über die größte Sammlung stadtrömischer Inschriften in Österreich. Seit 2009 kann die Sammlung in einem eigenen „Raum der Schrift“ im ATRIUM-Zentrum für Alte Kulturen besichtigt werden.

Unter der Devise "Wissenschaft ruft Schule – Schule ruft Wissenschaft" fördert das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung Kooperationen zwischen Schüler/innen und Wissenschafter/innen, die gemeinsame Forschungsarbeit leisten. Im Rahmen des Sparkling Science-Projektes "Im Dialog mit der Antike. Inscriptiones Antiquae" an dem Schülerinnen und Schüler des Akademischen Gymnasiums Innsbruck, des Bundesgymnasiums und Bundesrealgymnasiums Innsbruck Sillgasse und des Wirtschaftskundlichen Realgymnasiums Ursulinen Innsbruck beteiligt waren, wurde diese Inschriften erstmalig übersetzt und anschließend in einer Datenbank der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

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Die von den Schülerinnen und Schülern verfassten Texte, welche die Inschriften in einen größeren historischen Rahmen einbetten sollten, wurden gemeinsam mit der Datenbank auf der von ihnen eigens gestalteten Website einem Kreis von Interessierten zugänglich gemacht. Darüber hinaus flossen ihre Erfahrungen in ein fachdidaktisches Modell ein, das den Zugang zu antiken Inschriften erleichtern soll. Die kommentierte Neuedition der Inschriften in Verbindung mit allen erarbeiteten historischen Informationen und fachdidaktischen Materialien rundete das Projekt ab.

 


Homepage und Datenbank

Im Dialog mit der Antike. Inscriptiones Antiquae

Publikation

Berneder Helmut, Niedermayr Hermann, Schnegg Kordula, Sporer Michael, Truschnegg Brigitte, Im Dialog mit der Antike. Die Innsbrucker Sammlung stadtrömischer Inschriften. Ein Sparkling-Science-Projekt, Latein Forum 77/78 (Innsbruck 2012)

Projektleitung
  • Dr. Helmut Berneder – WRG Ursulinen
  • Dr. Hermann Niedermayr – Akademisches Gymnasium
  • assoz. Prof.in Dr.in Kordula Schnegg, Institut für Alte Geschichte und Altorientalistik
  • Mag. Michael Sporer – BG/BRG Sillgasse
  • assoz. Prof. Mag. Dr. Brigitte Truschnegg, Institut für Alte Geschichte und Altorientalistik
Beteiligte Schulen:
Förderung:

Sparkling Science


Sparkling Science – Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung

3D-Dokumentaion und Visualisierung antiker Objekte (seit 2019)

Der Förderkreis 1669– Wissenschafft Gesellschaft unterstützen die Universität als Netzwerk von Verbündeten und als Brücke in die Gesellschaft - sowohl ideell als auch materiell. Die Ausschreibung Digitale Innovation in Research and Teaching 2019 sollte im Rahmen der Digitalisierungsoffensive der Universität Innsbruck die Entwicklung neuer digitaler Prozesse zur Unterstützung von Forschung und Lehre sowie die digitale Transformation bestehender Prozesse fördern. Gesucht wurden daher Projekte aller Fakultäten, die mit digitalen Methoden umgesetzt werden und zur Digitalisierung der Forschungsmethodik (z.B. Projekte aus den Digital Sciences, Digital Humanities, etc.) oder zur Vermittlung von digitalen Kompetenzen in der Lehre beitragen.

Projektziele

Das angesuchte Projekt 3D-Dokumentation und Visualisierung antiker Originale des Archäologischen Universitätsmuseums wurde dabei als förderungswürdig erachtet. Ziel dieses Projektes ist eine schrittweise dreidimensionale Aufnahme und Visualisierung der Sammlung von antiken Originalen mittels Photogrammetrie und eine letztendliche Einbindung der Daten im Rahmen eines virtuellen Kataloges in die zu erstellende Museumsdatenbank. Die Originalsammlung umfasst etwa 350 Einzelobjekte und besteht aus vollständigen antiken Keramik- und Glasgefäßen, bemalten Scherben, Objekten der Kleinkunst, antikem Schmuck, insbesondere aber auch Marmorreliefs und Resten von Architekturteilen und Bauschmuck.

Die Dokumentation von archäologischen Befunden und insbesondere Einzelobjekten stellt eine der zentralen Herausforderungen an die Archäologie dar. Eine solche erfolgte bislang jedoch großteils immer noch nach „klassischen“ Methoden, d.h. möglichst genauen verbalen Beschreibungen, Zeichnungen und Fotografien. Dies ist zeit- und arbeitsaufwendig, personal- und kostenintensiv sowie abhängig vom jeweiligen Bearbeiter mit einer gewissen Ungenauigkeit behaftet. Daher wurde auch in der Archäologie der Bedarf an schnellen, exakten aber auch kostengünstigen Methoden zur Dokumentation von Grabungen vor Ort aber auch insbesondere einzelne Fundstücken erkannt.

Scan und 3D-Visualisierung der römischen Bronzestatuette eines Laren (Inv.Nr. I0726/2003)

Scan und 3D-Visualisierung eines daunische Gefäßes (Inv.Nr. II0055/1992)

Gerade die Möglichkeiten der Photogrammetrie sind durch leistungsfähige Hardware und Software in den letzten Jahren immens gestiegen. Zentrale Herausforderung stellt jedoch die Entwicklung exakter, den jeweiligen Aufgabenstellungen angepasster Arbeitsmethoden bzw. -abläufe und einer daraufhin adaptierten Software dar. Die Dokumentation archäologischer Objekte über die traditionellen Methoden hinaus mittels Photogrammetrie und ihre anschließende dreidimensionale Visualisierung hat somit hohes Potential. Im Rahmen eines ersten Projektes zur photogrammetrischen Erfassung von ausgewählten archäologischen Objekten des Archäologischen Universitätsmuseums und der Erstellung von 3D-Modellen anhand einer Fotoserie sollen daher konkrete auf archäologische Fragestellungen angepasste und adaptierte innovative Methoden im Bereich der Dokumentation entwickelt und erprobt werden. Erstes Ziel ist daher die Etablierung eines Verfahrens zur detailgenauen Aufnahme, Dokumentation und dreidimensionale Visualisierung des Zustandes von archäologischen Einzelobjekten. Da auch diese in ihren Eigenschaften (Material, Größe, Oberflächenbeschaffenheit, Detailreichtum, usw.) keinesfalls einheitlich sind und somit unterschiedlichen Anforderungen an die jeweilige Dokumentation stellen (z.B. bemalte Gefäße, Bronzestatuetten, Glas,…) müssen von den unterschiedlichen Objekttypen Referenzobjekte ausgewählt werden. Anhand der sich daraus ergebenden Problemstellungen muss die optimale Dokumentationslösung für die konkreten bedarfsorientierten Ergebnisse gefunden werden.

Nutzung der Ergebnisse für die Forschung, Lehre und eine museale Öffentlichkeit

Bei exakter und detailgenauer Dokumentation können auf diesem Wege archäologische Originalobjekte Forscherinnen und Forschern genauso wie Studierenden überall auf der Welt zur weiteren Auswertung zugänglich gemacht werden, ohne dass diese die Objekte im Rahmen aufwendiger und teurer Reisen einer persönlichen Autopsie unterziehen müssen. Auch ein kostspieliger und konservatorischer aufwendiger Transport von gefährdeten, beispielsweise leicht zerbrechlichen Einzelobjekten kann so vermieden werden.

3D-Dokumentation
Scan und 3D-Visualisierung von Exponaten römischer Originalplastik aus dem Archäologischen Universitätsmuseum

Aber auch potentielle Besucherinnen und Besucher des Museums können die Objekte zunächst virtuell studieren und somit wird ein Anreiz geschaffen das Archäologische Universitätsmuseum zu besuchen um mehr über archäologische Forschung zur antiken Kunst und Kultur zu erfahren. Das Archäologische Universitätsmuseum würde somit weiter gleichsam seiner Funktion als „Scharnier“ zwischen Öffentlichkeit und Universität gerecht werden.


Projektleitung:

assoz.-Prof. Mag. Dr. Florian M. Müller Bakk

Projektpartner:

EqvisDI Christoph Quinger, MML
EQ-VIS OG
https://eq-vis.com/

 

IUIMMag. Dr. Andy Stauder
IUI – Innsbruck University Innovations GmbH
https://innovation-innsbruck.at/


BartenbachBartenbach GmbH
https://www.bartenbach.com/

 

Förderung:

Förderkreis


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