Besuch 

Schulklassen 

Kinder und Jugendliche sind eine wesentliche Zielgruppe des Archäologischen Universitätsmuseums. Es zeigt sich, dass gerade diese sehr schnell bereit sind, sich für neue Themen zu begeistern und sich eifrig und engagiert mit den Bereichen Antike und Archäologie auseinanderzusetzen. Dabei sind weder Kinderbetreuung noch Schlechtwetter-Notprogramm unser Ziel, sondern anspruchsvolle, intellektuell und kreativ herausfordernde Themenstellungen, welche Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, sich mit der jeweiligen Materie auseinanderzusetzen.

Dabei sollen – vielfach auf spielerische Weise – Wissen über die Antike im Allgemeinen und die einzelnen Objekte im Speziellen weitergegeben, aber auch aus der Funktion als Universitätsmuseum heraus generell erste Einblicke in die Forschungstätigkeit der am Museum beteiligten Fächer geboten werden.

Die Anbindung an die Erfordernisse des Unterrichts bzw. Lehrplanes erscheint uns besonders wichtig, damit die Lehrerinnen und Lehrern die Angebote des Universitätsmuseums als zusätzliches „Material“ für ihren Unterricht nutzen können. Schon in Vorgesprächen bemühen wir uns auf Schwerpunkte einzugehen und so für die Kinder und Jugendlichen ideale Anknüpfungspunkte an bereits im Unterricht Erfahrenes zu bieten. Altersgerechte Adaptionen sollen zudem eine breite Zugänglichkeit für Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Schulstufen ermöglichen.

Dazu wurden von uns drei museumspädagogische Programme (interne Verlinkung) entwickelt, die Einblicke in das Alltagsleben der Antike (auch im unmittelbaren regionalen Raum), insbesondere aber auch von Kindern und Jugendlichen bieten, also Themen, welche aus der Gegenwart heraus einen sozialen und gesellschaftlichen Bezug zur Lebenswelt der Antike herstellen. Die Vermittlung soll daher das Augenmerk sowohl auf den Menschen der Vergangenheit als auch den Menschen der Gegenwart richten.

Neben diesen drei konkreten museumspädagogischen Programmen bieten wir in Absprache mit den Lehrerinnen und Lehrern der betreffenden Fächer auch eine direkte Einbindung in einzelne schulische Unterrichtsfächer (z.B. Geschichte, Latein, Altgriechisch, bildnerische Erziehung, usw.). Je nach Altersgruppen soll dabei eine Auseinandersetzung mit Antike und Archäologie stattfinden. Dies kann vom einfachen Durchbesprechen und Abzeichnen der Stücke bis hin zur eigenständigen Erarbeitung gewisser Kunstwerke und Themen erfolgen. Gerne beziehen wir die Sammlung in gerade aktuelle Unterrichtsinhalte ein und erarbeiten individuelle Themenführungen und Workshops (z.B. Leben in der Antike, Antike Götter und Mythologie, Römerzeit in Tirol, Lateinische Inschriften, …). Aus der Funktion als Universitätsmuseum heraus werden aber auch generell erste Einblicke in die Forschungstätigkeit der am Museum beteiligten Fächer geboten werden (z.B. Was macht ein Archäologe, …).

Museumspädagogische Programme

Unsere museumspädagogischen Programme „Zeitreise in die Vergangenheit“ bieten wissenschaftlich fundiert einen kreativen und spannenden Einstieg in die Welt der Griechen und Römer sowie in aktuelle archäologische Forschungen. Altersgerechte Adaptionen ermöglichen zudem eine breite Zugänglichkeit für Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Schulstufen. Ein direkter Kontakt findet nicht nur mit den antiken Fundobjekten, sondern auch mit den dazugehörigen Wissenschafterinnen und Wissenschaftern, also Lehrenden und Forschenden des Instituts für Archäologien, statt, welche diese Objekte fachkompetent, unter anderem auch im offenen Gespräch vermitteln.

Vom Aufbau her soll nach einer individuell insbesondere entsprechend dem Alter der Kinder und Jugendlichen angepassten Hinführung zum Thema (kleiner Vortrag, Gespräch, Präsentation) eine Auseinandersetzung mit aussagekräftigen Objekten in der archäologischen Universitätssammlung folgen, um das Programm dann mit einer qualitativ hochwertige tn undhematisch passenden Aktivstation zu schließen.

Programme

Wie lebten Kinder und Jugendliche im alten Rom?

In diesem Programm wird die Lebenswelt von Kindern  und Jugendlichen in der Antike näher beleuchtet und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit geboten  zu erleben, wie es wäre, wenn sie selbst in der Antike  gelebt hätten.

Vermittlungsziele

Wie war eine Familie aufgebaut, aus welchen Mitgliedern bestand sie und welche Aufgaben hatten diese zu bewältigen? Neben den Aspekten der Erziehung soll verstärkt die Schulbildung betrachtet werden. Wie und wo wurden Kinder unterrichtet? Wer waren die Lehrer? Welche Fächer wurden unterrichtet (Schreiben, Lesen, Grammatik, Mathematik, Rhetorik, Lyrik, Philosophie, Sport, Naturwissenschaften)?  Was unternahmen Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit und wie verbrachten sie den Tag? Ab wann wurden Kinder in die Arbeitswelt der Erwachsenen eingebunden? Bei all diesen Punkten müssen zudem klare Differenzierungen vorgenommen werden, da es sowohl nach dem Geschlecht (Buben oder Mädchen), dem sozialen Status (Oberschicht oder Unterschicht) als auch dem Lebensort (Stadt oder Land) beträchtliche Unterschiede gab.


Die Götter Griechenlands 

In diesem Programm stehen die Götter des antiken Griechenlands im Mittelpunkt. Eine Welt ohne Götter konnten sich die Griechen nicht vorstellen. Geheimnisvolle Geschichten und Mythen über sagenhafte Gestalten, Helden, Ungeheuer und mächtige Gottheiten, wie z. B. den Göttervater Zeus, beeindruckten die Menschen seit jeher. In Griechenland wurden in klassischer Zeit zwölf Hauptgottheiten verehrt, die auf dem Olymp, dem höchsten Berg des Landes, wohnten.  Eine ihrer göttlichen Aufgaben bestand darin, die Menschen und ihr Handeln zu beobachten. Obwohl die Götter äußere Gestalt und Charakter der Menschen angenommen hatten, unterschieden sie sich von ihnen dennoch durch ihre Weisheit, Unsterblichkeit und ewige Jugend. 

Vermittlungsziele

Welche und wie viele Götter wurden in Griechenland verehrt? Welche Funktionen bzw. Aufgabenbereiche hatten sie?  Welche Attribute tragen sie? Wie lässt sich Religiosität im privaten Bereich nachweisen? Wie und wo wurden die Götter verehrt? Welche Opfer wurden ihnen dargebracht? Um die Götter milde und wohlgesinnt zu stimmen, brachte man ihnen regelmäßig Opfer dar. Vor jedem Tempel, dem Haus Gottes, befand sich ein Altar, auf dem häufig Tiere, wie z. B. Schweine oder Rinder, geopfert, aber auch sog. Trankopfer, wie z. B.  Öl, Milch, Wein oder Weihrauch, dargebracht wurden.

Im Museum kann neben den Modellen antiker Heiligtümer der gesamte griechische Götterhimmel anhand zahlreicher Statuen, Statuetten und Reliefs vorgestellt werden. Diese zeigen die Gottheiten mit ihren Attributen und Zuständigkeiten im Rahmen berühmter Mythen des Altertums.


Auf den Spuren der Römer in Tirol 

In diesem Programm wird die Antike „vor unserer Haustüre“ erkundet und das Gebiet des heutigen Tirol in römischer Zeit in den Blick genommen.

Vermittlungsziele

Wann, warum und wie kam das Gebiet des heutigen Tirol zum Römischen Reich? Wer wohnte vorher in diesem Gebiet?  Was haben die Römer vorgefunden, was verändert, was belassen? Ist jeder Einheimische mit Abschluss der Eroberung ein „Römer“ oder wie wird man ein solcher?  Welche Bedeutung hatte das Gebiet im Gesamtreich?  Welche Kulturtechniken kamen mit den Römern zu uns, und was lernten sie umgekehrt hier kennen? Wie ging man mit den Einheimischen um? Wie veränderte sich nach und nach das Leben vor Ort? Solche und ähnliche Fragen ergeben sich, wenn man die Eroberung von Gebieten und deren Eingliederung in neue Staatsgebilde nicht nur auf Schlachten und Jahreszahlen reduziert, sondern den Blick auch auf die konkreten Konsequenzen für die betreffenden Gebiete und Menschen in ihrem Alltag richtet. Die Schülerinnen und Schüler sollen dabei auch aktiv eingebunden werden. Gemeinsam sollen diese Veränderungen, etwaige Probleme und Hindernisse, aber auch Möglichkeiten und Chancen, die sich für die damaligen Menschen durch die römische Herrschaft ergeben haben, erarbeitet und diskutiert werden. Dadurch soll ein Bewusstsein für die vielfältigen Formen interkultureller Begegnungen und Beeinflussungen geschaffen werden, was angesichts aktueller Integrationsdebatten auch für die Gegenwart von großer Relevanz sein kann.

Dafür bietet das Museum viele Funde von den bedeutendsten römischen Fundplätzen in Tirol, der Römerstadt Aguntum sowie dem Militärlager Veldidena in Innsbruck, das auch in einem Modell besichtigt werden kann.

Buchungsinformationen

Lehrerinnen und Lehrer haben die Möglichkeit, eines der drei Programme auszuwählen, flexibel Wunschtermine zu fixieren und anschließend die archäologische Universitätssammlung  zu besuchen.

Dauer und Ort:

90 min. (2 Unterrichtsstunden)

Archäologisches Universitätsmuseum Innsbruck
ATRIUM-Zentrum für Alte Kulturen
Langer Weg 11, 6020 Innsbruck


Zielgruppe:

VS, NMS, HS, AHS

9- bis 15-Jährige (altersgerecht adaptierbar)


Kosten:

EUR 1.- / Kind (= Materialbeitrag).

Möglichkeiten der finanziellen Förderung eines Schulbesuches bestehen durch die „Innsbruck Aktion“.


Rückfragen:

assoz.-Prof- Mag. Dr. Florian Martin Müller

   +43 512 507-37568
   +43 676-7399340
  Florian.M.Mueller@uibk.ac.at


Ansprechpartner für Schulklassen/Buchung:




Die Vermittlungsprogramme werden gefördert und unterstützt durch:

Förderlogi




"Innsbruck-Aktion" für Schulklassen

Land TirolTirols Volks- und Neue Mittelschulen, Sonderschulen, Klassen von Sonderpädagogischen Zentren sowie Unterstufenklassen der Gymnasien der Bezirke Imst, Schwaz, Kufstein, Kitzbühel, Landeck, Reutte und Lienz haben die Möglichkeit, im Rahmen der Innsbruck-Aktion die Landeshauptstadt mit seiner kulturellen und historischen Vielfalt an einem bzw. zwei Tagen (Bezirke Lienz und Reutte) kennen zu lernen. Das Land Tirol bietet dazu eine finanzielle Förderung, die den einzelnen SchülerInnen zu Gute kommen muss (Subvention für Eintritte, Bezahlung der Anreisekosten oder Verpflegung).

 Im Rahmen der Innsbruck Aktion müssen mindestens zwei vorgeschlagenen Einrichtungen in der Stadt besichtigt werden. Auch das Archäologische Universitätsmuseum ist seit 2015 als mögliche zu besuchende Sehenswürdigkeit angeführt. Das 1869 gegründete „Archäologische Museum Innsbruck - Sammlung von Abgüssen und Originalen der Universität Innsbruck“ stellt in seiner Kombination aus Abgüssen, Kopien und Originalen mit nunmehr über 1.300 Objekten die größte Kollektion klassischer Antiken in Westösterreich dar.  Im Rahmen von Führungen wird ein Einblick in die Lebenswelt der Griechen und Römer sowie die Entwicklung der antiken Kunst geboten. Für Schulklassen gibt es drei spezielle museumspädagogische Programme: „Wie lebten Kinder und Jugendliche im alten Rom?“, „Die Götter Griechenlands“ sowie „Auf den Spuren der Römer in Tirol“.


Kosten:

EUR 1.- / Kind (= Materialbeitrag).


Kontakt und Anmeldung:


Nähere Informationen zur Innsbruck Aktion:

Tiroler Kulturservicestelle

Tiroler Kulturservicestelle

Die Tiroler Kulturservicestelle (TKS), ein Referat in der Bildungsdirektion für Tirol, fördert die Begegnung von Schülerinnen und Schülern mit kulturellen Institutionen im Rahmen des Unterrichts. Angesprochen werden Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen im ganzen Land Tirol, an Volksschulen, Hauptschulen, an den Neuen Mittelschulen, Sonderschulen und Polytechnischen Schulen, an den Berufsschulen, den Gymnasien, den Handelsschulen und Handelsakademien, an der HTL, den Humanberuflichen Schulen, den Schulen für wirtschaftliche Berufe, an den Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik und den verschiedenen Kollegs.

Die Tiroler Kulturservicestelle erstellt daher ein Jahresprogramm mit ca. 300 Angeboten aus denen die Schulen jeweils im Herbst über das Online-Portal Lehrerinnen das für sie Interessanteste auswählen und buchen können. (Unabhängig davon ist aber eine Buchung das ganze Jahr über auch direkt beim Archäologischen Universitätsmuseum möglich: Daniel Haumer, Archäologisches Universitätsmuseum Innsbruck; Telefon: +43 (0) 664 351764; E-Mail: Daniel.Haumer@student.uibk.ac.at).

Unter der eigenen Rubrik „Museumspädagogik“ auf der Homepage der Tiroler Kulturservicestelle gibt es Angebote, die dazu dienen insbesondere auch jüngeren Schülerinnen und Schülern dabei zu helfen, die Schwellenangst vor der Institution Museum abzubauen. Spielerisch und über die Sinneserfahrung sollen sie Zugang zu musealen Exponaten erhalten.

Seit vielen Jahren bietet auch das Archäologische Universitätsmuseum drei spezielle museumspädagogische Programme: „Wie lebten Kinder und Jugendliche im alten Rom?“, „Die Götter Griechenlands“ sowie „Auf den Spuren der Römer in Tirol“. Näheres dazu unter Museumspädagogische Programme des Archäologischen Universitätsmuseums.

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