IMAP- und POP-Mail: Unterschiede und Konzepte

Dieses Dokument soll Ihnen die Begriffe IMAP, POP, Mail-Server usw. näher bringen und Ihnen ein Verständnis der INNET-Mail-Server-Konfiguration ermöglichen.
Weiters sollten Sie nach dem Lesen imstande sein, die für Sie passendste Mailkonfiguration bzw. Verwendungsart herauszufinden.

Inhalt:

Was ist POP-Mail und IMAP-Mail ?

POP steht für P ost O ffice P rotocol und IMAP steht für I nternet M essage A ccess P rotocol.
Beide Protokolle sind Regeln, wie sich zwei Rechner, die an das Internet angeschlossen sind, unterhalten müssen, um elektronische Nachrichten austauschen zu können.

 

Was sind PegasusMail, Microsoft Outlook Express, Mozilla, Pine ?

PegasusMail (PMail), Microsoft Outlook Express (MSOE) und Mozilla (Moz) sind sogenannte E-Mail-Klienten, also Programme, die Ihnen die Bearbeitung von elektronischer Post ermöglichen.
PegasusMail beherrscht an Internetprotokollen zur Zeit nur das POP-Mail-Protokoll. MSOE und Mozilla können sowohl als POP-Klient als auch als IMAP-Klient konfiguriert werden.

 

Wie funktioniert POP-Mail ?

Das POP-Protokoll war eines der ersten Internetprotokolle und ist einem Postamt mit postlagernden Briefen nachempfunden. Nachrichten, die für Sie aus dem Internet eintreffen, werden in Ihrem Postfach am Postamt zwischengelagert, bis Sie diese dort abholen.
Das Postamt entspricht dem sogenannten POP-Mail-Server, das Postfach Ihrer sogenannten Mailbox und die Art und Weise wie Sie Ihre Briefe lesen, archivieren usw. entspricht dem Mail-Programm oder POP-Mail-Klienten.
Der POP-Mail-Klient wählt sich auf dem POP-Mail-Server ein, weist sich dort mit Benutzerkennung und Passwort aus, holt seine neue Mail auf den lokalen PC und löscht die Nachrichten am POP-Server nach dem erfolgreichen Download.
Nachrichten werden dann auf dem lokalen PC bearbeitet, in (lokalen) Foldern archiviert, Antworten geschrieben usw. All diese Funktionen werden vom lokalen E-Mail Programm realisiert. Der Nachteil einer Lösung mit POP-Mail entsteht, wenn Sie Ihre Mail auf verschiedenen Computern bearbeiten wollen. Das POP-Mail-Konzept sieht vor, dass Sie auf jedem der lokalen Rechner ein eigenes Mailarchiv haben. Nun stehen Sie aber vor dem Problem, dass Sie sich entscheiden müssen auf welchem Rechner Sie die Mail eigentlich archivieren wollen. Nachrichten, die Sie auf anderen Rechnern lesen, gehen Ihnen für diesen Rechner verloren.

am POP-Mail Klienten lokal (am PC) gespeichert am POP-Mail Server zentral (auf mail1/2) gespeichert
Mail-Folder Neue, nicht abgeholte E-Mail = sogenannte INBOX 
Adressbücher
Verzeichnislisten usw.

 

Wie funktioniert IMAP-Mail ?

IMAP ist die logische Erweiterung von POP-Mail. Hier werden auch die sogenannten Mailfolder am zentralen Server abgelegt. Damit kann der Benutzer von allen IMAP-Klienten im ganzen Inter/tra-net auf die Folder am Server zugreifen.
Das IMAP-Protokoll definiert Operationen wie Kopiere Nachricht in Folder, Erzeuge neuen Folder usw.
Weiters können z.B. die Kopfzeilen einer Nachricht mit z.B. Sender, Subject und Empfänger vom Mailprogramm angezeigt werden, ohne dass die das ganze Nachricht zum Klienten geladen wird. Das ist vor allem für Modembenutzer sinnvoll.

Leider sind Adressbücher kein Bestandteil des IMAP-Protokolls. Die Handhabung und Speicherung von Adressbüchern bleibt eine Aufgabe der Mail-Klienten. 

BILD: Client - Server

am IMAP-Mail Klienten lokal (am PC) gespeichert am IMAP-Mail Server zentral (auf mail1/2) gespeichert
Adressbücher Neue, nicht abgeholte E-Mail = sogenannte INBOX 
ggf. lokaler Cache der Mail-Folder. Mail-Folder

 

Wie funktionieren PC-Server basierte E-Mail-Programme ?

Sie fragen sich nun, wie PMail, WinPMail alle diese Funktionen schon im INNET anbieten konnte?
PMail hat dazu die NetWare 3.12 Server unseres Datennetzes verwendet. Alle PMail Dateien wurden im sogennannten Mailverzeichnis eines jeden Benutzers abgelegt, und waren somit von allen PCs erreichbar, die auf diese NetWare-Server zugreifen konnten.
Der Nachteil war die fehlende Erreichbarkeit der Mailboxen über Modem und aus dem Internet, was insbesondere bei Kongressen und Studienprogrammen im Ausland von Nachteil war.
Das vielen lieb gewordene DOS-PMail ist leider auf die Verwendung NetWare 3.12 Servern beschränkt und wäre damit unter NetWare 4 ohnehin nicht mehr verwendbar gewesen.

An sogenannten Uni-PCs werden die Vorteile beider Welten integriert.
Adressbücher und andere lokale Eigenschaften des Mozilla E-Mail-Programms werden auf den NetWare-Servern abgelegt. Dadurch können Sie auch jene Einstellungen und Daten des Programms, die normalerweise lokal am PC abgelegt sind, auf allen Uni-PCs im INNET verwenden.

IMAP-Mail Klient speichert Daten am NetWare Server Am NetWare-Server gespeichert IMAP-Mail Server speichert
  Adressbücher Neue, nicht abgeholte E-Mail = sogenannte INBOX 
  sonstige Programmeinstellungen Mail-Folder

Welche Vorteile bietet die Umstellung auf IMAP?

  • Sie können Ihre elektronische Post inklusive archivierter Nachrichten von verschiedenen Standorten aus lesen.
  • Ihre Nachrichten und alle daran vorgenommenen Änderungen bleiben auf Ihrem Mail-Server, wodurch lokaler Speicherplatz gespart wird. Darüber hinaus haben Sie jederzeit Zugriff ihre gesamte Mailbox.
  • Der POP3-Klienten löschen im Normalfall Nachrichten, nachdem sie diese vom Server abgeholt haben.
    Der Nachteil dieses Verfahrens ist: Die Nachrichten sind lokal auf der Festplatte gespeichert, im spezifischen Format des Mail-Klienten. Um von anderswo an diese Nachrichten zu kommen, muss man erstens Kontakt zu diesem Rechner haben und zweitens den entsprechenden Mail-Klienten laufen lassen können. Diese Beschränkungen entfällt beim IMAP-Konzept.
  • Die Leistung IMAP bei Verwendung über eine Modemverbindung ist effektiver, da Sie zunächst nur die Kopfzeilen der Nachrichten herunterladen.
  • Weiters bietet IMAP Funktionen, um Mail schon auf dem Server zu durchsuchen und zu analysieren. Dieser Mechanismus erlaubt es, Resultate solcher Recherchen dem Client zu übermitteln, ohne die gesamte Mailbox übertragen zu müssen. Dieses ermöglicht den selektiven Message-Transfer - etwa von Mail nur eines bestimmten Absenders, einer maximalen Größe oder eines bestimmten Zeitraumes.
  • Offline-Modus:
    der Vorteil von POP ist die Möglichkeit nach der Übertragung der Nachrichten über eine Modemverbindung diese beenden zu können und "normal" weiterarbeiten zu können.
    IMAP setzt normalerweise eine bestehende Verbindung zum Mail-Server voraus. Manche IMAP-Klienten können aber bestimmte Nachrichtenordner für die Offline-Verwendung synchronisieren, was Ihnen erlaubt auch Offline fast "normal" arbeiten zu können.

 

Gemeinsame Verwendung von POP und IMAP

Da der POP-Mail-Klient normalerweise die Nachrichten am POP-Server nach dem erfolgreichen Download löscht, können diese nicht mehr mittels IMAP abgerufen werden.
Hinzu kommt, dass heruntergeladene Nachrichten im spezifischen Format des jeweiligen Mail-Klienten gespeichert werden und darauf nicht mehr mit einem anderen Mail-Klienten zugegriffen werden kann. Rufen Sie die Daten zuerst mit IMAP ab, dann können Sie über den POP-Server alle Nachrichten abrufen, die noch in der INBOX liegen.

Generell empfehlen wir, sich auf eine Zugriffsart festzulegen, um Probleme zu vermeiden.