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Panel (Arbeits)Migration: Erinnerungen, Erfahrungen, Narrative

Moderation Prof. Dirk Rupnow, Institut für Zeitgeschichte

 

Die hegemoniale Geschichtsschreibung war lange Zeit blind für Phänomene der Migration und ihrer Verwobenheit mit den Geschlechterverhältnissen. Dies zeigt sich an der überwiegend androzentrischen, wie auch ethnozentristischen Zugangsweise zum Thema (Arbeits-)Migration in historischen Werken. So galt lange die Vorstellung, dass es vor allem Männer waren, die als „Gäste“ lediglich temporär einwanderten. Sie wurden zudem nicht als Teil des eigenen Kollektivs begriffen, sondern auf den Status „der Anderen“ festgeschrieben oder gänzlich de-thematisiert.

Im Sinne einer interdisziplinär ausgerichteten historischen Migrationsforschung werden in diesem Panel historische, soziologische wie auch kulturanthropologische Perspektiven auf die historische (Arbeits-)Migration präsentiert. Um Leerstellen im kollektiven Gedächtnis zu überwinden stehen einerseits Erinnerungen und Erfahrungen von MigrantInnen und andererseits Quellen zum Thema Migration im Zentrum der Betrachtung. Dabei wird das Ziel verfolgt, neue historische Narrative zu konstruieren, die nicht nur andere Inhalte inkludieren, sondern auch gewahr gegenüber der Art der Zeichnung von Vergangenheit sind.

In einem ersten Vortrag nähert sich Sylvia Hahn der Thematik aus einem geschlechtersensiblen Zugang und zeigt auf, dass weibliche Migration auch jenseits des Familiennachzugs historisch gesehen kein Randphänomen darstellte. Anschließend geht Verena Sauermann auf Spurensuche und problematisiert anhand von Quellen zur (Arbeits-)Migration der 1960er und 1970er Jahre in Österreich die verschiedenen Möglichkeiten einer Musealisierung von Migration. Schließlich beschäftigen sich Christina Hollomey-Gasser, Gerhard Hetfleisch und Marcel Amoser  vom „Zentrum für MigrantInnen in Tirol“ mit unterschiedlichen Perspektiven auf Migrationsgeschichte an drei konkreten Orten in Tirol, die das Projekt „Erinnerungskulturen“ sammelte und dokumentierte. Um unterschiedliche AkteurInnen (ZeitzeugInnen, ChronistInnen, Vereine) zu Wort kommen zu lassen, wurden verschiedene Methoden und Wege genutzt, die den Blick auf die Geschichte Tirols  erweitern.

 

16.30

Panel Arbeitsmigration

Moderation: Dirk Rupnow

16.35 – 16.55

Sylvia Hahn, Geschichte, Universität Salzburg:
Migration und female breadinner

16.55 – 17.15

Verena Sauermann, Zeitgeschichte, Universität Innsbruck:
Türkenliebchen. Ein geschlechtssensibler Blick auf lokalhistorische Quellen zur jüngeren Migrationsgeschichte.

17.15 – 17.35

Christina Hollomey-Gasser, Marcel Amoser, Gerhard Hetfleisch, ZeMiT - Zentrum für MigrantInnen in Tirol:
Migrantinnen und Arbeit: geschriebene und erzählte Geschichte in Tirol

17.35 –18.00

Diskussion


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