Ausstellungen und Tagungen

Schönheit vor Weisheit
Das Wissen der Kunst und die Kunst der Wissenschaft

Im Auftrag der Tiroler Landesmuseen, Direktor Wolfgang Meighörner und der Universität Innsbruck, Rektor Tilman Märk.

Eröffnung: Donnerstag, 26. September 2019, 18.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 27. September 2019 – 1. März 2020

Ein Projekt der Universität Innsbruck und der Tiroler Landesmuseen im Rahmen 350 Jahre Universität Innsbruck.

FLATZ, Schönheit vor Weisheit, 1981, Sammlung Kunstgeschichte Innsbruck/Jörg Moser

 

„Schönheit vor Weisheit“ stellt die Frage nach dem Zusammenwirken von KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen an unterschiedlichen Institutionen und Orten, an Diskursen innerhalb und außerhalb der Geisteswissenschaften, nach möglichen Gemeinsamkeiten und Bruchlinien. Kunst wie Wissenschaft verbindet das Denken über die Welt und das Erforschen ihrer Ordnungen. Die Annäherung von Kunst und Wissenschaft stellt für beide Disziplinen historisch gewachsene Grenzen in Frage, Narrative des eigenen Handelns werden destabilisiert, Grenzbereiche zu spannenden Feldern von beiden. Methoden und Arbeitsweisen sind immer als Forschungspraktiken zu verstehen, letztlich mit dem Ziel, Erkenntnis zu gewinnen. So gilt es, diese Beziehungen zu verfolgen und offen zu legen, sich auf den zentralen Gedanken der Universitas zu konzentrieren und neue gedankliche Räume für Kunst und Wissenschaften gleichermaßen zu eröffnen. International renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Philosophie, Kunstgeschichte, Neurowissenschaften, Humanphysiologie, Psychologie, Quantenphysik und Biologie diskutieren im dazu erscheinenden Buch den aktuellen Forschungsstand und geben Ausblicke zu einer möglichen Weiterentwicklung. In „Schönheit vor Weisheit“, einem Bildtitel des Künstlers Flatz folgend, sind Arbeiten von mehr als dreißig Künstlerinnen und Künstlern, darunter Ernst Caramelle, Thomas Feuerstein, Flatz, Heinz Gappmayr, Dmitry Gelfand/Evelina Domnitch, Christine Prantauer, Heidrun Sandbichler, Norbert Pümpel, Ernst Trawöger, Elmar Trenkwalder, Lois Weinberger und Franz West vertreten. Sie führen mit ihren Werken einen methodischen und inhaltlichen Diskurs mit wissenschaftlichen Sammlungsbeständen und aktuellen Forschungspraktiken der Universität Innsbruck.  

Die Universität Innsbruck ist mit „Schönheit vor Weisheit“ für ein Semester Gast im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum. Über 30 gemeinsame Veranstaltungen werden Teil der Ausstellung und vermitteln zentrale gesellschaftliche Fragestellungen ebenso wie künstlerische und wissenschaftliche Positionen. Tagungen, Vorträge, Podiumsdiskussionen, künstlerische Performances, Filme, Künstlerführungen, Workshops und die Gesprächsreihe „WissenschaftlerInnen in Gespräch“ ergänzen und bereichern die Ausstellung, die sich als Laboratorium, als Diskussionsplattform und Ideengeber sieht. Mit diesem Projekt soll die wissenschaftliche und künstlerische Zusammenarbeit beider Institutionen weiter verstärkt und intensiviert und eine gemeinsame Plattform für zukünftige Projekte geschaffen werden.

Wissenschaftliche Leitung und Kuratorinnen

Christoph Bertsch, Rosanna Dematté, Claudia Mark, Helena Pereña

 

Buch zur Ausstellung

Haymon Verlag ISBN: ISBN 978-3-7099-3472-2 

Autorinnen und Autoren des Begleitbuches:
Mónica Bello, Genf; Arno Böhler, Wien; Siân Ede, London; Vittorio Gallese, Parma, New York; Inge Hinterwaldner, Berlin, Karlsruhe; Caroline A. Jones, Cambridge/Massachusetts; Manos Tsakiris, London; 
Camila Valenzuela Moguillansky, Santiago de Chile; Susanne Witzgall, München.

Schönheit vor WeisheitSchönheit vor Weisheit


 

Die „Flüchtlingskrise“ als politische Ikonologie 
Bilderkreise, Bilddebatten und Bildtheorien als Faktoren von Migrationspolitik im „langen Sommer der Migration“ 201
5

Workshop mit Dr. Jörg Probst (Philipps-Universität Marburg)

Eine Veranstaltung des Instituts für Kunstgeschichte in Kooperation mit dem Forschungszentrum Migration und Globalisierung

Montag, 27. Januar 2020, 14.00 bis 19.00 Uhr
Institut für Kunstgeschichte, Innrain 52, Geiwi-Turm, Seminarraum 41031
PDF-Flyer

Aufklärung und Abschreckung vereinen sich in der politischen Ikonologie der „Flüchtlingskrise“ 2015/16. Aufwühlende Bilder setzen die Weltöffentlichkeit über die zumeist dramatischen Ereignisse in Kenntnis. Das Foto des ertrunkenen Aylan Kurdi löste Solidarität und Mitgefühl in der ganzen Welt aus. Zugleich wurden und werden Dokumente der Schrecken und der Gefahren der Flucht über das Mittelmeer oder an den Grenzen in Europa als wirksame Mittel der Abschreckung von Flüchtenden diskutiert. Die Ereignisse an der griechisch-mazedonischen Grenze in Idomeni im Frühjahr 2016 waren gar als Mittel zum Zweck der Erzeugung abschreckender Bilder zu deuten. Auch die Verwendung von ursprünglich empathischen Bildern der „Westbalkanroute“ von 2015 zu Faktoren einer Pro-Brexit-Kampagne 2016 oder des Wahlkampfes von Victor Orban in Ungarn 2018 belegt, dass Bilddokumente über Flucht und Migration seit 2015/16 mehr und mehr die Kraft eines humanitären Korrektivs verlieren und in den Sog von Polarisierungen geraten.

Die Ohnmacht des Bildes repräsentiert die so genannte „Spaltung Europas in der Flüchtlingsfrage“. Doch die „Flüchtlingskrise“ ist nicht zugleich eine Krise des politischen Bildes oder gar der politischen Ikonologie. Die Ikonologie der Macht oder Ohnmacht des politischen Bildes in der „Flüchtlingskrise“ führt zu deren tieferem kritischem Verständnis. Der Workshop diskutiert Bilderkreise der „Flüchtlingskrise“, vergleicht Debatten über Bilder der „Flüchtlingskrise“ in den Medien und fragt nach Bildtheorien als Faktor von Migrationspolitik in Europa 2015/16.

Veranstalter 

Univ.-Prof. Dr. Martina Baleva,
Institut für Kunstgeschichte, Universität Innsbruck



Heilige Berge – Berge und das Heilige

Freitag, 15.11.2019 bis Samstag, 16.11.2019
09:00 bis 18:00 Uhr
Haus der Musik, Universitätsstraße 1, 5. Stock, Hörsaal
Tagungsplakat

Berge werden aufgrund ihrer markanten morphologischen Beschaffenheit seit jeher als bedeutungsvoll wahrgenommen. Wegen ihrer Unzugänglichkeit und Unwirtlichkeit für menschliches Leben, ihrer gewaltmächtigen Natur – man denke an Vulkane, Lawinen und Muren oder Wetterphänomene – und nicht zuletzt auch wegen ihrer gestaltspezifischen Monumentalität waren und sind sie in allen Kulturen Orte der Faszination und des Schreckens, der Mystifizierung und Mythenbildung, durch die man sie zu begreifen versuchte und ihnen eine individuelle Wesenshaftigkeit zuerkannte. Obwohl oder gerade weil sie in ihrer schieren Masse und Höhe sichtbar sind und uns ihr immenses Alter bewusst ist, sprengen sie dennoch die menschliche Vorstellung von Zeit und Raum, die sie verkörpern.

Heilige Berge wurden und werden als Sitz des Numinosen verstanden, zwischen Himmel und Erde liegend, der Erde entspringend, den Himmel berührend. Die Vorstellungen zur Heiligkeit von Bergen werden durch manifeste Äußerungen religiösen Empfindens und Denkens begleitet, in religiösen Texten und Ritualen, in historischen Geschehnissen oder künstlerischen Werken. Das Spannungsfeld zwischen Bergen, die selbst als heilig verehrt werden, und Bergen, an denen Heiligtümer alles andere als zufällig ihren Sitz nehmen, führt uns nicht nur durch die europäische Kulturgeschichte, sondern in weite transkulturelle Bereiche, die im breit gefassten zeitlichen Rahmen von ur- und frühgeschichtlichen Epochen bis in die Gegenwart reichend aus den Beobachtungen diverser Disziplinen der Geisteswissenschaften, der Theologie und Religionswissenschaften und der Naturwissenschaften beleuchtet wird.

Veranstalter

Univ.-Prof. Dr. Monika Fink,
Institut für Musikwissenschaft, Universität Innsbruck

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Steppan,
Institut für Kunstgeschichte, Universität Innsbruck



Maximilianus
Die Kunst des Kaisers
L'arte dell'imperatore 

Ausstellung des Südtiroler Landesmuseums Schloss Tirol in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck
27. Juli bis 3. November 2019


                   max_dt                 max_ital   

 

2019 jährt sich der Todestag Maximilians I. zum 500sten Mal. Dass Person und Aussehen dieses Kaisers auch nach einem halben Jahrtausend noch so präsent sind, erklärt sich daraus, dass er sich und sein Amt wie keiner vor ihm zu inszenieren verstand. Er erkannte als erster die politischen Möglichkeiten des reproduzierbaren Bildes, gilt als Ahnherr neuzeitlicher Bildpropaganda.

In seinem Bemühen, Kunst in den Dienst seiner dynastischen Inszenierung und politischen Ziele zu stellen, beauftragte Maximilian die führenden Künstler seiner Zeit (Albrecht Dürer, Lucas Cranach, Albrecht Altdorfer, Hans Burgkmair etc.) mit einer Fülle von Aufträgen. Im Zentrum standen seine Ruhmeswerke, die großen Holzschnittfolgen von Triumphzug und Ehrenpforte, die dimensional alles übertrafen, was in der Druckgraphik bis dahin geschaffen worden war. Auch seine autobiographischen Werke Weißkunig, Freydal und Theuerdank waren als illustrierte Druckwerke zur Reproduktion gedacht. Daneben initiierte er eine Vielzahl weiterer Buchprojekte und war auch in den traditionellen künstlerischen Medien der Malerei und Skulptur ein überaus ambitionierter Auftraggeber.

Die Ausstellung zielt nicht eigentlich auf die Ikonographie der Werke und den Anteil der Künstler, sondern auf die aktive Rolle Maximilians als Auftraggeber. Anhand der Untersuchung der Entstehungsprozesse der einzelnen Projekte soll nachgewiesen werden, welch unmittelbaren Einfluss Maximilian in jeder ihrer Phasen genommen hat: vom ersten Diktat, in dem er seine Konzepte darlegte, über die Kontrolle der von den Künstlern gelieferten Vorentwürfen und Reinzeichnungen bis hin zur finalen Umsetzung. Erstmals werden all diese Spuren der direkten Regieführung Maximilians in seinen Kunstprojekten zusammengestellt und präsentiert werden. Unter Beiziehung der international führenden Wissenschaftler auf diesem Feld, soll eine Forschungsperspektive auf Maximilian I. entwickelt werden, die den Kaiser nicht bloß als Auftraggeber, sondern als aktiven Gestalter in den Blick nimmt.

Veranstalter

Projektleiter: ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Lukas Madersbacher,
Institut für Kunstgeschichte, Universität Innsbruck

Projektmitarbeiter: Dr. Erwin Pokorny,
Institut für Kunstgeschichte, Universität Innsbruck


Archiv

Nach oben scrollen