9783991060208

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Myths in Austrian History:
Construction and Deconstruction

Günther Bischof, Marc Landry (Eds.)
Christian Karner (Guest ed.)

 
Contemporary Austrian Studies – Vol. 29
ISBN 978-3-99106-020-8
brosch., 372 Seiten, sw-Abb., engl.
2020, innsbruck university press • iup

Preis: 36,90 Euro
 

Österreichs "Opfer-Mythos" nach dem Zweiten Weltkrieg prägte sowohl die Nachkriegsgeschichte des Landes als auch ist seit seiner Dekonstruktion nach der Waldheim-Affäre ein zentraler Punkt in der wissenschaftlichen Literatur. Dieser Band zielt darauf ab, die Diskussion über verschiedene Mythen in ganz Österreich zu erweitern Geschichte des 20. Jahrhunderts und einige ihrer anhaltenden Auswirkungen auf die Gegenwart. Wir betrachten „Mythen“ als sozial, kulturell und politisch konsequente – wenn auch immer auch umstrittene – Erzählungen über bestimmte Vergangenheiten und ihre angeblichen Bedeutungen. Solche Erzählungen sind bestenfalls selektiv in dem, woran man sich erinnert. Im schlimmsten Fall enthalten sie geradezu Verzerrungen, die zu unserem gegenwärtigen historischen Zeitpunkt mit ihren Bedenken hinsichtlich des „Post-Faktischen“ wohl besonders aktuell sind. Dieser Band ist eindeutig interdisziplinär und konzentriert sich auf verschiedene Bereiche der „Mythenbildung“. Er wirft sein analytisches Netz ungewöhnlich weit auf. Zu den verschiedenen hier kritisch untersuchten Mythen gehören: künstlerische Darstellungen von „österreichischen“ / „deutschen Landschaften“ vor und nach dem Anschluss; Österreichische Erzählungen rund um den Zweiten Weltkrieg, den Holocaust und die viel diskutierte Stunde Null; Wiederaufbau und Marshall-Plan; Neutralität; der Trope des Nachkriegsösterreichs als Insel der Seligen; kollektive Selbstdarstellungen als Umweltvorzeigeland; Wiener Erzählungen über die jüdische Geschichte der Stadt; Mitteleuropa-Nostalgie und seine (transnationalen) Manifestationen in der Politikgestaltung. Wichtig ist, dass dieser Band verschiedene kritische Antworten auf solche Mythen bietet, Einschätzungen über ihre politische Wirkung oder Nützlichkeit sucht und zum Nachdenken anregt, welche Rolle und Verantwortung die Wissenschaft angesichts solch hochselektiver oder positiv verzerrender Erzählungen spielt.

Austria’s post-WWII ‘victim-myth’ both shaped the country’s post-war history and, since its deconstruction in the aftermath of the Waldheim affair, is now a central trope in the scholarly literature. This volume aims at extending the discussion of different myths throughout Austria’s
20th century-history and some of their continuing impact on the present. We consider ‘myths’ to be socially, culturally and politically consequential – though always also contestable – narratives of particular pasts and their purported meanings. Such narratives are, at best, selective in what is being remembered. At worst, they contain outright distortions that are arguably particularly topical at our present historical juncture with its concerns about the ‘post-factual’. Distinctly inter-disciplinary and focused on different realms of ‘myth-making’, this volume casts its analytical net unusually wide. The various myths critically examined here thus include: artistic representations of ‘Austrian’/’German landscapes’ both before and after the Anschluss; Austrian narratives surrounding World War II, the Holocaust and the much-discussed Stunde Null; re-construction and the Marshall Plan; neutrality; the trope of post-war Austria as an Insel der Seligen; collective self-portrayals as an Umweltvorzeigeland; Viennese narratives about the city’s Jewish history; Mitteleuropa-Nostalgie and its (transnational) manifestations in policy-making. Importantly, this volume offers different critical responses to such myths, searching assessments about their political impact or usefulness, and thought-provoking discussions of the role and responsibilities of scholarship vis-a-vis such highly selective or positively distorting narratives.


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