9783903187245

Diesen Titel bestellen >>

Austrian Environmental History

Marc Landry, Patrick Kupper (Hg.)

Contemporary Austrian Studies – Vol. 27
ISBN 978-3-903187-24-5
brosch., 366 Seiten, engl.
2018, innsbruck university press • iup

Preis: 36,90 Euro
 

Der vorliegende Band zur Umweltgeschichte Österreichs des 20. Jahrhunderts bietet einen Überblick über das Forschungsfeld sowie mehrere Fallstudien. Die Essays bieten ungewohnte Perspektiven auf die neueste österreichische Geschichte und sie zeigen, wie kritisch die Umwelt für einige der wichtigsten Aspekte der jüngsten österreichischen Vergangenheit war. So war die Natur ein fester Bestandteil des Nationsbildungsprozesses im neuen Staat seit dem Zusammenbruch der Habsburgermonarchie. Die wirtschaftliche Mobilisierung in der nationalsozialistischen Zeit war eng mit der Umgestaltung von Landschaften verbunden. Auch die wirtschaftliche Erholung in der Nachkriegszeit hinterließ tiefe Spuren im Land: Nicht nur der Marshallplan gab entscheidende Impulse für die Nutzung der natürlichen Ressourcen in einem bisher unbekannten Ausmaß, sondern auch die für die österreichische Wirtschaft so wichtige Tourismusindustrie veränderte die sozio-naturale Welt. Der Ausbau der energetischen Nutzung der Gewässer wiederum beeinflusste die Hydrologie und führte zu sozialen Konflikten. Zusammen zeigen diese Essays das Potenzial der Umweltgeschichte, neue Erkenntnisse über die österreichische Zeitgeschichte zu gewinnen.

"In dem Beitrag zeigt Stiefel, dass die Swarovskis vom Nationalsozialismus unterschiedlich angezogen waren. Alfred und der Unternehmensgründer Daniel schließen sich der NSDAP nach dem "Anschluss" an. Wilhelm und Friedrich traten der NSDAP aber schon 1933 bei. Der Historiker Oliver Rathkolb hält einen so frühen Zeitpunkt gerade bei Unternehmern für "ungewöhnlich". Das spreche für "ideologische Überzeugung" und dagegen, dass hier jemand rein opportunistisch gehandelt hat. Der Historiker Stiefel behandelt auch die Zwangsarbeiter, die bei Swarovski arbeiten mussten. 1944 war jeder sechste bis siebente Arbeiter ein Zwangsarbeiter, wobei es sich um 124 aus Westeuropa verschleppte Menschen handelte. Swarovski zahlte 2000 zehn Millionen Schilling an den NS-Zwangsarbeiterentschädigungsfonds."

András Szigetvari, Der Standard

"Es beginnt mit einem Überblicksessay über Österreichs Umweltgeschichte des 20. Jahrhunderts. Dann kommen Fallstudien zu Tirols Bergen aus der Sicht von Volkskunde bis historische Demografie; wie der Wintertourismus Vorarlberg veränderte, oder welche Auswirkungen der Marshall-Plan auf die Holz-und Papierindustrie hatte. Spektakulärste Entdeckung über das Land am Strome: Eine materialreiche und komplexe Darstellung des Donauhafens Wien als militärische Infrastrukturplanung von den Habsburgern über die Nazis bis in den Kalten Krieg."

Falter




Nach oben scrollen