Die „Winkelharfe“ aus Fritzens-Pirchboden
Von der Genese eines archäologischen Funds zum rekonstruierten und spielbaren Musikinstrument
 

 

Winkelharfe Fritzens: Originalzustand, Rekonstruktion, Zeichnung, 3D-Scan
Winkelharfe Fritzens: Originalzustand, Rekonstruktion, Zeichnung, 3D-Scan (Michael Moser)

Die sogenannte Winkelharfe oder Lyra wurde bei Ausgrabungen unter der Leitung von Dr. Gerhard Tomedi um 2000 oberhalb von Fritzens geborgen.

Der aus dem Geweih eines Rothirschs (Bestimmung durch Joris Peters, München) gefertigte Objekt ist mit Kreisaugendekor und einem plastischen Pferd verziert, im zentralen Bereich befinden sich zudem 7 Buntmetallstifte und ein massiver Eisenstift.
Schon sehr bald wurde das Objekt vom Finder als Musikinstrument erkannt.

Fragmente rätischer Musikinstrumente sind selten (Beispiel: fragmentierte Panflöte aus Sanzeno, Italien), hingegen ist aus ikonografischen Quellen ein reichhaltiges Instrumentarium bekannt (z.B. Lyra, Panflöte, Harfe u.a.).

Aufgrund ikonographischer Vergleiche und den nachweisbaren Spuren am Objekt selbst sowie anderen archäologischen Funden war es möglich, das Fundobjekt als Teil einer Winkelharfe anzusprechen. Damit ist der Fund bisher singulär und das einzige Beispiel einer rätischen Winkelharfe.


 

Fundort und Fundsituation

 

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