Projektziel 1: Grundlegende Handreichung - Broschüre

Die Fort- und Weiterbildungs-Konzeption von VEMAS, das Vorgehen und die theoretischen Grundlagen dafür, werden in einer grundlegenden Handreichung/Broschüre in Papierform und als Textdatei grafisch anschaulich und verständlich aufgearbeitet. Die Handreichung/Broschüre wird zunächst in Deutsch erstellt und später ins Französische und Englische übersetzt. Es wird außerdem eine Version in leichter Sprache geben. Das zu entwickelnde Fort- und Weiterbildungsmaterial, bestehend aus sorgfältig dokumentierten Fallgeschichten, einer Methodensammlung zur verstehenden Diagnostik und Konzepten zur Umsetzung sozialer Inklusion, fokussiert das Thema „Verhaltensauffälligkeiten“ und soll hier speziell für den Personenkreis der Menschen mit intellektuellen Behinderungen ausgearbeitet werden. Die Idee ist, dass dieses Material angepasst auch auf andere Personengruppen übertragen werden kann, die auffällige Verhaltensweisen zeigen (bspw. Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen, Demenzkranke). In der Broschüre soll der hier vertretenen Ansatz nachvollziehbar dargelegt werden.

Zentraler Ausgangspunkt des Projekts ist es, nach dem Sinn des Verhaltens einer Person zu fragen, mit der erkenntnisleitenden Frage: „Warum verhält sich Person XY wie sie sich verhält?“. Da Menschen mit intellektuellen Behinderungen häufig eine eingeschränkte Verbalsprache haben, sollen unterschiedliche, mehrperspektivische Materialien bereitgestellt werden, dieser Frage nachzugehen. Dazu zählen unter anderem Beobachtungsbögen, Reflexions- und Fragebögen und Gesprächsleitfäden. Wir wollen also zunächst verstehen, warum der Mensch sich verhält wie er sich verhält.

Das bedeutet auch, zu fragen, in welchen Situationen er sich so verhält und welche Geschichte (biografisch) dieses Verhalten hat. In der zweiten Phase des Projektes, werden individualisierte und situationsbezogene Handlungsalternativen mit der jeweiligen Person und dem sozialen Umfeld erarbeitet, erprobt und umgesetzt. Welche Ziele und Motivationen werden mit dem auffälligen Verhalten verfolgt? Welche Bedürfnisse zeigen sich in dem Verhalten? Wie können diese Bedürfnisse anders erfüllt werden? Welche Möglichkeiten der sozialen Inklusion gibt es? Welche Rahmenbedingungen müssen dafür geschaffen werden? Welche Barrieren sind auszumachen und zu überwinden? Welche Unterstützungsmöglichkeiten bietet das soziale Umfeld? Durch das Projekt sollen lösungsorientierte Ansätze und alternative Handlungsmöglichkeiten mit dem Ziel der sozialen Inklusion angewandt werden. Wir erwarten, dass Menschen mit Verhaltensauffälligkeiten durch diesen Ansatz als subjektiv sinnvoll handelnde und in ihrem Recht auf Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe ernst zu nehmende Menschen wahrgenommen werden, über die nicht Maßnahmen beschlossen werden, sondern mit denen gemeinsam neue Wege der Kooperation und Kommunikation gefunden werden. Das Konzept VEMAS, und also auch die Broschüre, richtet sich an unterschiedliche Berufsgruppen aus Medizin, Psychologie und Pädagogik sowie die unmittelbaren Bezugspersonen wie Eltern, Geschwister oder Freunde.

 

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