Projektziel 10: Fallgeschichten (inklusive Video- und Fotomaterial)

Eine Besonderheit des Projektes VEMAS besteht darin, dass wir alle Methoden und Maßnahmen während der Entwicklung zunächst in Belgien im Praxisfeld erproben und evaluieren. Dafür haben sich Menschen mit intellektuellen Behinderungen und Verhaltensauffälligkeiten als Expert*innen in eigener Sache" gemeldet, die sich mit ihren Geschichten in diesem Projekt für „Fallbeispiele“ zur Verfügung stehen wollen. Diese Personen leben und arbeiten in unterschiedlichen Einrichtungen der Behindertenhilfe. Alle beteiligten Einrichtungen befürworten das Projekt, sind an den Projektergebnissen sehr interessiert und wollen, dass dieses in ihren Einrichtungen umgesetzt wird. Daraus ergibt sich die einzigartige Möglichkeit, anhand dieser Fallgeschichten einerseits die Maßnahmen und Methoden (und deren Wirkungen) exemplarisch und so praxisnah und konkret wie möglich darzustellen und andererseits Lebensgeschichten aufzuzeichnen, die vermutlich unterschiedlicher kaum sein könnten und die aufzeigen sollen, dass unterschiedlichstes Verhalten Sinn macht – auch wenn dieser Sinn zunächst verborgen bleibt.

Mit den individuellen Fallgeschichten wollen wir exemplarisch anhand von Interviews und Erzählungen, biographischen Vignetten, Videoaufnahmen und Fotografien dokumentieren, inwiefern jedes menschliche Verhalten subjektiv sinnvoll ist und wollen damit zugleich verdeutlichen, dass ein veränderter Blick auf einen Menschen, der dessen gesamte Lebensgeschichte und Lebenssituation berücksichtigt,

- neue Sichtweisen,

- neue Umgangsformen und

- neue Handlungsmöglichkeiten eröffnet.

Wir gehen von der Dokumentation von etwa 20 solcher Fallgeschichten aus. Für die Fort- und Weiterbildungen im Rahmen von VEMAS bilden diese Geschichten und die dafür erarbeiteten Materialien das Fundament und den roten Faden. Die Arbeit damit im Rahmen von Fort- und Weiterbildungen sowie mit Menschen mit intellektuellen Behinderungen und Verhaltensauffälligkeiten und deren sozialem Umfeld ermöglichen ein erfahrungs- und praxisbezogenes, verstehendes, empathisches und zuweilen auch irritierendes Lernen an wirklichkeitsnahen Modellen. Die Inhalte werden dafür unter Berücksichtigung der verschiedenen Zielgruppen des Projekts didaktisch und methodisch so aufbereitet, dass unterschiedliche Zugänge zu dem Material möglich sein werden, abhängig davon, welche persönlichen, fachlichen bzw. beruflichen Erfahrungen und Interessen die Nutzer*innen dieses Angebots mitbringen. Um die Zugänglichkeit des gesammelten Materials für Menschen mit intellektuellen Behinderungen zu gewährleisten, werden die Fallgeschichten auch in sogenannte „Leichte Sprache“ übersetzt.

 

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