"Explizite Nazi-Symbolkraft"

Ein Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 21. September 2017 entfachte von neuem eine Debatte, die vor vier Jahren in Tirol begann. Ausgelöst durch die Ausstellung „Musikleben in Tirol in der NS“, 2013 kuratiert von Kurt Drexel, Franz Gratl und Matthias Breit geriet Sepp Tanzer und sein Standschützenmarsch ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Dass dieser Marsch für den Gauleiter Hofer verfasst war und das gesungene Trio „Hellau, miar sein Tiroler Buam“ ein Nazi-Emblem für der „tirolischen Nationalsozialismus“ war, führte zu der Empfehlung des Tiroler Blasmusikverbandes, den Marsch aus Respekt vor den Opfern des NS-Regimes nicht mehr zu spielen. Nachdem sich zwei Kapellen aus dem Zillertal beim Oktoberfest 2017 nicht daran hielten, kam es auch in Bayern zu Protesten.

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Auf den Spuren Gustav Mahlers

Studierende der Europaregion Tirol/Südtirol/Trentino erarbeiten Ausstellungskonzept

Das Thema der diesjährigen Gustav Mahler Musikwochen – Das Lied von der Erde – und eine damit verbundene Ausstellung gaben den Anstoß zu einem Workshop, der am Wochenende (9. – 11. Juni) im Kulturzentrum Grandhotel Toblach stattfand. Jeweils drei Studierende der Universitäten Innsbruck (Bernhard Achhorner, Vanessa Carlone und Christoph Fuchs) und Trient (Francesco Bruno, Emanuele Galvan, Astrid Mayer) die sich dafür beworben hatten erarbeiteten unter der Anleitung von Maestra Mag. Sybille Werner (langjährige Mitarbeiterin des Mahlerbiographen Henry-Louis de La Grange, Toblach) und Dr. Milijana Pavlovic (Institut für Musikwissenschaft, Universität Innsbruck), mit Unterstützung von Dr. Hansjörg Viertler (Kulturzentrum Grand Hotel), den Inhalt dieser Ausstellung. Dabei drehte es sich nicht nur um die Finalisierung der von den Studierenden vorbereiteten Texte, sondern auch um eine Auseinandersetzung mit dem Konzept der Präsentation im Bezug auf Zielgruppen, Vermittlungsweise und Ausgestaltung. Einer Begutachtung des Ausstellungsraums, der schon vorhandenen Materialien und der Präsentationsmöglichkeiten folgten Diskussionen bezüglich des Inhalts und der Bedeutung jedes Liedes, des Kompositionsprozesses, der literarischen Quellen, des Begriffs der Chinoiserie, der Dialektik Lied oder Symphonie, und des Umfeld Mahlers in Toblach. Die TeilnehmerInnen hatten in diesem Zusammenhang die Gelegenheit dieses direkt zu erleben mit einem Besuch beim Trenkerhof, bei Mahlers Komponierhäuschen in Alt-Schluderbach und mit einer Erkundung der Landschaften, die ihm vertraut waren – der Toblacher See, Misurina und die Drei Zinnen, und das Fischleintal bei Sexten. Die Früchte dieser gemeinsamen Arbeit werden ab Mitte Juli im Grandhotel zu sehen sein, und die jungen WissenschaftlerInnen, die sehr begeistert von dem Workshop waren, werden ausserdem an dem von Univ- Prof. Dr. Federico Celestini (Institut für Musikwissenschaft, Universität Innsbruck) neu konzipierten Forum „Mahler im Dialog“ während der Gustav Mahler Musikwochen teilnehmen.