Ma­rianne-Bar­cal-Preis ver­lie­hen

Der Marianne-Barcal-Preis wird heuer bereits zum fünften Mal für hervorragende Abschluss­arbeiten aus den Fächern Zeit­geschichte, Politi­kwissen­schaften, Geschichte und benachbarten Disziplinen vergeben. Kulturstadträtin Uschi Schwarzl überreichte den drei Preisträger*innen Vanessa Maria Carlone, Nina Hechenblaikner und Johannes Oberhofer am 9. April die Auszeichnung.
Preisträger*innen des Marianne-Barcal-Preises 2020
Bild: Der Marianne-Barcal-Preis wurde zum fünften Mal vergeben: Die Preisträger*innen Vanessa Maria Carlone, Johannes Oberhofer und Nina Hechenblaikner mit Kulturstadträtin Uschi Schwarzl und Jury-Mitglied Julia Hörmann. (Credit: IKM/A. Steinacker)

„Ich gratuliere den Preisträgerinnen und dem Preisträger sehr herzlich. Die Arbeiten zeichnen sich durch ihre hohe wissenschaftliche Qualität aus und eröffnen immer wieder interessante Einblicke in neue Forschungsbereiche“, betont Stadträtin Schwarzl. Gestiftet wurde der Preis von der ehemaligen Gemeinderätin Marianne Elisabeth Barcal, die 2014 verstorben ist. „Marianne Barcal hätte mit den Leistungen und Arbeiten der drei Ausgezeichneten eine Freude gehabt. Der Preis wird jedes Jahr in ihrem Sinne vergeben und ist Teil der vielfältigen Verbindungen zwischen der Stadt Innsbruck und der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck“, erklärt Schwarzl.

Die prämierten Arbeiten

Vanessa Maria Carlone behandelt in ihrer Masterarbeit „‘Musikland Österreich‘ und seine kulturpolitische Mission in Italien“ die musikbezogene Kulturpolitik Österreichs in Italien insbesondere in der Nachkriegszeit. Die Jury begründete die Entscheidung wie folgt: Die bereits als Monographie publizierte Einreichung rekonstruiert die österreichische Auslandskulturpolitik anhand des Österreichischen Kulturforums sowie des Österreichischen Historischen Instituts in Rom. Betont wird, dass die Fallstudie inhaltlich Neuland betritt und hierfür eine noch nicht erschlossene Quellensammlung ausgewertet wurde.

Nina Hechenblaikner gelang mit ihrer Masterarbeit „Die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) im österreichischen und schweizerischen Parlament“ ein aufwändiger Vergleich, für den Protokolle des österreichischen National- und Bundesrates und des schweizerischen Stände- und Nationalrates aus den Jahren
1970 bis1976 ausgewertet wurden. Der Jury zufolge „unterzieht Hechenblaikner knapp 200 Redebeiträge einer qualitativen Inhaltsanalyse mittels einer Datenanalysesoftware und geht dabei methodologisch äußerst akribisch und ganz allgemein mit großem Engagement vor“.

Johannes Oberhofer geht in seiner Masterarbeit „Explaining (non)-compliance with European Fiscal Policy“ der Frage nach, wann bzw. unter welchen Bedingungen die Mitgliedstaaten Regeln zur Stabilisierung der Europäischen Währungsunion und des Euro einhalten oder brechen. Die Ergebnisse der Arbeit, die publiziert werden sollen, bezeichnet der Betreuer als „von höchstem wissenschaftlichen wie politischen Interesse“ und auch der Jury erscheint die Einreichung als „weit über das erwartbare Niveau von MA-Arbeiten im Hinblick auf Theorie-Reflexion, ausgereifte Methodik, Deskription, Argumentation sowie kritischer Analyse hinausgehend“.

Die Fachjury

Ausgewählt wurden die Preisträger*innen von einer Fachjury, bestehend aus Vertreter*innen des Stadtmagistrats Innsbruck und der Universität Innsbruck: Abteilungsleiterin Birgit Neu, Julia Hörmann vom Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie, Ingrid Böhler vom Institut für Zeitgeschichte sowie Lukas Morscher vom Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck. 

Wissenschaftlichen Nachwuchs fördern

Marianne Barcal war zu Lebzeiten eine begeisterte Studierende der Zeitgeschichte und Politikwissenschaften. Sie vermachte ihr gesamtes Vermögen dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, das in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck den Preis ins Leben gerufen hat. Dieser soll insbesondere den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern. Das Preisgeld geht heuer zu gleichen Teilen von je 2.000 Euro an die drei Preisträger*innen.

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