Vortrag im Rahmen der RINGVORLESUNG "Gender und Ethnizität in Europa. Postnationale und postkoloniale Konstellationen"
LV-Leitung: Prof. Erna Appelt, Institut für Politikwissenschaft

Dr. Hanna Hacker, Wien
Begehren über die Grenze: Translokalität, Sexualität, Geschlecht

Der Vortrag präsentiert feministische, gender- und queer-theoretische Forschungsansätze, die sich mit Verhältnissen zwischen geschlechtlichen bzw. sexuellen Identifikationen einerseits und translokalen Bewegungen und Räumen andererseits beschäftigen. Konzepte wie „Translokalität“, „Transnationalität“, „Transkulturalität“, „Transmigration“: was bedeuten sie für Forschungen zu Gender, Sexualität, Begehren, Subjektivität? Was haben Körper, Raum und Globalisierung miteinander zu tun? Vorgestellt werden Überlegungen aus den Border Theories, Fragestellungen der Migrationsforschung, kritische Analysen zu Sextourismus, zu Entwicklungspolitik, und Begriffe wie die der transkulturellen „scapes“, „zones“ oder „nomadic subjects“. Dabei richtet der Vortrag eine durchgängige Frage an all diese Ansätze, nämlich: Wie sprechen sie von der Handlungsmacht der Personen(gruppen), deren Identität sich im Kontext sozialer Ungleichheitsverhältnisse „translokal“ gestaltet und gestalten muss?

Kurzvita der Vortragenden:

Hanna Hacker, Univ.-Doz. Dr., Wien, freie Kultur- und Sozialwissenschaftlerin, Lektorin und Gastprofessorin für Soziologie, Gender Studies und Entwicklungsforschung an verschiedenen österreichischen Universitäten, Berufserfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit in Westafrika. Forschungsschwerpunkte: feministische, queere und postkoloniale Theorie; Frauenbewegungen und Sex/Gender-Konstruktionen um 1900; Postdevelopment; Transkulturalität. Veröffentlichungen u.a.: Norden. Süden. Cyberspace. Text und Technik gegen die Ungleichheit (Wien 2007); Whiteness (Wien-Köln 2005, gem. mit Mineke Bosch); Gewalt ist: keine Frau. Der Akteurin oder eine Geschichte der Transgressionen (Königstein 1998).

Zur Ringvorlesung "Gender und Ethnizität in Europa. Postnationale und postkoloniale Konstellationen":
Die Europäische Union beansprucht im Bereich der Geschlechter- und Menschenrechtspolitik sowie der Politik der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe als Soft Power eine Vorbildrolle für andere Weltregionen. In der Vorlesung werden diese Politikfelder im Zusammenhang mit globalen ethnischen und geschlechtsspezifischen Konstellationen analysiert. Dabei werden aktuelle Problemstellungen an Hand von Praxisbeispielen erörtert.

Veranstaltungsort und Zeit:
jeweils Montag 18.00 - 19.30 UHr
Sowi-Gebäude, Universitätsstraße 15, Hörsaal 1