Geschichte

 

Feministische Wissenschaft befasst sich mit dem Geschlechterverhältnis als einem zentralem Regel- und Zuteilungsmechanismus unserer Gesellschaft.

Das Erkenntnisinteresse speist sich aus einem praktisch-politischen Wissensdrang und setzt auf reflektierte Weise wissenschaftliche Mittel und Methoden ein. Ziel ist eine Veränderung der Gesellschaft in Richtung einer ausgewogeneren Teilhabe und gleichberechtigten Selbstbestimmung der Geschlechter an der Gestaltung der Welt.

  • Seit den 1980er Jahren und regelmäßiger Form seit 1997 werden an der Universität Innsbruck fächerübergreifende Ringvorlesungen zu frauenspezifischen Themen und einschlägige Lehrveranstaltungen angeboten. Kontinuierliches Engagement sowohl von Seiten der Studentinnen als auch von Angehörigen der Universität Innsbruck führte schließlich einerseits zur Etablierung von feministischen Schwerpunkten in einzelnen Studienrichtungen (insbesondere an den Politik- und den Erziehungswissenschaften), andererseits zur Entwicklung eines eigenen Studienplans für einen 48-stündigen Wahlfachstudiengang "Feministische Gesellschafts- und Kulturwissenschaften. Interdisziplinäre Frauenforschung und Gender Studies", der in vier aufeinander aufbauende Module gegliedert ist.
     
  • Entstehung der Interfakultären Koordinationsstelle für feministische Forschung und Lehre an der Universität Innsbruck
    Die Einrichtung des Projekts "Interfakultäre Koordinationsstelle für feministische Forschung und Lehre" geht zurück auf die engagierte Initiative von Wissenschaftlerinnen der Universität Innsbruck, insbesondere den Mitgliedern der Arbeitsgruppe zur Erstellung des Studienplans für den Wahlfachbereich Feministische Gesellschafts- und Kulturwissenschaften. Zu nennen wären hier in erster Linie Prof. Dr. Christine Engel, Dr. Margret Friedrich, Prof. Dr. Kornelia Hauser, Dr. Sieglinde Klettenhammer, Prof. Dr. Brigitte Mazohl-Wallnig, Dr. Elfriede Pöder, Prof. Dr. Ursula Moser, Prof. Dr. Gudrun Grabher, Dr. Maria Wolf und Dr. Michaela Ralser. Letztere stellte im Namen der ganzen Gruppe und in derem Auftrag im Jahre 1999 einen Projektantrag an das Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr.
    Mit 1.12.1999 erfolgte die Bewilligung durch das Ministerium, und das Projekt wurde für drei Jahre eingerichtet. Als Projektnehmer zeichnete der Rektor der Universität Innsbruck, Univ. Prof. Dr. Hans Moser, mit der bevollmächtigten Leitung wurde Dr. Michaela Ralser betraut.

    Vom April 2000 bis März 2002 war die Stelle der Koordinatorin von Dr. Ulla Ernst besetzt, der im April 2002 Dr. Alexandra Weiss und Mag. Elisabeth Grabner-Niel nachfolgten; im Sekretariat arbeitete ab Oktober 2000 Sandra Wechselberger.

Das Projekt des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kunst "Interfakultäre Koordinationsstelle für feministische Forschung und Lehre" lief von 1999 bis Ende Dezember 2002.
Mit Jänner 2003 wurde das Büro für Gleichstellung und Gender Studies eingerichtet.
 
Die Interfakultäre Koordinationsstelle hatte ein Aufgabenprogramm mit drei Hauptbereichen:

  • Aufbau einer Informationsstelle für frauen/genderspezifische und feministische Lehrangebote: Betreuung und Weiterentwicklung des Interfakultären Wahlfachstudienganges "Feministische Gesellschafts- und Kulturwissenschaften"
     
  • Planung und Durchführung von transdisziplinären, frauenspezifischen und feministischen Fachtagungen, Ringvorlesungen, Aktionsplattformen und Forschungsvorhaben
     
  • Beratende Aufgaben: laufbahnorientierte Studienberatung (u.a. auch internationale Austauschprogramme, wissenschaftliche Fördermaßnahmen, Forschungsstipendien, Preise)

 

Der Wahlfachstudiengang
wurde im Juni 2002 durch die Veröffentlichung im Mitteilungsblatt der Universität Innsbruck endgültig implementiert.

Sein Lehrangebot konnte sowohl als ganzes im Ausmaß von 48 Semesterstunden als auch in Form von einzelnen, aufeinander aufbauenden Modulen im Ausmaß von jeweils 12 Semesterstunden im Bereich der empfohlenen sowie der freien Wahlfächer studiert werden.
In diesem interdisziplinären Wahlfachstudiengang werden materielle, generative und symbolisch-kulturelle Produktions- und Reproduktionsformen von Gesellschaft unter konsequenter Anwendung der Kategorie 'Geschlecht' fächerübergreifend analysiert. Die Studierenden können sich so theoretisches, empirisch-analytisches und methodisches Fachwissen als Vertiefung und Erweiterung zu ihren Pflichtfächern erwerben.

Mit Sommersemester 2006 wurden an der Universität Innsbruck alle Wahlfachbereiche beendet - das bedeutet, dass Studierende diesen Wahlfachbereich nicht mehr neu beginnen können, jedoch bereits begonnene Studiengänge bzw. begonnene Wahlmodule können abgeschlossen werden