Geschichte

ProHolz Tirol, unter der Leitung von KommR Dipl.-Ing. Helmuth Fritz und der Geschäftsführung von Dipl.-Ing. Rüdiger Lex, gemeinsam mit dem Land Tirol und der Universität Innsbruck waren die Initiatoren für die Gründung eines Stiftungslehrstuhls für „Holzbau, Holzmischbau und Holzverbundwerkstoffe“, der mit der Berufung von Dipl.-Ing. Michael Flach im Jahr 2002 als eigenständiger Lehrstuhl am Institut für Konstruktion und Materialwissenschaften ins Leben gerufen wurde.

Ziel war es durch Forschung und Lehre Impulse für die Forst- und Holzwirtschaft in Tirol zu setzen und dem konstruktiven Holzbau an der Universität einen angemessenen Platz zu verschaffen. Nach einer erfolgreichen Evaluierung im Jahr 2007 wurde der Stiftungslehrstuhl endgültig als Arbeitsbereich für Holzbau von der Universität Innsbruck übernommen und profilierte sich österreichweit, aber auch international, als praxisnahe Bildungs- und Forschungseinrichtung im Ingenieurholzbau.

Besonderer Wert wurde dabei auf eine intensive Vernetzung mit benachbarten Forschungsbereichen wie energieeffizientes Bauen, nachhaltige Stadtentwicklung und materialübergreifende Verbindungstechnologien gelegt. Dank intensiver Akquise von Drittmittelprojekten und dem zugehörigen Ausbau der Labor- und Produktionsmittel wurde der Holzbaulehrstuhl zu einem aktiven Treiber der Technischen Versuchs- und Forschungsanstalt (TVFA) der Universität Innsbruck und betreut heute Firmen aus dem In- und Ausland. Neben den akkreditierten Materialprüfungen im Bereich der Holzwerkstoffe sowie der Vebindungsmitteltechnologie werden auch Schall- und Luftdichtigkeitsmessungen sowie Kleinbrandtests mittels Cone Calorimeter durchgeführt. Das anfänglich eingerichtete Modellbaulabor für Studierende wurde maschinell erweitert, ein weiterer Meilenstein wurde im Jahr 2015 mit der Inbetriebnahme einer computergestützten Abbundanlage im TiroLignum in Absam gesetzt.

 

Eine besondere Inspiration für Forschungsprojekte war das zusammen mit ProHolz und der Universität für Bodenkultur in Wien jährlich organisierte Zukunftsforum Holz. Dabei konnten im offenen Austausch mit ausgewählten Spezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Visionen für die Zukunft entworfen werden, aus welchem anschließend gemeinsame zukunftsorientierte Forschungsprojekte konkretisiert wurden. In Abständen berichtete der Holzbaulehrstuhl im Rahmen der Innsbrucker Holzbautage ausführlich über seine F&E Aktivitäten, alle 2 Jahre hielten Mitarbeiter Vorträge über ausgewählte Themen bei der World Conference on Timber Engineering (WCTE), und einmal im Jahr war der Lehrstuhl Mitorganisator des Internationalen Holzbauforums in Garmisch-Partenkirchen in Form von Vorträgen und Moderationen. Seit 2019 findet das Internationale Holzbauforum in Innsbruck statt.  

Die universitäre Lehre erstreckte sich auf die Bereiche des Bauingenieurwesens und der Architektur. Im Rahmen der Überarbeitung der Curricula wurde der Umfang der Lehrveranstaltungen deutlich erhöht, um der zunehmenden Nachfrage der Studierenden nachzukommen. Neben den Grundlagen zur Bemessung von Holzbauten stand der Tragwerksentwurf und die Verwendung moderner Verbindungsmittel im Mittelpunkt. Eine Besonderheit war die Einbindung des Modellbaulabors sowie der CNC Abbundanlage. Hierbei wurden zahlreiche Studentenprojekte im Maßstab 1:1 umgesetzt, um auch den handwerklichen Teil der Ausbildung zu betonen. Über die universitäre Ausbildung hinaus, veranstaltete der Holzbaulehrstuhl zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen, die eine weitere Vernetzung zwischen Forschung, Planung und Praxis bewirkte.

Zu den Auszeichnungen für besondere Forschungsarbeiten gehören u.a. eine Anerkennung beim „Dr. Houska Preis 2005“, der kanadische Innovation Award 2010 für das Österreichhaus in Whistler und der englische „Product Innovation Award 2019“ für den „Spider Connector“.

2019 ging Professor Flach, der erste Leiter des Holzbaulehrstuhls, in Pension. Seine Nachfolge konnte gesichert werden, im März 2020 trat Philipp Dietsch seine Stelle als neuer Professor an.

 

 

 

 

 

 

 

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