Giacinto Scelsi und Österreich

Laufzeit: 1. Mai 2010 bis 31. Juli 2012
Projektleitung: Univ.-Prof. Dr. Federico Celestini
Projektmitarbeiterin: Mag. Dr. Elfriede Moschitz
Finanzierung: FWF (Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung; P 22433-G21)

Projektbeschreibung

Scelsi und ÖsterreichAufmerksamkeit und Kenntnis erlangte der italienische Komponist Giacinto Scelsi (1905–1988) erst gegen Ende seines Lebens. Nach diesem späten Beginn nahm jedoch die künstlerische und musikwissenschaftliche Auseinandersetzung mit seinem Werk und seinem musikästhetischen Denken rasch ein beachtliches Ausmaß an, und zwar im ganzen Europa und auch darüber hinaus. Besonders interessant erscheinen Scelsis Hinwendung zu den außereuropäischen Kulturen sowie die Eigentümlichkeit seines Komponierens, in dem Improvisation und Werk-Charakter, kompositorische Subjektivität und deren Überwindung gleichzeitig zum Tragen kommen. Die Konsequenz, mit der er sich dem Klang widmet und dabei dessen vielfältige Dimensionen kompositorisch erforscht und freisetzt, beeindruckt uns heute wie vor dreißig Jahren. In Österreich war es das im Rahmen des Grazer Festivals Steirischer Herbst veranstaltete Musikprotokoll in den späten 1980er Jahren, welches für die Rezeption und Verbreitung von Scelsis Oeuvres sehr bedeutsam waren. Der Bezug zwischen Scelsi und der musikalischen Landschaft Österreichs im 20. und 21. Jahrhundert bildet das Zentrum des Forschungsprojektes. Österreichische Komponisten und Komponistinnen sowie Interpreten und Interpretinnen wurden über ihren Zugang zu Scelsi und den Einfluss seiner Musik auf ihre eigene kreative Arbeit im Rahmen von Interviews befragt. Damit ist keine historisierende Retrospektive beabsichtigt, sondern die Anbindung Scelsis an die Gegenwart thematisiert. Welche Bedeutung hat Scelsis „interkulturelles“ Denken und Komponieren heute in einer globalisierten Welt? Welche Rolle spielen Mythos, Archaik und Metaphysik bei den heutigen Komponisten und Komponistinnen? Welche Aspekte in Scelsis Musik inspirieren junge Komponisten und Komponistinnen heute für ihr eigenes Werk? Die Begriffe „Komposition“, „Inspiration“, „Improvisation“, „Partitur“, „Werk“, „Künstler“ verlangen von jenen, die über Scelsi sprechen und schreiben, äußerste Vorsicht in ihrer Verwendung. Im Kontext einer Diskussion über Scelsis Werke müssen sie ständig hinterfragt werden bzw. sie fordern heraus, die Grenzen des Definitionsraums zu erweitern oder sogar sie überhaupt offen zu lassen. Dies wird durch die neun Interviews immer wieder verdeutlicht. Durch Scelsis Anregung gelangen die interviewten Künstler und Künstlerinnen zur Erweiterung des Blicks auf die angesprochenen Themen und Begriffe, die im Laufe der Diskussion neue Konnotationen gewinnen. Das Forschungsprojekt wurde unmittelbar nach der Eröffnung des Scelsi-Archivs im Jahr 2009 durchgeführt. Die Berücksichtigung der bis dahin nicht zugänglichen Tonbänder und Handschriften ermöglichte eine neue Orientierung in der Scelsi-Forschung.

Dokumentation

Publikationen

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Symposion "Giacinto Scelsi heute / Giacinto Scelsi today"

Vom 20. bis 21. Jänner 2012 veranstaltete das Institut für Musikästhetik der Kunstuniversität Graz gemeinsam mit dem Innsbrucker Institut für Musikwissenschaft ein Symposion.

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Rezeption in den Medien – Links

http://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/graz/2903139/musiksymposium-graz-diskutiert-scelsi-rezeption-oesterreich.story

http://derstandard.at/1324170222277/Graz-Musiksymposium-diskutiert-Scelsi-Rezeption-in-Oesterreich

http://www.musikforschung.de/index.php/aktuelles/tagungen-a-kongresse/berichte/bericht-2012/527-graz-20-bis-21-januar-2012

http://linz09.soup.io/post/211939060/3-Giacinto-Scelsi-Symposium-in-Graz-ORF

http://oe1.orf.at/programm/292382

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