9783991061892

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Wozu braucht Elternschaft ein Geschlecht?
Interdisziplinäre feministische Perspektiven auf das Private als öffentliche Angelegenheit

Maria A. Wolf, Flavia Guerrini, Monika Schamschula, Paul Scheibelhofer (Hg.)
 
Interdisziplinäre Geschlechterforschung | Band 4
ISBN 978-3-99106-189-2
brosch., 274 Seiten, Abb.
2026, innsbruck university press • iup

Preis: 34,90 Euro

Kinder sind existenziell auf die Versorgung durch andere angewiesen. Zur Sicherung des Überlebens und der sozialen Integration dieser Neunankommenden wurden in nahezu allen Gesellschaften Elternschaftsordnungen geschaffen. Geschlecht ­fungiert dabei bis in die Gegenwart als ein entscheidendes soziokulturelles Strukturierungsprinzip. Der daraus hervorgehende vergeschlechtlichte soziale Status von Eltern sowie die ihnen darüber je nach sozio-historischen Kontexten jeweils auferlegten Zuständigkeiten und Aufgaben werden durch soziale Normen, Anerkennungs- und Sanktionsmechanismen sowie rechtliche Ansprüche und Verpflichtungen institutionalisiert. Während damit einerseits die Stabilität von Elternschaft gewährleistet ­werden soll, erfordert der soziale Wandel andererseits ihre stete Veränderung: Soziale Prozesse und Praxen der Elternschaft, Diskurse und rechtliche Regelungen müssen permanent re-organisiert werden, um die Zugehörigkeit und Zuständigkeit von Eltern an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Denn Kinder sind in mehrfacher Hinsicht eine grundlegende praktische Ressource von Gesellschaft. Eltern sind deshalb maßgeblich relevant für den Erhalt der Generationenfolge und der sozialen Ordnung.
Diese widersprüchlichen Dynamiken werden im vorliegenden Sammelband beleuchtet. Aus interdisziplinärer feministischer Perspektive zeigen die Beiträge Verwerfungen, Kontinuitäten und Veränderungen von Elternschaft auf. Sie fokussieren auf ­unterschiedliche Facetten und nähern sich dem Spannungsfeld aus theoretischer sowie empirischer Richtung. Elternschaft zeigt sich dabei als eine gesellschaftlich ­organisierte, vergeschlechtlichte Institution und Praxis sozialer Reproduktion, die durch ein Geflecht sozialer Akteure stabilisiert und reproduziert wird.

DOI: 10.15203/99106-189-2

Maria A. Wolf, Flavia Guerrini, Monika Schamschula, Paul Scheibelhofer
Elternschaft als öffentliche Angelegenheit. Interdisziplinäre feministische Perspektiven auf das Private
DOI: 10.15203/99106-189-2-01

Désirée Waterstradt
Von Raben- und Helikoptereltern, guten Müttern und aktiven Vätern. Schimpfklatsch als Spiegel von sozialem Wandel und Machtverhältnissen
DOI: 10.15203/99106-189-2-02

Helga Krüger-Kirn
Mütterlichkeit* braucht kein Geschlecht. Elternschaft und Gender Trouble
DOI: 10.15203/99106-189-2-03

Tatjana Takševa
Motherhood and Gender from a Transnational Feminist Perspective
DOI: 10.15203/99106-189-2-04

Karin Neuwirth
De- und Re-Institutionalisierung von Elternschaft im Recht im 20. und 21. Jahrhundert in Österreich
DOI: 10.15203/99106-189-2-05

Flavia Guerrini
Die Figuren des ‚Besatzungskindes‘ und seiner Mutter in der österreichischen Nachkriegspresse. Zur diskursiven Regulierung von Familie und Elternschaft
DOI: 10.15203/99106-189-2-06

Maria A. Wolf
Class and Gender in Conflict. Engendering Social Reproduction through the Gendering of Parenthood in Education
DOI: 10.15203/99106-189-2-07

Paul Scheibelhofer
„Für ihn bin ich Mama, Therapeutin und Sozialarbeiterin in einem.“ Pflegeelternschaft für geflüchtete Jungen und die Ambivalenzen vergeschlechtlichter Sorge
DOI: 10.15203/99106-189-2-08

Sandra Tausel
Challenging the Binary: The Politics of Parenting and the Power of Fiction
DOI: 10.15203/99106-189-2-09


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