9783991060055

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Denker, Stifter, Revolutionär – Die Brüder Echtermeyer

Renate Sachse
 
ISBN 978-3-99106-005-5
brosch., 160 Seiten, zahlr. Abb. teilw. in Farbe
2020, innsbruck university press • iup

Preis: 19,90 Euro
 

Mit diesem Buch wird erstmals eine Echtermeyer’sche Familienbiographie vorgelegt. Im Zentrum des Bandes stehen die drei Brüder Ernst Theodor Echtermeyer (1805-1844), Ernst Robert Echtermeyer (1807-1876) und Ernst Bruno Echtermeyer (1811-1871), deren gemeinsamer Geburtsort (Bad) Liebenwerda ist. Jeder von ihnen hat in einem spezifischen Bereich Besonderes geleistet.
Der für die Ideengeschichte des 19. Jahrhunderts bedeutsame, für die Geschichte des Linkshegelianismus wichtige Ernst Theodor Echtermeyer erlangt Bedeutung als Philologe, Philosoph, Literaturkritiker, Publizist, Herausgeber und Gymnasiallehrer. Seine Gedichtsammlung wird als „Der Echtermeyer“ noch heute genutzt, die Herausgabe der „Hallischen Jahrbücher“ gemeinsam mit Arnold Ruge (1802-1880) war schlichtweg bahnbrechend.
Ernst Robert Echtermeyer, anerkanntes Mitglied der Dresdner Bürger- und Kaufmannschaft, ist als führender Kopf Mitglied im Ausschuss des dortigen „Deutschen Vereins“ eine der wichtigen Persönlichkeiten in der Revolution von 1848/49. Vor allem aber macht er sich als Stifter einen Namen: denn er ist der Erste, der einem mittellosen, aber fähigen Studenten in Dresden ein zinsloses Darlehen gewährt, somit eigentlich als der „geistige Vater“ des heutigen BAföG gelten müsste.
Ernst Bruno Echtermeyer, der jüngste der drei Echtermeyer-Brüder, forderte als ausgebildeter Jurist nach Ausbruch der Revolution Ende April 1848 als Wahlmann für die preußische verfassungsgesetzgebende Versammlung u.a. das allgemeine Wahlrecht, Abschaffung der Adelsvorrechte, Arbeiterschutzgesetze und die allgemeine Bürgerbewaffnung. In Herzberg (Elster) greift er unmittelbar in das politisch-revolutionäre Geschehen ein, gerät deshalb in die Mühlen der Justiz, bekommt Festungshaft und wird aller Ämter enthoben.
Die Autorin Renate Sachse stützt sich in ihrer Echtermeyer’schen Familienbio­graphie neben einer systematischen Auswertung der Primär- und Sekundärliteratur auf ein breites, bisher nicht benütztes Quellenmaterial.


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