9783902811998

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Verwandte in der Fremde?
Akten des Internationalen Kolloquiums Fibulas In the Roman Empire [FIRE 1conference]

Gerald Grabherr, Barbara Kainrath, Thomas Schierl (Hg.)

IKARUS 8
ISBN 978-3-902811-99-8
Hardcover, 456 Seiten, zahlr. sw-Abb.
2013, innsbruck university press • iup

Preis: 45,00 Euro
 

In der Zeit vom 27. bis 29. April 2011 fand an der Universität Innsbruck ein internationales Kolloquium zum Thema „Verwandte in der Fremde? Fibeln und Bestandteile der Bekleidung als Mittel zur Rekonstruktion von interregionalem Austausch und zur Abgrenzung von Gruppen vom Ausgreifen Roms während des 1. Punischen Krieges bis zum Ende des Weströmischen Reiches“ statt.
Zahlreiche Quellen belegen die Mobilität von Einzelpersonen und Gruppen, die sich aus ganz unterschiedlichen Gründen innerhalb oder außerhalb des römischen Reiches bewegten bzw. aufhielten. Neben anderen Ursachen spielte Handel für den Ortswechsel sowohl von Gütern als auch von Personen eine nicht geringe Rolle. Die weite Verbreitung von römischen Waren belegt das ausgedehnte Kommunikations- und Handelsnetz des Imperiums. Die im Vergleich zu anderen Fundgattungen gute Datierbarkeit von Fibeln und besonders ihre verhältnismäßig kleinräumige Herkunftsbestimmung − bis hin zu Werkstattzuweisungen − lassen sie als Teil der persönlichen Ausstattung oder der Kleidung als ein hervorragendes Instrument zum Nachvollziehen personeller Mobilität erscheinen.
Dem in Innsbruck organisierten Kolloquium gelang es, Experten aus Spanien, Italien, England, Schottland, Deutschland, Schweiz, Österreich, Ungarn, Slowakei, Kroatien und Bulgarien zu versammeln um einen aktuellen Überblick zur Forschung zu ermöglichen.
An ausgewählten Beispielen werden Mechanismen der Verteilung von personenbezogenen Fundgütern veranschaulicht, um methodische Grenzen und Möglichkeiten einer migrations- oder handelsbezogenen Interpretation aufzuzeigen.
Der Vergleich zahlreicher Regionen des Imperium Romanum von unterschiedlichem Erforschungsgrad und verschiedenartigen wissenschaftshistorischen Voraussetzungen resultierte in lebhaften und äußerst fruchtbaren Diskussionen, die der weiteren Forschung zur Frage der Abgrenzung sozialer Gruppen nachhaltige Impulse verleihen werden.
Einen ersten Einblick in diese weiter vorangetriebene Forschung gewährt der nun hier vorliegende Tagungsband, welcher zwanzig Beiträge umfasst, die aus Referaten des Kolloquiums resultieren und die Ergebnisse der Fachgespräche deutlich reflektieren. Somit stellt diese Publikation eine aktuelle Vorlage des Forschungsstandes zur römischen Fibel- und Trachtforschung dar.