ISBN: 978-3-902811-79-0

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Jaruzelski oder die Politik des kleineren Übels

Anton Pelinka

ISBN 978-3-902811-79-0
brosch., 236 Seiten
2012, innsbruck university press • iup
Preis: 21,90 Euro

Ausgehend von dem widersprüchlichen politischen Wirken des polnischen Generals und Präsidenten Wojciech Jaruzelski soll das Spannungsfeld zwischen politischer ­Führung („Leadership“) und Demokratie dargestellt, problematisiert und analysiert werden. Jaruzelski war 1981 für die Ausrufung des Kriegsrechtes in Polen und damit für die Verhärtung der kommunistischen Diktatur ebenso verantwortlich wie für den ­friedlichen Übergang zur Demokratie im Jahre 1989. Mit diesem Beispiel und anderen empirischen Bezügen – etwa zu Lyndon Johnsons politischer Karriere und Mahatma Gandhis Verweigerung einer solchen Karriere – wird deutlich gemacht, dass in einer real ­existierenden und stabilen Demokratie politische Entscheidungen immer im ­Abwägen von Übeln bestehen. Demokratie wird dabei verstanden als Absage an Ideallösungen und Perfektion, die zu versprechen immer Wesensmerkmal von Diktaturen ist und die mit deren schrecklichem Scheitern ursächlich in Verbindung stehen. Die Ethik der Demokratie erweist sich somit, im Sinne der Unterscheidung von Max Weber, als Verantwortungs- und nicht als Gesinnungsethik.

"Alles in allem zerstört die vorliegende Studie Pelinkas so manche Veränderungs- und Machbarkeitsillusionen – nicht nur die Illusionen von vielen Bürgern in einem Land, sondern auch die vieler Politiker. Dieses Buch ist sowohl den politischen Eliten als auch den Menschen unseres Landes als Lektüre sehr zu empfehlen."
Herwig Büchele, Die Presse, Spektrum

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