isbn-978-3-902811-71-4

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Doch der Hund will nicht krepieren
Tagebuchnotizen aus Auschwitz

Reinhold Gärtner, Fritz Kleinmann (Hg.)

ISBN 978-3-902811-71-4
brosch., 214 Seiten
2012, innsbruck university press • iup

Preis: 14,90 Euro

Zwischen 1938 und 1945 wurden Millionen von Juden und Jüdinnen Opfer der Nationalsozialisten. In diesem Buch berichten Betroffene von ihrem Schicksal. Als Häftling der Konzentrationslager Buchenwald, Auschwitz und Bergen-Belsen schrieb Gustav Kleinmann (1891–1976) unter Lebensgefahr ein Tagebuch, das die Lebenswelt der Familie Kleinmann und den Völkermord an den Juden dokumentiert. Seine persönliche Geschichte vermag eine Betroffenheit zu erzeugen, die Zahlen allein nicht auszudrücken vermögen: Der Tapezierer Gustav Kleinmann wurde zusammen mit seinem 16 Jahre alten Sohn Fritz Kleinmann 1939 in Wien verhaftet. Ihr Leidensweg führte sie in die Konzentrationslager Buchenwald, Auschwitz, Bergen Belsen und Mauthausen. Die unter großer Gefahr beschriebenen Seiten sind durch einen "eignen, makaber nüchternen, subtilen und ehrlichen Begleitton" - so einer der Herausgeber, Reinhold Gärtner, - bestimmt. Den Hauptteil des Buches bilden die Schilderungen von Fritz Kleinmann. In kurzen Abschnitten wird ein eindringliches Bild des Lagerlebens gezeichnet. Den Band beschließen Anmerkungen zur Biographie Gustav und Fritz Kleinmanns, ein Abriss des Antisemitismus und Anmerkungen zum Tagebuch Gustavs Kleinmanns.

"Es ist eine Geschichte über viele Todesopfer. Und über das unbarmherzige, fast groteske System der Nazis. Da der Vater ein fleißiger Arbeiter war, wurde er kurzerhand „arisiert“. Die Lagerleitung machte­ Juden zu Nicht-Juden, weil diese als Vorarbeiter eingesetzt werden durften. Sie erfanden Nicht-Juden, einfach weil es für sie praktisch war. Es ist eine Geschichte­ über Glück. Über Mut. Der damals noch 16- oder 17-jährige Fritz rafft seinen verhungerten Körper auf, ignoriert die Warnungen der Mithäftlinge und geht zu einem Obersturmführer. Mit weinender Stimme verlangt er nach Essen. „Am Tag danach bekam das ganze Lager wieder volle Verpflegung“, erinnert sich Fritz Kleinmann. Das Buch ist vor allem eine Geschichte über einen Vater und seinen Sohn, zwei, die sich brauchten, zwei, die gemeinsam überlebten. 'Der Junge ist meine größte Freude, einer stützt den anderen. Wir sind die Unzertrennlichen.'"
Tiroler Tageszeitung