Rezeption des Rundfunks in den österreichischen Printmedien: Eine Analyse zeitgenössischer Periodika aus der Anfangszeit des Radios (1924-1934)

Johanna Walcher

 Welche gesellschaftlichen Debatten werden geführt, wenn ein neues Medium sich etabliert? Welche Art von Beziehungen zeigen sich zu anderen Medien? Welche Potentiale und mögliche Risiken werden im Hinblick auf seine Entwicklung diskutiert? Derartige Fragen werden in Bezug auf die Anfangszeit des Radios in Österreich und dessen Rezeption in den Printmedien untersucht. Im ersten Schritt ist ein genereller Überblick zur Rezeptionssituation des Radios in der Presse der Jahre 1924-1934 geplant. Im zweiten Schritt liegt der spezielle Fokus in der Analyse der Beziehungen des Radios zu anderen in dieser Zeit bereits etablierten Medien, wie Presse, Theater oder Film. Auf diese Weise beschränkt sich die Perspektive nicht auf das Radio, sondern nimmt auch andere zeitgenössische Medien in den Blick. Der Erkenntnisgewinn basiert auf einem medienhistorischen Zugang, der Konzepte der Medien(diskurs)geschichte, des Medienwandels, der Intermedialität und Medienkonkurrenz berücksichtigt. Der medienübergreifende Fokus hält zudem in Quellen und Methodik Einzug: Printmedien aus jener Zeit dienen als Quellenkorpus, das aus medienhistorischer Sicht qualitativ analysiert wird. Zeitungen und Zeitschriften als seit jeher wichtiges Medium für die Verbreitung von Informationen, Meinung, ebenso von literarischen Werken und Kunst, bieten die Möglichkeit einer Momentaufnahme der gesellschaftlichen Diskurse und der darin enthaltenen Medienkritik. Nicht zuletzt können sie ein Gefühl davon vermitteln, wie spürbar der Medienwandel durch alle gesellschaftlichen Schichten hindurch war.

Nach oben scrollen