Aktuelles
Neue Arten: Astragalus italicus und Astragalus vallium-aridarum
Der Esparsetten-Tragant (Astragalus onobrychis) ist eine morphologisch und zytologisch vielfältige Steppenpflanze, die in extrazonalen und zonalen Steppen von den Westalpen bis zum Altai weit verbreitet ist. In der vorliegenden Studie wurden die genetischen und morphologischen Unterschiede der Populationen in den Alpen und im Appennin herausgearbeitet, mit dem Resultat, dass zwei neue Arten beschrieben werden konnten: Astragalus italicus (tetraploid, endemisch in den Südostalpen und dem Appennin) und Astragalus vallium-aridarum (oktoploid, endemisch in den Alpen).
Spezialisten verschwinden von den Berggipfeln
Das internationale Netzwerk GLORIA hat sich auf die Auswirkungen des Klimawandels auf Gebirgsökosysteme und ihre Artenvielfalt spezialisiert. In einem Artikel der Zeitschrift SCIENCE wurden jetzt Ergebnisse publiziert. Als Partner des Netzwerkes ist das Institut für Botanik verantwortlich für zwei Zielregionen in den Dolomiten und der Texelgruppe.
Wenn Hitze die Klimaregulation von Pflanzen zerstört
Hitze setzt auch Pflanzen enorm unter Druck. Ein Forschungsteam der Uni Innsbruck untersuchte den Zusammenhang zwischen Dosis und Wirkung und fand heraus, dass nicht nur sehr hohe Temperaturen die Blattgesundheit beeinflussen, sondern auch, dass langanhaltende Hitze die Schädigung erhöht. Ungleich schlimmer ist es, wenn gleichzeitig Wasser fehlt.
Flechten: Pilz versorgt Alge mit Eisen
Flechten sind Lebensgemeinschaften aus einem Pilz und zumindest einer Mikroalgenart. Bei manchen Flechten kommen zusätzlich Cyanobakterien hinzu. Ein Team aus Wissenschaftler:innen der Medizinischen Universität, der Universität Innsbruck und britischen Forschenden konnte nun zeigen, wie Flechten ihre Algenpartner mit Eisen versorgen. Der Flechtenpilz produziert dafür ein sogenanntes Siderophor – ein Molekül, das Eisen aus der Umgebung bindet und für die Alge verfügbar macht.
Thomas Roach pflanzt einen Berg-Ahorn am Ahornboden
Der Sieger des Karwendalmarsch-Laufs, Thomas Roach, gewann den einzigartigen Preis, seinen eigenen Berg-Ahorn einpflanzen zu dürfen. Eine natürliche Verjüngung ist auf diesen Bergwiesen aufgrund der Viehweide nicht möglich.
Das Universum der Mikroorganismen
Von der Sauerstoffproduktion über Lebensmittelherstellung bis hin zu biologischer Abwasserreinigung: Mikroorganismen begleiten uns durch jeden Moment des Tages – unsichtbar und unverzichtbar. Genau das macht eine neue Ausstellung erlebbar: Am 27. Mai öffnet das mikroVERSUM am hollu Campus in Zirl seine Türen. Das interaktive Science Center der Universität Innsbruck und der hollu Systemhygiene GmbH wird von Bund, Land sowie EU unterstützt und führt an 31 Stationen durch einen 24-Stunden-Zyklus mit den kleinsten Bewohnern unserer Welt — so wird sichtbar, was im Alltag kaum jemand wahrnimmt.
Alpine Pflanzenwelt reagiert empfindlich auf Klimakrise
Steigende Temperaturen verändern die Pflanzenwelt in ganz Europa: In alpinen Gipfelregionen werden vor allem kälteliebende Gewächse seltener, im Grasland nehmen wärmebedürftige Pflanzen zu und in Wäldern passiert beides gleichermaßen. Das zeigen Langzeitbeobachtungen, an denen auch Brigitta Erschbamer vom Institut für Botanik maßgeblich mitwirkte. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Fachjournal Nature veröffentlicht.
Alpine Pflanzendiversität abhängig von weidenden Haustieren und nicht vom Klima seit der Bronzezeit (2000 v. Chr.)
Alte DNA (sedaDNA) aus den Sedimenten von 14 subalpinen and alpinen See in Österreich, Frankreich, Italien und der Schweiz enthielten DNA von mehr als 600 Pflanzenarten und von mehr 10 Säugetieren (Wild- und Haustiere), und zeigen, dass weidende Haustiere – und nicht so sehr klimatische Faktoren – verantwortlich waren für die Entwicklung der heutigen Flora und ihrer Diversität seit 2000 v. Chr.