Die Krise verstehen - und politisch handeln

Obwohl im Titel von der Krise im Singular die Rede ist, ist doch klar, dass wir es nicht nur mit einer Krise, einer Krise der Ökonomie zu tun haben. Viele sprechen von einer multiplen oder einer Vielfachkrise, die auch die Bereiche der Reproduktion, der Ökologie, der Demokratie, der Bildung, der Geschlechter- oder der Generationenverhältnisse erfasst. Das gegenwärtige Krisenmanagement durch Staat und Markt zielt aber an diesen Dimensionen vorbei. Kritisiert wird, dass dieselben Strategien – zum Teil noch verschärft – wie vor der Krise von 2008 verfolgt werden. Nach wie vor ist eine Sparpolitik dominant, die die Integrationskraft der Gesellschaft nachhaltig gefährdet – und die nicht zuletzt die politische und wirtschaftliche Macht der ArbeitnehmerInnen schwächt.

In der Vortragsreihe „Die Krise verstehen – und politisch handeln“, die 2013/14 in Innsbruck stattfand und deren Beiträge nun als Sammelband vorliegen, wurde der vielfach verwendete Begriff der Krise aufgegriffen, um deutlich zu machen, dass eine Krise als gesellschaftliche Situation verstanden werden muss, in der bisherige Handlungsmuster nicht mehr fortgesetzt werden können oder sollen, sondern über Alternativen nachgedacht werden muss. Lösungsstrategien für die gegenwärtigen Krisen müssen sich aber von jenen des 20. Jahrhunderts unterscheiden, waren diese doch sehr eng an ökonomisches Wachstum gekoppelt und von einer Ignoranz gegenüber sexistischen und rassistischen Ausbeutungsverhältnissen geprägt.

Cover Die Krise verstehen

      

Die Krise verstehen -
und politisch handeln

 

Alexandra Weiss (Hg.):

ÖGB-Verlag, Wien 2015,
154 Seiten, ca. 24,90 €,
ISBN 978-3-99046-130-3

 

Mit Beiträgen von: Heiner Flassbeck, Ulrike Hermann, Sighard Neckel, Birgit Mahnkopf, Gabriele Michalitsch, Thomas Seibert, Bettina Haidinger, Veronika Knapp und Sabine Platzer-Werlberger.

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