Unternehmerisch und erschöpft?

Anforderungen und Widersprüche von Arbeit und Lebensgestaltung

Anforderungen der Arbeitswelt haben sich verändert – „unternehmerisch“ tätig zu sein, wir heute auch unselbstständig Beschäftigten und Arbeitslosen abverlangt. Der Ohnmachtserfahrung tatsächlicher oder drohender Arbeitslosigkeit soll der „Aktivismus des Unternehmertums“ entgegengehalten werden. Gefordert ist eine (Selbst-)Rationalisierung: Alltag und Lebensgestaltung sollen in Hinblick auf Verkauf und Erhalt der Arbeitskraft rationell gestaltet werden. Das damit verbundene Versprechen von mehr Entfaltungschancen und Selbstbestimmung in der Arbeit hat aber enge Grenzen und erweist sich oft eher als zusätzlicher Druck, denn als größerer Gestaltungsspielraum. Verändert haben sich aber nicht nur Arbeits- sondern auch Lebensverhältnisse, die immer offensichtlicher zu einer Krise der Reproduktion führen. Alte Leitbilder, wie das der traditionellen Kernfamilie, erodieren. Geschlechterverhältnisse werden dabei widersprüchlich neu bestimmt. Frauen werden verstärkt – wenn auch oft prekär – in den Erwerbsarbeitsmarkt integriert, Männer können – auch angesichts sinkender Reallöhne – immer weniger die Rolle des „Familienerhalters“ erfüllen. Gleichzeitig sollen aber Familien bzw. Frauen den Abbau sozialstaatlicher Sicherung kompensieren.

   

Unternemerisch und erschöpft?

Anforderungen und Widersprüche von Arbeit und Lebensgestaltung

Alexandra Weiss (Hg.)

ÖGB-Verlag, Wien 2013
216 Seiten, Preis: 24,90
ISBN: 978-3-7035-1614-6
 

Mit Beiträgen von: Franz Schultheis, Birgit Sauer, Hans Pongratz, Kornelia Hauser, Georg Michenthaler, Sybille Pirklbauer, Johann Ofner und Martin Soucek, Angela Pittl, Horst Schreiber, René Schindler, Alexandra Föderl-Schmid, Stephan Schulmeister, Bettina Haidinger, Yves Wegelin und Alexandra Weiss

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