Salon Adelheid mit Tove Soiland:
Luce Irigarays Denken der sexuellen Differenz

Eine dritte Position zwischen Lacan und den Historisten
Montag, 31.5.2010, 19.30 im ArchFem, Women only!


Luce Irigarays Theorem der sexuellen Differenz wird vorgeworfen, einer normativen Ordnung der Zweigeschlechtlichkeit das Wort zu reden und dabei insbesondere mit ihrem Postulat einer weiblichen Subjektposition jegliche Subjektkritik des 20. Jahrhunderts zu ignorieren. Tove Soiland zeigt, dass Irigaray mit ihrem Theorem der sexuellen Differenz in eine spezifisch innerfranzösische Kontroverse (um Lacan) interveniert, die allgemein als »Dekonstruktion der Psychoanalyse« bezeichnet wird. Vor diesem Hintergrund erweist sich die Kritik an Irigaray als wenig stichhaltig. Sie wird umgekehrt an das in den Cultural Studies entstandene dekonstruktive Gender-Verständnis zurückgegeben, für das im deutschsprachigen Raum paradigmatisch die Schriften Judith Butlers stehen. Die Kontroverse zwischen den beiden Standpunkten, dem Anliegen einer Dekonstruktion der Zweigeschlechtlichkeit, und dem Bemühen, die sexuelle Differenz allererst zu denken, steht deshalb im Zentrum der Präsentation.

 

Zur Vortragenden:
Tove Soiland studierte Geschichte, Philosophie und Germanistik in Zürich. Seit 2004 hat sie Lehraufträge an den Universitäten Salzburg, Zürich, Hannover und Innsbruck inne. Daneben führt sie an verschiedenen Bildungsinstitutionen Seminare für Frauen zu feministischer Theorie und politischer Ökonomie durch, seit 2007 regelmäßig bei der Gewerkschaft VPOD in Zürich. 2003 initiierte sie den »Gender-Streit«, eine Kontroverse um die theoretischen Grundlagen des Gender-Begriffs. 2009 schrieb sie für das Stadttheater Bern die szenische Lesung »Nehmen Sie Ihr Gender selbst in die Hand, Madame!«.

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