Corona global und regional gesehen. Impfgerechtigkeit und die Aussetzung von Patenten als Weg aus der Krise?

Vortrag von Iris Frey (Attac) und anschließende Podiumsdiskussion mit LH Stv.in Ingrid Felipe und ÖGK-Landesstellenleiter Tirol Arno Melitopulos-Daum

Moderation: Alexandra Weiss (Politologin)

Zeit: 12. Oktober 2021, 19.00 Uhr
Ort: Haus der Begegnung, Rennweg 12, Innsbruck

In einem Vortrag wird Iris Frey (Attac) Einblicke geben, was es mit der Freigabe von Patenten und der Diskussion rund um die Eigentumsrechte von Konzernen auf das zum großen Teil an öffentlichen Universitäten erforschte Wissen, auf denen die Impfstoffe basieren, auf sich hat. In der anschließenden Diskussion sollen politische Handlungsmöglichkeiten sowie die Auswirkungen der derzeitigen Patentpolitik auf öffentliche Gesundheitssysteme, wie die Österreichische Gesundheitskasse, thematisiert werden. 

Während in Europa und den USA junge, gesunde Menschen ihre zweite Impfdosis erhalten, sind in zahlreichen afrikanischen Ländern erst 0,1% der Bevölkerung geimpft, wie zum Beispiel in Sambia. In der Demokratischen Republik Kongo sind es mit 0,01% noch weniger. In Teilen Zentralasiens wie Afghanistan und Nepal sind bis dato kaum Impfdosen angekommen. Laut einem aktuellen Bericht des Nature-Magazins müssten die Menschen in den ärmsten Ländern noch bis 2023 auf eine Impfung warten.

Aber auch die Gesundheitssysteme in den USA oder den Ländern Europas geraten unter Druck. In Österreich stellt sich die Situation etwa so dar, dass im Zuge der Corona-Krise durch die sprunghafte Zunahme der Arbeitslosigkeit Beitragszahlungen an die Versicherungsträger entfielen und gleichzeitig die Ausgaben massiv zunahmen. Um den Standard unserer Gesundheitssystem für alle Menschen aufrechtzuerhalten, kann die Freigabe der Patente einen Beitrag leisten.

In dem Vortrag geht Iris Frey der Frage nach, was es mit der Freigabe von Patenten auf sich hat. Denn einerseits handelt es sich um Großteils an öffentlichen Universitäten erforschtes Wissen, andererseits pochen die Pharma-Konzerne auf ihre Eigentumsrechte. In der Diskussion sollen u.a. die Auswirkungen der derzeitigen Patentpolitik auf die globale Eindämmung der Pandemie, auf öffentliche Gesundheitssysteme sowie politische Handlungsmöglichkeiten erörtert werden.

Eine Veranstaltung von Südwind Tirol, dem Büro für Gleichstellung und Gender Studies der Universität Innsbruck, dem Arbeitskreis Globales Lernen in Kooperation mit Attac Tirol und Radio Freirad.

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