Wem gehört der Wohlstand?

Herausforderungen und Spielräume der Verteilungspolitik in Österreich

Markus Marterbauer

Die zunehmende Ungleichheit in der Verteilung von Einkommen und Vermögen bildete zusammen mit der Liberalisierung der Finanzmärkte und den wachsenden Ungleichgewichten innerhalb der Währungsunion eine der wichtigsten Ursachen für das Entstehen der Finanzkrise. Denn besonders starke Einkommenszuwächse erzielte vor der Krise v.a. jene schmale Schicht der Bevölkerung, die risikoreich anlegte und so die Spekulation auf den internationalen Finanzmärkten befeuerte.

Nun führt die tiefe wirtschaftliche und soziale Krise zu einer weiteren Zunahme der Ungleichheit v.a. aufgrund des dramatischen Anstiegs der Arbeitslosigkeit in der EU, besonders unter Jugendlichen. In Österreich konnte die Zunahme der Arbeitslosigkeit dank einer aktiven Beschäftigungspolitik deutlich begrenzt werden. Doch auch bei uns sind v.a. untere Einkommensgruppen mit steigenden Problemen auf dem Arbeitsmarkt konfrontiert und bleiben bei der Entwicklung der Einkommen deutlich zurück.

Markus Marterbauer beleuchtet in seinem Vortrag die Verteilung der Vermögen und der Einkommen in Österreich und diskutiert ihre wichtigsten Determinanten. Sein besonderes Augenmerk gilt den Spielräumen der Verteilungspolitik: Von den Ansatzpunkten der Beschäftigungspolitik über die Spielräume der Lohnpolitik bis zum Staatshaushalt: Wem kommen die staatlichen Leistungen zugute und wie können wohlfahrtsstaatliche Leistungen den vielfältigen wirtschafts- und verteilungspolitischen Herausforderungen angepasst werden? Wer zahlt die Steuern und Beiträge und welche Spielräume eröffnen die Entlastung des Faktors Arbeit und die stärkere Besteuerung von Vermögensbeständen und -einkommen?