Eine Win-Win-Situation in der Krise? Globale Arbeitsverhältnisse und vergeschlechtlicher Rassismus

Gegenwärtig kursiert zum Thema Migration die neoliberale Einstellung einer „Win-Win-Situation“. Auf den ersten Blick scheint es, als ob dieser Gedanke in Opposition zum hegemonialen Diskurs zu „Überfremdung“ als Antwort auf die sogenannte Krise stehen würde. Tatsächlich wird aber einer vergeschlechtlichten und rassistischen Arbeitsmarktsegregation nicht entgegengewirkt, sondern diese gefördert.

In diesem Vortrag geht es darum, Zusammenhänge zwischen globalen Arbeitsverhältnissen und vergeschlechtlichten Rassismen zu analysieren und utopische Horizonte und Perspektiven jenseits neoliberaler Einstellungen darzulegen.

Prekäre Arbeitsverhältnisse von Migrantinnen im Kontext der Globalisierung sind großteils Ergebnis der vielfältigen Umgestaltung des Produktionsprozesses in postfordistischen Gesellschaften. Insbesondere die Existenz des globalen Marktes für (überwiegend Care-bezogene) Dienstleistungen ist politisch höchst brisant und im Kontext von neokolonialen Diskursen, institutionellem Rassismus und europäischem Migrationsregime zu betrachten.

Um nicht im Viktimisierungsdiskurs verhaftet zu bleiben, soll aber auch das utopische, subversive und gegenhegemoniale Potential von Migration aufgezeigt werden. Denn Migrant_innen sind „agents of change“, die, trotz prekärer Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie mehrfacher Diskriminierung, Grenzen überwinden, eine „Transnationalisierung von unten“ forcieren und neue transnationale soziale Räume sowie neue Lebens- und Organisationsformen hervorbringen!