Beschreibung der Workshops

Samstag, 1. März 2003, 9:15-11:00 Uhr

Maria Dendorfer/Birgit Menzel

Kommunikative Theologie in der Schulwirklichkeit?!

"Halt's Maul, jetzt kommt der Segen": Ein Buchtitel, der Kommunikationssituationen im Religionsunterricht der Sonderschule beschreibt, aber durchaus das trifft, was das Spannungsfeld jedes Lehrers /jeder Lehrerin ausmacht: zwischen Anspruch/Vision und Schulwirklichkeit. Und dann kommt da die TZI, die meint, auch in der Schule wäre TZI möglich......
Dieser Workshop versteht sich als Mut-Mach-Veranstaltung, damit das, was einem selbst, quasi am eigenen Leibe, an der TZI wertvoll und wichtig erscheint, auch in Schule Früchte tragen kann. Daher wird es auch Raum dafür geben, die jeweils eigenen positiven Erfahrungen, aber auch Misserfolge, zu teilen, Impulse zu geben, Ideen zu bekommen und mit in der Gruppe entstehenden neuen Perspektiven wieder nach Hause zu fahren.
Vielleicht ergibt sich eine Vernetzung von Menschen, die auch nach dem Kongress ihre Erfolge, Frustrationen, Ideen, Experimente teilen.........

Christoph Drexler

"Wenn der Herrgott net will, nutzt das gar nix…" Konflikte und kommunikative Barrieren im Umgang mit Institutionen

Konflikte sind Kristallisationspunkte des Ge- bzw. Misslingens menschlicher Kommunikation: An ihnen entscheidet sich, ob durch den Konflikt hindurch ein neues, tieferes Einander-Verstehen und damit eine tragfähigere Basis des Miteinanders möglich wird oder ob sich vorhandene Gräben vertiefen und Auseinandersetzungen eskalieren.
Institutionelle Konflikte werden dadurch verschärft, dass Institutionen - anders als formlose Gruppen - von Regeln und Regelungen geprägt sind, die nicht ohne Weiteres von einzelnen geändert werden können. Gerade in Konflikten mit oder zwischen den Kirchen werden Abhängigkeiten (Inter-Dependenzen) oft schmerzlich bewusst.
In unserer Arbeitsgruppe werden wir uns fragen, was wir aus dem Blickwinkel Kommunikativer Theologie für unser alltägliches Erleben und Gestalten unserer Konflikte mit, zwischen und innerhalb von Institutionen lernen können.

Anni Findl-Ludescher

Kritische Auseinandersetzung mit der Kommunikativen Theologie

Im Verlauf des Kongresses tauchen sicher auch viele Fragen bezüglich dessen, was "Kommunikative Theologie" ist. Auf viele dieser Fragen wird es Antworten geben, einige werden aber auch offen bleiben. In diesem Workshop soll Raum dazu sein, sich kritisch mit der hier vorgestellten kommunikativen Theologie auseinanderzusetzen. Ganz gleich, ob Ihr kritisches Nachdenken eher auf der praktischen Ebene ansetzt oder mehr wissenschaftlicher Natur ist, zu diesem kritischen Nachdenken und Nachfragen sind Sie in dieser Arbeitsgruppe besonders eingeladen.

Stanko Gerjolj

Generationskonflikte: miteinander leben - miteinander streiten - voneinander lernen

Generationskonflikte werden gelebt, gestritten, erlebt, ertragen, in der Reflexion dienen diese allerdings als "Schlüssellernort" zur trinitarischen Kommunikation (Abraham und Isaak, Mose und sein Pasha-Mahl, der siebzehnjährige Joseph, der zwölfjährige Jesus).
In der Reflexion können Generationskonflikte besprochen, beschrieben, manthramässig rhythmisch wiederholt und besungen, getanzt, gemalt und somit tiefgehend nachgefühlt und nachempfunden werden. Diese können auch aus der "Himmelsperspektive" oder von einer dritten Person (Anne Frank) betrachtet werden. Ich/wir lerne/n aus Konflikten, wenn ich/wir diese (auf der Ebene der religiösen Lebensdimension) trinitarisch reflektiere/n.

Martha Heizer/Gertraud Ladner

"Und die Frauen...?"

Aufgrund jahrhundertelanger Arbeitsteilung haben Frauen Beziehungsarbeit
geleistet und sich dabei eine besondere Kommunikationskompetenz erworben. Sind
sie deswegen besonders prädestiniert für eine "Kommunikative Theologie"? Oder
umgekehrt: kann sich Kommunikative Theologie von (beziehungs-bewussten) Frauen
Besonderes erwarten? Und: Wenn Frauen so beziehungskompetent sind, was können
sie sich dann in der Kommunikativen Theologie zusätzlich holen?

Martin Moser

Gemeindekatechese und Seelsorge als Milieubegegnung

In der Sakramentenkatechese und Begegnungsräumen gemeindlicher Seelsorge kommen viele Menschen in Kontakt mit Kirche, Gemeinde und ihren Repräsentanten, die vorher nicht zur sichtbaren Gemeinde sich zugehörig fühlen und danach auch nicht. Verschiedene Milieus begegnen sich. Die Art und Weise, wie dort über Religion und Glaube kommuniziert wird, bewirkt, ob Menschen die kommunikative Gestalt des Religiösen als für sich und ihr Leben attraktiv und anziehend finden.
Auf diesem Workshop werden wir diese Fragen anhand strukturierter Kommunikationsübungen ins Erleben bringen und uns darüber austauschen.

Johannes Panhofer

Leitungsaufgaben und LeiterInnen-Rolle bei kooperativer Gemeindeleitung (nach c. 517 § 2) - Teilergebnisse einer empirischen Studie

Aufgrund des Priestermangels werden immer mehr Laien bzw. Diakone für Leitungsaufgaben in Pfarrgemeinden eingesetzt. In vier Pfarrgemeinden der Diözese Innsbruck, die nach dem Modell c. 517 § 2 geleitet werden, wurden mittels einer Befragung die Auswirkungen auf Aufgabenbereiche und Rollen der Leitungspersonen (moderierender Priester und nichtpriesterliche Leitungsperson) erhoben. Fazit: Es kommt zu einer deutlichen "Verschiebung" bzw. "Neuverteilung" der für das kirchliche Leitungsamt konstitutiven Parameter: Amtlichkeit, Sakramentalität, Seelsorge und Leitungsfunktion. Im Workshop werden (Teil)-Ergebnisse der Studie vorgestellt und auf dem Hintergrund der Erfahrungen der WS-TeilnehmerInnen diskutiert und ansatzhaft theologisch reflektiert.

Hermann Stenger

Die Kommunikative Theologie als Antwort auf die Bestrebungen der Innsbrucker "Verkündigungstheologie" vor dem 2. Weltkrieg

Ziel unserer Arbeit wird es sein, nach einer kurzen Einführung praktische und bildungstheoretische Elemente herauszustellen, die bei der Transponierung von "Wissenschaft" in "Zeugnis" (Predigt, Religionsunterricht, Erwachsenenkatechese usw.) eine Rolle spielen.

Ulrich Willers

Beten - mit Gott kommunizieren? Meine Fragen an das Leben - Gottes offene und verheißungsvolle Antworten.

Gemeinsam beten, ja - allein, kaum?! So weiß ich es aus Begegnungen mit Menschen, mit Freunden und Freundinnen, mit GesprächspartnerInnen in z. B. Vortragssituationen.. - Meditieren, still werden, sich besinnen, ja - persönlich beten (als ('Sprechen' mit 'Gott'), weniger. Dies ist eine auch in der Literatur über das Beten längst bekannte Tatsache. Hinzu kommt, dass "Meditation ... ja" allerdings vorwiegend (bloß) einen Wunsch vieler artikuliert; dem Wünschen scheint die Realität der vielen nicht zu entsprechen. - Die Tatsachen benennen, heißt gerade nicht: darüber richten. Wir wollen uns austauschen über das, was wir wissen, was wir fühlen, was wir wünschen und was wir für die Zukunft (aktiv) erhoffen, für uns persönlich, für das Leben einer lebendigen Kirche, (vielleicht auch) für die Weltgesellschaft.