Sanctus Ingenuinus

Tragödie; Herbstspiel 1749

Inhaltsüberblick

Das Schauspiel ist zeitlich in den verworrenen Jahren des ausgehenden 5. Jh. n. Chr. angesiedelt, in denen Franken und Langobarden mit wechselndem Erfolg um die Herrschaft im südlichen Alpenraum kämpften. Eine wichtige Episode in diesem Krieg ereignete sich 590, als die Franken über den Reschen ins Etschtal einfielen und die nahe Trient gelegene Festung Verucca belagerten – Im Heerlager der Franken wird zu Beginn des Stückes der Entschluss gefasst, mit der Eroberung der Burg Verucca die Entscheidung im Kampf mit den Langobarden zu suchen. Den Franken gelingt es, in die Festung einzudringen und die Schlacht die Oberhand zu gewinnen. Nur wenige Verteidiger können sich aus der brennenden Feste retten. Im Umland treffen die Fliehenden auf Ingenuinus, den Bischof von Säben, der auf die Nachricht vom bevorstehenden Kampf herbeigeeilt war, um seinen Landsleuten beizustehen. Die siegreichen Franken kennen indes kein Mitleid mit den besiegten Langobarden, denen sie Sklaverei, Folter und Tod androhen. Dem grausamen Übermut der Sieger tritt Ingenuinus entgegen. In selbstloser Opferbereitschaft bietet er dem Frankenkönig Childebertus sein Leben für die Schonung und Freilassung der Gefangenen an. Aber weder die Feinde noch die Seinigen wollen auf das Angebot eingehen. In seiner Verzweiflung wendet sich Ingenuinus mit einem langen Gebet an Gott. Sein Flehen bleibt nicht unerhört: Theodonis, der Herzog von Bayern, sendet das von den Franken geforderte Lösegeld.

Figuren

Ingenuinus, Bischof von Säben

Childebertus, fränkischer König in Austrasien

Agnellus, Bischof von Trient

Cedinus, oberster Offizier des Childbertus

Mauritius, Kaiser

Eoinus, Offizier in Verucca

Chranichis, langobardischer Fürst

Adualdus, Offizier des Childebertus

Arichis, langobardischer Fürst

Godeschaleus, Offizier des Childebertus

Zwei langobardische Offiziere

Zwei Offiziere des Mauritius

Drei langobardische Soldaten

Drei fränkische Soldaten

Ein ungarischer Offizier

Mehrere Offiziere, Soldaten, Fahnenträger und Flötenspieler als Statisten

 

Figuren in den Chören:

Moses                         Ein Engel

Pharao                        Waffenträger des Pharaos

Sprache

Latein (Spieltext) und Deutsch (Chöre)

Umfang

Fünf Akte, 72 Seiten (Handschrift)