Jesus Gondarenus

Vollständiger Titel: Iesus Gondarenus rex Abyssinorum – Jesus König in Abyssinien als ein Glorreicher Eiferer deß Catholischen Glaubens / und bis zum Todt standhafter Bekenner Christi deß HErren

Gattung: Tragödie

Anlass: Herbstspiel 159

Spielträger: Hochfürstliches Gymnasium Brixen

Sprache: Deutsch/Latein

Umfang: 5 Akte

Überlieferung: Perioche, Manuskript (Bibliothek Priesterseminar Brixen, Sign. SEM F24)

Edition und Übersetzung:

Inhaltsüberblick:

Iasus, der Kaiser von Abessinien, hat sich im Jahr 1702 unter dem Einfluss des Missionars P. Liberatus vom angestammten Glauben seiner Väter und seines Volkes, dem koptischen Christentum, abgewandt und sich zum Katholizismus bekehrt, ein Frevel, der ihm von den Eliten des Reiches nicht verziehen wird. Sie schüren im Volk Empörung über diesen Abfall und stacheln es schließlich zur offenen Rebellion gegen ihren Herrscher auf. Die Forderung der Führer der Revolte, dem neuen Glauben abzuschwören und die katholischen Missionare des Landes zu verweisen, um damit für sich Krone und Herrschaft zu retten, weist Iasus entschieden von sich. Er vermag sich in seiner Stellung aber nicht mehr zu halten und sucht das Heil in der Flucht. An seiner statt wird vom Volk ein abessinischer Fürst namens David auf den Thron gesetzt. David unterbreitet Iasus noch einmal ein Friedensangebot: Sollte er ihm seine Tochter Saba zur Frau geben, so würde er ihn wieder als Kaiser einsetzen. Iasus aber lehnt ab, eher will er sterben als sein Kind einem Ketzer zu verehelichen. Auch die engsten Getreuen fallen schließlich von Iasus ab und verraten sein Versteck. Er wird gefangen gesetzt und, weil er sich selbst im Angesicht des Todes noch immer standhaft zur katholischen Kirche bekennt, als Blutzeuge seines Glaubens mit Gift ermordet. 

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