Constantini hostia

Tragödie; gegeben als Herbstspiel 1757 und anlässlich der Weihe des Brixner Doms 1758

 

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Inhaltsüberblick

Das dem Stück zugrunde gelegte Thema ist die Einweihung zweier Kirchen in Tyros und Jerusalem durch Kaiser Konstantin. Im Schauspiel selbst wird die Kirchweihe allerdings nur vorbereitet, dargestellt wird vielmehr der Konflikt zwischen Konstantin und Licinius. – Zu Beginn des Stückes trifft die Nachricht vom Sieg des Licinius über Maximinus ein, der nach dem Sieg von Constantinus über Maxentius in der Schlacht an der Milvischen Brücke, als einziger ernstzunehmender Widersacher noch übrig geblieben war. Die beiden Sieger vereinbaren nun nicht nur das sog. Mailänder Toleranzedikt, sondern Constantinus gibt dem Licinius, um die freundschaftlichen Bande zu festigen, sogar seine Schwester Constantia zur Frau. Zugleich betritt auch Diocletianus wieder die Bühne. Er hat erst vor wenigen Jahren freiwillig auf den Kaiserthron verzichtet, bereut aber inzwischen wieder seine Entscheidung und ersinnt einen Plan, um von Neuem an die Macht zu gelangen. Unter dem verderblichen Einfluss des Diocletianus wendet sich Licinius bald schon wieder von Constantinus ab, verleugnet den eben erst angenommenen christlichen Glauben und kehrt zum heidnischen Götzendienst zurück. Constantinus will den Verrat seines einstigen Kampfgenossen nicht ungestraft hinnehmen und erklärt Licinius den Krieg. Constantia gerät durch diese Entwicklung in eine schwere Gewissenskrise: auf der einen Seite der Bruder und ihr christlicher Glaube, auf der anderen der geliebte Ehemann. Mit flehentlichen Bitten versucht sie zwischen beiden zu vermitteln, kann aber weder ein Umdenken bei ihrem Gatten noch ein Einhalten bei ihrem Bruder erreichen. Im Feld wird Licinius geschlagen und verliert zugleich Herrschaft und Leben. Als Dank für diesen Sieg beschließt Konstantin die Stiftung der zwei Kirchen in Tyros und Jerusalem.

Figuren

Licinius, Kaiser

Constantinus, Kaiser

Diocletianus Iovius, vormals Kaiser, nun Privatmann

Paulinus, Bischof von Tyros

Maximinus Daza, Kaiser im Osten

Constantia, Schwester des Constantinus, Gattin des Licinius

Crispus, Caesar, Sohn des Constantinus

Constantinus iunior, Caesar, Sohn des Constantinus

Martinianus, Caesar des Licinius

Licinius iunior, Caesar, Sohn des Licinius

Valens, Caesar des Licinius

Anniballianus, Sohn des Licinius und der Constantia

Bote

Mehrere Offiziere, Soldaten und Fahnenträger als Statisten

 

Figuren in den Chören:

Drei Germanen                                              Sadoc, Hohepriester

Apoll                                                                 König Salomon

Themis                                                             Nathan, ein Prophet des Alten Testaments

Die neun Musen                                             Joab, Heerführer König Davids

König David

Sprache

Latein (Spieltext) und Deutsch (Chöre)

Umfang

Fünf Akte, 49 Seiten (Handschrift)