Über das Projekt

Während der Bronzezeit und frühen Eisenzeit spielte die Kupferproduktion in den Ost- und Zentralalpen eine tragende Rolle für die Metallversorgung Mitteleuropas. In dieser Epoche veränderte sich die alpine Wirtschaftsweise: Bergbau und Metallurgie verwandelten Teile der ursprünglich agrarisch geprägten Landschaft zu Montanregionen mit „frühindustriellen“ Strukturen. Die Universität Innsbruck betreibt seit 10 Jahren das vom österreichischen Wissenschaftsfonds in mehreren Projekten geförderte Forschungszentrum HiMAT, dass sich die Untersuchung des Bergbaus in den Ostalpen zum Ziel gesetzt hat. Die in diesem Forschungszentrum und im Besonderen in einem Projekt zum prähistorischen Bergbau gewonnenen Daten sind der Forschungsgegenstand des eingereichten Projektes. Das Ziel ist die gewonnenen archäologischen Daten zur prähistorischen Kupferproduktion für die Forschungsgemeinschaft offen und wiederverwendbar zu machen, damit Fragen zur prähistorischen Metallproduktion und Metallversorgung Mitteleuropas auf einer überregionalen Basis bearbeitet werden können. Dies wird über die Zurverfügungstellung der erhobenen Daten erreicht, die in einem Format dokumentiert sind, das vom österreichischen Bundesdenkmalamt vorgegeben ist und für sämtliche archäologischen Aktivitäten in Österreich Gültigkeit hat. Damit ist die in diesem Projekt entwickelte Methodik zur Erzeugung einer offenen und wiederverwendbaren Datenstruktur inklusive Metadaten nicht nur für das beschriebene Projekt anwendbar, sondern für sämtliche archäologische Aktivitäten, die in Österreich durchgeführt werden.

Für den konkreten Fall zielt das Projekt auf die Generierung eines Bergbaufundstellenkataloges ab, der die Erforschung prähistorischer Plätze der Metallgewinnung und Verarbeitung in einer Qualität dokumentiert, wie sie derzeit nicht zur Verfügung steht und damit Analysen ermöglichen wird, die den Wissensstand zur Kupferproduktion während der Bronzezeit und frühen Eisenzeit entscheidend verbessern kann. Die Methode zur Erzeugung dieses Bergbaufundstellenkataloges beruht auf einem Metadatenmodell, bei dem es sich um einen ISO zertifizierten Standard zur Kulturgutdokumentation handelt. Dies sichert die Wiederverwendbarkeit der Daten, da die Bedeutungen der Metadatenfelder mit ihren Beziehungen genau definiert und dokumentiert sind.

Das Modell baut ein Netzwerk von Beziehungen zwischen Fundplätzen, Forschungsaktivitäten, den gewonnenen Erkenntnissen und Ihrer Dokumentation auf, das mit Hilfe von modernen Internettechnologien abgebildet werden kann. Die Funktionalität dieses Netzwerkes geht über die Möglichkeiten klassischer Datenbanken hinaus. Die technische Implementierung speichert die Daten in einem offen zugänglichen Datenspeicher, der darauf ausgerichtet ist eine Langzeitarchivierung zu ermöglichen und den Zugriff über sich nicht ändernde Bezeichnungen, die zitiert werden können, wie ISBN Nummern von Büchern. Langzeitspeicherung und Zitierfähigkeit sind die wichtigsten Voraussetzungen, damit Forschungsdaten in der wissenschaftlichen Landschaft jenen Wert erhalten können, den sie für aktuelle und künftige Forschungen haben. Damit eröffnet das Projekt mit einer hochinnovativen Methode die Möglichkeit neues Wissen im Bereich Bergbauarchäologie zu schaffen.

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