Christliches Menschenbild und Naturalismus

Forschungszentrum an der Katholisch-Theologischen Fakultät Innsbruck

Christliches Menschenbild und NaturalismusDas christlich geprägte Menschenbild und die Tradition des Abendlandes sehen den Menschen als Person. Dadurch unterscheidet sich der Mensch von allen anderen natürlichen Gegebenheiten. Die Wesensmerkmale der menschlichen Person wie Selbstbewusstsein, personale Identität und Willensfreiheit stehen seit jeher im Mittelpunkt christlichen Philosophierens und bilden die Voraussetzung für die Sinnhaftigkeit der christlichen Offenbarungslehre. Der christlichen Frohbotschaft von der Auferstehung liegt ein ganz bestimmtes Menschenbild zu Grunde. Willensfreiheit, Schuldfähigkeit, das Streben nach Gerechtigkeit und die personale Identität sind die anthropologischen Voraussetzung des christlichen Bekenntnisses. Wenn es nämlich keine mit sich identische Person gibt, die in Schuld und Sünde verstrickt ist, dann gibt es niemanden, der erlöst werden muss und auferstehen kann. Die Relevanz dieser anthropologischen Grundlagen für die Theologie ist nicht hoch genug einzuschätzen.

Diese Grundlagen werden jedoch heute massiv in Frage gestellt. Der Begriff 'Naturalismus' steht für aktuelle Bestrebungen in Naturwissenschaft und Philosophie, der menschlichen Person ihre Sonderstellung abzusprechen und sie wie ein 'natürliches Phänomen' zu behandeln. Diese naturalistische Deutung des Menschen hat nicht bloß erhebliche Konsequenzen für den philosophisch-weltanschaulichen Bereich, sie begibt den Menschen, ja das Leben selbst, in die Manipulations- und Verfügungsmacht von Wissenschaft und Technik. Wir stehen heute an der Schwelle zur technisch-wissenschaftlichen Reproduktion und Manipulation des Menschen bis hinein in seine biologisch-genetischen und geistig-bewusstseinsmäßigen Voraussetzungen.

Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Innsbruck greift die Herausforderungen durch das naturalistische Welt- und Menschenbild auf. In ihrem Fakultätsentwicklungsplan verpflichtet sie sich, der Auseinandersetzung mit dem naturalistischen Denken einen Schwerpunkt in Forschung und Lehre zu widmen:

  • "Im Sinn des Mission Statements soll die gesamte Arbeit der Fakultät in Lehre und Forschung mittel- und langfristig unter der Thematik "Offenbarung und Dialog" koordiniert werden. Dabei geht es erstens um eine Auseinandersetzung der christlichen Offenbarungsreligion mit dem naturalistischen Denken, das die Möglichkeit jeder übernatürlichen Offenbarung ablehnt."

1. Bisherige Arbeit des Forschungszentrums

 

2. Internationale Zusammenarbeit:

Im Rahmen seiner Arbeit kooperiert das Forschungszentrum mit:

Università degli Studi di Trento (Dipartimento di Scienze Umane e Sociali)
Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt (Institut für Religionsphilosophische Forschung)
Philosophisch-Theologische Hochschule. Sankt Georgen, Frankfurt am Main
Humboldt-Universität zu Berlin (Guardini Professur für Religionsphilosophie und Katholische Weltanschauung)
Universität Fribourg (Medizinische Fakultät)
Università Cattolica di Milano (Dipartimento di Filosofia, Dipartimento di Psicologia)
University of Notre Dame/USA (Philosophy Department)
Tulane University-New Orleans/USA (Center for Cognitive Science)
Università Gregoriana-Rom