Zu einer konstruktiven Fehlerkultur: Wie kann eine Organisation aus Mängeln lernen?



Einrichtungen wie dem Rechnungshof oder internen Organisationseinheiten zur Gebarungsprüfung haftet das ambivalente Image eines notwendigen Übels an. Einerseits wird deren Tätigkeit als sinnvoll und zweckmäßig erachtet, andererseits ist ihre Tätigkeit stets mit der Befürchtung der "Geprüften" verbunden, die Konsequenzen aus den Ergebnissen könnten Schaden verursachen - für die/den einzelne/n Bedienstete/n, für dessen/deren Vorgesetzte/n, für die betroffene Organisationseinheit.

Kern des Gedankens der Fehlerkultur ist, dass
  
>> Fehler ein normaler Bestandteil jedes Handelns und - vor allem - des Lernens sind 

>> und Fehler einen (unverzichtbaren) Ansatz bieten, das Handeln von Individuen und Gruppen zu korrigieren und zu optimieren


Daraus ergeben sich Leitgedanken für einen konstruktiven, erwachsenen Umgang mit Fehlern:

> Mit Fehlern wird nicht im Sinn von Schuldzuweisungen umgegangen. Dies trägt zu einem offeneren Umgang mit Problemen bei.
> Organisationseinheiten und deren Leiter/innen profitieren davon, wenn sie das Interesse an einem konstruktiven Umgang mit Fehlern fördern.
> Fehler und der offene Umgang damit sind notwendig, um für sich selbst und andere lernen zu können.
> Der unbefangene Umgang mit Fehlern hilft anderen, potenzielle Fehler zu vermeiden.
> Der Umfang mit Fehlern ist zukunftsorientiert, nicht vergangenheitsorientiert.
> Fehler werden sanktionsfrei behandelt, wo immer dies im Rahmen der bestehenden Rahmenbedingungen möglich ist.
> Der Abbau der Angst vor Fehlern ist Voraussetzung für den Mut zu innovativem Handeln.
> Fehler werden analysiert, um notwendige oder unvermeidbare von solchen auseinanderzuhalten, die auf Inkompetenz beruhen.
> Jeder Fehler ist ein Schatz - wenn die Rahmenbedingungen es ermöglichen, daraus zu lernen.
> Fehlerkultur bedingt eine Vertrauens- und Kommunikationskultur.
> Der offene Umgang mit Fehlern muss nicht bloß erlaubt, sondern erkennbar erwünscht sein.




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Bitte wenden Sie sich an:
Mag. iur. rer. oec. Martin Schneider, Kl. 9040, e-mail: martin.schneider@uibk.ac.at