Programm

Das umfangreiche interdisziplinäre Rahmenprogramm bietet die Möglichkeit, mehr über die Dolmetscher*innen von damals, den Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher sowie das Berufsfeld des Dolmetschens aus verschiedenen Perspektiven zu erfahren. Es gibt zum einen 7 Vorträge im historischen Lesesaal, die sich thematisch an die breite Öffentlichkeit richten. Es finden außerdem 3 Vorträge am Institut für Translationswissenschaft (INTRAWI) statt, die sich mit den aktuellen Herausforderungen des Konferenzdolmetschens beschäftigen. Und schließlich sind alle Interessierten zu 3 Film-Abenden am INTRAWI eingeladen.

 

Montag 07.11.2022 um 17:00 Uhr: Eröffnung im historischen Lesesaal der ULB Tirol 

Eröffnung und Grußworte:
n.n. Land Tirol
n.n. Stadt Innsbruck
Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Tilmann Märk, Rektor der Universität Innsbruck
Univ.-Prof. Mag. Dr. Sebastian Donat, MA, Dekan der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck
Hofrätin Mag.Eva Ramminger, Universitäts- und Landesbibliothek Tirol
Assoz. Prof. Dr. Alena Petrova, Leiterin des Instituts für Translationswissenschaft
Günter Lieder, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde für Tirol und Vorarlberg
Mag.a Denise Tschager, AIIC Österreich (Co-Organisation)
Direkt im Anschluss hält Univ.-Prof. Dr. Martina Behr den Eröffnungsvortrag „Der Nürnberger Prozess als Geburtsstunde des Simultandolmetschens“.
Um Anmeldung per E-Mail wird aus organisatorischen Gründen gebeten: einprozessviersprachen@uibk.ac.at

 

7.11. "Die Nürnberger Prozesse als Geburtsstunde des Simultandolmetschens"

Univ.-Prof. Dr. Martina Behr, Institut für Translationswissenschaft (LFU)
Mo. 7.11. im Anschluss an die Eröffnung, Historischer Lesesaal, Universitäts- und Landesbibliothek Tirol
Die Sitzungsprotokolle der 218 Verhandlungstage des Nürnberger Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher füllen 16 000 Seiten und umfassen ca. 4 000 000 Wörter. Die Verhandlungen werden in den vier Prozesssprachen Englisch, Französisch, Russisch und Deutsch geführt. Es gibt jedoch weder ein erprobtes System noch ausgebildete Dolmetscher*innen, um alles Gesprochene zeitgleich in die jeweils drei anderen Sprachen zu übertragen...
Wie kam es trotz größter Skepsis dazu, dass schließlich an jedem Verhandlungstag 12 Dolmetscher*innen hinter Glasscheiben, direkt auf die Angeklagten blickend, in einer Ecke des Gerichtssaals saßen und die Simultanverdolmetschung aller Äußerungen sicherstellten? Wie wurden diese Sprachmittler*innen rekrutiert und wie wurden sie auf ihre Arbeit im Gerichtssaal vorbereitet? Und welche Herausforderungen meisterten diese Pioniere des Simultandolmetschens angesichts der Gräuel, die sie dolmetschen mussten, und angesichts der besonderen Sprache der Nationalsozialisten?
Der Vortrag geht auf Vorbereitung, Bedingungen und Herausforderungen des Simultandolmetschens beim Nürnberger Prozess 1945/46 ein, die Ausstellung stellt die Biographien dieser ersten Generation von Simultandolmetscher*innen in den Mittelpunkt.
Martina Behr: https://www.uibk.ac.at/translation/mitarbeiterinnen/behr.html

 

8.11. Film-Abend: "Der Nürnberger Prozess"

deutsch, 2003
Di. 8.11. um 19 Uhr, Institut für Translationswissenschaft, Seminarraum Josef-Hirn-Straße
Als die Alliierten am Ende des Zweiten Weltkrieges die ganze Dimension der Verbrecher des Dritten Reiches erkannten, war klar, dass sie sich mit einer einfachen Kapitulation nicht begnügen würden. Die Verantwortlichen sollten nicht ungeschoren davonkommen. Ergebnis der Überlegungen war das Internationale Militärtribunal, dessen Verhandlungen nach dem Tagungsort als „Nürnberger Prozess“ in die Geschichte eingegangen sind. Der Gerichtshof trat im November 1945 im Saal 600 des Justizpalastes zum ersten Mal zusammen, um über die „Hauptkriegsverbrecher“ zu urteilen. Ein Jahr später endete der Prozess mit der Verkündung von 12 Todesurteilen. SPIEGEL TV Autor Michael Kloft hat umfangreiches historisches Material ausgewertet, das den Nürnberger Prozess auf einzigartige Weise dokumentiert: 40 Stunden Film aus amerikanischen und russischen Archiven, die teilweise erst Jahrzehnte danach für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Angeklagte, Verteidiger und Richter wurden ein Jahr lang von den Kameras beobachtet, Stimmungen und Atmosphäre der Verhandlungen in eindrucksvollen Bildern aufgezeichnet.
Der Film-Abend wird von der Studierendenvertretung des Instituts für Translationswissenschaft organisiert.
Aus urheberrechtlichen Gründen wird...

 

9.11. "Die Nürnberger Prozesse als Geburtsstunde des Völkerstrafrechts"

Univ.-Prof. Dr. Andreas Müller, LL.M., Institut für Europa- und Völkerrecht (LFU)
Mi. 9.11. um 17.15 Uhr, Historischer Lesesaal, Universitäts- und Landesbibliothek Tirol
Die Nürnberger Prozesse gelten gemeinhin als Geburtsstunde des Völkerstrafrechts als einer neuen Teildisziplin des Völkerrechts. Seine Genese ist nicht überraschend deutlich komplizierter. Dennoch nehmen die Nürnberger Prozesse ohne Zweifel eine herausragende Stellung in der Ausgestaltung des Völkerstrafrechts in seiner sowohl materiellen als auch institutionellen Dimension ein. Das zweite große Zäsurereignis ist die Schaffung des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag, der in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag feiert. 
Die weitreichenden Hoffnungen, die die Weltgemeinschaft im „fight against impunity“ für die gravierendsten Menschheitsverbrechen in Nürnberg und Den Haag gesetzt hat, haben sich indes nur teilweise erfüllt. Gerade heute steht das Völkerstrafrecht angesichts der russischen Aggression gegen die Ukraine und die in deren Folge begangenen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, aber auch im Blick auf die Völkermordvorwürfe gegen Myanmar hinsichtlich der Rohingya und die Vielzahl anderer ungesühnter Menschheitsverbrechen einmal mehr vor Grundsatzfragen hinsichtlich seiner Legitimität und Leistungsfähigkeit.
Andreas Müller: https://www.uibk.ac.at/europarecht/institut/mitglieder/andreas-mueller/index.html.de

 

10.11. "Nürnberger Prozess(e) – Entstehung, Bedeutung, Auswirkungen"

Univ.-Prof. Mag. Dr. Dirk Rupnow, Institut für Zeitgeschichte (LFU)
 Do. 10.11. um 17.15 Uhr, Historischer Lesesaal, Universitäts- und Landesbibliothek Tirol
Am 20. November 1945 stehen sie sich im Nürnberger Justizpalast gegenüber: Ankläger und Beschuldigte, Zeugen und Verteidiger, Richter und Kriegsverbrecher, Robert H. Jackson und Hermann Göring. Der Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof beginnt. Ihnen gehen die Moskauer Erklärung über deutsche Gräueltaten im besetzten Europa und das Londoner Statut für den Internationalen Militärgerichtshof voraus. Der Hauptprozess findet in Nürnberg statt, es folgen zwölf weitere Nachfolgeprozesse vor amerikanischen Militärgerichten. Die Prozesse gelten in mehrfacher Hinsicht als Neubeginn und sind als historisches Großereignis in die Geschichte eingegangen. Univ.-Prof. Mag. Dr. Dirk Rupnow spannt in seinem Vortrag den Bogen von der Entstehung über die Bedeutung bis hin zu den Auswirkungen der Nürnberger Prozesse.
Dirk Rupnow: https://www.uibk.ac.at/zeitgeschichte/mitarbeiterinnen/rupnow.html.de

 

10.11. "Zur Zukunft des Konferenzdolmetschens: Englisch als Lingua franca und Honorargestaltung in Zeiten des Online-Dolmetschens" 

Dr. Karin Reithofer & Dr. Anja Rütten
Do. 10.11. um 19 Uhr, Institut für Translationswissenschaft, SR 6 sowie online unter: [Link folgt]
Online-Veranstaltung von AIIC Österreich
Der Beruf des Konferenzdolmetschens steht nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden technologischen und kommunikationstechnischen Umwälzungen vor großen Herausforderungen. An diesem Abend gehen die Vortragenden auf zwei unterschiedliche Aspekte ein: Karin Reithofer beleuchtet die Rolle des Englischen als Lingua Franca und ihre Auswirkungen auf das Konferenzdolmetschen und diverse Konferenzdolmetsch-Settings. Wann hat Dolmetschen für Veranstaltungen und Kommunikationssituationen noch einen Mehrwert im Vergleich zur Kommunikation in der Lingua Franca? Wie können wir als Dolmetscher*innen am besten damit umgehen und uns auf das Arbeiten mit Englisch als Lingua Franca vorbereiten?
Anja Rütten geht in ihrem Vortrag darauf ein, wie die Honorargestaltung in Zeiten des Online-Dolmetschens aussehen kann. Wenngleich Konferenzdolmetscher*innen in ihrer Tätigkeit mit allen möglichen Bereichen konfrontiert sind – was das Leben (und das Arbeiten) kostet, wird mitunter vergessen. War das Erzielen angemessener Honorare schon vor der rasanten Ausbreitung des Ferndolmetschens in den letzten Jahren keine Selbstverständlichkeit, so ist es in Zeiten von Plattformarbeit und Clickworkern auch für Konferenzdolmetscher*innen nicht einfacher geworden. Unter dem Stichwort „Kleines Einmaleins für Dolmetscher - Was kostet das Leben?“ wird die Vortragende auf Fragen eingehen, die wir uns als Dolmetscher*innen auch selbst immer wieder stellen sollten: Was kostet Konferenzdolmetschen? Was kostet RSI? Welche Aspekte muss ich bei der Gestaltung meiner Honorare einbeziehen? Als kleine Denkhilfe werden ein paar finanzielle Faustregeln und konkrete Rechenbeispiele vorgestellt.
Karin Reithofer: https://transvienna.univie.ac.at/ueber-uns/mitarbeiterinnen/details/user/reithok7/inum/1301/backpid/9336/
Anja Rütten:https://www.sprachmanagement.net/

 

11.11. Nehmen Sie Platz in der Dolmetschkabine! 

Fr. 11.11. um 15 Uhr / 16 Uhr / 17 Uhr, Dolmetschtrainingsanlage, GeiWi-Turm, 1. Stock, Innrain 52d, 6020 Innsbruck
Wer den besten Einblick in das Konferenzdolmetschen erhalten möchte, sollte einfach selbst in der schallisolierten Dolmetschkabine Platz nehmen! Bei einigen Übungen können Sie ausprobieren, wie es ist, gleichzeitig zuzuhören, mitzudenken und zu sprechen. Und Sie können erfahren, welche Prozesse dabei im Gehirn eine Rolle spielen. Die Übungen erfolgen auf Deutsch und werden von Martina Behr angeleitet und erläutert.
Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung gebeten. Bitte teilen Sie uns in Ihrer Nachricht mit, ob Sie um 15 Uhr, 16 Uhr oder 17 Uhr an der Übung teilnehmen möchten: einprozessviersprachen@uibk.ac.at

 

14.11. "Dolmetschen in Kriegs- und Krisengebieten" 

Linda Fitchett, Konferenzdolmetscherin, AIIC-Mitglied
Mo. 14.11. um 17.15 Uhr, Historischer Lesesaal, Universitäts- und Landesbibliothek Tirol – Vortrag in englischer Sprache mit Simultandolmetschung ins Deutsche
[dt. Version s.u.] In a world of mass communication, translators and interpreters have a vital role to play in times of both peace and conflict. Their importance but also vulnerability in conflict and post-conflict situations of all kinds has become very apparent in recent years. In an unprecedented step, the world language community came together to advocate for the protection of colleagues under threat. AIIC, the International Association of Conference interpreters, and Red T, the only non-profit organisation dedicated specifically to the protection of linguists in high-risk settings, together with the major international language associations and multiple partners at national and international level, formed a coalition to advocate on behalf of colleagues in danger.
Linda Fitchett, former president of AIIC and current coordinator of its ‘Interpreters in Conflict Zones’ group will situate their work and talk about the practical initiatives of the coalition, including the development of safety guidelines, the Open Letter campaign and the drive for further national and international measures to address the safety of civilian translators and interpreters. She will also consider some of the ethical issues encountered and will invite the audience to share and discuss with her their own thoughts on our professional and humanitarian responsibility towards linguists at risk.
In einer von Massenmedien dominierten Welt spielen Übersetzer*innen und Dolmetscher*innen eine zentrale Rolle – in Friedens- wie in Krisenzeiten. In den letzten Jahren wurde immer deutlicher, wie wichtig Übersetzer*innen und Dolmetscher*innen in Krisensituationen sind, jedoch auch, welchen Gefahren sie regelmäßig in ihrer Arbeit ausgesetzt sind. Aus diesem Grund entstand erstmals die Kooperation des Internationalen Verbands der Konferenzdolmetscher*innen AIIC und der weltweit einzigen Non-Profit-Organisation Red T, die sich für den Schutz von Sprachmittler*innen in Krisengebieten einsetzt, mit den größten internationalen Verbänden im Bereich Sprache sowie zahlreichen nationalen und internationalen Partnern, um sich für den Schutz dieser Übersetzer*innen und Dolmetscher*innen einzusetzen.
Linda Fitchett, ehemalige Präsidentin der AIIC und derzeitige Koordinatorin der AIIC-Arbeitsgruppe „Dolmetscher*innen in Krisengebieten“ wird in ihrem Vortrag über Arbeit und konkrete Maßnahmen im Rahmen dieser Initiative sprechen, u. a. die Erarbeitung von Sicherheitsrichtlinien, die sogenannte „Open Letter“-Kampagne und das Engagement für weitere nationale und internationale Maßnahmen, welche die Sicherheit von zivilen Übersetzer*innen und Dolmetscher*innen verbessern sollen. Darüber hinaus wird es auch um ethische Fragen gehen, die in diesem Kontext entstehen. Das Publikum ist herzlich eingeladen, mitzudiskutieren, wenn es um unser aller Verantwortung gegenüber den Sprachmittler*innen in Krisengebieten geht.
Der Vortrag findet in englischer Sprache statt und wird von Studierenden des Instituts für Translationswissenschaft simultan ins Deutsche gedolmetscht.
Linda Fitchett: https://aiic.org/client/roster/clientRosterDetails.html?clientId=922&clientRosterId=47&no_header=true&name=Linda-FITCHETT

 

 

14.11. Film-Abend: "Die Flüsterer" 

deutsch, 2014
Mo. 14.11. um 19.00 Uhr, Institut für Translationswissenschaft, Seminarraum Josef-Hirn-Straße

Bundeswehrsoldat Jesper meldet sich erneut zum Dienst im krisengeschüttelten Afghanistan. Er erhält den Auftrag, einen Außenposten in einem kleinen Dorf vor den Taliban zu schützen. Dabei wird ihm der junge Afghane Tarik als Dolmetscher an die Seite gestellt. Jesper versucht mit Tariks Hilfe, das Vertrauen der Dorfgemeinschaft und der verbündeten afghanischen Milizen zu gewinnen - doch die Unterschiede zwischen den beiden Welten sind groß. Jesper steht immer wieder im Konflikt zwischen seinem Gewissen und den Befehlen seiner Vorgesetzten. Als Tarik, der von den Taliban bedroht wird, weil er für die Deutschen arbeitet, seine Schwester in Sicherheit bringen will, geraten die Dinge außer Kontrolle. (Quelle: Pressetext majestic-Filmproduktion)

Der Film-Abend wird von der Studierendenvertretung des Instituts für Translationswissenschaft organisiert.
Aus urheberrechtlichen Gründen wird...

15.11. "Das IMT aus der Sicht des russischen Übersetzers und Dolmetschers Michail Voslensky und Lesung aus den Memoiren der Simultandolmetscherin Tatiana Stupnikova"

Dr. Rosemarie Killius
Di. 15.11. um 17.15 Uhr, Historischer Lesesaal, Universitäts- und Landesbibliothek Tirol
Die deutsche Historikerin Dr. Rosemarie Killius führte persönliche Gespräche mit dem russischen Übersetzer und der russischen Dolmetscherin. Dabei hat sie nach ihren Erinnerungen an den Internationalen Militärgerichtshof (engl. IMT), also den Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess, gefragt. Aus diesen Gesprächen berichtet sie in ihrem Vortrag und lässt die Arbeit der Sprachmittlerinnen und Sprachmittler in Nürnberg lebendig werden.
Zur russischen Dolmetscherin Tatiana Stupnikova entwickelt sie eine enge und ungewöhnliche Freundschaft – Erzählungen aus gemeinsamen Gesprächen sowie die Lesung aus Stupnikovas Memoiren erlauben im zweiten Teil des Vortrags eine Hommage an „die beste Simultandolmetscherin Russlands“ und lassen eine, die anderen ihre Stimme verlieh, erneut zu Wort kommen.
Auszüge aus der Autobiografie Tatiana Stupnikovas werden von Studierenden des INTRAWI auf Russisch gelesen und simultan ins Deutsche gedolmetscht.
Die Veranstaltung erfolgt in Kooperation mit dem Osteuropazentrum der Universität Innsbruck.
Die Memoiren von Tatiana Stupnikova inkl. eines Vorwortes von R. Killius sind inzwischen auf Deutsch zugänglich. Sie wurden 2014 von Studierenden der Universität Mainz/Germersheim übersetzt und von D. Andres & M. Behr im Berliner Verlag Frank & Timme herausgegeben, Titel: Die Wahrheit, die reine Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Erinnerungen der russischen Dolmetscherin Tatjana Stupnikova an den Nürnberger Prozess.
Rosemarie Kilius: http://www.killius.eu/

 

16.11. "Remote Simultaneous Interpreting – Aktuelle Entwicklungen im Bereich ISO und Gesundheitsschutz"

Dipl.-Dolm. Klaus Ziegler & Mag.a Denise Tschager
Mi. 16.11. um 19.00 Uhr, Institut für Translationswissenschaft, SR 6 sowie online unter: [Link folgt]
Online-Veranstaltung von AIIC Österreich
Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Veränderungen in der Arbeitswelt haben dem Ferndolmetschen und den dafür eingesetzten Technologien einen unerwartet starken Aufschwung und eine ebenso rasante Weiterentwicklung beschert. Mittlerweile ist das Ferndolmetschen ein Teil unseres Berufsbildes und als eine von mehreren Formen des Dolmetschens nicht mehr wegzudenken. Mit dem raschen Einzug des Ferndolmetschens im Zuge von Lockdowns und Reisebeschränkungen ab 2020 zeigte sich jedoch auch, dass neue Technologien und Einsatzformen entsprechend begleitet werden müssen, damit einerseits die Qualität der Dienstleistung Dolmetschen und andererseits die Gesundheit der Dolmetscher*innen (Stichwort (Hör-)Gesundheit) auch langfristig gesichert bleiben. Die AIIC als einziger weltweiter Verband der Konferenzdolmetscher*innen setzt sich seit jeher für angemessene und sichere Arbeits- und Einsatzbedingungen für alle Dolmetscher*innen ein und ist als sog. Liaison Organisation sowie über etliche ihrer Mitglieder auch in den einschlägigen Expertengremien der ISO vertreten. Im Rahmen ihres Vortrags geben die Referenten einen Einblick in die neuesten Entwicklungen im Bereich der für das Ferndolmetschen relevanten ISO-Normungsprojekte. Ebenfalls beleuchtet werden aktuelle und perspektivisch interessante technische Lösungen im Zusammenhang mit dem simultanen Ferndolmetschen und deren potenzielle Auswirkungen auf die (Hör-)Gesundheit von Dolmetscher*innen.
Denise Tschager: https://aiic.org/client/roster/clientRosterDetails.html?clientId=4227&clientRosterId=47&no_header=true&name=Denise-TSCHAGER
K
laus Ziegler: https://aiic.de/dolmetscher/profil/u3033/klaus-ziegler/

 

17.11. "Die ‚Lochner-Version‘ der Hitler-Rede vom 22. August 1939 als verkanntes Schlüsseldokument der Nürnberger Prozesse"

PD Dr. Norman Domeier, Universität Stuttgart, Karls-Universität Prag
Do. 17.11. um 17.15 Uhr, Historischer Lesesaal, Universitäts- und Landesbibliothek Tirol
Eigentlich sollte die Geheimrede Hitlers vor der Wehrmachtführung am 22. August 1939 auf dem Obersalzberg zu einem zentralen Beweisstück des Nürnberger Prozesses 1945/46 werden. Denn in dieser Ansprache, wenige Tage vor dem deutschen Angriff auf Polen, hatte der „Führer“ all seinen wichtigen Generälen enthüllt, dass er für die Deutschen die „Erd-Herrschaft“ anstreben und über kurz oder lang alle „minderwertigen Rassen“ vernichten lassen werde. Die gesamte Wehrmachtführung war somit zum Mitwisser der Menschheitsverbrechen geworden, die wenige Tage später ins Werk gesetzt wurden. Kein deutscher General erhob Protest oder versuchte gar, den Diktator unschädlich zu machen. Man tat im Gegenteil alles, um den größenwahnsinnigen Plänen in den folgenden Jahren militärisch zum Sieg zu verhelfen.
Allerdings gelang es in Nürnberg nicht, die Weitergabe dieser Geheimrede am 25. August 1939 an den Berlin-Korrespondenten der amerikanischen Nachrichtenagentur AP, Louis Lochner, durch den militärischen Widerstand unter Admiral Canaris zu rekonstruieren. Alle Beteiligten waren bis 1945 von den Nationalsozialisten ermordet wurden: Bis auf Louis Lochner, der sogar während des Prozesses aus Nürnberg für AP berichtete, aber weder als Zeuge aufgerufen noch auch nur namentlich genannt wurde.
Die Hintergründe und Zusammenhänge, die einem Polit- und Geschichtsthriller ähneln, werden in dem Vortrag erstmals umfassend rekonstruiert. Dadurch wird auch die „Lochner-Version“ rehabilitiert, die in den 1960er und 1970er Jahren von deutschen Historikern als Fälschung verworfen wurde, um das Narrativ von der „sauberen“ Wehrmacht zu retten, denn sie stellt ein Schlüsseldokument für die globalen Pläne Hitlers und die Mitwisserschaft der Wehrmachtführung dar.
Norman Domeier: https://www.hi.uni-stuttgart.de/institut/team/Domeier/

 

18.11. Nehmen Sie Platz in der Dolmetschkabine!

Fr. 18.11. um 15 Uhr / 16 Uhr / 17 Uhr, Dolmetschtrainingsanlage, GeiWi-Turm, 1. Stock, Innrain 52d, 6020 Innsbruck
Wer den besten Einblick in das Konferenzdolmetschen erhalten möchte, sollte einfach selbst in der schallisolierten Dolmetschkabine Platz nehmen! Bei einigen Übungen können Sie ausprobieren, wie es ist, gleichzeitig zuzuhören, mitzudenken und zu sprechen. Und Sie können erfahren, welche Prozesse dabei im Gehirn eine Rolle spielen. Die Übungen erfolgen auf Deutsch und werden von Martina Behr angeleitet und erläutert.
Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung gebeten. Bitte teilen Sie uns in Ihrer Nachricht mit, ob Sie um 15 Uhr, 16 Uhr oder 17 Uhr an der Übung teilnehmen möchten: einprozessviersprachen@uibk.ac.at

 

21.11. "Remote Simultaneous Interpreting – ein Bericht aus der Praxis"

Mag.a Silvia Glatzhofer
Mo. 21.11. um 19 Uhr, Institut für Translationswissenschaft, SR 2
Veranstaltung von Universitas
RSI ist gekommen um zu bleiben... auch nach dem Ende der Pandemie. Die Vorteile, die Online-Konferenzen für Veranstalter*innen mit sich bringen, liegen auf der Hand: Reise- und Hotelkosten sowie Ausgaben für Saalmieten und Catering fallen weg, und somit sind internationale Konferenzen auch für Organisationen mit kleinerem Budget möglich. Auch für die Dolmetscher*innen kann es angenehm sein, keine lange An-/Abreise auf sich zu nehmen und bequem im eigenen Büro zu dolmetschen. Aber kein Vorteil ohne Nachteil: Man ermüdet schneller, muss sich um die technische Infrastruktur kümmern, und mit schlechter Tonqualität und höherem Sprechtempo zurande kommen.
Damit ein RSI-Einsatz reibungslos funktioniert, sind viele Voraussetzungen zu erfüllen. Die Präsentation zum Thema Remote Simultaneous Interpreting beschreibt die verschiedenen Settings, Plattformen und Tools, geht auf technische und organisatorische An- und Herausforderungen ein und behandelt Aspekte wie Kundenberatung und Kosten. Anhand von Erfahrungsberichten und Beispielen aus der Praxis werden folgende Fragen behandelt: Welche technische Ausstattung braucht es? Wie stelle ich die Kommunikation mit dem*der „Kabinen“partner*in und mit den betreuenden Techniker*innen sicher, die alle an einem anderen Ort sitzen? Welche Backup-Lösungen sollte man haben? Wie umgehen mit dem Entfremdungsgefühl und dem höheren Effort? Wie sieht es mit Vertraulichkeitsanforderungen und Haftungsfragen aus?
Silvia Glatzhofer: https://glatzhofer-translations.com/

 

22.11. Film-Abend: "Die Flüsterer" 

mehrsprachig mit dt. Untertiteln, 2006
Di. 22.11. um 19.00 Uhr, Institut für Translationswissenschaft, Seminarraum Josef-Hirn-Straße
Ein Dokumentarfilm von David Bernet und Christian Beetz
Es gibt wenig gute Dokumentarfilme über Dolmetscher*innen oder Übersetzer*innen. Dieser hier ist einer davon. Er gibt spannende Einblicke in den Beruf. Und vielleicht vermittelt er auch, wie wichtig dieser Beruf ist, wie viel man können muss und dass man eben nicht mal einfach so Dolmetscher*in werden kann, sondern eine fundierte Ausbildung dazu nötig ist.
Sie stehen im Schatten der Großen – erkennbar daran, dass sie viel zu nahe bei den Wichtigen stehen. Die Konferenzdolmetscher*innen sind die Samurai unter den Sprachkundigen. Dieser Dokumentarfilm folgt Dolmetschern*innen unterschiedlicher Generationen vom Berliner Kanzleramt über Straßburg nach Afrika und zurück. Wir begegnen einer Dolmetscher-Veteranin des Nürnberger Prozesses und begleiten eine Studentin durch ihre Diplomprüfung an der Dolmetscherschule in Genf. (Quelle: http://dvud.de)
Der Film-Abend wird von Mag. Mag. Thomas Timlin vom Institut für Translationswissenschaft organisiert.
Aus urheberrechtlichen Gründen wird...

 

23.11. "Massenmörder Josef Schwammberger: Lagerkommandant von Rozwadów, Przemyśl und Mielec"

Univ.-Doz. Mag. Dr. Horst Schreiber, Institut für Zeitgeschichte (LFU)
 Mi. 23.11. um 17.15 Uhr, Historischer Lesesaal, Universitäts- und Landesbibliothek Tirol
Am 18. Mai 1992 wurde der ehemalige SS-Oberscharführer Josef Schwammberger am Landgericht Stuttgart wegen des Mordes an 25 Frauen und Männern sowie wegen der Beihilfe des Mordes an 641 Menschen, die er aus eigener Machtvollkommenheit, niedriger Gesinnung oder Sadismus begangen hatte, zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Der Vortrag stellt den Werdegang des Tiroler Exzesstäters vor, dessen Tathandlungen, Flucht, Ergreifung und Verurteilung.
Horst Schreiber: Mag. phil., Dr. phil., Universitäts-Dozent für Zeitgeschichte; Leiter von _erinnern.at_ Tirol, der Michael-Gaismair-Gesellschaft und des Wissenschaftsbüros Innsbruck; Herausgeber der Studien zu Geschichte und Politik, Mitherausgeber der Gaismair-Jahrbücher und der sozialwissenschaftlichen Reihe transblick. 
Horst Schreiber: www.horstschreiber.at

 

24.11. "Simultandolmetschen bei Gerichtsprozessen – von Nürnberg bis heute" 

Dipl.-Dolm. Liese Katschinka
 Do. 24.11. um 17.15 Uhr, Historischer Lesesaal, Universitäts- und Landesbibliothek Tirol
Veranstaltung von AIIC Österreich
Die Nürnberger Prozesse legten nicht nur den Grundstein für die heutige Internationale Strafgerichtsbarkeit. Sie gelten gemeinhin auch als Geburtsstunde des modernen Konferenzdolmetschens und leiteten den Siegeszug der damals neuen Technik des Simultandolmetschens bei Konferenzen ein. In ihrem Vortrag geht Liese Katschinka auf die Professionalisierung des Dolmetschberufs seit 1945 ein, zu der der 1953 gegründete Internationale Verband der Konferenzdolmetscher*innen AIIC maßgeblich beigetragen hat. Anhand von Beispielen beleuchtet sie den Einsatz des Simultandolmetschens bei internationalen Gerichtshöfen und Tribunalen und geht auf die Rolle des AIIC Legal Interpreting Committee bei der Professionalisierung des Gerichtsdolmetschens ein. Der Vortrag schließt mit einem Exkurs zur EULITA (European Legal Interpreters and Translators Association) und der ISO-Norm 20228:2019 zum Dolmetschen im Rechtswesen.
Liese Katschinka: https://aiic.org/client/roster/clientRosterDetails.html?clientId=1306&clientRosterId=47&no_header=true&name=Liese-KATSCHINKA]

 

25.11. "Ein Blick in die Zukunft des Dolmetschens" 

Dr. Bianca Prandi, MA, Institut für Translationswissenschaften (LFU)
Fr. 25.11. um 17.15 Uhr, Historischer Lesesaal, Universitäts- und Landesbibliothek Tirol
Die rasanten technologischen Entwicklungen im Zuge der Pandemie haben zu einer starken Veränderung der Arbeitswelt und der Kommunikation beigetragen. Auch der Dolmetschberuf ist von diesen Veränderungen stark betroffen. „Bald werden Dolmetscher*innen überflüssig“, „Die Technologie ersetzt uns“ – mit ähnlichen Aussagen sind Dolmetscher*innen und Dolmetschwissenschaftler*innen vermehrt konfrontiert. Doch was steckt hinter diesen Behauptungen und entsprechen sie tatsächlich den aktuellen und künftigen Entwicklungen des Berufsbildes? Ist Technologie ein Feind für humane Dolmetscher*innen oder könnte sie sogar zur ‚guten Freundin‘ werden?
Mit diesem Vortrag werfen wir einen Blick in die Zukunft des Dolmetschens: die neuesten Entwicklungen im Bereich der Sprachtechnologie und deren Konsequenzen für Gegenwart und Zukunft der mehrsprachigen Kommunikation. Mit diesem letzten Vortrag des dreiwöchigen Programms laden wir zum Abschluss der Ausstellung ein und zu einer wissenschaftlich fundierten Reflexion über die Rolle des Dolmetschberufes und der Dolmetschausbildung in einer Welt zunehmender Digitalisierung.
Der Vortrag findet in italienischer Sprache statt und wird von Studierenden des Instituts für Translationswissenschaft simultan ins Deutsche gedolmetscht.
Bianca Prandi: https://www.uibk.ac.at/translation/mitarbeiterinnen/prandi.html

 

Online-Vorträge von AIIC Österreich 

[Inhalt1]

 

Online-Vorträge von AIIC Österreich 

[Inhalt2]

 

Nach oben scrollen