Preis für Antike Rechtsgeschichte an der Universität Innsbruck

Der Preis für Antike Rechtsgeschichte wird alle zwei Jahre vom Vizerektorat für Forschung der Universität ausgeschrieben und in Zusammenarbeit zwischen Rechtswissenschaftlicher, Philosophisch-Historischer und Katholisch-Theologischer Fakultät verliehen. Der Preis soll die Antike Rechtsgeschichte über das römische Recht hinaus in einem interdisziplinären Umfeld fördern. – Prämiert werden Arbeiten auf sämtlichen Gebieten antiker und spätantiker Rechtsgeschichte, wobei vor allem an Arbeiten gedacht ist, die den Blick über einen einzelnen Rechtskreis hinaus wagen und interdisziplinäre Wege einschlagen. Prämiert werden können Diplomarbeiten, Dissertationen, Habilitationen, Aufsatzkonvolute (in denen die einzelnen Aufsätze zusammen ein bestimmtes Gebiet behandeln und einen Erkenntnisgewinn erbringen) oder größere Aufsätze, Monographien oder sonstige wissenschaftliche Beiträge. – Bei der Beurteilung stellt die Originalität des Themas, die Qualität der Ausführung des Werkes und die Sprache ein Kriterium dar.

Der Preis in der Höhe von 3000 Euro wurde bereits dreimal (2011, 2013 und 2015) vergeben.

Neue Ausschreibung für 2017:

Bewerbungen sind bis 31. Mai 2017 einzureichen und zu richten an das Vizerektorat für Forschung der Universität Innsbruck (Universität Innsbruck, Christoph-Probst-Platz, Innrain 52, A-6020 Innsbruck, Tel.: +43 512 507 9024, Telefax: +43 512 507 2720, E-Mail: forschungsfoerderung@uibk.ac.at)

Form der Bewerbung: Die Preisarbeit ist in einfacher Ausfertigung und digital einzureichen. Beigelegt werden sollen eine Stellungnahme der Bewerberin/ des Bewerbers zur Preisarbeit (ein bis zwei Seiten) und ein kurzer Lebenslauf (eine Seite) sowie eine Liste der wichtigsten Veröffentlichungen. Die Auswahl der Preisträgerin/des Preisträgers erfolgt durch eine Jury, bestehend aus Univ.-Prof. Heinz Barta, Ass.-Prof. Mag. Mag. Dr. Martin Lang, Univ.-Prof. Simone Paganini und Univ. Prof. Robert Rollinger. Diese Jury kooptiert (im Einvernehmen mit dem Vizerektorat für Forschung) auf unbestimmte Zeit oder für einzelne Preisverleihungen weitere Mitglieder. – Die Jury entscheidet mehrheitlich. – Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die bisherigen Preisträger:

2011:

 

 Susanne PaulusSusanne Paulus, M. A. (Universität Münster/Westfalen): "Die babylonischen Kudurru-Inschriften von der kassitischen bis zur frühneubabylonischen Zeit - Untersucht unter besonderer Berücksichtigung gesellschafts- und rechtshisto­rischer Fragestellungen".

 


und:

Jan Dietrich

Dr. Jan Dietrich (Universität Leipzig): "Kollektive Schuld und Haftung. Religions- und rechtsgeschichtliche Studien zum Sündenkuhritus des Deuteronomiums und zu verwandten Textes".

 

 

 

 

 
2013:

Charikleia Armoni

PD Dr. Charikleia Armoni (Universität Köln): "Studien zur Verwaltung des ptolemäischen Ägypten. Das Amt des basilikos grammateus".

 

 


2015:

Kristin Kleber

Dr. Kristin Kleber (Universität Amsterdam), Vier Aufsätze zum Thema ‚Altorientalische Rechtsprechung (mit Fokus auf Babylonien in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends)‘: (1) “Des Frommen Zuflucht, des Übeltäters Verderben. Der assertorische Eid im Gerichtsprozess der spätbabylonischen Zeit“, in: H. Barta, M. Lang (Hrsg.), Lebend(ig)e Rechtsgeschichte: Prozessrecht und Eid: Recht und Rechtsfindung in antiken Kulturen (Band 1). Innsbruck (in Druck), S. 119-152. (2) “Zum Meineid und zu seiner Bestrafung in Babylonien,” Zeitschrift für altorientalische und biblische Rechtsgeschichte 13 (2007), S. 23-38. (3) “Staatlich sanktionierte Gewalt: Peinliche Befragung, Körper- und Todesstrafen in Babylonien (6.-2. Jh. v. Chr.)“, In: Robert Rollinger, Martin Lang und Heinz Barta (Hrsg.), Strafe und Strafrecht in den antiken Welten. Unter Berücksichtigung von Todesstrafe, Hinrichtung und peinlicher Befragung (Philippika 51), Wiesbaden 2012, S. 215-231. (4) „Dātu ša šarri: Gesetzgebung in Babylonien unter den Achämeniden.” Zeitschrift für Altorientalische und Biblische Rechtsgeschichte 16 (2010), S. 49-75.

Die Referate der Tagungen ‚Lebend(ig)e Rechtsgeschichte‘, die ab 2011 Würdigungen der PreisträgerInnen enthalten, werden publiziert. Bisher sind erschienen:

  • Barta Heinz/Mayer-Maly Theo/Raber Fritz (Hg.) 2005b: Lebend(ig)e Rechtsgeschichte. Beispiele antiker Rechtskulturen: Ägypten, Mesopotamien und Griechenland (Wien, 2005)
  • Rollinger Robert/Barta Heinz/Lang Martin (Hg.) 2007: Rechtsgeschichte und Interkulturalität. Zum Verhältnis des östlichen Mittelmeeraums und ‚Europas’ im Altertum (Wiesbaden, 2007)
  • Barta Heinz/Rollinger Robert/Lang Martin (Hg.) 2008: Recht und Religion. Menschliche und göttliche Gerechtigkeitsvorstellungen in den antiken Welten (Wiesbaden, 2008)
  • Lang Martin/Barta Heinz/Rollinger Robert (Hg.) 2010: Staatsverträge, Völkerrecht und Diplomatie im Alten Orient und in der griechisch-römischen Antike (Wiesbaden, 2010)
  • Rollinger Robert/Lang Martin/Barta Heinz (Hg.), Strafrecht und Strafen in den Antiken Welten (Wiesbaden, 2012)
  • Barta Heinz/Lang Martin/Rollinger Robert (Hg.) 2015: Prozeßrecht und Eid. Recht und Rechtsfindung in antiken Kulturen (Teil I) (Wiesbaden, 2015)
  • Die Tagungsbände 2013 (‚Prozeßrecht und Eid: Recht und Rechtsfindung in antiken Kulturen‘: Teil II) und 2015 (‚Emergenz der Person – Entstehung und Entwicklung des Subjekts in Gesellschaft und Recht der antiken Welten‘) befinden sich in Druckvorbereitung.

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